Spenden für Hagen

Ringelheimer sammeln für Hochwasseropfer

Lesedauer: 3 Minuten
Daniel und Ninja Wulfes mit ihrer Tochter Samira aus Ringelheim packen in ihrem Wohnzimmer Kartons mit Hilfsgütern.

Daniel und Ninja Wulfes mit ihrer Tochter Samira aus Ringelheim packen in ihrem Wohnzimmer Kartons mit Hilfsgütern.

Foto: Andrea Leifeld

Ringelheim.  Familie Wulfes stellt eine Riesen-Hilfsaktion auf die Beine. Bis Freitag kann gespendet werden.

Die verheerende Bilder zur Unwetterkatastrophe in West- und Süddeutschland machen betroffen, wütend, ratlos. Aber sie lösen auch eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. „Da muss was passieren. Da muss geholfen werden“, sagt sich auch Familie Wulfes, als die ersten Bilder sie erreichen. Postmitarbeiter Daniel Wulfes aus Ringelheim handelt sofort: Gut vernetzt im Betriebsrat der Post AG, knüpft er Kontakte zu seiner Betriebsratsvorsitzenden Aina Gruber-Baumbach. „Wir, also die Post, haben die Logistik, den Platz und den Fuhrpark, um einen Hilfstransport zu organisieren“, beschreibt er. „Ich habe auch einen LKW-Führerschein für einen 40-Tonner, aber es fanden sich auch spontan zwei, drei Kraftfahrer für die Hilfslieferung am kommenden Wochenende bereit.“

Der Spendentransport aus Ringelheim geht nach Hagen

Mit dem Wissen, dass der Transport klappt, knüpft er Kontakte ins Krisengebiet und findet in Hagen eine Ansprechpartnerin vor Ort. „Sie hat da die Übersicht und weiß, was reinkommt und benötigt wird.“ Der mit dem Postfahrzeug organisierte Hilfstransport, der am Samstag im Braunschweig startet, wird direkt Hagen anfahren.

Als der Rahmen verlässlich organisiert ist, müssen Daniel und Ninja Wulfes um Spenden und Hilfsgüter nicht mehr lange bitten. „Wir machten Werbung in den sozialen Netzwerken, bei Freunden, in der Nachbarschaft und bei Arbeitskollegen “, beschreibt Ninja Wulfes. Binnen weniger Tage wurde ihr Wohnzimmer zum Zwischenlager für unzählige Kartons, gefüllt mit Kleidung in allen Größen, Spielsachen, Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Auch ein Babybett und Buggy wurden abgegeben. „Das ist natürlich auch eine Herausforderung. Wir bekamen Kisten, wo Seife, Katzenfutter und Bekleidung in einem Karton war. Das sortieren wir natürlich vor, auch um die Abgabe der Hilfsgüter vor Ort zu erleichtern.“ So werden im Wohnzimmer Kisten sortiert.

Benötigt werden noch Hygieneartikel und Handtücher

„Wir brauchen noch dringend Duschgel, Zahncreme und -bürsten, Seife, Reiniger, Lappen, Schwämme und Müllsäcke und Handtücher! Eben Dinge für den täglichen Bedarf.“ Auch Lebensmittel wie Konserven, Babynahrung und Windeln. Tochter Samira spendet spontan Kinderbücher. Und auch an die Haustiere denken die Wulfes, die selbst zwei Katzen haben. Tierfutter sei wichtig, ebenso Einstreu, Heu und Vogelsand.

Schön wäre es, die Kartons sortiert und beschriftet sind, so das Ehepaar. „Geld nehmen wir nicht an. Aber wir begleiten gerne den Einkauf, sollte ein Spender nicht mobil sein“, fügt Daniel Wulfes an. Auch wurde er nicht müde, bei Geschäftsleuten anzufragen: Die Zusage von Sachspenden von Edeka Salzgitter (E-Center), Globus Lebenstedt und dem Marktkauf Goslar liegen im bereits vor.

Wie kommt die Hilfsbereitschaft? „Vor vielen Jahren verlor Daniel Wulfes durch eine Gasexplosion sein Elternhaus. „Wir hatten damals Freunde und Nachbarn, die uns sehr geholfen haben. Aber in dem Katastrophengebiet ist ja jeder selber betroffen“.

Noch bis Freitag, 23. Juli, können die Hilfsgüter in Ringelheim bei Familie Wulfes (Silberkamp 20) und bei Familie Weiß (Heinrichstraße 15) abgegeben werden.

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