Lkw-Fahrer entdeckt auf A2 Flüchtlinge auf seiner Ladefläche

Braunschweig.  Die neun jungen Männer stammen laut Polizei offenbar aus Afghanistan. Die Stadt Braunschweig bezweifelt, dass es sich um Minderjährige handelt.

Der Fahrer eines 40-Tonners wurde stutzig, als er beim Blick in den Rückspiegel eine Hand unter der Plane hervorlugen sah.

Der Fahrer eines 40-Tonners wurde stutzig, als er beim Blick in den Rückspiegel eine Hand unter der Plane hervorlugen sah.

Foto: Symbolfoto / Jonas Güttler / dpa

Die Polizei hat auf der A2 bei Königslutter neun vermutlich aus Afghanistan stammende junge Männer von der Ladefläche eines Lkw befreit. Wie die Beamten am Freitag mitteilten, verfügten die Migranten über keine Ausweisdokumente und machten einen gesundheitlich angegriffenen Eindruck. Nach Einschätzung des herbeigerufenen Rettungsdienstes und eines Notarztes mussten sie aber nicht behandelt werden. Jetzt erwarten sie laut Polizei Strafverfahren wegen des Verdachts der illegalen Einreise nach Deutschland.

Widersprüchliche Angaben zum Alter der Männer

Damit war die Odyssee der jungen Männer jedoch noch nicht beendet. Nachdem die Polizei sie zur Landesaufnahmebehörde (LAB) nach Braunschweig gebracht hatte, gab die Behörde die vermeintlich minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge – die Polizei gab ihr Alter mit 16 bis 17 Jahren an – am Donnerstag in die Obhut des Braunschweiger Jugendamtes. Auf Anfrage unserer Zeitung teilte die Stadt jedoch mit, allen neun jungen Männern seien augenscheinlich „sehr eindeutig“ schon volljährig. Zwei von ihnen hätten dies gegenüber Jugendamt-Bediensteten umgehend eingeräumt.

Deshalb sollen die Männer noch am Freitag zurück in die LAB gebracht werden, so die Stadt. Von dort werden sie laut LAB voraussichtlich ins „Ankunftszentrum“ nach Bad Fallingbostel-Oerbke gebracht, wo sie registriert werden und gegebenenfalls ein Asylverfahren durchlaufen.

Menschliche Hand lugte aus Plane

Der Fahrer des Lkw, der in Richtung Hannover fuhr, hatte die blinden Passagiere bemerkt, als er bei einem Blick in den Seitenspiegel feststellte, dass eine Hand seitlich aus der Plane seines Aufliegers ragte. Daraufhin steuerte er den nächsten Parkplatz an. Seit wann sich die Menschen auf der Ladefläche befanden, konnte er der Polizei nicht sagen. Zuvor war er mit seinem 40-Tonner bereits durch mehrere europäische Länder gefahren.

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