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So schafft Eintracht Braunschweig den Aufstieg in die 2. Liga

Braunschweig.  Wie schafft Eintracht den Aufstieg? Was passiert im Falle der Relegation? Was bedeutet ein Aufstieg finanziell? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Trainer Marco Antwerpen und Eintracht-Topscorer Martin Kobylanski haben den Aufstieg in die 2. Liga im Visier.

Trainer Marco Antwerpen und Eintracht-Topscorer Martin Kobylanski haben den Aufstieg in die 2. Liga im Visier.

Foto: Susanne Hübner / Fotoagentur Hübner

Direkter Aufstieg, Relegation oder doch Klassenverbleib? 2. Liga oder 3. Liga? Spätestens am Samstag werden diese Fragen für die Verantwortlichen bei Eintracht Braunschweig und die Anhänger der Blau-Gelben beantwortet sein. Mit noch zwei verbleibenden Spielen steht beim Fußball-Drittligist die Woche der Entscheidung an. Doch wie ist die Ausgangssituation für Eintracht? Wie ist das Restprogramm für die Konkurrenten? Und was würde ein Aufstieg für den Verein – auch finanziell – bedeuten? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Wie steigt Eintracht Braunschweig direkt auf?

Hinter dem nicht zum Aufstieg berechtigten FC Bayern München II tummelt sich eine Handvoll Teams, die sich mehr oder minder große Hoffnungen auf die zwei direkten Aufstiegsplätze oder die Relegation machen. Fakt ist: Trotz der Last-Minute-Niederlage beim FSV Zwickau hat die Eintracht den Aufstieg noch immer selbst in der Hand. Eintracht Braunschweig rangiert nach 36 von 38 Spielen hinter den Bayern und den Würzburger Kickers auf Platz drei – nur einen Punkt vor dem FC Ingolstadt. Ein direkter Aufstieg ist schon am Mittwoch möglich – allerdings noch mit einer großen Portion Konjunktiv verbunden. Sollte die Mannschaft von Trainer Marco Antwerpen ihr Spiel gegen den SV Waldhof Mannheim (19 Uhr) gewinnen und die Schanzer ihre Partie gegen den Abstiegsbedrohten 1. FC Magdeburg verlieren sowie der MSV Duisburg gegen Bayerns Zweitvertretung nicht gewinnen, stünden die Blau-Gelben mit 64 Punkten als direkter Aufsteiger fest. Den Rückstand von dann mindestens vier Punkten könnten die Verfolger bei nur noch einem ausstehenden Spiel nicht mehr aufholen.

Lässt Eintracht gegen Mannheim bei einem gleichzeitigen Sieg Ingolstadts Punkte liegen, hätten die Schanzer vor der letzten Partie die besten Karten im Kampf um den direkten Aufstieg. Dann würde das Saisonfinale am Samstag beim SV Meppen über das Schicksal der Braunschweiger entscheiden.

Wer sind Eintrachts Konkurrenten um den Aufstieg in die 2. Liga?

Würzburger Kickers (Platz 2/63 Punkte): Sieben Siege, eine Niederlage, ein Unentschieden errang die Elf von Trainer Michael Schiele seit dem Wiederbeginn. Mit ansehnlichem, explosivem Fußball steht sie zu Recht auf Rang zwei. Genau wie Eintracht haben sich die Kickers erst kürzlich in die Position des Gejagten gebracht. Würzburgs Trumpf: Nicht nur Topscorer Fabio Kaufmann (13 Tore/12 Vorlagen) trifft verlässlich, das ganze Team strahlt Torgefahr aus. Spiele gegen die bereits geretteten Kölner und gegen den Abstieg kämpfende Hallenser stehen noch an.

Eintracht Braunschweig (Platz 3/61 Punkte): Die Mannschaft von Trainer Marco Antwerpen ist neben Spitzenreiter München und den Würzburgern das Team der Stunde. Seit dem Wiederbeginn der dritten Fußball-Liga verloren die Löwen nur ein Spiel. Sechs Siege, zwei Remis und eine Niederlage stehen zu Buche. Wenngleich die Eintracht derzeit vornehmlich einen destruktiven Spielstil pflegt, ist sie erfolgreich – dank gut ausgespielter Umschaltsituationen, großer Nervenstärke und einem üppigen Kader, der jedem Spieler Verschnaufpausen verschafft. Die Blau-Gelben treffen noch auf personell gebeutelte Mannheimer und zuletzt etwas wiedererstarkte Meppener – das Restprogramm erscheint schaffbar, hat aber seine Tücken.

FC Ingolstadt (Platz 4/60 Punkte): Die Formkurve der Schanzer zeigte zuletzt wieder nach oben. Dennoch steht für das Team von Trainer Thomas Oral die Bilanz: Fünf Siege, drei Remis, eine Niederlage. Die gute Position vor der Corona-Pause hatte der FCI damit zunächst verspielt – ist aber wieder in Schlagdistanz. Gegen Mannheim (2:0) etwa war auch das Glück aufseiten der Ingolstädter. Zudem verfügt der Absteiger aus Liga zwei über einen großen Kader und hat nur wenige Verletzte zu beklagen. Das könnte in den verbleibenden Spielen gegen den abstiegsbedrohten 1. FC Magdeburg und gegen 1860 München ein Trumpf sein.

MSV Duisburg (Platz 5/58 Punkte): Der vormalige Spitzenreiter wurde binnen weniger Spiele auf Rang fünf durchgereicht. Zwei Siege, fünf Unentschieden und zwei Niederlagen gab es nach der Zwangspause – zu wenig für das Team von Ex-Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht, um oben zu bleiben. Bei den Meiderichern häufen sich Blessuren – Schlüsselspieler Moritz Stoppelkampf ist von einer immer wieder aufbrechenden Muskelverletzung geplagt. Zudem ist Nervosität zu spüren. Torwart Leo Weinkauf patzte gegen Köln. Duisburg muss noch gegen Bayern II und Chemnitz ran – und droht, den sicher geglaubten Aufstieg zu verspielen.

Hansa Rostock (Platz 6/56 Punkte): Unter Jens Härtel, Magdeburgs Aufstiegstrainer von 2017, blühte Rostock nach der Winterpause auf. Für Hansa stehen seit dem Wiederbeginn vier Siege, drei Remis und zwei Niederlagen zu Buche – und damit bleiben auch nur noch Außenseiterchancen auf den Zweitliga-Aufstieg. Das Pressing der Rostocker konnten in dieser Liga zuletzt nur wenige stoppen, doch Hansa steht sich manchmal selbst im Weg. Es folgen Spiele gegen Uerdingen und noch abstiegsbedrohte Chemnitzer.

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Wie landet Eintracht in der Relegation?

Spitzenreiter Bayern München II ist in der 2. Liga nicht startberechtigt und kann dementsprechend in der Aufstiegsfrage ausgeklammert werden. Sofern die Bayern zum Saisonabschluss einen der ersten drei Plätze belegen, berechtigt der vierte Platz der 3. Liga – und nicht wie gewohnt Rang drei – zur Teilnahme an der Relegation um den letzten Startplatz in der 2. Liga. Seit Samstag steht der Teilnehmer aus dem Unterhaus an den Entscheidungs-Spielen fest: Der 1. FC Nürnberg rutschte am letzten Spieltag noch auf den 16. Platz der 2. Liga ab. Die Relegations-Spiele sind für den 7. und 11. Juli angesetzt.

Was würde ein Aufstieg für Eintracht Braunschweig finanziell bedeuten?

Ein Aufstieg ist immer mit einer hohen Konzentration an Glückshormonen verbunden – besonders bei den Fans. Aber Fußball ist und bleibt eben ein Geschäft. Der Trog aus der TV-Vermarktung, an dem sich die Erst- und Zweitligisten laben dürfen, ist randvoll. Verglichen damit wirken die TV-Gelder für die 3. Liga wie Magerkost. Für die finanziell gebeutelte Braunschweiger Eintracht wären die Zusatzeinnahmen wichtig. Laut statista.de profitierte der VfL Osnabrück mit 7,3 Millionen Euro von allen Zweitligisten der Saison 2019/20 am wenigsten von den nationalen TV-Einnahmen, der VfB Stuttgart mit 24 Millionen Euro am meisten. Zum Vergleich: Die Drittligisten erhalten Fernsehgelder in Höhe von etwa 1,1 Millionen Euro.

Wie groß der Anteil jedes Klubs an den TV-Vermarktungsgeldern der 1. und 2. Liga ist, hängt unter anderem von den seinen Platzierungen der vergangenen fünf Jahre ab. In seiner letzten Zweitligasaison 2017/18 kassierte Eintracht Braunschweig fast 15 Millionen Euro.

Wann startet die die Saison 2020/21 in der 2. Liga?

Durch die Corona-Pandemie wurde der geplante Rahmenterminkalender der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball Bundes (DFB) gehörig durcheinander gewirbelt. Ursprünglich war der Start der Zweitliga-Saison 2020/21 für den 31. Juli angesetzt. Doch daraus wird nichts. Wegen der corona-bedingten Verschiebungen endet die Saison in der 3. Liga erst am 4. Juli. Das Rückspiel in der Relegation zur 2. Bundesliga ist für den 11. Juli angesetzt. Ein Start in die neue Saison nur knapp drei Wochen später ist somit utopisch. Mittlerweile haben sich die Entscheidungs-Gremien aber auf einen neuen Termin für den Startschuss in der 2. Liga geeinigt: Demnach soll die Spielzeit am 11. September ihren Spielbetrieb aufnehmen.

Wie bereiten sich Braunschweigs Fans auf das Ligafinale vor?

Natürlich fiebern die Fans von Eintracht Braunschweig bei jedem Spiel mit, wie es für ihren Verein weitergeht. So war etwa die Stimmung beim Spiel gegen Zwickau „im Lindi“ am Bohlweg.

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