Diese 10 Projekte sind für den Lupoleo-Award nominiert

Braunschweig.  Uschi Glas, Peter Maffay, Felix Neureuther und Co. entscheiden über die Sieger des von der Volksbank Brawo ausgerufenen Lupoleo-Awards.

„Bunte Kicker“ fördert benachteiligte Kinder über sportliche Aktivitäten und wertevermittelnde Lerneinheiten und ist jetzt für den Lupoleo-Award nominiert.

„Bunte Kicker“ fördert benachteiligte Kinder über sportliche Aktivitäten und wertevermittelnde Lerneinheiten und ist jetzt für den Lupoleo-Award nominiert.

Foto: Aktion Zivilcourage e.V. / Privat

Der Lupoleo-Award, der größte Förderpreis für soziales Engagement im Kinder- und Jugendbereich in Deutschland, geht in die entscheidende Phase. Das Jugendkomitee hat getagt und aus den über 350 eingereichten Projekten seine zehn Favoriten ausgewählt. Nun ist die prominent besetzte Jury gefragt. Unter der Leitung von Dr. Brigitte Mohn entscheiden unter anderem Schauspielerin Uschi Glas, Musiker Peter Maffay, der ehemalige Skirennläufer Felix Neureuther und der Fernsehmoderator und Comedian Dr. Eckart von Hirschhausen, welche drei Projekte (Themenschwerpunkt „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“) den Lupoleo-Award am 21. November erhalten.

Insgesamt 60.000 Euro Fördermittel für die Gewinner

Die drei Gewinner können sich auf 30.000 Euro, 20.000 Euro bzw. 10.000 Euro Fördermittel für ihre Projekte freuen, insgesamt also 60.000 Euro. Am 21. November 2020 findet die Verleihung der Lupoleo-Awards im Braunschweiger Staatstheater statt. Das Event wird zudem live gestreamt über FOCUS Online. „Ganz besonders freut es mich natürlich, dass der Lupoleo-Award für herausragendes soziales Engagement im Kinder- und Jugendbereich bereits im Premieren-Jahr bundesweit so erfolgreich angenommen wird. Gerade der gewählte Themenschwerpunkt gesellschaftliches Engagement ist so wichtig für unsere Gesellschaft. Der Einsatz für Kinder und Jugendliche liegt mir persönlich sehr am Herzen. Die Projekte mit dem Award in die Mitte der Gesellschaft zu stellen und ihnen durch die Auszeichnung unsere Anerkennung für ihr Engagement zu zeigen, ist für mich ein wichtiges soziales und politisches Zeichen“, sagt Dr. Brigitte Mohn, Vorstand Bertelsmann-Stiftung und Vorsitzende der Lupoleo-Award-Jury.

Mehr als 350 Projekte haben sich beworben

Die Phineo gAG aus Berlin, als neutraler Kompetenz-Partner des Awards, hatte im Vorfeld die über 350 eingereichten Projekte aus ganz Deutschland analysiert und nach festgelegten Auswahlkriterien 24 Projekte dem Jugendkomitee empfohlen. Hierbei handelt es sich allesamt um Projekte, die Kinder und Jugendliche unterstützen, sich für andere Menschen einzusetzen und für ein gleichberechtigtes Zusammenleben einzutreten sowie Formen von Diskriminierung in unserer Gesellschaft zu erkennen und damit umzugehen.

Prominente Jury wählt die drei Gewinner-Projekte

Bevor die Jury ihre Arbeit aufnehmen kann, ermittelte das Jugendkomitee, das sich aus 13 Jugendlichen aus dem gesamten Bundesgebiet zusammensetzt (wir berichteten) seine zehn besten Projekte. Die 12-jährige Carlotta aus Braunschweig, Mitglied des Jugendkomitees, beschreibt, worauf es ihr bei der Auswahl ankam: „Mich haben vor allem die Projekte überzeugt, in denen Werte mit Spaß und nicht so trocken vermittelt werden.“ Komiteemitglied Lara (15 Jahre aus Wolfsburg) legt Wert darauf, dass die Award-Gewinner die Fördermittel sinnvoll, im Sinne der Kinder und Jugendlichen, einsetzen. Und Finn (16) aus München sagt: „Ich war total überrascht und erfreut, was es für tolle Projekte gibt, die sich für uns stark machen.“

Die Qual der Wahl, aus den zehn Nominierten die drei Platzierten zu wählen, liegt jetzt bei den Jurymitgliedern: Dr. Brigitte Mohn (Vorsitzende), Uschi Glas (Brotzeit e.V., Peter Maffay (Peter Maffay Stiftung), Felix Neureuther (Felix Neureuther Stiftung), Dr. Eckart von Hirschhausen, Wolfram Kons (RTL-Spendenmarathon), Annette Heuser (Beisheim-Stiftung), Linda Gugelfuß (Phineo gAG), Philipp von der Wippel (Project Together), Emely Dehning (Jugendkomitee-Mitglied), Jürgen Brinkmann (Initiator Lupoleo-Award), Robert Lübenoff (Initiator Lupoleo-Award), Henry Maske (Henry Maske Stiftung), Armin Maus (Chefredakteur unserer Zeitung) und Florian Festl (Chefredakteur FOCUS Online).

Diese Projekte haben es in die Jury-Auswahl geschafft: „Couragierte Kinder“ – Aktion Zivilcourage e.V., Pirna/Sachsen

Die Aktion Zivilcourage unterstützt Kinder in Kitas, Horten und Grundschulen, respektvoll, empathisch und gewaltfrei miteinander umzugehen. In Kindertrainings setzen sich die Kinder spielerisch mit den Themen Mobbing, Streit und Vielfalt auseinander. Sozialkompetenzen wie Konfliktfähigkeit und kooperatives Verhalten werden geschult. Die Annahme des Projekts: Kinder mit diesen Kompetenzen handeln in Zukunft couragierter und übernehmen Verantwortung für sich und andere. Insgesamt wurden mit den Kindertrainings bereits 1.150 Kinder erreicht. Die Aktion Zivilcourage betreut aktuell 16 Kitas, Horte und Grundschulen aus dem Landkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge. In den letzten 12 Monaten fanden Kindertrainings für 540 Kinder statt, etwa 500 Pädagoginnen und Pädagogen wurden begleitet.

„NO LIMITS!“ – DEIN MÜNCHEN e.V., München/Bayern

„NO LIMITS!“ ist ein spezielles Bildungsprogramm für junge Mittelschüler (Hauptschüler), das jedes Schuljahr mit 60 Schüler*innen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren startet. Vier Mittelschulen in München sind dauerhafte Partner des Projekts, aus denen sich – nach eine einführenden Informationsveranstaltung – interessierte Schülerinnen und Schüler bewerben können. Schließlich werden vier Gruppen mit maximal 15 Jugendlichen gebildet, die nach einem gemeinsamen Auftaktwochenende an 12 dreistündigen, wöchentlich wechselnden Workshop-Modulen und Exkursionen teilnehmen. Die Workshops behandeln Themen wie „Respekt und Verantwortung in der realen und digitalen Welt“, „Potential und Stärken (PERMA)“, „Fremdbild / Selbstbild – Wie wirke ich auf andere“, „Mentale Stärke durch Bewegung“ sowie „Philosophie“ und „Kreativität“.

„Menschenfreund – Menschenfeind“ – Jugendbildungs- und Sozialwerk Goethe e.V. / 180 Grad Wende, Köln/Nordrhein-Westfalen

„Menschenfreund - Menschenfeind“ (MFMF) ist ein interaktives Projekt, in dem Narrative gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gemeinsam in der Gruppe auf innovative Weise dekonstruiert werden. In Workshops sowie mehrtägigen Projekttagen werden die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer für extremistisches Gedankengut sensibilisiert und lernen Parallelen und Unterschiede verschiedener Extremismusformen zu erkennen. Indem menschenfeindliche Narrative, von denen sie selbst betroffen sind, gleichgesetzt werden mit solchen menschenfeindlichen Narrativen, mit denen sie womöglich selbst sympathisieren, entsteht ein Aha-Effekt, der Empathie und Selbstreflektion fördern soll. Im vergangenen Jahr wurde MFMF an 14 Terminen durchgeführt, welche jeweils 90-minütige Workshops, Tagesworkshops sowie Projekttage umfasste. So konnten über 400 Jugendliche erreicht werden.

„Jugendberatung In&Out“ – Jugendnetzwerk Lambda e.V., Erfurt/Thüringen

„In&Out“ ermöglicht es, deutschlandweit queere Jugendliche online mit persönlicher Beratung und Unterstützung durch geschulte, andere queere Jugendliche zu erreichen. Das niedrigschwellige Peer-to-Peer-Angebot schafft Vertrauen und gibt Selbstbewusstsein und Entlastung. Die Jugendberatung bietet persönliche Beratung an – im Online-Chat, per Email oder am Telefon, auch anonym. Dabei finden die Jugendlichen Rat bei anderen queeren Jugendlichen, die für die Beratung gut geschult und professionell begleitet werden. Das Beratungsangebot ist besonders niedrigschwellig, da es ortsunabhängig funktioniert, anonym beraten wird sowie schnell und einfach zu erreichen ist. Der Peer-to-Peer-Ansatz hilft dabei, Berührungsängste zu minimieren und Vertrauen aufzubauen. Im letzten Jahr konnten ca. 600 Beratungskontakte bearbeitet werden.

„Bunte Kicker“ – Jumpers-Jugend mit Perspektive gGmbH, Kassel/Hessen

„Bunte Kicker“ fördert benachteiligte Kinder über sportliche Aktivitäten und wertevermittelnde Lerneinheiten. Das Projekt verbindet die Elemente „Bildung“, „Sprache“, „Integration“ und „Bewegung“ in Fußball-Aktivitäten für Kinder von 6-14 Jahren aus sozial angespannten Verhältnissen. Konkret läuft dies so ab, dass Jumpers mit einem „Bunte Kicker-Mobil“ unterwegs ist und an Grundschulen und auf öffentlichen Plätzen Station macht. Dort werden mit Fußballmaterial und Pädagogen Mischungen aus Lerneinheiten, Fußball-Training und Spielen durchgeführt. Die Kinder verbessern in diesem Rahmen ihre Deutschkenntnisse, erleben Wertschätzung und Anerkennung und tanken Selbstbewusstsein. Das Projekt kooperiert unter anderem mit dem KSV Hessen Kassel, dem SV Darmstadt und der Eintracht Braunschweig Stiftung um Einheiten schwerpunktmäßig in Kassel, Darmstadt und Salzgitter anzubieten.

„Fußball-Lernen-Global: „Wer bin ICH, wer bist DU, wer sind WIR GEMEINSAM?“ – KICKFAIR e.V., Ostfildern/Baden-Württemberg

„KICKFAIR“ bringt Kinder und Jugendliche deutschlandweit über vielfältige Straßenfußballangeboten (z.B. Spieletreffs, Straßenfußball-AGs, Pausenligen) an ihren Schulen in Kontakt und Begegnung. Einige Besonderheiten: Jungen und Mädchen spielen gemeinsam Fußball. Sie handeln die Regeln vor jedem Spiel selbst aus und besprechen deren Einhaltung nach dem Spiel in der Dialogzone. Fairness zählt in Punkten genauso viel wie geschossene Tore. Anstelle von Schiedsrichtern helfen Straßenfußball-Mediatoren (Jugendliche aus der Zielgruppe selbst) bei Diskussionen auf dem Spielfeld. Mit Bildkarten werden Sprachbarrieren im Spiel überbrückt.

Im Jahr 2019 wurden 400 Lehrkräfte und SozialpädagogInnen erreicht, die das KICKFAIR-Konzept lokal verankerten. 970 Fußballangebote und 52 Fußballturniere fanden statt. Die Fußballturniere erreichten 3.400 Schülerinnen und Schüler. An 270 Begegnungsworkshops nahmen 1.800 Jugendliche teil. 3.500 Jugendliche engagierten sich regelmäßig in unterschiedlichen Rollen und Aufgaben.

„Einmission“ – Kulturleben UG, Dresden/Sachsen

Das Projekt „einmission“ bringt jugendliche Interessengruppen mit relevanten Entscheidungsträgern in der Politik zusammen und initiiert und betreut das Herantragen von Anliegen der Kinder und Jugendlichen an die Gemeinde und den Stadtrat. Dabei unterstützt es von Beginn an die Gruppe mittels Moderationsleistungen, Kontakten zur Fachverwaltung, Schulung im Gemeinderecht, Übersetzungsleistung, Antragserarbeitung, Gremien- und Ausschussbegleitung und Mehrheitsbeschaffung. Der Fokus liegt dabei auf strukturschwachen Regionen in Sachsen, in denen die Gefahr von Demokratieverdrossenheit besonders groß ist. Ziel des Projektes ist es, das Vertrauen junger Menschen in demokratische Institutionen (wieder) herzustellen und zu fördern. Dazu sollen sie die Verfahrensweisen politischer Aushandlungsprozesse kennenlernen, indem sie sie selbst erleben und durchlaufen. So entwickeln die Projektteilnehmer ein Interesse für Politik in ihrem unmittelbaren Umfeld, sind gewappnet gegen Demokratieskepsis und Systemverdrossenheit und nehmen ihr Recht auf Mitbestimmung wahr.

„ROCK YOUR LIFE! Mentoring“ – ROCK YOUR LIFE! gGmbH, München/Bayern

„ROCK YOUR LIFE!“ baut mit seinem Mentoring-Programm Brücken zwischen sozial benachteiligten Jugendlichen, Studierenden und Unternehmen. Dadurch unterstützt es die Jugendlichen bei einem erfolgreichen Start in ihre Zukunft. Schülerinnen und Schüler aus Haupt- und Realschulen treffen dazu auf junge Studierende: denn beide Seiten stehen vor ganz ähnlichen Herausforderungen und Entscheidungen. In Trainings entdecken die Jugendliche eigene Potenziale und Stärken, entwickeln berufliche Wunschvorstellungen und realistische Zielsetzung für den Start ins Berufsleben. Sie vereinbaren mit ihren Mentorinnen und Mentoren individuelle Handlungspläne und erlangen berufsrelevante Kompetenzen. Das Projekt legt ebenfalls großen Wert auf den Kontakt mit Unternehmen. So lernen die Jugendlichen während des Programms verschiedene Firmen und Branchen durch Besuche kennen.

In den letzten zehn Jahren wurden bundesweit 7.463 Jugendliche durch das 1:1 Mentoring erreicht. In den letzten 12 Monaten sind 600 neue Mentoring-Paare gestartet, rund 1.000 Studierende waren ehrenamtlich aktiv, 128 Trainings für die Mentoring-Paare wurden durchgeführt.

„kick for girls“ – step stiftung, Freiburg im Breisgau/Baden-Württemberg

Fußball für mehr Teilhabe: „kick for girls“ schafft Möglichkeit für Freiburger Mädchen aus benachteiligenden Lebenslagen. Einmal pro Woche treffen sich 90 Schülerinnen an elf Grund-, Haupt- und Förderschulen in Fußball-AGs. Mädchen aus Ländern wie der Türkei, Rumänien, Mazedonien, Serbien, Russland und Deutschland stehen gemeinsam auf dem Fußballfeld. Miteinander knüpfen sie neue Kontakte, finden zusammen, erfahren Anerkennung und Zugehörigkeit. Das Entdecken der eigenen sportlichen Fähigkeiten stärkt die Selbstwirksamkeitserwartungen und das Durchsetzungsvermögen der Mädchen auch außerhalb des Sports. Durch kooperative Bewegungsspiele werden soziale Kompetenzen wie Konfliktfähigkeit und Empathievermögen trainiert. Der Zusammenhalt der Gruppen geht über das Fußballspiel hinaus. Neben dem Training gestalten sie Trikots und Plakate für die AGs, treffen sich zum Pizzabacken, zu gemeinsamen Ausflügen oder nehmen an schulübergreifenden Turnieren teil.

„Chancenpatenschaften“ – Stiftung Bildung, Berlin

Das Projekt „Chancenpatenschaften“ setzt in Kitas und Schulen an und schafft Begegnungsräume für Kinder und Jugendliche gleichen Alters aus ganz unterschiedlichen Lebensumständen, die nicht dieselben Chancen im Leben haben. Sie gehen eine Patenschaft miteinander ein, um gemeinsam etwas zu unternehmen oder an einem Schulprojekt außerhalb des Kita- und Unterrichtsalltags zu arbeiten. Durch die gemeinsamen Erlebnisse und den Austausch von Erfahrungen können sich (vorhandene und noch zu entdeckende) Stärken und Kompetenzen gegenseitig ergänzen. Oft entwickelt sich daraus eine Freundschaft. Vorurteile werden abgebaut; echte Inklusion wird erlebbar. Durch das Projekt werden die aktive Teilhabe und die Bereitschaft gestärkt, sich auf das Gegenüber einzulassen. Die Kinder und Jugendlichen lernen, dass ihre Ideen, Interessen und Bedürfnisse wichtig sind und gehört werden – denn in einer demokratischen Gesellschaft zählt jeder Einzelne. So kann ihnen Selbstwirksamkeit vermittelt und ein wichtiger Beitrag zu einer chancengerechten Bildung geleistet werden. Im Schuljahr 2019/20 konnten bereits über 6.000 Kinder und Jugendliche erreicht und an über 250 Kitas und Schulen bundesweit unterschiedlichste Tandemprojekte umgesetzt werden.

Weitere Informationen sind im Internet unter www.united-kids-foundations.de/lupoleo oder www.lupoleo.de

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