Kusians EM-Premiere „mit Gänsehaut“

Vorsfelde.  Die Handballerin aus Vorsfelde überzeugt bei ihrem ersten großen Turnier als 19-fache Torschützin und will jetzt mit dem Nationalteam zur WM.

Die Wolfsburger Handballerin Maraike Kusian wurde mit der deutschen U17 Siebte bei der EM in Slowenien. 

Die Wolfsburger Handballerin Maraike Kusian wurde mit der deutschen U17 Siebte bei der EM in Slowenien. 

Foto: Privat / oh

Nächster Halt: China. Als EM-Siebter haben sich die U17-Handballerinnen Deutschlands für die Weltmeisterschaft 2020 qualifiziert. Entscheidenden Anteil an den insgesamt drei Siegen im Turnier hatte die Vorsfelderin Maraike Kusian. Von Rechtsaußen steuerte sie 19 Treffer zu Platz 7 im slowenischen Celje bei.

Zwei Wochen durften die Jungnationalspielerinnen in die Welt des Profisports hinein schnuppern. Ein Trainer- und Betreuerstab vergleichbar mit dem eines Bundesligisten begleitete das Team nach Slowenien. Neben Chefcoach, Co-, und Torwart-Trainer reisten zwei Physiotherapeuten, ein Arzt und ein Psychologe mit. „Jeder Einzelne war Gold wert“, betonte Kusian. „Wir hatten wahrscheinlich wegen der guten Betreuung keine Verletzten.“ Etwaige Sprachbarrieren half ein Dolmetscher zu überwinden. Die Spielerinnen konnten sich voll und ganz auf ihr Werk konzentrieren. „Es war alles super organisiert. Unsere Trainer und Betreuer haben Tag und Nacht geackert“, sagte Kusian.

Für die 16-Jährige war die EM in Celje das erste große Turnier. Erst im Januar hatte sie ihr Debüt im Nationalteam gefeiert. „Ich bin mit Gänsehaut in die Spiele gegangen“, berichtete Kusian. „Ich hatte kaum realisiert, dass der Traum, bei einer Europameisterschaft zu spielen, Realität geworden ist.“

Auf dem Feld war davon jedoch nichts zu spüren. Die Linkshänderin ging voran. Im Auftaktspiel gegen die Niederlande (22:21) war Kusian mit fünf Toren die beste deutsche Werferin. „Das war für uns als Mannschaft ein holpriger Start, alle waren aufgeregt“, sagte die Vorsfelderin. Gegen Polen (34:25) traf Kusian neunmal. Mit dem Sieg sicherte sich Deutschland den Gruppensieg. In Spiel 3 gegen Dänemark setzte es die erste Niederlage (24:30).

Das war zunächst nicht so schlimm, denn Deutschland behielt Platz 1. Doch sollte die Schlappe Nachwirkungen haben. „Wir haben im Angriffsspiel viele technische Fehler gemacht“, erklärte Kusian.

Der Spielrhythmus war weg. Gegen Frankreich (21:25) blieb Deutschland erneut unter seinen Möglichkeiten. „Wir kamen aus dem Loch nicht mehr raus“, sagte die Zweitliga-Spielerin des TV Hannover-Badenstedt. „Wir standen in der Abwehr gut, aber haben das Spiel vorne verloren.“ Gegen Russland setzte es ein 22:24. Die Hauptrunden-Gruppe schloss Deutschland als Letzter ab.

In den Platzierungsspielen unterlag das Team Norwegen (21:28) und riss dann im letzten Turnierspiel das Ruder noch einmal herum: Gegen Österreich fuhr Deutschland einen 32:22-Erfolg ein und stellte so die WM-Qualifikation sicher. Für Kusian ist das immerhin ein Trost. „In China können wir zeigen, dass mehr als Platz 7 bei einer EM in uns steckt“, betonte sie. „Wir sind mit der EM nicht zufrieden, können es viel besser.“

Dennoch nehme sie viel Positives mit aus dem Turnier, versicherte die Zweitliga-Handballerin. „Ich habe tolle Erfahrungen sammeln dürfen. Für mich persönlich war das eine gelungene Europameisterschaft, zumal ich zweimal Haupttorschützin war“, erklärte Kusian. Nun nimmt die 16-Jährige die Weltmeisterschaft in Asien ins Visier. „Das ist das nächste große Ziel. Ich werde wieder alles geben, um in den Kader zu kommen“, versprach Kusian.

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