Familie Bresse hat einen unglücklichen Start in Salzgitter

Salzgitter-Bad.  Die zugezogenen Eheleute müssen lange um einen Arzttermin für die schwangere Hanna kämpfen. Dann gibt es einen Einbruch – mit kuriosem Diebesgut.

Die anfängliche Idylle im neuen Zuhause ist vorerst verflogen: Bei Viktor und Hanna Bresse (hier mit ihrem Töchterchen) wurde eingebrochen. Die Suche nach einem Hausarzt gestaltete sich ebenfalls schwierig.

Die anfängliche Idylle im neuen Zuhause ist vorerst verflogen: Bei Viktor und Hanna Bresse (hier mit ihrem Töchterchen) wurde eingebrochen. Die Suche nach einem Hausarzt gestaltete sich ebenfalls schwierig.

Foto: Yvonne Weber

Familie Bresse ist voller Vorfreude: Die 31-jährige Hanna erwartet ihr zweites Kind. In ihr neurenoviertes Haus in Salzgitter-Bad ist die kleine Familie aus Braunschweig erst im vergangenen August eingezogen. Alles scheint perfekt – doch die anfängliche Euphorie ist getrübt.

Kurz vor Weihnachten wird die schwangere Hanna Bresse krank. Sie leidet an Fieber, hat keine Stimme mehr und hustet stark. Hanna macht sich Sorgen und versucht bei mehr als fünf Hausärzten, einen kurzfristigen Termin zu bekommen. Ohne Erfolg: „Viele sagten mir, sie seien voll belegt und haben keine Termine mehr. Bei einem Arzt hätte ich einen Termin bekommen können – doch als ich mitteilte, dass ich Neupatientin sei, wurde mir dieser wieder storniert.“

Auch bei der telefonischen Vergabestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen hätte Hanna Bresse erst für diesen Januar einen Termin bekommen. Ehemann Viktor, derzeit als sportlicher Leiter in Braunschweig tätig, ist fassungslos: „Wie lange muss man hier leben, um einen Arzttermin zu bekommen?“ Die Situation beschreibt er als „extrem“ für die junge Familie – „zur Not hätte ich meine Frau ins Krankenhaus gebracht.“ Über einen Nachbarn konnte Bresse dann schließlich doch einen Termin beim Arzt organisieren.

„Die Versorgung mit Hausärzten in Niedersachsen ist tatsächlich suboptimal. Im Bundesvergleich ist sie mit am schlechtesten“, berichtet Detlef Haffke, Leiter der Stabsabteilung Kommunikation der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Zurzeit finden sich die 355 unbesetzten Hausarzt-Stellen vor allem in ländlichen Regionen des Bundeslandes.

Aus der Ärztestatistik, so Haffke, gehe hervor, dass 15,6 Prozent der Hausärzte in Niedersachsen älter als 65 Jahre seien. „Schwangere werden beim Frauenarzt optimal versorgt. Im Allgemeinen sollten sich Zugezogene aber frühzeitig um die ärztliche Versorgung in ihrer neuen Region informieren und rechtzeitig Kontakt zu Hausärzten aufnehmen“, rät er.

Bisher haben die Eheleute Bresse nur Gutes über Salzgitter gehört: familienfreundlich, gute Wohnlage und Infrastruktur. Das überzeugte sie, 2019 in die Stadt zu ziehen. Doch das heimische Wohlgefühl ist momentan komplett am Boden, denn während ihres Silvesterurlaubes wurde auch noch bei den Bresses eingebrochen. Das Kuriose: Goldschmuck und Wertsachen blieben vor Ort, ausschließlich die Unterwäsche der Hausherrin wurde entwendet.

Die Polizei Salzgitter sicherte die Spuren vor Ort. „Ich hätte mir noch eine gründlichere Untersuchung der Polizei gewünscht“, kritisiert Viktor Bresse. Es bleibe ein ungutes Gefühl zurück: „Mir wäre es lieber, wenn die Diebe den Schmuck mitgenommen hätten. Das wäre ja noch ein normaler Einbruch“, so Hanna Bresse.

Derzeit ermittelt die Polizei Salzgitter in dem Fall. „Es ist ein laufendes Verfahren, da die Spuren noch ausgewertet werden. Es handelt sich um einen Einzelfall, da uns bisher kein ähnlicher bekannt ist“, berichtet Sprecher Matthias Pintak,

Auch wenn der Salzgitter-Start für die Bresses also holprig war beziehungsweise ist, ist das Ehepaar insgesamt zufrieden. „Wir haben uns sehr gut eingelebt. Die Nachbarn sind toll. Nur unsere Außenanlage werden wir einbruchsicherer gestalten und die Alarmanlage demnächst aufrüsten“, so Viktor Bresse.

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