Großeinsatz im Clan-Milieu von Salzgitter

Lebenstedt.  Mehr als 100 Beamte durchsuchen eine Shisha-Bar und Wohnungen. Auslöser: Ermittlungen wegen Raubs und Körperverletzung.

Ein Großaufgebot der Polizei durchsuchte am Donnerstag eine Shisha-Bar in Lebenstedt sowie vier Wohnungen in und um Salzgitter.

Ein Großaufgebot der Polizei durchsuchte am Donnerstag eine Shisha-Bar in Lebenstedt sowie vier Wohnungen in und um Salzgitter.

Foto: Rudolf Karliczek / BZV

Die Polizei ermittelt erneut gegen mehrere Beschuldigte mit Clan-Bezug in Salzgitter. Dutzende Mannschaftswagen der Polizei fuhren am frühen Donnerstagmorgen bei einer Shisha-Bar in Lebenstedt vor. Zeitgleich wurden vier Wohnungen mit einem Großaufgebot durchsucht, zwei davon in Lebenstedt, eine in Broistedt und eine in Söhlde (Kreis Hildesheim), berichtet die federführende Staatsanwaltschaft Braunschweig. Weit mehr als 100 Beamte waren drei Stunden lang auf der Suche nach Beweismitteln in einem Verfahren wegen des Verdachts des Raubes und der gefährlichen Körperverletzung im Umfeld der Bar.

Das stellte die Polizei sicher

Sie wurden fündig: Die Polizei stellte im Zuge der Durchsuchungen einige potenzielle Beweismittel sicher, die nun ausgewertet werden müssten, schildert Christian Wolters, Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, „Insbesondere Datenträger wie zum Beispiel Handys.“ Zu den weiteren Hintergründen wolle man aus „ermittlungstaktischen Gründen“ derzeit keine Angaben machen.

Shisha-Bar bekam bereits vor zwei Jahren Besuch von einem Großaufgebot

Vor rund zwei Jahren war die gleiche Shisha-Bar bereits Ziel eines großen Polizeieinsatzes. Damals waren 600 Beamte im Einsatz, als die Immobilie an der Berliner Straße, ein Großmarkt in Hannover, ein Gemüseladen in Lebenstedt sowie mehrere Wohnungen durchsucht wurden. Auslöser waren damals zwei Verfahren wegen des Verdachts des schweren Raubs und der gefährlichen Körperverletzung.

Ein Fall von Paralleljustiz?

Später kam es zu Anklagen gegen mehrere Mitglieder eines arabischstämmigen Clans aus Salzgitter. Eines der Gerichtsverfahren endete mit Freisprüchen. Die mutmaßlich Geschädigten wollten ihre Aussagen vor Gericht nicht wiederholen. Einer von ihnen räumten bei der Vernehmung ein, zuvor Besuch von der Familie erhalten zu haben. Offenkundig ein Fall von Paralleljustiz. Ein weiteres Verfahren mit Bezug zu den Durchsuchungen aus dem Jahr 2018 ist noch vor dem Landgericht Braunschweig anhängig.

Auch der „Pate von Salzgitter“ gehört zum Clan

Mitglieder des Clans sind in der Vergangenheit immer wieder mit teils schweren Straftaten aufgefallen. Unter ihnen der sogenannte „Pate von Salzgitter“, ein verurteilter Schwerkrimineller, der im großen Stil mit Drogen gehandelt hat. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sogar noch im Knast. Die Polizei rechnet ihn dem Bereich der organisierten Kriminalität zu.

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