Henrike Naporra kennt die Schwachstellen der MTV-Spieler

Wolfenbüttel.  Die Wolfenbütteler Physiotherapeutin betreut die Oberliga-Fußballer bei Verletzungen und fiebert stets am Spielfeldrand mit.

Sportphysiotherapeutin Henrike Naporra übt ihre Arbeit mit viel Herzblut und Hingabe aus. Die Fußballer des MTV Wolfenb[ttel danken es ihr.

Sportphysiotherapeutin Henrike Naporra übt ihre Arbeit mit viel Herzblut und Hingabe aus. Die Fußballer des MTV Wolfenb[ttel danken es ihr.

Foto: Udo Starke / regio-press

Sie hat ein feines Händchen, wenn es darum geht, die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit zu verbessern. Die Spieler schätzen ihr Fachwissen und fühlen sich bei ihr in den besten Händen: Henrike Naporra ist Physiotherapeutin beim Fußballoberligisten MTV Wolfenbüttel und hat schon so manche Verletzung positivbehandelt.

„Ich sehe meine Arbeit direkt am Menschen. Das macht mir Spaß. Ich habe dabei meinen Berufswunsch bis heute nicht bereut“, erzählt die sympathische 33-Jährige, die beruflich in einer Wolfenbütteler Praxis für Physiotherapie arbeitet.

Dabei hat sie stets von der Betreuung einer Fußballmannschaft geträumt. Jetzt steht die Physiotherapeutin bereits die dritte Saison beim MTV unter Vertrag,wobei natürlich auch eine gehörige Portion Ehrenamt gefragt ist. Gern erinnert sich Henrike Naporra an ihren ersten „Auftritt“. „An meinem ersten Arbeitstag beim MTV stand ich am Spielfeldrand in Wunstorf, und der MTV hat 2:1 gewonnen“, sagt sie mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Vor allem gefällt ihr an dem Job die Arbeit rund um den Spielerkader. „Ich mag das Mannschaftsgefüge und wurde im Team toll aufgenommen. Es läuft mit den Jungs prima. Es ist ein gutes Gefühl, wenn ich sehe, dass nach meiner Behandlung die Kicker wieder auflaufen können. Dannhabe ich alles richtig gemacht“, erklärt sie ihren Job beim MTV, der getrennt von der Praxisarbeit läuft.

Wenn ein Spieler gefoult wurde, ist Henrike Naporra die erste, die am Ort des Geschehens ist. „Zuerst wird in fast allen Fällen vereist. Der Spieler erläutert in kurzer Zeit und ganz grob, wo es schmerzt. Dabei habe ich es im Gefühl, ob es etwas Ernstes ist. Zumal ich jeden Spieler mit seinen eventuellen Schwachstellen kenne. Geht es nicht weiter, signalisiere ich dem Trainer das und deute auf einen Spielerwechsel hin. Vor allem sind die Verletzungsarten sehr vielschichtig. Die Palette reicht von muskulären Problemen über Platzwunden bis hin zu Kreuzbandrissen, die ein Arzt durch ein MRT feststellen kann“, berichtet die Physiotherapeutin aus der Praxis auf dem Fußballfeld, wo sie die Erstversorgung vornimmt. Zudem steht sie stets im Austausch mit dem Trainer und dem Mannschaftsarzt. Bei schwerwiegenden Verletzungen kommen die Spieler nach einer OP zu ihr in die Praxis und es beginnt die Reha-Zeit. Die Behandlungsart gibt der Operateur vor. An diese müsse man sich halten bis der Spieler wieder fit ist. Zu den Kernzielen der Physiotherapie zählen: Unterstützung des Stoffwechsels und der Durchblutung, Befreiung von Schmerzen, beziehungsweise Schmerzlinderung, Steigerung von Ausdauer und Kraft, Schulung von Koordination und Beweglichkeit.

„Zu den Behandlungsmethoden zählen unter anderem die Arbeit mit einem Flossingband (aktiviert die Muskeln), Massagetechniken, manuelle Therapie und Lymphdrainagen“, gibt Henrike Naporra Einsicht in ihre Arbeit. Als schwierig bezeichnet sie die Behandlung im Schulterbereich.

Die Ausbildung zur Physiotherapeutin dauert drei Jahre, die die gebürtige Wolfenbüttelerin in Bad Harzburg absolviert hat. Zudem studierte sie in Wolfsburg und der Schweiz Gesundheitswissenschaft und Management. Durch weitere Lehrgänge ist sie zur Spezialistin indem Bereich Sportphysiotherapiegeworden.

Zum MTV gekommen ist Henrike Naporra durch ihren Chef Denis Schabowski, der zuvor den MTV-Kader betreut hat. „So kamen mein Wunsch und der Zufall zusammen“, meint die 33-Jährige, die sich selbs tauf dem Mountainbike und mit Joggen fit hält.

Dem Oberligisten prophezeit sie eine gute Saison, wenn sie dennfortgeführt wird. „Das Team ist bis zur jetzigen Corona-Pause immer besser in Schwung gekommen. Der Platz im oberen Tabellendrittel ist keine Utopie, die schaffen das. Wir sind auf einem guten Weg“, ist Naporra überzeugt und gewinnt dem Light-Lockdown auch etwas Positives ab. „Positiver Nebeneffekt ist, dass die angeschlagenen Spieler behutsam wieder fit gemacht werden können, um beider Saisonfortführung dabei sein zu können.“

Eines steht für die Sportphysiotherapeutin fest: „Den Job muss man mit Interesse, Hingabe und viel Herzblut ausüben,da er sehr zeitintensiv ist. Ich bin 100-prozentig dabei, das spüren auch die Spieler. Es gibt oft ein positives Feedback. Meine Arbeit ist ein Beitrag einer gut funktionierenden Mannschaft. Ich arbeite von Woche zu Woche auf den Spieltag hin, dass alle gesund und fit sind.“

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