Grizzlys verpassen nach 2:3 n. V. in Düsseldorf Platz 2

Wolfsburg.  Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg droht im Magenta-Sport-Cup nach der dritten Pleite in Folge das frühe Turnier-Aus.

Ausgerutscht: Jordan Boucher (am Boden) und die Grizzlys Wolfsburg holten nur einen Punkt in Düsseldorf (links Alexander Dersch).

Ausgerutscht: Jordan Boucher (am Boden) und die Grizzlys Wolfsburg holten nur einen Punkt in Düsseldorf (links Alexander Dersch).

Foto: City-Press GmbH / Grizzlys Wolfsburg/oh

Eine mit Blick auf die angestrebte Halbfinalteilnahme im Magenta-Sport-Cup bittere Auswärtsniederlage gab es für die Grizzlys Wolfsburg am frühen Samstagabend bei der Düsseldorfer EG. Mit 2:3 (1:0, 1:2, 0:0) nach Verlängerung verlor der Eishockey-Erstligist. Phillip Bruggisser und Fabio Pfohl erzielten die Treffer für die Grizzlys. Deren Rückstand auf die siegreiche DEG auf Platz 2 beträgt nun zwei Spieltage vor Ende der Gruppenphase zwei Punkte.

Diesmal fehlten Trainer Pat Cortina die Stürmer Gerrit Fauser (verletzt), Spencer Machacek (blieb in Wolfsburg bei seiner hochschwangeren Frau) und Verteidiger Janik Möser (Herzmuskelentzündung). Dafür kam das 19-jährige Eigengewächs Steven Raabe zu seinem ersten Einsatz beim Magenta-Sport-Cup. Der Abwehrspieler half im vierten Sturm aus. Die Torwartrotation ging weiter. Dustin Strahlmeier löste Chet Pickard ab.

DEG-Neuzugänge dabei

Im Vergleich zum ersten Duell zwei Wochen zuvor stand den Grizzlys eine deutlich besser aufgestellte, aber immer noch nicht in Bestbesetzung spielende DEG gegenüber. Beim Wolfsburger 7:0-Heimsieg hatten die Düsseldorfer coronabedingte Ausfälle und zwei Abgänge zu verzeichnen gehabt. Mit DNL-Spielern aufgefüllt, hatte die Mannschaft von Trainer Harold Kreis, der aus privaten ebenfalls gefehlt hatte, seinerzeit keine Chance. Nun waren immerhin die Sturmzugänge Matt Carey (Leksands IF) und Eugen Alanov (Krefeld) mit dabei.

Deshalb entwickelte sich im Rückspiel ein Duell auf Augenhöhe. In der Abwehr hatte Cortina erstmals eine Änderung innerhalb der drei Stammduos vorgenommen. Der Trainer trennte die beiden eher offensiv ausgerichteten Verteidiger Bruggisser und Ryan Button, die zuletzt auch immer mal für ein Gegentor gut waren. Dafür löste er auch das bisherige Top-Paar Dominik Bittner/Julian Melchiori auf.

Tor nach Traumpass

Dadurch wirkte die Defensive stabiler. In den Angriffsformationen hatte Cortina kaum einen Stein auf dem anderen gelassen, sondern probierte viel Neues aus. Die Grizzlys erspielten sich bei 5 gegen 5 ein optisches Übergewicht und gingen auch früh in Führung. Fabio Pfohl legte herrlich zurück auf Bruggisser, der sein Team nach 90 Sekunden mit 1:0 in Führung brachte. Der Treffer hielt auch dem Videobeweis stand.

Auf beiden Seiten besaß die Defensive Vorrang im ersten Drittel. Die DEG hatte ihre Chancen in zwei Überzahlsituationen. Die beste vergab Daniel Fischbuch (10. Minute). Dessen Schuss wehrte Strahlmeier reaktionsschnell mit der Stockhand ab.

Böser Likens-Schnitzer

Die Gäste brachten sich durch zu viele Strafen selbst in Bedrängnis. Nur 61 Sekunden waren im Mitteldrittel gespielt, als sie das dritte Mal in Unterzahl gerieten. Erneut standen sie gut in der Box, doch Routinier Jeff Likens misslang ein Befreiungsversuch gründlich. Alexander Ehl bedankte sich mit dem Ausgleich zum 1:1 (23.).

Nach einem harten Check an der Bande gegen Raabe kassierte Düsseldorfs Carey die erste Strafe für sein Team. Als Bittner seinem Teamkollegen zur Hilfe kam, ließ Carey im Clinch die Handschuhe fallen. Das gibt in Corona-Zeiten eine Spieldauerdisziplinarstrafe, diese Regel ist neu und dem DEG-Profi wohl noch nicht geläufig. Er musste zum Duschen gehen. Im anschließenden zweiminütigen Powerplay zählte Max Görtz’ Treffer (27.) nicht. Die hervorragenden Schiedsrichter erkannten auf dem Video eine Behinderung des Torwarts im Torraum durch Jordan Boucher.

Bruggisser vergibt 100-Prozentige

Auch Bruggisser verpasste das Wolfsburger 2:1, als er im Nachschuss den Puck aus Nahdistanz nicht im halbleeren Tor unterbrachte. Der nächste Treffer fiel auf der anderen Seite, weil Torschütze Alexander Barta (38.) völlig alleingelassen worden war. Doch in ihrer zweiten Überzahl machten es die Grizzlys besser. Pfohl schloss eine schnelle Kombination über Matti Järvinen und Mathis Olimb aus dem Slot erfolgreich ab – 2:2 (39.).

Im Kampf um Gruppenplatz 2 kamen die Düsseldorfer besser ins letzte Drittel hinein. Barta scheiterte jedoch erst an Strahlmeier (45.) und dann im Powerplay am Pfosten (46.). Marc-Anthony Zanetti (48.) traf nur die Schoner des Grizzlys-Torhüters. Der nächste „Volltreffer“ erwischte Linesman Andreas Kowert. Nach einem Bully bekam er unabsichtlich Olimbs Schlägerspitze ins Gesicht und musste mit einer blutenden Platzwunde im Gesicht vom Eis (50.). Die Schiedsrichter machten im Drei-Mann-System weiter.

Görtz trifft den Pfosten

Dann endlich mal Wolfsburg auch wieder torgefährlich: Görtz’ Versuch (53.) nach Pass Sebastian Furchner lenkte DEG-Schlussmann Mirko Pantkowski mit dem Schläger an den Pfosten. Es blieb beim 2:2 nach 60 Minuten – Verlängerung, die erste für die Grizzlys in dieser Vorbereitung. 3 gegen 3 heißt es da bekanntlich. Und die Entscheidung fiel schnell: Scheibenverlust Olimb, Konter Fischbuch – 3:2 für Düsseldorf (62.)! Jetzt wird es eng für die Grizzlys mit dem Erreichen des Halbfinals im Magenta-Sport-Cup.

„Wir hatten stellenweise gute Chancen, haben sie zweimal in letzter Sekunde nicht reingemacht. Es ist nach wie vor Vorbereitung, es wird viel ausprobiert und durchrotiert. Aber Fehler müssen wir abstellen, denn wir wollen gar nichts erst einschleichen lassen“, sagte Wolfsburgs Kapitän Furchner.

Spiel kompakt:

Düsseldorfer EG: Pantkowski – Jensen, Geitner; Nowak, Ebner; Johannesen, Zanetti; Dersch – Flaake, Carey From; Fischbuch, Barta, Kammerer; Ehl, T. Eder, Jahnke; Alanov, Buzas, Wrede.

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Bittner, Button; Bruggisser, Melchiori; Likens, Wurm; Adam – Görtz, Järvinen, Furchner; Boucher, Festerling, Hungerecker; Rech, Pfohl, Nijenhuis; Busch, Olimb, Raabe.

Tore: 0:1 (01:30) Bruggisser (Pfohl, Rech), 1:1 (22:04) Ehl (Jahnke/5:4), 2:1 (37:10) Barta (Fischbuch, Kammerer), 2:2 (38:42) Pfohl (Olimb, Järvinen/5:4), 3:2 (61:34) Fischbuch (Kammerer).

Strafen: Düsseldorf 4 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe für Carey (unkorrekte Ausrüstung), Wolfsburg 8 Minuten.

Schiedsrichter: Lasse Kopitz und Aleksi Rantala.

Nächstes Spiel: Grizzlys Wolfsburg – Krefeld Pinguine, Dienstag, 19.30 Uhr.

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