Corona-Zwangspause: Fußballbezirk zieht nach, NFV nicht

Wolfsburg.  Am Donnerstag reagieren weitere Verbände auf die von Bund und Ländern beschlossene Corona-Zwangspause des Sports. So ist Wolfsburg betroffen.

Auf Kreis- und Bezirksebene sind alle Fußballspiele abgesagt. Ab Landesebene finden noch Partien statt. NFV-Präsident Günter Distelrath (vorn rechts) verkündete keine Generalabsage.

Auf Kreis- und Bezirksebene sind alle Fußballspiele abgesagt. Ab Landesebene finden noch Partien statt. NFV-Präsident Günter Distelrath (vorn rechts) verkündete keine Generalabsage.

Foto: imago / regios24 / Montage WN

Am Wochenende dürfte noch Vereinssport stattfinden, erst von Montag an ist der Freizeit- und Amateursport ausgesetzt. Doch immer mehr Verbände und Vereine haben sich dazu entschlossen, schon vor dem vorgesehenen Sport-Lockdown in die Zwangspause zu gehen. Auch am Donnerstag wurden in einigen Sportarten oder in Teilen dieser die Wochenendspiele abgesagt – und bisweilen sogar schon weitreichendere Entscheidungen getroffen.

Tischtennis

Wie zum Beispiel im Tischtennis . Der niedersächsische Verband TTVN meldete am Donnerstag, den Spielbetrieb auf jeden Fall vom 30. Oktober bis zum 31. Dezember zu unterbrechen. „Durch den Beschluss der Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder ist zudem der Trainingsbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen bis 30.11.2020 untersagt“, schreibt der TTVN auf seiner Internet-Homepage (www.ttvn.de).

Weiter heißt es dort: „Die Unterbrechung des Punktspielbetriebes wirft verschiedene Fragen auf. So ist zu klären, ob der Spielbetrieb im kommenden Jahr in Form einer ,Einfachrunde’ weitergeführt wird oder ob eine Verlängerung der Hinrunde oder gar der Saison erfolgt. Auch Fragen zur Wertung (Auf- und Abstieg) sind zu klären.“ Der TTVN rechnet mit einer Bekanntgabe der Entscheidungen im Dezember.

Fußball

Nachdem der bereits am Mittwochabend nach Bekanntwerden des Regierungsbeschlusses in Berlin sofort gehandelt und alle Wochenend-Partien im Erwachsenen- und Jugendbereich abgesetzt hatte , zog einen Tag später auch der Bezirk Braunschweig nach. Nur der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) lässt Partien noch zu. NFV-Präsident Günter Distelrath teilte dazu mit: „In den Gebieten Niedersachsens, wo die Corona-Situation eine Austragung der Partien zulässt, darf am kommenden Wochenende noch gespielt werden.“

Der über dem niedersächsischen Gremium angeordnete Norddeutsche Fußball-Verband wiederum, zu dem auch die Verbände Bremens, Hamburgs und Schleswig-Holsteins zählen und dessen Präsident auch Distelrath ist, macht Unterschiede bei der Bewertung. „Nach Abstimmung der Staffelleiter wird bereits der kommende Spieltag am 31. Oktober/1. November in der Frauen-Regionalliga Nord sowie in den drei Junioren-Regionalligen nicht stattfinden. Der Spieltag der Regionalliga Nord der Herren sowie der Futsal-Regionalliga Nord findet wie angesetzt statt“, steht in der Verlautbarung. Das Wochenend-Heimspiel des VfL Wolfsburg II in der Regionalliga Nord gegen Atlas Delmenhorst war bereits abgesagt worden, weil Delmenhorst im Moment zu den Corona-Hotspots zählt.

Wolfsburgs oberhalb des Kreises spielende Fußballer gingen zuletzt durch ein Wechselbad der Gefühle. Dienstag hatte die in ihrer Spielbetrieb grundsätzlich noch erlaubt gehabt. Mittwoch kam die Nachricht aus Berlin, dass vom 2. November an Training und Wettkampf eingestellt werden müssen. Noch am Donnerstagvormittag sah es danach aus, als ob Bezirks- und Landesliga noch weitermachen dürften, ehe am Mittwoch die Generalabsage des Bezirks kam.

Frühestens von Februar 2021 an sieht Trainer Tahar Gritli seine Fußballer vom Landesligisten SV Reislingen-Neuhaus auf den Platz zurückkehren und um Punkte spielen. Nicht nur der Spielbetrieb ruht, auch das Training wird – wie überall – für mindestens einen Monat ausgesetzt. Gritli kann die Entscheidung nachvollziehen. „Wenn von Montag an ohnehin alles heruntergefahren wird, müssen wir Sonntag nicht mehr spielen“, sagt er. „Es macht Sinn, jetzt zu pausieren.“

Bis vorerst Ende November finden keine Partien statt. Doch Gritli rechnet damit, dass die Auszeit bis 2021 dauern wird. „Kurz vor Weihnachten noch Spieltage anzusetzen, ist eigentlich keine Option. Ich hoffe, wir können im Dezember und Januar den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen und uns auf einen zweiten Saisonstart im Februar vorbereiten.“ Die spiel- und trainingsfreie Zeit will der Coach mit individuellem Fitnesstraining für seine Spieler nutzen. „Jeder bekommt ein paar Hausaufgaben. Wir wollen uns fit halten“, erklärt er.

Kegeln

Die Kegler und Keglerinnen des KV Wolfsburg in den 2. Classic-Bundesligen wären am Wochenende auch noch einmal im Einsatz gewesen. Doch auch hier hat der Verband die Reißleine gezogen und die für Samstag und Sonntag angesetzten Spiele vorsorglich abgesagt. „Wir werden die weitere Corona-Entwicklung, Entscheidungen der Bundes- und Landesregierungen beobachten und spätestens am 18. November die weitere Vorgehensweise in Bezug auf unseren Spielbetrieb bekanntgeben“, schreibt der Verband DKBC auf seiner Internet-Seite (www.dkbc.de).

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