Salzgitter: Jugendtrauergruppe bietet Ort zum Trauern

Salzgitter-Lebenstedt.  Die Gruppe der Hospiz-Initiative Salzgitter soll im Januar starten. Bis dahin wird der neue Raum jugendgerecht gestaltet.

Manuela Herzog (v.l.), Caren Dittrich und Birgit Beyer von der Kinder- und Jugendtrauerarbeit Regenbogenweg  von der Hospiz-Initiative gestalten den Raum nach den Wünschen der Jugendlichen.

Manuela Herzog (v.l.), Caren Dittrich und Birgit Beyer von der Kinder- und Jugendtrauerarbeit Regenbogenweg von der Hospiz-Initiative gestalten den Raum nach den Wünschen der Jugendlichen.

Foto: Lukas Dörfler

Von der Bäckerei, die sich einst hier befand, ist nichts mehr zu sehen. Der Raum ist zwar frisch renoviert, aber größtenteils leer. Nur ein Schild in der Mitte weist darauf hin, was hier entstehen soll: die Jugendtrauergruppe Herzschmerz der Kinder- und Jugendtrauerarbeit Regenbogenweg der Hospiz-Initiative. Er entsteht auf Wunsch von Jugendlichen selbst und soll nach deren Bedürfnissen eingerichtet werden. Im Januar soll die Gruppe dann starten.

Der Name Herzschmerz ist dabei Programm. Es gibt nämlich viele Arten zu trauern. „Trauer entsteht ja auch wenn ein Tier stirbt oder wenn die Eltern sich scheiden lassen. Alles, was Herzschmerz in irgendeiner Art verursacht, hat hier Platz“, sagt Manuela Herzog. Sie ist seit 2011 in der Kindertrauerarbeit tätig und hatte die Idee für den Namen der neuen Trauergruppe. „Der Name zeigt auch, dass Trauer und Liebe zusammengehören“, so Birgit Beyer, die die Jugend- und Kindertrauerarbeit gemeinsam mit Caren Dittrich leitet.

Ausgerichtet auf die Bedürfnisse von Jugendlichen

„Bisher sind die Jugendlichen in Einzelbegleitung bei uns, weil wir die passenden Räumlichkeiten für eine eigene Gruppe nicht hatten. Immer wieder haben sie nach einem eigenen Raum gefragt“, sagt Dittrich. Nun haben sie ihn. Während es im Kindertrauerraum viele Spielsachen gibt soll die Jugendtrauergruppe nach den Bedürfnissen der Jugendlichen eingerichtet werden.

Als sie die Elektronik planten war klar: Sie brauchen viele Steckdosen. Für den Fernseher, um verschiedene Medien nutzen zu können, und nicht zuletzt für die Handys der Jugendlichen. Ihnen soll auch Material zur Verfügung gestellt werden, mit dem sie sich kreativ ausdrücken können.

„Das fällt Jugendlichen in der Pubertät Zuhause ja oft schwer“, so Beyer. „Wir wollen ihnen einen Raum geben, wo sie das machen können. Und gleichzeitig wollen wir einen Ort schaffen, der auch mal zum trauerfreien Raum werden kann.“ So können auch mal Filme geschaut werden, die nichts mit Trauer zu tun haben, oder Ausflüge gemacht werden, in den Kletterpark oder zu einer Kanutour zum Beispiel.

Entwicklung ist ein Prozess

Dass sie den Raum direkt neben der Hospiz-Initiative in der Swindonstraße bekamen war großes Glück. Durch einen Durchbruch in der Wand gibt es nun eine direkte Verbindung zu der Hospiz-Initiative, was die Nutzung der Räume einfacher macht. Und durch die ursprüngliche Tür hat der Raum seinen eigenen Eingang. Herzog sagt: „Für manche Jugendliche ist es vielleicht einfacher, wenn sie nicht erst über die Hospiz-Initiative rein kommen müssen. Das könnte für sie eine Schwelle sein.“

Nun wird noch der Fußboden gemacht und der Fensterputzer kommt vorbei, dann können die Möbel bestellt werden. Starten soll Herzschmerz im Januar mit zunächst einer Gruppe im Monat. Je nach Bedarf findet sie dann öfter statt. „Wie in der Trauerbegleitung auch wird es auch hier ein Prozess werden. Wir stellen uns auf das ein, was gebraucht wird“, so Beyer.

Ehrenamtliche Helfer werden gesucht

Dass der neue Raum so möglich wurde lag nicht zuletzt am Vorstand der Hospiz-Initiative. Dittrich sagt: „Die haben echt für uns gekämpft. Dafür sind wir sehr dankbar.“ Und auch bei den Salzgitteranern wollen sie sich bedanken. Der Regenbogenweg wird nämlich komplett von Spenden finanziert.

Doch nicht nur Geld wird für die Trauerarbeit gebraucht. Auch ehrenamtliche Helfer sind immer willkommen. Dittrich sagt: „Gerade für die Jugendtrauergruppe wäre es schön, junge Ehrenamtliche gewinnen zu können. Wer Interesse hat, kann sich jederzeit bei uns melden.“

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