Torwart wechsel dich: Mit Davari gegen Dortmund

Dortmund  Gegen Bremen Marjan Petkovic, gegen Dortmund Daniel Davari - Eintrachts Torhüter sind gefordert.

Torsten Lieberknecht hat Wort gehalten. Vor Saisonbeginn hatte der Eintracht-Trainer bei der Frage, welcher seiner Torhüter als Nummer 1 in die Spielzeit gehen würde, eine „ungewöhnliche Lösung“ angekündigt. Nach dem zweiten Spieltag zeichnet sich nun ab, was der Braunschweiger Fußball-Lehrer damit gemeint haben könnte.

Nachdem im DFB-Pokal in Bielefeld und beim Liga-Auftakt gegen Bremen Marjan Petkovic zwischen den Pfosten stand (und sich dabei nur wenig zuschulden kommen ließ), stand Sonntag in Dortmund Daniel Davari beim Anpfiff auf dem Platz.

„Wir wollen keine klare Nummer 1 haben“, stellte Lieberknecht nach Spielende auf Nachfrage noch einmal klar. Schließlich hätten beide Schlussmänner mit starken Leistungen ihren Teil zum Aufstieg in die 2. und 1. Liga beigetragen, „davon sollen sie nun auch profitieren“.

Lieberknecht nimmt es nach eigenen Worten in Kauf, dass ihm Torwart-Legende Oliver Kahn für diesen, wie er selbst sagt, „außergewöhnlichen Weg einen auf den Dez hauen“ würde. „Dez heißt Kopf“, übersetzte BVB-Trainer Jürgen Klopp der versammelten Journalisten-Schar sichtlich amüsiert die Mundart seines Kumpels.

Mitte der Woche, erzählte Daniel Davari anschließend, habe er bereits davon erfahren, dass er für das Dortmund-Spiel den Zuschlag erhalten würde. „Das ist natürlich ein Meilenstein in meiner Karriere“, gestand der 25-Jährige nach seinem fehlerfreien Bundesliga-Debüt. „Das war schon ein Tag zum Genießen.“

Mit zahlreichen starken Paraden, insbesondere zu Beginn der zweiten Hälfte, hatte Braunschweigs Nummer 26 maßgeblichen Anteil daran, dass die Niedersachsen in Deutschlands größtem Stadion bis zur 75. Minute das 0:0 verteidigten. Immer wieder bekam der Deutsch-Iraner auf dem Spielfeld nach seinen Paraden Lob von seinen Teamkollegen, vor allem Ermin Bicakcic klatschte seinen Torwart mehrmals ab.

Dieser wollte nach dem Spielende wie so oft keine großen Worte über seine eigene Leistung verlieren, vielmehr lobte er „die Art und Weise, wie wir uns reingehauen haben“. Genau so habe man sich das vorgenommen, „da können wir schon stolz drauf sein“, befand Davari.

Dass sich sein Team in der letzten Viertelstunde doch noch zwei Gegentreffer fing, sei zwar ärgerlich gewesen, „aber wir haben hier nicht gegen irgendjemanden gespielt“. Dem pflichtete Stürmer Simeon Jackson bei. „Man konnte ja nicht erwarten, dass wir hier hinfahren und den BVB dominieren“, sagte der Kanadier. Schließlich sei Dortmund „eines der besten Teams dieser Welt“. Insbesondere beim ersten Tor hätte der Champions-League-Finalist „seine ganze Klasse gezeigt“, befand Jackson. „Da war es natürlich schwer für uns, noch einmal zurückzukommen.“

Dass man kurz vor Schluss noch zum Anschlusstreffer gekommen sei, zeige jedoch den Charakter der Mannschaft. „Da haben wir noch einmal Moral bewiesen“, lobte Davari seine Vorderleute, mahnte jedoch: „Darauf dürfen wir uns nicht ausruhen.“

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