Trotz Corona: Niedersachsen setzt weiter auf Präsenzunterricht

Hannover.  Landesregierung will weniger öffentliche Termine machen und streicht „Bürgerdialog“ mit Weil.

Am Eingang einer Grundschule wird Anfang Oktober ein Zettel mit der Aufschrift "Unsere Schule ist von 05.10.2020 bis auf Weiteres geschlossen!" angebracht. Der Landkreis Wesermarsch hatte wegen mehrerer Corona-Fälle alle Schulen, Kindergärten und Kitas in der Gemeinde Lemwerder geschlossen.

Am Eingang einer Grundschule wird Anfang Oktober ein Zettel mit der Aufschrift "Unsere Schule ist von 05.10.2020 bis auf Weiteres geschlossen!" angebracht. Der Landkreis Wesermarsch hatte wegen mehrerer Corona-Fälle alle Schulen, Kindergärten und Kitas in der Gemeinde Lemwerder geschlossen.

Foto: Foto: Sina Schuldt / dpa

Wegen der „hohen Fallzahlen“ neuer Corona-Infektionen hat die Niedersächsische Landesregierung öffentliche Termine gestrichen, so einen „Bürgerdialog“ mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Das erklärte Regierungssprecher Gert Hahne am Freitag.

Die Landesregierung zeigte sich besorgt über die Entwicklung. Mit landesweit 532 Neuinfektionen wurde erneut ein Höchststand gemeldet. Am Freitag 9 Uhr gab es damit 24.899 gemeldete Covid-19-Infektionen in Niedersachsen. Zum Thema Beherbergungsverbot sagte der Sprecher, man müsse noch erst einmal prüfen, warum das Verbot nicht standgehalten habe. Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hatte das Verbot aufgehoben. Urteile gab es auch in anderen Bundesländern. In Schleswig-Holstein wurde das dortige Verbot allerdings für rechtmäßig erklärt. Man werde gegebenenfalls für Niedersachsen einen neuen Anlauf machen, denn die Situation könne ja auch noch schlimmer werden, so der Sprecher. „Nervosität haben wir einfach wegen der hohen Fallzahlen“, sagte er. Reisende aus Corona-Gebieten sollten nicht nach Niedersachsen kommen.

Weiterer Hotspot

Auch der Landkreis Oldenburg gilt seit Freitag als Corona-Risikogebiet. Der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche sei überschritten worden, teilte ein Sprecher des Kreises am Freitag mit. Eine Sprecherin des Sozialministeriums betonte, wer den Verdacht habe, sich mit Corona infiziert zu haben, sollte zum Arzt gehen und sich gegebenenfalls testen lassen. Als weitere Hotspots sind die Kreise Cloppenburg, Emsland, Grafschaft Bentheim, Northeim, Osnabrück und Vechta sowie die Stadt Osnabrück ausgewiesen.

Lüften in Schulen

Wie es nach den Herbstferien an den Schulen weitergeht, soll voraussichtlich Mitte nächster Woche mitgeteilt werden. Das sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte am Freitag an einer Schaltkonferenz der Kultusminister teilgenommen. „Innerhalb der Kultusministerkonferenz haben wir erneut bestätigt, dass wir maximale Anstrengungen für einen sicheren Präsenzunterricht vornehmen wollen“, ließ Tonne nach der Sitzung auf Anfrage erklären. „Wenn irgend möglich Präsenzunterricht“ beschrieb der Ministeriumssprecher die Ausgangslage. Das Land strebt - nicht nur im Fall der Schulen - aber ein regionales Krisenmanagement an. In der nächsten oder übernächsten Woche soll es auch einen überarbeiteten Rahmenhygieneplan für die Schulen geben, so der Sprecher. „Da wollen wir auch noch etwas genauer erklären, wie das funktionieren sollte“, sagte er zum Thema Lüften. Man sei nach Rücksprache mit vielen Experten überzeugt, dass das ausreichend sei. Einen Bundes-Fördertopf gebe es zwar zum Nachrüsten bestehender technischer Anlagen, nicht aber zum Neuanschaffen etwa von Kleingeräten, sagte er zum Thema Luftfilteranlagen.

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