Ständebaum erstrahlt in neuem Glanz

Thiede  Der Arbeitskreis lässt die Handwerks-Tafeln aufarbeiten.

Der Thieder Malermeister Thomas Brinkmann (links) und sein Mitarbeiter Klodian Bushgjobaj bringen die renovierten Tafeln an.Foto: Jörg David

Der Thieder Malermeister Thomas Brinkmann (links) und sein Mitarbeiter Klodian Bushgjobaj bringen die renovierten Tafeln an.Foto: Jörg David

Der Apotheker rührt im Kupferkessel, ein gemütlicher Maurer zieht eine Wand hoch – und der Maler schwingt den Pinsel. Mit bewusst witziger Symbolik hat der Thieder Ständebaum seit 2005 so manchen Betrachter erfreut. Doch im Herbst des vergangenen Jahres war der Lack buchstäblich ab.

Grund genug für den Arbeitskreis Thiede, Malermeister Thomas Brinkmann und sein Team mit der Renovierung zu beauftragen. „Wir haben uns dabei ganz genau an die Vorlagen gehalten“, erklärt Brinkmann. Dazu hatte er eigens eine Mappe mit Fotos erhalten, die den Zustand bei der Errichtung des Baumes dokumentieren.

Am Thieder Ständebaum verzichtete der Arbeitskreis ganz bewusst auf die überlieferten Zunftzeichen der Handwerker. Die Macher um Bernd Sander und Kurt Reinhardt hatten sich 2005 witziger Motive bedient, die Herbert Sievers, Heinz Chodek, Dieter Habeck und Uta Lehne seinerzeit gekonnt gestaltet hatten.

Schon um die Jahrtausendwende hatte Ortsheimatpfleger Hartmut Alder die Idee. Ständebäume, an denen alle im Ort vorhandenen Zünfte ihre Embleme hinterließen, seien in früheren Zeiten für Wandergesellen so etwas wie Wegweiser gewesen. Das erzählte Pfarrer Klaus Kiekhöfer, als der Baum 2005 eingeweiht wurde.

„Es gab einige technische Vorgaben, der Stamm ist zur Sicherheit beispielsweise mit Beton gefüllt – den kann man nicht einfach umlegen“, berichtete Ortsbürgermeister Christian Striese heute. Damit der Baum an der Adalbert-Stifter- Straße stehen durfte, verbot sich das Material Holz. Ex-Tiefbauamtsleiter Klaus Gossow stiftete vielmehr einen Laternenmast, mit Beton ausgegossen.

Für Brinkmann bedeutete das, dass er die Tafeln nur mit einer Hebebühne erreichen konnte, um sie erst ab- und nun wieder anzubauen – frisch lackiert und mit Wetterschutzfarbe gestrichen.

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