Mit EM-Sieg in Braunschweig Aufwärtstrend untermauern

Braunschweig  Der Deutsche Leichtathletik-Verband sieht die Team-EM als Etappe auf dem Weg zu Olympia in Rio.

Die Leichtathletik-Saison steht in den Startblöcken, auch wenn viele Spitzen-Leichtathleten Europas noch in Trainingslagern weilen. 800-Meter-Läufer Sören Ludolph von der LG Braunschweig schwitzt derzeit im Leistungszentrum Kienbaum, Sprinter Sven Knipphals vom VfL Wolfsburg mit den Staffelkollegen in Florida.

Ihr individuelles Ziel in diesem Jahr ist die Norm für die Europameisterschaften im August in Zürich. Die Staffelläufer freuen sich auch auf die Premiere der Weltmeisterschaft für Staffeln, die Ende Mai auf den Bahamas steigt. Der erste Saisonhöhepunkt für das Nationalteam mit allen Disziplinen findet im Juni statt. Es ist die Team-EM in Braunschweig.

„Für uns als deutsche Mannschaft ist das eine Riesenherausforderung“, sagt Teammanager Siegfried Schonert. Der Deutsche Leichtathletik-Verband wolle natürlich als Veranstalter glänzen, aber auch sportlich.

Schließlich habe sich das Nationalteam seit der WM 2009 in Berlin kontinuierlich gesteigert, über die EM 2010 in Barcelona, die WM 2011 in Daegu, Olympia in London 2012 bis zur WM in Moskau, wo es 2013 vier Titel zu feiern gab. „Der Weg, den wir eingeschlagen haben, ist der richtige“, betont Schonert. „Und wir sind erst in der Mitte unserer Entwicklung.“ In Braunschweig wollen die deutschen Athleten noch ein bisschen erfolgreicher sein und den Aufwärtstrend in Richtung der Olympischen Spiele 2016 in Rio und der EM 2018 in Berlin fortsetzen.

Am liebsten mit dem Gesamtsieg bei der Team-EM, den man in den vergangenen beiden Saisons Russland überlassen musste. DLV-Präsident Clemens Prokop hat den Sieg im Kräftemessen der in der „Superleague“ zusammengefassten zwölf besten europäischen Leichtathletik-Nationen jedenfalls als Ziel ausgerufen. „Aber die Russen sind eindeutiger Favorit, wenn sie in Bestbesetzung und Normalform anreisen“, relativiert Schonert. „An denen kommen wir wohl kaum vorbei.“

Wie sehr sich das deutsche Team auf die Heim-Großveranstaltung freut, zeigt auch die Ansage von Teamkapitän Robert Harting. Der Diskus-Weltmeister hat darauf gedrungen, dass die Mannschaft bereits am Donnerstag anreist, um sich gemeinsam auf die am Samstag beginnenden Wettkämpfe vorzubereiten und einzuschwören. „Es ist schon etwas Besonderes, dass so ein Impuls aus der Mannschaft kommt“, sagt Schonert aus Erfahrung.

Keinesfalls sei Braunschweig für die Athleten ein bloßes Aufwärmprogramm für die EM in Zürich. „Die Team-EM ist ein wichtiger Gradmesser in unserer Entwicklung“, betont er.

Dass die Großveranstaltung in Braunschweig auch für andere Nationen einen großen Stellenwert hat, verdeutlicht Tomasz Dvorak, Teamchef der Tschechen. „Für uns ist das ein absoluter Saisonhöhepunkt. Unser Ziel ist der Klassenerhalt in der Superleague“, sagt der ehemalige Zehnkampf-Weltrekordler. Im seinem Land hätten Team-Wettkämpfe Tradition, es gebe auch eine nationale Liga. „Wir mögen solche Mannschafts-Wettbewerbe“, erläutert Dvorak. „Und für die Athleten ist es eine Ehre, nominiert zu werden, zumal es ja nur einen Platz pro Disziplin gibt.“

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