Eintracht-Coach Schubert: Es geht jetzt um alles

Braunschweig.  Von der ersten Minute auf Sieg spielen: Das ist das Rezept von Trainer André Schubert für Eintrachts Abstiegsendspiel gegen Energie Cottbus.

Eintracht-Trainer André Schubert gibt seinem Kapitän Stephan Fürstner Anweisungen.

Eintracht-Trainer André Schubert gibt seinem Kapitän Stephan Fürstner Anweisungen.

Foto: imago images / pmk

Das Stadion ist ausverkauft und die Ausgangslage klar. Eintracht Braunschweig braucht am Samstag gegen Energie Cottbus ein Unentschieden, um den Klassenerhalt in der 3. Fußball-Liga zu schaffen. Die Hoffnung, dass von anderen Mannschaften Schützenhilfe für die Blau-Gelben kommt, teilt Eintracht-Trainer André Schubert nicht. „Wir dürfen uns nicht auf andere verlassen. Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können – und das ist die eigene Leistung“, sagt der Coach.

Deshalb möchte er auch nicht über die Spielstände in Jena oder Köln informiert werden, die auf die Zukunft der Eintracht im Falle einer Niederlage Einfluss haben. Gewinnt Jena nicht zu Hause gegen 1860 München oder schafft Großaspach keinen Dreier bei Fortuna Köln, könnten sich die Braunschweiger gegen Cottbus sogar eine Niederlage erlauben und würden trotzdem in der Liga bleiben. Doch auf so ein Szenario würde Schubert nicht wetten. Die Erfahrung der vergangenen Wochen, so der Coach, würde leider zeigen, dass die Mannschaften, für die es um nichts mehr geht, es locker angehen lassen. Und 1860 München ist bereits gerettet, Fortuna Köln kann den Abstieg nicht mehr verhindern.

Die Eintracht muss es am letzten Spieltag also selber richten und will dabei voll auf Sieg spielen. „Es ist Schwachsinn in ein Spiel hineinzugehen, um unentschieden zu spielen. Dann bekommt man in der 92. Minute ein Standardgegentor und ist weg“, warnt Schubert. Deshalb ist seine Devise klar: „Wir spielen zu Hause und wollen das Spiel von Anfang an in den Griff bekommen und werden versuchen, Druck zu machen und Tore zu erzielen.“ Zumal seine Mannschaft trotz der 0:1-Niederlage in Halle am vergangenen Spieltag wegen der positiven Entwicklung in den vergangenen Wochen mit Rückenwind in diese Partie gehen kann. „Wir haben eine sehr, sehr gute Rückrunde gespielt“, erinnert Schubert. Und auch die Drucksituation fürchtet er nicht. „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch mit stressigen Situationen gut umgehen kann und bis zum Schluss an den Erfolg glaubt“, spielt der Trainer auf die vielen entscheidenden Treffer an, die Eintracht zuletzt in Schlussphasen erzielte.

Trotzdem ist die Anspannung im blau-gelben Lager vor diesem Endspiel groß. Schubert und sein Trainerteam verzichten zwar auf besondere Maßnahmen wie ein Kurztrainingslager, aber das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, wie ernst die Lage ist. Die Braunschweiger wissen, dass ihre tolle Aufholjagd in der Tabelle wertlos ist, wenn sie sich am letzten Spieltag nicht mit dem Klassenerhalt für ihre Leistungen belohnen. „Es geht jetzt um alles. In der Winterpause hätten wir die Situation, wie sie jetzt ist, aber gerne angenommen“, sagt Schubert. Damals lag sein Team acht Punkte hinter den Nichtabstiegsplätzen zurück. Jetzt hat man zumindest eine gute Ausgangslage. Und Schubert hofft, dass auch das Publikum das am Samstag honorieren wird. „Das ist kein Spiel, in dem man als Zuschauer seinen Unmut kundtun kann. In den vergangenen Wochen war es aber auch ein gutes Zusammenspiel zwischen Fans und Mannschaft“, findet er.

Neben dem langzeitverletzten Bernd Nehrig muss Eintracht auf den gelbgesperrten Benjamin Kessel verzichten. „Darüber hinaus sind Nils Rütten, Robin Becker, Felix Burmeister und Manuel Janzer angeschlagen“, berichtet Schubert. Wie die Chancen bei diesem Quartett stehen, ob es gegen Cottbus mitwirken kann, wollte er sich nicht entlocken lassen. „Entweder geht es oder es geht nicht“, so Schubert. Wegen einer kleinen Blessur wird aber wahrscheinlich keiner der vier Spieler seiner Mannschaft in dieser Partie fehlen wollen.

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