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So schön ist der Salzgittersee – unsere neue Sommer-Serie

Lebenstedt.  Mit bis zu 2 Millionen Besuchern im Jahr ist der See ein beliebtes Ausflugsziel. Wir porträtieren Vereine, gehen Natur, Sport und Kunst auf die Spur.

Wasserskianlage Salzgittersee - gewagter Rückwärtssprung über die Schanze

Wasserskianlage Salzgittersee - gewagter Rückwärtssprung über die Schanze

Foto: Jörg Kleinert

Der vielleicht schönste Platz in Salzgitter befindet sich am Salzgittersee – diese Meinung vertreten viele Salzgitteraner. Gesegnet mit einer erstklassigen Wasserqualität, breiten Stränden und vielen Möglichkeiten, seine Freizeit hier zu verbringen, ist er ein echtes Geschenk für Anwohner, Besucher, Familien und nicht nur für Sportler, Naturkundler, Spaziergänger.

Unsere Sommerserie befasst sich mit der Salzgitteraner Perle, wir porträtieren die ehrenamtliche Arbeit der Vereine rund um den Salzgittersee, recherchieren Fakten, wir zeigen, was die Natur hier bietet, wo man einkehren kann. Aber auch die Politik um das Ausflugsziel beschäftigt unsere Serie. So steht der Bürgermeister der Ortschaft Nord, im Interview mit der Salzgitter-Zeitung Rede und Antwort.

Gerade zu Corona-Zeiten erlebt der Salzgittersee großen Zulauf. Doch der DLRG fehlen die Ehrenamtlichen.

Millionen besuchen den Salzgittersee jährlich

Die Stadt hat etliche Hektar rund um den See mit Freizeitsport- und anderen Gelegenheiten bestückt, hier finden Feste und gut besuchte Veranstaltungen statt, der Piratenspielplatz mit seinen 4500 Quadratmetern direkt am See lockt Kinder und Familien auch aus dem nahen Umland an, zudem befindet sich direkt am See ein Reisemobilstellplatz seit rund 10 Jahren. Rund zehn Wassersportvereine haben sich am Salzgittersee angesiedelt. Rund anderthalb bis zwei Millionen Besucher, so schätzt die Bäder, Sport und Freizeit das jährliche Besucheraufkommen. „Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine Schätzung, die sicherlich in Jahren mit einem verregneten Sommer nicht erreicht wird. Das sind dann in der Saison durchschnittlich etwa 7.000 Besuche/Tag und in der übrigen Zeit rund 2.000 Besucher/Tag“, heißt es weiter.

Die Marinekameradschaft Salzgitter ist auch trotz maritimem Namen in erster Linie ein Gesangverein. Doch die Mitglieder müssen sich nicht zwischen Segeln und Singen entscheiden.

Der Reisemobilstellplatz am Salzgittersee ist zentral gelegen und günstig obendrein. Manch einer steuert ihn direkt an.

Der Piratenspielplatz am Salzgittersee lockt – doch er ist in die Jahre gekommen.

Flugtage, Drachenbootrennen, Seefest, Silvesterlauf: Der Salzgittersee ist beliebt

Dazu kommen die Besucher von Seefest, Silvesterlauf und andere Sportveranstaltungen, Drachenbootrennen, Fackelschwimmen, Flugtagen & Co: Rund 10.000 beim Seefest, rund 15.000 bis 20.000 beim Drachenbootcup, etwa 3.000 beim Fackelschwimmen, etwa 1.000 beim Silvesterlauf, rund 125.000 pro Jahr im Stadtbad, rund 75.000 pro Jahr in der Eissporthalle und etwa 70.000 pro Jahr an der Wasserskianlage. Die Flugtage haben bis zu 10.000 Besucher, schätzt die veranstaltende Fluggemeinschaft Aero.

Wie geht es weiter mit dem See?

Im Rahmen der Bewirtung hat sich mittlerweile einiges getan, 2015 wurde das Café-Restaurant in der Reppnerschen Bucht eröffnet, und es gibt es eine Beach-Bar, außerdem beschloss der Rat der Stadt die Einrichtung einer Promenade. Um die Entwicklungsmöglichkeiten auszuloten, werden mit Bürgerbeteiligung und Fachexpertise seit 2018 Ideen, auch per Seespaziergang und Onlinebefragung gesammelt.

Der See kostet die Stadt Hunderttausende

Schöne Dinge muss man pflegen, und so gibt die Stadt jährlich viel Geld rund um den See aus. „Für die Pflege der Grünanlagen und der Wasserfläche (Rasenschnitt, Mähbooteinsatz, Pflege der Bäume und Sträucher, Laubbeseitigung, Strandreinigung, Unterhaltung der Wege, Winterdienst, Reparatur und Kontrolle der Spielgeräte, Instandsetzung von Bänken und Papierkörbe) hat der Städtische Regiebetrieb einen jährlichen Aufwand von etwa 245.000 Euro“, schreibt die Pressestelle der Stadt.

Ordnungsdienst und Abfallentsorgung kosten über 300.000 Euro

Darin sind noch nicht die Kosten für Reinigung und Abfallbeseitigung enthalten – ein Dauerthema am See. Dafür fallen noch einmal 265.000 Euro an, informiert die Stadt – und das ist nicht alles. Stellvertretender Pressesprecher Martin Neumann: „Zusätzlich sammeln 3 bis 4 AGH-Kräfte (Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung) in der Zeit von Dienstag bis Freitag von 7 bis 12 Papier und Unrat.“ Auch die Seeüberwachung durch den Kommunalen Ordnungsdienst kostet, nämlich 48.000 Euro pro Jahr.

Übrigens stehen nah Angaben der Stadt 205 Abfallkörbe am See. „Dazu kommen in den Sommermonaten 60 mobile Drahtkörbe“, so Neumann. Aber auch Sitzbänke gibt es am See, 180 Stück wurden dort aufgestellt.

Wie der Salzgittersee entstand: Am Anfang war der Kies

In den 50er-Jahren wurde der Plan aus den 30er-Jahren aufgegriffen, ein Naherholungsgebiet für die damals rasant wachsende Stadt zu schaffen. 1960 wurde damit begonnen, den Salzgittersee aufzustauen, der 1964 seine heutige Größe erreichte. 1963 begann schon auf einem Teil der Bade- und Sportbetrieb, obwohl der See noch nicht „fertig“ war. Er maß erst 34 Hektar.

Mittlerweile kann im Salzgittersee getaucht werden. Die Tauchgemeinschaft Sepia macht’s möglich.

Zur Finanzierung des Projektes wurde der Firma Steine und Erden GmbH die Ausbeutung des Kiesvorkommens im zukünftigen Gebiet des Sees übertragen, informiert die Wikipedia-Seite über den See. An der Westseite wurden demnach ein Kies- und ein Betonwerk errichtet, in denen der Kies weiterverarbeitet wurde. Die Kiesgewinnung wurde 1976 endgültig eingestellt, heißt es weiter.

In den folgenden Jahren sei der Sees stetig erweitert worden, 1967 rechnete man schon mit einer Wasserfläche von 42 Hektar, 1968 waren es 50. Als endgültiges Planungsziel sei seit 1972 eine Fläche von 75 Hektar angegeben worden – so groß ist der See heute. Die Fuhse wurde zwischen 1964 und 1971 nach Westen verlegt, sodass der See keinen oberirdischen Zufluss hat. Die durch die Ausbaggerung des Sees aufgeschüttete Insel (25 Hektar) wurde 1974 durch eine Brücke mit dem Ufer verbunden. 1976/77 wurde die Eissporthalle erbaut.

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