Salzgitter will bis 2022 knapp 1000 Kita-Plätze schaffen

Salzgitter.  Die Stadt Salzgitter steht in Kindergarten und Krippe unter Handlungsdruck. Wie stark, macht der Bedarfsplan 2020 klar.

Kinder der Kita AWO Kindertagesstätte und Familienzentrum Wilhelm-Kunze-Ring in Lebenstedt.

Kinder der Kita AWO Kindertagesstätte und Familienzentrum Wilhelm-Kunze-Ring in Lebenstedt.

Foto: Bernward Comes

Bis 2022 muss die Stadt im Krippenbereich 255 neue Plätze schaffen, in den Kitas 967. Die Handlungsliste, zu der die Kommune in zwei Jahren verpflichtet ist, ist die mit Abstand längste seit 2015. Das geht aus dem neuen, 40 Seiten umfassenden Kindertagesstätten-Bedarfsplan 2020 vor, der derzeit in den Ortsräten und abschließend Mitte Dezember im Rat behandelt wird.

Sozialdezernent Dirk Härdrich leitet den Bericht mit einer guten Nachricht ein. So habe sich seit Beginn der zunehmenden Bevölkerungs- und Kinderzahlen seit 2013 in Salzgitter – verstärkt durch den Flüchtlingszuzug ab 2015 – die Zuwanderungssituation „beruhigt“. So ist vor allem die Zahl der Jüngsten rückläufig. Ausnahmen sind Lebenstedt und der Fredenberg: Dort registriert die Zahl einen Zuzug von jeweils bis zu 22 Kindern im Alter zwischen 1 und 3 Jahren.

Zahl der Wegzüge nimmt zu

Doch das gilt auch für Mädchen und Jungen im Kindergarten-Alter: Lebenstedt (zusätzlich 73), Fredenberg (24), Gebhardshagen (10), die Ost- und die Westsiedlung in Salzgitter-Bad (31). Doch dem Zuzug von rund 400 Menschen zwischen Ende 2017 und 2018 stehen nun Wegzüge von etwa 680 Bürgern gegenüber. Derzeit haben 62,5 Prozent der Kinder unter 6 Jahren in Salzgitter einen Migrationshintergrund.

446 Kita-Plätze fehlen derzeit

Derzeit fehlen laut Stadt 316 Krippenplätze zur Betreuung der bis zu Dreijährigen und 446 Plätze für Kita-Kinder im Alter bis zu 6,5 Jahren. Die höchste Nachfrage besteht aufgrund des starken Zuzugs von Migranten in Lebenstedt und im Fredenberg. Das spiegelt sich auch in den Wartelisten wider: Ende 2019 standen 394 Namen auf den Bogen für Krippen, 464 für Kitas. Eine Besonderheit sind die „Flexikinder“, also die, für die der Einschulungstermin um ein Jahr verschoben wird: Für das aktuelle Kita-Jahr sind es 130, für 2020/2021 wurden 125 Kinder zurückgestellt.

Allein 2022 will die Stadt 180 neue Plätze im Krippen-, 390 im Kita-Bereich schaffen. Daher werden dann allein in acht Einrichtungen aufgesattelt, sechs Kindergärten werden bis dahin neu gebaut.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder