Höchste Saisonpleite: Grizzlys blamieren sich beim 1:7

Wolfsburg.  Wolfsburgs Eishockey-Erstligist erhält eine Lehrstunde von den Ingolstadt Panthern und erntet höhnischen Beifall und Pfiffe von den eigenen Fans.

Die Vorentscheidung: Matt Bailey (weißes Trikot) kurvt ums Wolfsburger Tor und wird gleich die Scheibe zum 0:2 an Grizzlys-Torwart Felix Brückmann vorbeischieben.

Die Vorentscheidung: Matt Bailey (weißes Trikot) kurvt ums Wolfsburger Tor und wird gleich die Scheibe zum 0:2 an Grizzlys-Torwart Felix Brückmann vorbeischieben.

Foto: imago/Jan Huebner

Nein, nein, nein! Das ist mitnichten die Konstanz, die sich Grizzlys-Trainer Pat Cortina für die dritte Saisonphase wünscht. Das ist momentan wieder konstant inkonstant. Wolfsburgs Eishockey-Erstligist war im Vergleich zum vorangegangenen 5:4-Sieg n. P. bei Spitzenreiter München nicht wiederzuerkennen und verlor am Freitagabend sein Heimspiel gegen den ERC Ingolstadt auch in der Höhe verdient mit 1:7 (0:2, 1:4, 0:1) – die höchste Klatsche in dieser Saison.

Ex-Grizzly Kris Foucault (3. Minute/Powerplay), Matt Bailey (5., 24.), David Elsner (28., 60.), Maury Edwards (33./Powerplay) und Brett Findlay (35.) deckten mit ihren Treffern die nach wie vor vorhandenen Schwächen des Cortina-Teams auf. Das kam mit dem variablen Forecheck der Panther überhaupt nicht zurecht. Der Spielaufbau stockte. Zudem brachte eine fragwürdige Strafzeit nach nur 125 Sekunden gegen Anthony Rech den frühen Rückstand.

Nur knapp zweieinhalb Minuten nach dem 0:1 machten Chris Casto und Dominik Bittner hinter dem eigenen Tor keine gute Figur. Es sah nach dem typischen Missverständnis „Nimm du ihn, ich habe ihn sicher“ aus. Am Ende versuchte Spencer Machacek zu retten, doch Bailey war schneller – 0:2.

Was wäre gewesen, wenn Machacek (9.) oder im kurz darauf folgenden Powerplay ein anderer Grizzlys den Anschlusstreffer erzielt hätte? Die Antwort erübrigt sich, zumal die Ingolstädter die beste Chance in der Wolfsburger Überzahl besaßen. Torwart Felix Brückmann stoppt jedoch Brett Olsons Alleingang (13.).

Doch Brückmann hatte keinen so überragenden Tag, den es erneut gebraucht hätte, wie eine Woche zuvor beim schmeichelhaften 1:0-Sieg über Augsburg. Nach der ersten Pause machten die Gastgeber genauso uninspiriert weiter, wie sie den ersten Durchgang beendet hatten. Dabei war die Personallage sogar besser als in München. Top-Center Mathis Olimb war nach Handverletzung zurück. Auch U20-Nationalspieler Jan Nijenhuis war zurück und erhielt den Vorzug vor Eric Valentin, der nach Kassel ausgeliehen wurde. Kurzfristig keine so gute, wenngleich auch keine spielentscheidende Entscheidung Cortinas. Nijenhuis blieb wirkungslos.

Aber welcher Grizzly erzielte schon Wirkung? Doch, es gab drei. Die Reihe Möchel, Christoph Höhenleitner und Nick Latta suchte auch beim Stande von 0:6 im zweiten Drittel den Weg zum Tor und fand ihn durch Möchel (36.), der sich über das 1:6 aber nur verhalten freute. Die Fans, von denen einige nach dem sechsten Gegentreffer höhnisch applaudierten und skandierten „Nur noch vier!“, spendeten dem Trio ehrlichen Beifall.

Brückmann kehrte zum letzten Drittel nicht mehr ins Tor zurück, Chet Pickard übernahm. Trotz des ordentlichen Besuchs von 2743 Zuschauern herrschte phasenweise Totenstille in der Eis-Arena. Es startete aber auch kein Grizzly einen Weckruf. Fabio Pfohl provozierte mal ein halbherziges Gerangel mit Darin Olver kurz nach Beginn des zweiten Drittels. Am lautesten war es in der Halle, wenn die Grizzlys aus Frust die Schläger aufs Eis oder gegen die Bande schlugen.

Auch im Schlussdrittel blieben die Panther trotz angezogener Handbremse spielbestimmend, ein Aufbäumen der Grizzlys gab es nicht. Und so durfte Elsner (60.) den 1:7-Endstand besorgen. Ein mittleres Pfeifkonzert begleitete die Gastgeber in die Kabine...

Am Sonntag (19 Uhr) müssen die Grizzlys nun bei Meister Adler Mannheim ran.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder