Basketball Löwen Braunschweig stehen im Kellerduell unter Druck

Braunschweig.  Mit verbessertem Kollektivspiel will der Braunschweiger Erstligist das Kellerduell mit Vechta gewinnen. Kapitän Lukas Meisner ist optimistisch.

Die Mitspieler uneigennützig im Blick: Löwen-Kapitän Lukas Meisner (Mitte)  kann noch mehr als er bisher zeigen konnte und ist zuversichtlich, dass gegen Vechta der erste Sieg gelingt.

Die Mitspieler uneigennützig im Blick: Löwen-Kapitän Lukas Meisner (Mitte) kann noch mehr als er bisher zeigen konnte und ist zuversichtlich, dass gegen Vechta der erste Sieg gelingt.

Foto: Peter Sierigk

Die Ausgangsposition kennen Braunschweigs Erstliga-Basketballer bereits vom Vorwochenende: Ein Niedersachsen-Duell, zwei sieglose Mannschaften. Der Gewinner bringt sich in Aufbruchstimmung, während der Verlierer ein sorgenvolles Unwohlsein spüren wird. Das wollen die Löwen unbedingt vermeiden, zumal sich ein Misserfolg gegen Vechta, im zweiten Kellerduell in Serie, noch viel schlechter anfühlen würde als zuletzt in Göttingen – zumal sie nun in eigener Halle spielen.

Bald ein „Papplikum“ für die Basketball Löwen Braunschweig

Doch den Heimvorteil, den gibt es nicht so richtig in Coronazeiten mit leeren Rängen, das hatten Trainer Pete Strobl und sein Team zum Auftakt gegen Oldenburg gespürt. Um zumindest optisch ein bisschen mehr Unterstützung auf die Ränge zu zaubern, haben die Löwen nach Oldenburger Beispiel ihre Fans aufgerufen, Fotos von sich einzusenden, die auf Pappaufsteller gedruckt und dann in der Halle zu einem „Papplikum“ formiert werden. Doch diese Aktion greift erst zum nächsten Heimspiel gegen Gießen, sofern das Verbot leibhaftiger Zuschauer ausgeweitet wird.

Gegen Vechta muss es ganz ohne gehen, aber die Löwen-Profis sind entschlossen, dieses Manko wettzumachen. „Für uns junge Leute wäre ein Sieg ein Riesenschritt nach vorne“, sagt Lukas Meisner hoffnungsfroh. Der Co-Kapitän hat in den vergangenen Wochen im Training „eine Riesenentwicklung“ festgestellt. „Wir müssen noch lernen, wer am Ende wann welche Entscheidung treffen muss, damit wir den Sieg holen“, blickt der 25-Jährige auf die mit dem letzten Wurf verlorene Partie in Göttingen zurück. „Es fehlt ja nicht viel, und deshalb können wir dem Vechta-Spiel positiv entgegensehen.“

Löwen-Trainer Pete Strobl: „Der Ball darf nicht stoppen“

Auch Sportdirektor Nils Mittmann bescheinigt seinen Profis eine Steigerung von der Oldenburg- (83:111) zur Göttingen-Niederlage (76:79). „Die nötige Entwicklung im Defensivbereich war zu sehen, die Intensität hat mir gefallen“, sagte er. „Ich sehe die Mannschaft auf einem guten Weg, den ersten Sieg zu holen.“ Dafür komme es darauf an, in der Schlussphase noch konzentrierter nach der ausgegebenen Taktik zu verteidigen als zuletzt, fordert Trainer Pete Strobl. Im Angriff müssten Einzelaktionen und Dribblings zugunsten des Teamspiels und der Ballbewegung zurückgefahren werden: „Der Ball darf nicht stoppen, wir brauchen den Extrapass.“

Den zu spielen, ist Lukas Meisner immer bereit. Mit 2,5 Vorlagen im Schnitt aus vier Pflichtspielen ist der Powerforward hinter Regisseur James Robinson der beste Vorlagengeber. Auch beim Rebound (4,25) zeigte der 2,03 Meter große gebürtige Braunschweiger seine Qualitäten, Strobl setzte ihn auch schon als Center ein. Dennoch hatte man den Eindruck, der Ex-Bayreuther verkaufe sich irgendwie unter Wert, trete nicht dominant genug auf. Seine Trefferquote blieb schwach, er verwandelte nur 33 Prozent seiner Würfe und kommt auf 7,5 Punkte pro Partie.

Sportchef Nils Mittmann will Kapitän Lukas Meisner stärken

„Ich glaube, ich muss mich noch ein bisschen besser zurechtfinden im Team und mit meiner Rolle“, sagt Meisner. „Ein, zwei Spiele brauche ich vielleicht noch.“ Dass er auf dem Feld zu zurückhaltend agiere, glaubt der Allrounder aber nicht, möglicherweise denke er noch etwas zu viel nach. „Ich bin keiner, der einfach den Ball nimmt und auf den Korb wirft“, betont er und sieht sich so: „Wir haben genug Leute, die eins gegen eins gut sind. Ich versuche, dem Team immer das zu geben, was gerade fehlt.“

Vielleicht wird er aber auch noch nicht richtig eingesetzt bei den Löwen. „Lukas hat eine große Rolle bei uns, aber er muss auch entsprechend eingebunden werden“, analysiert Mittmann und fordert, nicht nur mit Blick auf Meisner: „Wir müssen als Kollektiv die Stärken der Einzelnen besser in den Vordergrund bringen.“

Der Gegner

Rasta Vechta wurde im Sommer gebeutelt. Erfolgstrainer Pedro Calles verabschiedete sich mit dem defensivstarken Spielmacher Max DiLeo nach Hamburg, und mit Ausnahme von Nationalspieler Philipp Herkenhoff und Kapitän Josh Young gingen auch die anderen Leistungsträger.

Finanziell klaffte ein Corona-Loch im Etat, das Vechta als einziger BBL-Klub konkret bezifferte: Geplant wurde erstmal ohne Zuschauer mit einem um 42 Prozent auf 2,15 Millionen Euro reduzierten Budget, der Spieleretat wurde auf 500.000 Euro gedrittelt. Inzwischen sieht es besser aus. Rasta meldete die Zusage von 740.000 Euro Corona-Staatshilfen.

Als Trainer wurde Thomas Päch verpflichtet, und der ehemalige Co-Trainer von Alba Berlin lockte seine Ex-Schützlinge Stefan Peno und Dennis Clifford in die niedersächsische Provinz, wo sie eine ausgebuffte Aufbau-Center-Achse bilden. Dritter Topakteur ist der Ex-Gießener Jordan Barnett. Die Bilanz: Von fünf Pflichtspielen inklusive Pokal gewann Vechta nur gegen Gießen, unterlag sonst knapp. Ein Testspiel in Braunschweig gewann die Mannschaft dank eines Dreier-Buzzers mit 79:78.

Löwen Braunschweig – Rasta Vechta , Samstag, 18 Uhr, VW-Halle. Live bei Magentasport, Zuschauer sind nicht zugelassen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder