Eintracht Braunschweig: Diese Probleme muss Daniel Meyer lösen

Braunschweig.  Eintracht Braunschweig durchschreitet in der 2. Fußball-Bundesliga momentan ein Tal. Für Daniel Meyer gibt es viele Hebel zum Ansetzen.

Da geht es lang: Eintracht Braunschweigs Trainer Daniel Meyer muss in dieser Woche schnell Lösungen aufzeigen, aber auch seine eigene Marschroute hinterfragen.

Da geht es lang: Eintracht Braunschweigs Trainer Daniel Meyer muss in dieser Woche schnell Lösungen aufzeigen, aber auch seine eigene Marschroute hinterfragen.

Foto: Swen Pförtner / dpa

Es ist noch nichts verloren, aber dennoch lässt sich nicht verhehlen, dass die Stimmung bei Eintracht Braunschweig derzeit am Boden ist. Nach der 0:4-Klatsche gegen Darmstadt 98 muss Trainer Daniel Meyer Aufbauarbeit bei seinem Team leisten, um auch sich selbst aus der Schusslinie zu holen.

Ein Sieg am Samstag gegen St. Pauli ist angesichts der frühen Saisonphase für den Fußball-Zweitligisten keine Pflicht, aber er würde die vielen erhitzten Gemüter beruhigen. Das ist es, was der Aufsteiger, der im Moment mit acht Punkten nach neun Partien auf dem Relegationsplatz zur 3. Liga rangiert, dringend braucht. Ruhe von innen wie von außen ist gefragt .

Dafür bedarf es einer deutlichen Reaktion der Mannschaft. Damit das gelingt, muss Meyer Probleme in allen Mannschaftsteilen schnell beseitigen.

Tor: Felix Dornebusch wurde im Sommer mit dem Ziel geholt, ihn mittelfristig zur Nummer eins bei der Eintracht aufzubauen. Das Potenzial dazu hat er . Momentan ist der von einigen Fans als einer der Sündenböcke auserkorene 26-Jährige aber nicht in der Verfassung , einem Team zu helfen, das um den Klassenerhalt kämpft. Das hat vielerlei Gründe: eine verunsicherte Hintermannschaft, kaum Gelegenheiten, sich auszuzeichnen, der Druck von außen. Die Verunsicherung ist zu spüren. Und sie ist nur menschlich. Eine Pause wäre nun angebracht, um den Neuzugang nicht vollends zu demoralisieren. Auch die Polemik, die der Mann mit der Rückennummer zwölf von Teilen der Fans erfährt, muss aufhören. In der Verfassung, in der sich das Team befindet, braucht es einen Rückhalt: nicht unbedingt einen Torwart, der mit dem Ball am Fuß mehr anzufangen weiß.

Abwehr: 21 Gegentore – die meisten der Liga – sprechen eine deutliche Sprache. Keine Personal-Konstellation in der letzten Reihe überzeugte bislang konstant. Die von Meyer vorgesehen Achse, zu der auch die Neuzugänge Dominik Wydra und Jannis Nikolaou gehören, ist aktuell keine, weil die Abgeklärtheit fehlt. Nahezu jeder Abwehrspieler leistete sich in dieser Spielzeit auch mangels Absicherung individuelle Fehler.

Einzig der Deutsch-Grieche Nikolaou bringt Woche für Woche solide Leistungen in der Dreierkette – ihn sieht der Trainer aber eigentlich im Mittelfeld. Kurzfristig muss sich eine Stamm-Besetzung herauskristallisieren, die gemeinsam verteidigt. Teils fehlende Qualität muss mit Geschlossenheit und Einsatz aufgefangen werden – innen wie außen.

Mittelfeld: Der mehrwöchige Ausfall von Spielmacher Martin Kobylanski hat das Team härter getroffen als gedacht. Auch lässt sich feststellen, dass Eintrachts Nummer zehn in Liga zwei noch nicht so sehr zur Entfaltung kommt wie in der Saison zuvor. Dennoch ist er mit seiner individuellen Klasse im Abschluss immens wichtig für das Spiel der Löwen. Die defensiven Mittelfeldspieler hinter dem Kapitän sind zwar allesamt gewiefte Balleroberer, aber Felix Kroos, Yassin Ben Balla und Patrick Kammerbauer verfügen Seite an Seite auf dem Feld nicht über die Härte, Statur und Spielweise, die es in der momentanen Lage auf diesen Positionen braucht. Ein dauerhaftes Vorziehen Wydras ins Mittelfeld wie zuletzt mit einer Viererkette dahinter könnte eine Lösung sein, die auch dem Österreicher mehr Absicherung verschaffen würde. Auch der zuletzt ausgefallene Iba May brächte zumindest die nötige Robustheit mit.

Angriff: Abgesehen vom 0:4 in Darmstadt war es der Eintracht zuletzt gelungen, Torchancen zu kreieren. Doch Stürmer Nick Proschwitz (vier Tore) braucht Entlastung . Seine Nebenmänner wie Fabio Kaufmann oder Marcel Bär müssen mehr und öfter Gefahr ausstrahlen, ansonsten ist das Spiel der Blau-Gelben in der Offensive zu leicht ausrechenbar. Auch die Spieler, die von der Bank kommen, müssen mehr Durchschlagskraft entwickeln.

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