Sonderurlaub für die Vielspieler des VfL Wolfsburg

Mönchengladbach.  Oliver Glasner lobt die Zusammenarbeit mit den Nationaltrainern. Rotation könne helfen, die Spieler fit zu halten.

VWer viel Einsatz zeigt muss mit seinen Kräften Haushalten. VfL-Trainer Glasner hat eine Strategie. Er orientiert sich an Bundestrainer Jogi Löw. (Archivbild)

VWer viel Einsatz zeigt muss mit seinen Kräften Haushalten. VfL-Trainer Glasner hat eine Strategie. Er orientiert sich an Bundestrainer Jogi Löw. (Archivbild)

Foto: Darius Simka / regios24

Mit einem Lunchpaket in der Hand machte sich Xaver Schlager am späten Samstagabend nach dem 1:1 (0:0) bei Borussia Mönchengladbach auf den Weg in seine Heimat. Der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler gehört zu den vier Spielern des VfL Wolfsburg, die sich über einen kurzen Sonderurlaub freuen dürfen. Schlager, Pavao Pervan, Admir Mehmedi und Josip Brekalo müssen erst am Mittwoch wieder in der VW-Stadt aufschlagen. So reagiert der Bundesligist auf die Hochbelastung seiner Nationalspieler.

Vfl Trainer Glasner sieht die Belastung seiner Spieler – und gibt sich lösungsorientiert

Schlager und Pervan (beide Österreich), Mehmedi (Schweiz) und Brekalo (Kroatien) spielten für ihre Auswahlteams in Freundschafts- wie Nations-League-Spielen - und das über den ganzen Kontinent verteilt. Intensive Spielbelastung inklusive hoher Reisestrapazen in einem sehr geballten Zeitraum. Die Klubs zahlen für den Aufwand ihrer Kicker die Rechnung, denn sie müssen die Belastung nun clever steuern.

Oliver Glasner will sich darüber nicht beklagen. Der 46 Jahre alte VfL-Trainer aus Österreich gibt sich lieber lösungsorientiert. „Wir machen uns Gedanken, wie wir das positiv beeinflussen können“, sagt er. „Wir müssen Freiräume schaffen, um die Köpfe der Spieler frei zu bekommen.“ Da es durch die Terminverschiebungen wegen der Corona-Pandemie keine Winterpause geben wird, fällt auch diese Regenerationsphase weg. Den Akteuren droht Dauerstress.

Löw als Vorbild: Großer Kader für mehr Erholung

Alexander Rosen platzte am Samstag mit Blick auf den Terminplan der Kragen. Hoffenheims Manager ging gedanklich sogar so weit, seine Nationalspieler in der nächsten Länderspielpause nicht mehr für ihre Auswahlteams abzustellen. Ein extremer Ansatz, den die beiden Trainer am Samstag in Mönchengladbach nicht teilen wollten. Borussia-Coach Marco Rose und sein VfL-Kollege stimmten überein, dass dies kein vernünftiger Lösungsansatz ist.

Rose lobte beispielhaft das Vorgehen von Bundestrainer Joachim Löw, der für die jüngsten drei Länderspiele einen großen Kader nominiert hatte und personell rotierte, um frische Spieler aufbieten zu können. Glasner findet sogar, dass der Austausch zwischen Vereins- und Bundestrainern „besser ist als je zuvor. Jeder will fitte Spieler“, sagt er. „Wir müssen uns dafür gut austauschen und abstimmen.“

Sonderurlaub für die Vielspieler

Der Wolfsburger Coach gewährt seinen hochbelasteten Profis nun ein paar Tage Sonderurlaub. Sie werden es ihm wohl danken. Speziell Schlager hatte bereits vor der Länderspielpause überspielt gewirkt und musste in Mönchengladbach schon zur Pause runter. „Wir hatten vor der Partie gesprochen“, sagt Glasner. Schlager habe dem Trainer gesagt, dass er unbedingt spielen will - ungeachtet der Belastung.

Doch dann bekam der 23-Jährige in Hälfte 1 eine gelbe Karte, weil er in einem Zweikampf zu spät dran war und musste folglich in der Pause dem viel frischeren Yannick Gerhardt weichen. „Xaver“, sagt Glasner, „werden die freien Tage gut tun.“ Am Sonntag gegen Bielefeld wird der Mittelfeldspieler wieder gebraucht. Am besten sehr viel ausgeruhter als zuletzt.

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