Die Grizzlys Wolfsburg sind bereit zum Neustart in der DEL

Wolfsburg.  Warum das Heimspiel gegen die Ingolstadt Panther zum Wendepunkt für den Eishockey-Erstligisten werden könnte

Christoph Höhenleitner geht voran bei den Grizzlys.

Christoph Höhenleitner geht voran bei den Grizzlys.

Foto: Darius Simka / regios 24

Hat Hans Kossmann erfolgreich den Reset-Knopf gedrückt? Nach beendeter Länderspielpause wollen sich die Grizzlys Wolfsburg mit einem Neustart aus dem Keller der Deutschen Eishockey-Liga herauskämpfen. Der Trainer setzt dabei am Freitag im Heimspiel gegen Ingolstadt schon auf seine „Arbeitsspieler“ Christoph Höhenleitner, Sebastian Furchner und Gerrit Fauser, deren Mentalität als Vorbild dienen soll.

„Unser Hauptproblem ist nicht, dass wir faul sind“, sagt Kossmann. Auch die Systemanpassung, vor allem die Bereitschaft dazu, sei besonders bei den deutschen Spielern zügig gegangen. „Schneller als in der Schweiz“, zieht der gebürtige Kanadier mit eidgenössischen Wurzeln einen Vergleich zu dem Land, in dem er jahrelang zumeist erfolgreich gearbeitet hatte.

Nun müssen es die Grizzlys nur noch im Spiel aufs Eis bringen und sofort ihre Aufholjagd beginnen. Sonst sind die zehn Punkte Rückstand auf Platz 10 kaum noch aufzuholen für den aktuellen Tabellenvorletzten. Dass Höhenleitner eine solche Wende 2012/2013 mit den Wolfsburgern schon einmal erlebt hatte, macht ihm Mut. Aber er warnt davor, sich zu sehr an diese Erinnerung zu klammern. „Es war eine etwas andere Situation damals. Deshalb dürfen wir nicht versuchen, etwas zu kopieren, was vor sechs Jahren erfolgreich war. Wir müssen nun auch das richtige Konzept finden, um da unten herauszukommen“, fordert „Höhi“.

Der 35-jährige Angreifer und momentane Topscorer der Grizzlys zeigt sich als einer von wenigen fast unbeeindruckt von der katastrophalen sportlichen Lage. „Natürlich denkt man als Spieler darüber nach, wie man besser wird. Ich bin mit den Jahren aber etwas entspannter geworden.“

Kossmann schätzt diese Art Spieler. „Von solchen könnte man immer mehr haben.“ Der neue Chefcoach strahlt selbst – trotz der prekären Lage – Selbstvertrauen aus. „Es ist leichter für einen Trainer, etwas zu korrigieren, wenn es am Saisonanfang als mittendrin schlecht läuft.“ Als Spieler des damals unterklassigen Schweizer Klubs EHC Bülach befand sich Kossmann Anfang der 1990er-Jahre selbst mal in einer ähnlichen Situation und erlebte die Wende zum Positiven.

Auch Grizzlys-Manager Charly Fliegauf hält von Aufgeben nichts. „Ich schenke die Saison nicht ab“, sagt er und unterstreicht damit, dass er aufgrund der Ausfälle weiterhin gern zeitnah einen weiteren ausländischen Center als Ersatz verpflichten möchte. Aufgrund der Lage schon Budget für die nächste Saison einzusparen, sei verkehrt. Zumal Kossmann versichert: „Die Entwicklung der vergangenen Tage gefällt mir.“ Unter seinem Vorgänger Pekka Tirkkonen verloren die Grizzlys Anfang Oktober in Ingolstadt noch 1:2 nach Verlängerung. Gelingt nun der Neustart?

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