21 Gegentore nerven Eintracht Braunschweigs Jannis Nikolaou

Braunschweig.  Der Abwehrchef von Aufsteiger Eintracht Braunschweig glaubt nach der Peinlich-Pleite in Darmstadt an Wiedergutmachung gegen St. Pauli.

Jannis Nikolaou nerven die 21 Gegentore, die Aufsteiger Eintracht Braunschweig bislang kassiert hat.

Jannis Nikolaou nerven die 21 Gegentore, die Aufsteiger Eintracht Braunschweig bislang kassiert hat.

Foto: Darius Simka / regios24

Jannis Nikolaou ist Eintracht Braunschweigs Dauerbrenner. Der Defensivspezialist im Kader des Fußball-Zweitligisten absolvierte in dieser Saison bislang alle 900 Spielminuten in Pokal und Liga. Das schaffte außer ihm nur Dominik Wydra. Was die beiden jedoch ein stückweit unterscheidet – Nikolaous Leistungen unterliegen nicht so sehr Schwankungen wie die des Österreichers, der allerdings im Zentrum auch andere Aufgaben übernimmt. Dennoch: Der Deutsch-Grieche ist Eintrachts Fels in der Brandung.

Einbilden mag er sich darauf wenig. Dafür ist der bescheidene und ruhige Profifußballer nicht der Typ. Und momentan gibt es auch nicht den Anlass dafür. Die 0:4-Niederlage beim SV Darmstadt 98 hat für einen Stimmungsdämpfer gesorgt. „Das war ein Tiefschlag. Es war brutal, wie wir das Spiel verlieren. Aber auf uns warten Woche für Woche Spiele. Wir müssen den Blick nach vorn richten“, gibt sich der 27-Jährige kämpferisch.

Nikolaous Wunsch: Eintracht soll als Team verteidigen und Schwachstellen beseitigen

In der angelaufenen Trainingswoche stellte er bei seinem Team keinerlei Angst fest, kein Zaudern. „Die Intensität ist wie zuletzt auch sehr hoch. Und man merkt den Spielern an, dass wir etwas wiedergutmachen wollen.“

Nicht nur dabei will der in Bonn geborene Defensivspieler vorangehen. Es sei vom Saisonbeginn an ein Ziel für ihn gewesen, konstant seine Leistung zu bringen und auch als Führungsspieler zu fungieren. „Ich kenne die Liga und bin froh, dass ich immer gespielt habe und von Verletzungen verschont geblieben bin. Ich glaube, dass ich der Mannschaft helfen kann, so wie ich Fußball spiele“, sagt der Mann mit der Rückennummer vier, der einer der wenigen Lichtblicke der bisherigen Saison ist. Weil er die nötige Härte für die zweite Liga mitbringt, weil er sich reinhaut, weil er konstant abliefert. Zwischenzeitlich war er bester Zweikämpfer der Löwen, sein Kopfballspiel sorgt für Gefahr vorn, auch wenn es noch nicht zu einem Tor gereicht hat.

Bislang spielte Nikolaou häufig in der Innenverteidigung. Trainer Daniel Meyer sieht den 1,87-Meter-Mann aber eher als Mittelfeldspieler. Doch weil in der hintersten Reihe die Suche nach Stabilität andauert, ist der Neuzugang von Dynamo Dresden vorerst dort gefragt. Und er geht dabei trotz solider Auftritte mit sich selbst kritisch um. „Wenn man in der Abwehr spielt und so viele Tore rein bekommt, dann nervt mich das“, sagt Nikolaou. „Es geht darum, dass wir besser verteidigen als Team und das wir unsere Schwachstellen auch als Team schließen.“

Jannis Nikolaou stellt sich in den Dienst von Eintracht Braunschweig

Dafür stellt er sich gern in den Dienst der Mannschaft. Ob er nun im Abwehrzentrum oder auf seiner angestammten Position im zentralen Mittelfeld spielt, ist ihm dabei egal. „Ich bin da relativ flexibel und habe in den zehn Spielen auch schon alles gespielt“, sagt der beidfüßig Begabte, der zu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch am Samstag (13 Uhr/Sky) im Kellerduell gegen den FC St. Pauli auf dem Rasen stehen wird.

Dort soll eine Reaktion erfolgen – auch, um die enttäuschten Fans wieder ein wenig zu versöhnen. Nikolaou ist zuversichtlich, dass die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen wird als zuletzt. „Wenn man den Saisonverlauf betrachtet, sieht man unsere große Moral. Wir hatten oft Rückschläge wie frühe Rückstände oder rote Karten zu verkraften“, ruft der derzeitige Abwehrchef in Erinnerung, der allerdings mahnt: „Wir dürfen uns nicht ständig darauf berufen, dass wir Rückstände aufholen und Spiele drehen können. Wir müssen auch mal führen, das würde uns gut tun.“

Die nächste Chance, das unter Beweis zu stellen, gibt es gegen die Hamburger. Und die jüngere Vergangenheit zählt für Nikolaou dabei nicht. „Wir müssen uns fokussiert auf dieses Spiel vorbereiten und unsere Tugenden auf den Platz bringen“, sagt er und meint etwa Einsatz, Willen, das Einstehen für den Nebenmann. Auch in dieser Hinsicht ist Eintrachts Dauerbrenner ein Vorbild.

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