Ehrenamtliche haben in Wolfenbüttel offenes Ohr für Patienten

Wolfenbüttel.  Die Mitarbeiterinnen des Wolfenbütteler DRK-Krankenhaussozialdienstes lesen vor, erledigen Besorgungen und haben immer ein freundliches Wort.

Ruth von Katte (links) steht stellvertretend für die ehrenamtlichen Damen des Krankenhaussozialdienstes Wolfenbüttel. Kerstin Scheithauer leitet Sozialberatung und Entlassmanagement am Klinikum.

Ruth von Katte (links) steht stellvertretend für die ehrenamtlichen Damen des Krankenhaussozialdienstes Wolfenbüttel. Kerstin Scheithauer leitet Sozialberatung und Entlassmanagement am Klinikum.

Foto: Frank Schildener

Sie sind da, wenn es Menschen schlecht geht und sie Gesellschaft brauchen, sie hören zu, sie lesen vor. Die Rede ist von den ehrenamtlichen Damen des DRK-Krankenhaussozialdienstes. Sie sind für den Gemeinsampreis unserer Zeitung nominiert.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den Aufenthalt im Krankenhaus weniger beschwerlich machen. Ein liebes Wort und ein offenes Ohr sind in schwierigen Situationen Gold wert. Am Städtischen Klinikum Wolfenbüttel sind es ein gutes Dutzend Damen, die sich im Wechsel freiwillig und unentgeltlich um Patienten kümmern und sie ein Stück ihres Genesungsweges im Klinikum begleiten. Eine von ihnen ist Ruth von Katte. Die 84-Jährige ist in der gegenwärtigen Riege am längsten dabei – seit August 1997. „Wir haben da eine wunderbare, dankbare Aufgabe“, sagt sie bei unserem Treffen am Wolfenbütteler Klinikum. Sie habe damals eine Aufgabe gesucht und sei von einer Bekannten auf die ehrenamtliche Tätigkeit beim Krankenhaussozialdienst hingewiesen worden. „Wenn ich eine Stunde hier bin und ich bekomme ein Lächeln oder das eine oder andere heitere Wort als Dank zurück, dann ist das toll“, sagt sie. „Wir lesen vor und haben immer ein offenes Ohr für den Patienten“, sagt sie. Manchmal ist es eine kleine Besorgung am Kiosk, dann wieder ein Spaziergang in den Garten. Die Ehrenamtlichen kümmern sich, sind da.

Besuche der Ehrenamtlichen sind gerade für ältere Personen wichtig und schön

„Wir freuen uns, wenn wir eines Tages wieder kommen dürfen“, ergänzt sie schließlich. Denn im Augenblick sind wegen der Pandemie nur eingeschränkt Besuche und die verdienstvolle ehrenamtliche Arbeit der zumeist Rentnerinnen überhaupt nicht möglich. Seit 1981 gebe es den ehrenamtlichen Krankenhaussozialdienst, berichtet Kerstin Scheithauer. Leiterin der Sozialberatung und des Entlassmanagements am Klinikum. „Zuhören können ist wichtig, ein hohes Maß an Natürlichkeit und Empathie“, beschreibt sie die Eigenschaften, die haben muss, wer mithelfen möchte. „Unsere Damen erfüllen diese Voraussetzungen in ganz besonderem Maße“, lobt Scheithauer das Engagement der Freiwilligen. Die Besuche der Ehrenamtlichen, die keine medizinisch-pflegerischen Tätigkeiten übernehmen dürfen, seien besonders für ältere Patienten ohne Angehörige wertvoll und schön, sagt sie. Manchmal organisieren die Frauen für bedürftige Patienten Kleidung aus der DRK-Kleiderkammer oder erkundigen sich in Absprache mit dem Pflegepersonal nach Essenswünschen.

Im Durchschnitt sind sie Montag bis Freitag zwei bis drei Stunden im Einsatz. Sie betreuen für sie festgelegte Stationen und melden sich auf den Stationen an und wieder ab. „Dort bestimmt dann der Patient, ob ein Besuch erwünscht ist und wie lange ein Gespräch dauert“, erläutert Scheithauer. „Der Dienst ist sehr dankbar und wertvoll“, betont sie. Sie wünsche sich, dass mehr Menschen mitmachen würden. Beim DRK werden die Ehrenamtlichen von Alexandra Faber betreut. „Wer mitmachen möchte, kann sich bei uns melden. Wir führen dann ein erstes Gespräch“, sagt sie am Telefon.

DRK-Krankenhaussozialdienst Wolfenbüttel: Die ehrenamtlich arbeitenden Frauen erledigen Besorgungen und bieten den Patienten des Klinikums Wolfenbüttel zwischenmenschliche Kontakte.

Kontaktmöglichkeiten für Bewerber: DRK Kreisverband Wolfenbüttel, Alexandra Faber, Telefon (05331) 9750215, E-Mail ehrenamt@drk-kv-wf.de, oder Kerstin Scheithauer, Telefon (05331) 9342909, E-Mail kerstin.scheithauer@khwf.de

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