Die Blackbirds zwischen Höhenflug und Sackgasse

Wolfsburg.  Der Verbandsligist Wolfsburg Blackbirds will mittelfristig in die 2. Liga, die Baseballer benötigen indes einen größeren Platz.

Steffen Bohr und die Blackbirds wollen in der Verbandsliga Tempo aufnehmen.

Steffen Bohr und die Blackbirds wollen in der Verbandsliga Tempo aufnehmen.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

„Jedes gute Unternehmen muss langsam und stetig wachsen.“ Das „Unternehmen“, das Steffen Bohr meint, ist eher ein Projekt. Nämlich das der Wolfsburg Blackbirds, den Baseball in der Stadt aus dem Dornröschenschlaf zu wecken und zu neuer Blüte zu verhelfen.

Der Teamsprecher der Verbandsliga-Baseballer wähnt sich und seine Mitstreiter ein Jahr nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs auf einem vielversprechenden Weg. „Das, was wir hingelegt haben, darf man getrost als Raketenstart bezeichnen.“

Sportlich lief im ersten Jahr alles glatt: Die erste Herrenmannschaft der Blackbirds beherrschte ihre Landesliga-Staffel und stieg in die Verbandsliga auf. „Allerdings hatten wir super viele Spieler in der Mannschaft. Es war in der vergangenen Saison eine echte Gratwanderung, es allen recht zu machen“, sagt Bohr. Die Lösung: Die Blackbirds schicken in der neuen Saison eine zweite Herrenmannschaft ins Rennen, die in der Landesliga Süd am vergangenen Wochenende mit dem 9:7-Sieg bei den Hannover Regents III einen Traumstart hinlegte.

Mehr noch: Die Blackbirds verzeichneten auch einen enormen Zulauf im Kinder- und Jugendbereich. „Wir haben 24 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 14 Jahren, die Baseball spielen wollen“, so Bohr. Also meldete der Verein eine Jugendmannschaft für den Spielbetrieb – die Youngbirds. Sie treten in der Junioren-Verbandsliga an.

Auch im Umfeld kam auf die „Macher“ viel Arbeit zu in den vergangenen Monaten, verdeutlicht Blackbirds-Sprecher Bohr. „Scorer-Ausbildung, Schiedsrichterlehrgänge, Trainerlehrgänge – wir hatten alle Hände voll zu tun. Die Winterpause war für uns keine richtige Winterpause.“ Die Zeit, die für das Hobby Baseball draufgehe, sei enorm, so Bohr. „Gefühlt macht man derzeit zwei Berufe – seinen richtigen und die Arbeit rund um den Baseball.“ Auch in den Bereichen Merchandising und Werbung, bei der Betreuung der Sponsoren oder dem Beschaffen von Ausrüstung sei viel zu beachten und zu erledigen. „Bei diesen Dingen sind wir vor einem Jahr bei null gestartet.“

Mittelfristiges sportliches Ziel mit der „Ersten“ ist der Sprung in die 2. Liga, so Bohr. Das Problem: Die Infrastruktur müsse mitwachsen. Das kann sie aber nur in einem sehr beschränkten Maß. Die Blackbirds stoßen in ihrer Heimstätte am Fallersleber Windmühlenberg an räumliche Grenzen. „Wir haben keinen optimalen Baseballplatz“, verdeutlicht Bohr. Soll heißen: Die Abmessungen des Platzes sind zu klein, sie genügen nicht den Vorgaben für Zweitliga-Baseball. Auch beim Thema Sicherheit müsse nachgebessert werden, betont der Blackbirds-Sprecher.

Es tut sich indes etwas. „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt und mit Oberbürgermeister Klaus Mohrs“, erzählt Bohr. „Es muss etwas passieren, sonst kommen wir in eine Sackgasse. Wir brauchen einen Platz, von dem wir wissen, dass wir uns dort auf Jahre etwas aufbauen können.“

Die Blackbirds seien entschlossen, so Bohr, ihr erfolgreich gestartetes Projekt zu entwickeln. „Wir wollen keine Eintagsfliege sein.“ Die Renaissance des Baseballs in Wolfsburg solle nachhaltig wirken. Inzwischen habe sich der Verein einen guten Ruf in der Baseball-Szene erarbeitet, betont der First-Base-Mann. Auch das Interesse nehme zu. Bohr: „Bei manchen Heimspielen haben wir mehr Zuschauer als mancher Zweitligist.“

Gefühlt macht man derzeit zwei Berufe – seinen richtigen und die Arbeit rund um den Baseball.
Steffen Bohr

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