Corona-Tagebuch Salzgitter: Neue Freunde für das Seidenhuhn

Salzgitter-Bad.  Unsere Autorin arbeitet an der artgerechten Haltung von Fluffi.

Fluffi bekommt Freunde: zwei neue Seidenhühner ziehen ein.

Fluffi bekommt Freunde: zwei neue Seidenhühner ziehen ein.

Foto: Yvonne Weber

Alleinerziehend und berufstätig in Zeiten von Corona: Yvonne Weber, freie Mitarbeiterin unserer Zeitung, schreibt über ihren Alltag mit ihren drei Jungs Tagebuch

Tag 115: Gute Nacht

Nach den großen Schulferien und dem noch größeren C (Corona) fällt meinen drei kleinen Pappenheimern das Zubettgehen sichtlich schwer. Also schlafen können sie gut. Nur alleine ist bei uns das Problem. „In den Schulzeiten“, – so sag ich mit fester Stimme – „schläft nun wieder jeder in seinem Bett.“

Sechs große Augen gucken mich enttäuscht an. „Ich auch?“, fragt mich das einzige Kindergartenkind zittrig. „Jupp!“ Es folgt am Abend ein wuseliges Treiben. „Zähne putzen, pullern und ab ins Bett“ zieht sich wie Kaugummi. Gepullert wird in Etappen. Mit Wiederholung. Getrunken auch. Irgendeinem fällt immer noch was ein, was gaaaanz wichtig ist. Nur der neue ABC-Schütze liegt gewissenhaft und pflichtbewusst in seinem kleinen Bettchen. Und schläft.

Als nun gefühlt eine Stunde später nun doch alle in den Betten liegen, kontrolliere ich noch mal mit wohlwollender Miene und schaue aus dem Fenster. „Der Ballon!“, rutscht es mir raus.

Ich sehen meinen, unseren neuen Heißluftballon über den Dächern der Nachbarhäuser. „Kinder guckt mal!“ Ich lache und keine Sekunden später stehen zwei Kinder neben mir und recken die Hälse aus dem Dachfenster. Als mein dickes, weißes Baby lautlos hinter den Bäumen verschwindet, tippeln auch meine Sprösslinge in die Waagerechte. Und wenig später ist auch hier Ruhe.

Tag 116: Letzter Pooltag

Wir lieben unser blaues Wasser mitten auf der Wiese. Dennoch ist es in den letzten Tagen kalt geworden. Für mich als bekennende Frostbeule schon fast winterlich. Heute früh mummel ich mich in Thermostrumpfhosen und Boots ein. Im Autoradio flötet der Moderator es werde warm. Der Sommer sei zurück. Sehr gut. 34 Grad.

Ab Mittag schwitze ich an meinem Schreibtisch. Und ächtze. Der Sommer ist zurück, das habe ich jetzt auch gemerkt!

Am Nachmittag decke ich den Pool im Garten ab und drei kleine Wasserratten springen jauchzend in die Fluten. Wir essen Eis und genießen die wohl letzten warmen spätsommerlichen Sonnenstrahlen.

Tag 117: Fluffi bekommt Freunde

Fluffi muss endlich aus dem Haus raus. Das ist doch nicht artgerecht. Mein Fußboden dankt es mir auch. Zwei weitere Seidenhühner ziehen heute bei uns ein. Einen kleineren neuen Stall habe ich organisiert, umgebaut und farblich an unsere Gartenhäuser angepasst. Design muss sein. Ich bin ja nun geübt. Kräftige Hilfe für den Zaunbau habe ich auch. Alles steht. Ab sofort wuseln ein graues und ein schwarze Hühnchen neben Fluffi im zweiten Gehege rum.

Die „normalen“ Hühner scheinen zumindest bei den Kindern vorerst abgeschrieben zu sein. Es dreht sich alles um die süüüüßen kleinen Wuschelpuschel. Am Abendbrottisch schreiben die Kinder und unser helfender Freund Namen auf kleine Lose. Schließlich sind die kleinen Federbomben noch namenlos.

Trommelwirbel.... Die Glücksfee ist am Werk: Trabi und Eleonore. Okay, wegen mir. Aber jetzt ist wirklich Schluss mit Hühnerzuwachs. Ehrlich!

Tag 118: Keramik Kitchen

Ich habe kinderfrei. Im Keramik Kitchen in Braunschweig bemale ich Teller, Tassen und eine Dose. Neben mit sitzt meine Freundin Anne. Wir beide sind schon fast alte Hasen hier. Ein paar selbstbemalte Keramiken stehen schon in unseren Schränken. Eine Tasse ging bereits zuhause zu Bruch, so dass heute definitiv Nachschub dran ist. Inmitten der vielen Farben, Vorlagen und Techniken geht mir hier jedes Mal das Herz auf. Heute bin ich leicht überfordert und brauche erstmal ne Weile bis ich mit dem ersten Motiv starten kann. Da hat Anne schon die ersten Teile fertig. Nun flutscht es auch bei mir. Neben der Dose für Omas 60. Geburtstag gesellt sich auch ein Teller mit einem großen und drei kleinen Goldfischen dazu. Raten Sie mal, wer das sein soll... In einer Woche können wir die gebrannten Sachen abholen. Beim letzten Mal waren ich und Anne im Anschluss noch schön Essen. Diesmal verzichten wir aufgrund des großen Cs darauf und lassen uns auf der Heimfahrt nur den Wind um die Ohren im Cabrio wehen. Reicht ja.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder