2:3 – Grizzlys Wolfsburg kommen vom Halbfinal-Kurs ab

Wolfsburg.  Zweite Pleite in Folge: Nach dem 2:3 gegen Bremerhaven im Magenta-Sport-Cup muss Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg ums Weiterkommen bangen.

Bremerhavens Dominik Uher (Mitte) bejubelt seinen Treffer zum 1:1. Grizzlys-Torwart Chet Pickard war zum ersten Mal geschlagen.

Bremerhavens Dominik Uher (Mitte) bejubelt seinen Treffer zum 1:1. Grizzlys-Torwart Chet Pickard war zum ersten Mal geschlagen.

Foto: City-Press GmbH / Grizzlys Wolfsburg/oh

Die von der Papierform her viel versprechende Mannschaft der Grizzlys Wolfsburg ruft ihr Potenzial im Magenta-Sport-Cup gegen gleichwertige Gegner noch nicht ab. Am Freitagabend gab es zu Hause gegen Tabellenführer Fischtown Pinguins aus Bremerhaven die zweite Pleite in Folge. Beim 2:3 (0:0, 2:2, 0:1) hatten Max Görtz und Dominik Bittner den Wolfsburger Eishockey-Erstligisten zweimal in Führung gebracht. Der muss nach der Hinrunde um die Halbfinalteilnahme bangen.

Eine Änderung im Vergleich zum 1:3 in Krefeld am Dienstag gab es im Grizzlys-Kader. Spencer Machacek, der wegen seiner hochschwangeren Ehefrau zu Hause geblieben war, stand zum Heimspiel auf dem Eis, obwohl das Baby immer noch nicht da war. Janik Möser (Herzmuskelentzündung), Gerrit Fauser (verletzt) und Steven Raabe (im Einsatz bei Oberligist Hannover Indians) fehlten erneut. Trotz der vorangegangenen Niederlage ließ Trainer Pat Cortina das Gros der Sturmreihen unverändert. Matti Järvinen, Anthony Rech und Phil Hungerecker blieben zusammen. Auch die Pärchen Max Görtz/Mathis Olimb und Fabio Pfohl/Sebastian Furchner trennte der Italo-Kanadier nicht.

Harmonie fehlt noch

Aber harmonisch wirkte das Spiel der Grizzlys erneut nicht. Von der Schnelligkeit und den läuferischen Fähigkeiten her könnten sie deutlich höher stehen und den Gegner früher attackieren. Im letzten (ihrem besten) Drittel in Krefeld hatten sie es ansatzweise gezeigt. Stattdessen schafften sie es erneut zu selten, dem Gegner ihren Stil aufzuzwingen. Die Formationen als Ganze stehen bislang oft sehr tief und lassen den Kontrahenten recht leicht aus dessen Drittel herauskommen.

Nach einem ereignisarmen ersten Drittel, in dem die Gäste mit einem Pfostentreffer die beste Chance besessen hatten, nahm das Match nach Wiederbeginn immerhin Fahrt auf. Die 1:0-Führung durch Görtz (21. Minute) entsprang aber einem Zufall. Ziga Jeglic verlor an der eigenen blauen Linie den Puck an den Schweden, der dann allerdings sehenswert den Torwart aussteigen ließ. Genauso überflüssig klärte auf der anderen Seite jedoch Jeff Likens in die Mitte und in die Füße von Dominik Uher, der sich mit dem 1:1 (25.) bedankte. Es war Chet Pickards, der im Tor wieder Dustin Strahlmeier ablöste, erstes Gegentor im Magenta-Sport-Cup.

Individuell oft überlegen

Von der individuellen Klasse her waren viele Wolfsburger ihren Gegnern überlegen. So wie Matti Järvinen. Der finnische Center spielte Verteidiger Bittner hervorragend frei am langen Pfosten – 2:1 (36.). Doch Machaceks Unbeherrschtheit gegen Jeglic brachte den Grizzlys eine Strafe ein. Miha Verlic lenkte in Überzahl noch vor der zweiten Pause einen Schuss zum 2:2 (40.) in die Maschen.

Der Schlussabschnitt begann mit einem Doppelfehler der Grizzlys: Der Däne Phillip Bruggisser störte seinen Landsmann Niklas Andersen nicht energisch genug. Dessen Schuss aus spitzem Winkel ließ Pickard am kurzen Pfosten durchrutschen – 2:3 (41.). Danach waren die Bremerhavener dem vierten Tor näher als die Grizzlys dem Ausgleich, die im zweiten Spiel nacheinander kein Kapital aus dem Powerplay schlagen konnten. 2:09 Minuten vor dem Ende nahm Cortina eine Auszeit und dann den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers raus – ohne Erfolg.

Das sagt der Trainer

Der Trainer zeigte sich trotz der Pleite nicht unzufrieden. „Ich denke, es war eine ziemlich solide Leistung meines Teams“, begann er sein Resümee. „Allerdings haben wir ein paar Puckverluste gehabt, die uns teuer zu stehen kamen. Sie führten zu zwei Gegentoren. Das hat den Unterschied ausgemacht, obwohl wir das Spiel kontrolliert hatten.“

Schon im nächsten Satz verteilte Cortina aber wieder Lob. „Der Einsatz und die Einstellung der Mannschaft stimmten. Wir müssen nur den Puck sauberer spielen. Hätten wir die Fehler vermieden, wären wir als Sieger vom Eis gegangen.“

Eine Bilder-Galerie vom Spiel:

Spiel kompakt:

Grizzlys Wolfsburg: Pickard – Bruggisser, Button; Bittner, Melchiori; Adam, Wurm; Likens – Görtz, Olimb, Busch; Machacek, Festerling, Boucher; Nijenhuis, Pfohl, Furchner; Rech, Järvinen, Hungerecker.

Bremerhaven: Pöpperle – Fortunus, Dietz; Eminger, Moore; Alber, Krogsgaard; Hilbrich – Verlic, Jeglic, Urbas; Andersen, Friesen, Uher; Mauermann, Quirk, Sykora; Reisnecker, Wahl, McMillan.

Tore: 1:0 (20:47) Görtz, 1:1 (24:43) Uher (Andersen), 2:1 (35:10) Bittner (Järvinen), 2:2 (39:14) Verlic (Urbas, Krogsgaard/5:4), 2:3 (40:45) Andersen (Verlic).

Strafen: Wolfsburg 8 Minuten, Bremerhaven 8 Minuten.

Schiedsrichter: Sirko Hunnius und Marc Iwert.

Düsseldorfer EG – Grizzlys Wolfsburg, Samstag, 28. November, 17 Uhr.

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