Jetzt geht’s los! Grizzlys Wolfsburg siegen zum Neustart

Wolfsburg.   Welch ein Thriller – der kriselnde Eishockey-Erstligist meldet sich mit einem verdienten, hart erkämpften 4:3-Heimerfolg über Ingolstadt zurück.

Jubel bei Torschütze Cole Cassels (Mitte) und seinen Grizzlys-Kollegen Brent Aubin (links) und Daniel Sparre.

Jubel bei Torschütze Cole Cassels (Mitte) und seinen Grizzlys-Kollegen Brent Aubin (links) und Daniel Sparre.

Foto: Darius Simka / regios 24

Hat die Aufholjagd begonnen? Im ersten Spiel nach der Länderspielpause feierten die Grizzlys Wolfsburg ihren vierten Saisonsieg in der Deutschen Eishockey-Liga. Mit 4:3 (1:0, 2:2, 1:1) besiegten sie am Freitagabend vor 2310 Zuschauern die Ingolstadt Panther. Auch dank dreier Powerplay-Tore des schwächsten Überzahlteams der Liga.

Daniel Sparre, Jeff Likens und Cole Cassels bei 5 gegen 4 sowie Spencer Machacek erzielten die Tore für die erleichterten Grizzlys, die sich von einem 1:2-Rückstand durch einen Doppelschlag von Brett Olson und Colton Jobke im zweiten Drittel und dem 3:4-Anschlusstreffer durch Jerry D’Amigo nicht verunsichern lassen hatten.

Immerhin drei zuvor verletzte Spieler kamen nach der Länderspielpause zurück: Marius Möchel und Machacek im Sturm sowie Torwart David Leggio, der aber auf der Bank Platz nahm. Insgesamt hatte Trainer Hans Kossmann alle 13 fitten Angreifer in den Kader genommen.

Dem Tabellenvorletzten hatte die Pause nach drei Niederlagen in Folge sichtlich gutgetan. Vor allem im Defensivverhalten wirkten die Gastgeber geordneter als zuvor und ließen bei fünf gegen fünf kaum Chancen zu. Selber aber kamen sie zu Möglichkeiten. Brent Aubin (6. Minute) traf noch den Pfosten. Der bei seinem Comeback in der vierten Reihe beginnende Machacek schnappte sich dann aus vollem Lauf die Scheibe und zimmerte sie zum 1:0 (8.) vorbei am früheren Grizzlys-Torwart Jochen Reimer (2009 bis 2011) in die Maschen.

Wenn es mal auf der anderen Seite gefährlich wurde, halfen die Grizzlys tatkräftig mit. Erst brachte Jerry Kuhn mit einem leichtsinnigen Ausflug hinters eigene Tor selbiges in Gefahr (17.). Zwei Minuten später holte sich Jason Jaspers hinterm gegnerischen Kasten eine völlig überflüssige Strafe ab. Die folgende Überzahl hätte Sean Sullivan fast zum Ausgleich genutzt. Sein Schuss landete am rechten Pfosten, prallte von dort Kuhn an den Rücken und weiter an den linken Pfosten – durchatmen. Die Grizzlys reteten die Führung in die erste Pause.

Die Special Teams, bislang die Wolfsburger Sorgenkinder, kamen erneut schwer in Gang. Das Powerplay präsentierte sich anfangs harmlos. Stattdessen hätte Laurin Braun mit einem Mann weniger auf dem Eis fast das 1:1 für die Panther geschossen. Kuhn rettete grandios (26.). Nach einer Strafe für die Grizzlys wegen zu vieler Spieler auf dem Eis klingelte es doch im Kasten des Tabellenvorletzten. Olson war toll freigespielt worden (30.).

Auf einmal war das eh kaum vorhandene Selbstvertrauen der Kossmann-Schützlinge wieder dahin. Nur 87 Sekunden später schenkte Jobke mit einem Abstaubertor den Grizzlys den nächsten Treffer ein – 1:2 (32.). Der Anfang vom Ende des erhofften Neustarts? Nein, weil erst Kossmann eine Auszeit nahm, um die Situation zu beruhigen, und dann Sparre im Powerplay mit einer guten Einzelaktion das 2:2 (36.) gelang. Acht Sekunden vor der zweiten Pause erneut in Überzahl machte Likens mit einem Sonntagsschuss in den Winkel das 3:2 (40.). Besonders clever herausgespielt waren beide Treffer nicht. Aber wen interessiert das schon in der aktuellen Lage? Unglaublich, aber wahr: Nach 17 Saisonspielen hatten die Grizzlys erst drei Powerplay-Tore erzielt gehabt. In der 18. Partie allein gelangen genau so viele. Und das war herausgespielt. Schuss von der blauen Linie – und Cassels hält die Kelle rein – 4:2 (44.), sein zweites Saisontor. Am Sieg änderte auch D’Amigos Shorthander zum 3:4 (53.) nichts mehr. Der Unterzahltreffer zeigte aber auch, dass die Grizzlys in Überzahl trotz der drei eigenen Treffer dort noch reichlich Steigerungsbedarf haben.

Bitter jedoch: Stürmer Christoph Höhenleitner kassierte kurz vor Schluss einen unfairen Check und schied verletzt aus. Er blutete stark hinterm Ohr und musste vom Eis geführt werden. Hoffentlich kein neuer Ausfall...

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