Wenka und Peggy suchen zusammen ein neues Zuhause

Salzgitter-Bad.  Das Tierheim Salzgitter bittet, seine Tiere mit einer Vorsorgevollmacht abzusichern.

Die 16-jährige Rauhhaardackel-Dame Wenka (rechts) und ihre 13-jährige Tochter Peggy suchen ein gemütliches Zuhause, um ihren Lebensabend gemeinsam zu genießen.

Die 16-jährige Rauhhaardackel-Dame Wenka (rechts) und ihre 13-jährige Tochter Peggy suchen ein gemütliches Zuhause, um ihren Lebensabend gemeinsam zu genießen.

Foto: Tierschutzverein Salzgitter

Die meisten Menschen regeln ihre Zukunft, indem sie Versicherungen abschließen, Absprachen mit ihren Angehörigen treffen oder sonstige Vorsorgemaßnahmen einleiten. Schließlich soll sich die Familie nicht unnötige Sorgen über die Zukunft machen. Doch leider wird dabei nur in wenigen Fällen an die Zukunft der Haustiere gedacht. Der Gedanke „Irgendjemand wird sich schon kümmern“ ist oft verbreitet, teilt das Tierheim Salzgitter mit.

Falls der Tierhalter in eine Klinik eingeliefert werden würde, in ein Pflegeheim käme oder sterben sollte – was würde dann mit seinem geliebten Haustier passieren, mit dem er oder sie über Jahre, möglicherweise auch Jahrzehnte, zusammen gelebt hat? Für eine Vielzahl von Tieren ist dann das Tierheim die Endstation. Gerade ältere Tiere haben es dann oft schwer, ein neues Zuhause zu finden. Sie werden aus ihrem gewohnten und lieb gewonnenen Umfeld gerissen und leiden. Sie können nicht verstehen, warum sie an einem Ort sind, an dem sie täglich mit unbekannten Menschen und fremden Gerüchen konfrontiert werden. Viele von ihnen sind den ständigen Kontakt mit anderen Artgenossen nicht gewohnt.

So ergeht es derzeit dem Mutter- und Tochter-Duo Wenka und Peggy. Die 16-jährige Rauhhaardackel-Dame Wenka und ihre drei Jahre jüngere Tochter Peggy werden voraussichtlich für viele Monate im Tierheim Salzgitter leben. Ihre Besitzerin ist unerwartet gestorben. Da im Vorfeld nicht geregelt wurde, was in solch einem Fall mit dem Tier geschehen soll, führte der Weg unweigerlich ins Tierheim. Das Tierheim in Salzgitter-Bad fungiert in diesem Fall als Auffangstation und sucht ein Zuhause, in dem es sich Mutter und Tochter auf ihre alten Tage auf dem Sofa oder einer kuschligen Decke bequem machen können.

Dass die Tiere von Angehörigen übernommen werden, geschieht eher selten. Bei dem einen passt die häusliche Situation nicht, ein anderer möchte keine Verantwortung übernehmen oder Allergien verhindern. Über 70 Prozent dieser Tiere werden von Familienangehörigen oder Bekannten des Verstorbenen dem Tierheim übergeben, da die Besitzer für die Zukunft ihrer Haustiere keine Vorsorge getroffen haben, heißt es.

Überlassen Sie die Zukunft Ihres Tieres nicht dem Zufall, appelliert deswegen das Tierheim. Mit einer Tier-Vorsorgevollmacht haben Tierhalter die Möglichkeit, die Zukunft ihres Vierbeiners zu regeln. Sie bevollmächtigen damit eine Person oder einen Tierschutzverein ihres Vertrauens, sich um ihr Tier zu kümmern. Empfohlen wird, mit dem Menschen, den man bevollmächtigen möchte, zu sprechen. Gibt er sein Einverständnis, wird die Vorsorgevollmacht am besten gemeinsam ausgefüllt. „Übergeben Sie auch ihm eine Kopie der Vereinbarung. Bewahren Sie die Vollmacht bei Ihren Dokumenten auf und informieren Sie den Bevollmächtigten über den Aufbewahrungsort“, teilt das Tierheim mit.

Empfohlen wird, auch den einen oder anderen Euro für seinen treuen Weggefährten beiseite zu legen, damit Angehörige mögliche tierärztliche Untersuchungen oder teure Medikamente finanziell leichter stemmen können.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder