Coronavirus: USA wollen Einreisen aus Brasilien verbieten

Washington.  In den USA grassiert das Coronavirus besonders stark. Einen zweiten Lockdown hält Präsident Donald Trump dennoch für ausgeschlossen.

Trump fordert sofortige Öffnung von Gotteshäusern in den USA

US-Präsident Donald Trump hat die Gouverneure in den Bundesstaaten aufgefordert, Gotteshäuser trotz der Corona-Pandemie sofort wieder öffnen zu lassen. Trump bezeichnete Kirchen und andere Gotteshäuser wie Synagogen und Moscheen auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus als "essenzielle Orte, die essenzielle Dienste leisten".

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Die wichtigsten Nachrichten zur Corona-Krise in den USA:

  • Die USA wollen die Einreise aus Brasilien verbieten, weil sich das Coronavirus in dem südamerikanischen Land besonders ausbreitet
  • Die „New York Times“ erinnert am Sonntag auf ihrer Titelseite namentlich an 1000 Corona-Tote
  • Im besonders heftig von der Coronavirus-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York ist die Zahl der Toten an einem Tag erstmals seit rund zwei Monaten wieder zweistellig
  • Trump hat die Gouverneure in den Bundesstaaten aufgefordert, Gotteshäuser wieder zu öffnen – notfalls will er sich über sie hinwegsetzen
  • Der Mietwagen-Riese Hertz hat in den USA Insolvenz angemeldet
  • Covid-19-Patienten, die mit den Malaria-Medikamenten Hydroxychloroquin und Chloroquin behandelt werden, weisen einer großangelegten Studie zufolge eine höhere Sterblichkeitsrate auf
  • Wegen der vielen Corona-Toten in den USA will Trump die Flaggen im Land auf halbmast hängen
  • Beim Besuch eines Ford-Werks in Michigan weigerte sich Donald Trump, eine Schutzmaske zu tragen
  • Eigentlich ist das Tragen von Masken in dem Bundesstaat gesetzlich vorgeschrieben – die Justizministerin fand klare Worte
  • Kein Land ist von der Corona-Pandemie so stark betroffen wie die USA: Rund 1,6 Millionen Infektionen wurden dort nachgewiesen, mehr als 97.000 Menschen starben nach einer Covid-19-Erkrankung

Mit einer eindrucksvollen Titelseite hat die „New York Times“ der fast 100.000 Corona-Toten in den USA gedacht. Unter Nennung der Namen von 1000 Todesopfern erinnert die Zeitung daran, dass hinter jeder Zahl eine menschliche Tragödie steckt.

US-Präsident Donald Trump war unterdessen erstmals seit Langem wieder Golfen. Er unterstrich damit seinen Plan, so schnell wie möglich, zur Normalität zurückzukehren. Zuvor hatte er bereits die Gouverneure in den Bundesstaaten aufgefordert, Gotteshäuser trotz der Corona-Pandemie sofort wieder öffnen zu lassen. „Wenn sie das nicht tun, werde ich mich über die Gouverneure hinwegsetzen“, erklärte Trump. „In Amerika brauchen wir mehr Gebete, nicht weniger.“

Die USA sind weltweit das Land mit den höchsten Infektionszahlen und Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19. Rund 1,6 Millionen Menschen wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Mehr als 95.000 Menschen starben bereits an den Folgen einer Infektion mit Sars-CoV-2.

Coronavirus-News-Ticker: Alle aktuellen Infos zur Krise in den USA

Wie Trump und die USA mit der Pandemie umgehen, erfahren Sie hier im Newsblog.

Montag, 25. Mai: Hoffnungen auf Einreisen in die USA

8.44 Uhr: US-Präsident Donald Trump beschuldigt einen ihm unliebsamen TV-Moderator vor 20 Jahren an einem Mord beteiligt gewesen zu sein – eine Verleumdung. Lesen Sie hier den Bericht unseres US-Korrespondenten Dirk Hautkapp.

4.23 Uhr: Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen, Peter Beyer, hofft darauf, dass die Entwicklung der Corona-Pandemie in absehbarer Zeit wieder Reiseverkehr zwischen Deutschland und den USA zulässt. „Im Zuge der Lockerungen der Reisewarnungen ist perspektivisch auch ein Abkommen mit den USA wünschenswert“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Der transatlantische Austausch lebt vom persönlichen Miteinander, ganz zu schweigen von den vielen wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontakten.“

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte am 17. März eine weltweite Reisewarnung für Touristen ausgesprochen, die noch bis zum 14. Juni gilt. Danach will der SPD-Politiker sie für die Europäische Union aufheben und durch individuelle Reisehinweise ersetzen, in denen auf die jeweiligen Risiken aufmerksam gemacht wird. Wie mit Ländern außerhalb der EU verfahren wird, ist noch unklar.

Sonntag, 24. Mai: „New York Times“ erinnert auf Titelseite an Corona-Tote – Trump verbietet Einreisen aus Brasilien

18.34 Uhr: Angesichts des Ausmaßes der Corona-Pandemie in Brasilien wollen die USA Einreisen aus dem südamerikanischen Land verbieten. Dies kündigte am Sonntag der US-Sicherheitsberater Robert O’Brien im Fernsehsender CBS an. Eine formelle Verkündung werde es vermutlich noch im Laufe des Tages geben.

„Angesichts der Situation in Brasilien werden wir jede nötige Maßnahme ergreifen, um das amerikanische Volk zu schützen“, sagte O’Brien. Die USA hatten wegen der Corona-Pandemie zuvor bereits Einreisen unter anderem aus China, der Europäischen Union und Großbritannien verboten. In den USA starben bereits fast 100.000 mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Menschen, so viele wie in keinem anderen Land.

Brasilien hat sich in den vergangenen Tagen zum zentralen Krisenherd der Pandemie in Südamerika entwickelt. Nach den offiziellen Zahlen weist das Land nach den USA weltweit die zweitmeisten Infektionen auf; mehr als 22.000 Menschen starben laut offiziellen Angaben. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt, weil in Brasilien vergleichsweise wenig getestet wird.

9.39 Uhr: China hat den USA vorgeworfen, die Beziehungen zwischen beiden Ländern „an den Rand eines neuen Kalten Krieges“ zu bringen. „Uns ist aufgefallen, dass einige politische Kräfte in den USA die US-chinesischen Beziehungen in Geiselhaft nehmen und unsere beiden Länder an den Rand eines neuen Kalten Krieges bringen“, sagte Außenminister Wang Yi vor Journalisten. Die Beziehungen der beiden Länder hatten sich zuletzt unter anderem wegen der Corona-Pandemie und des Status von Hongkong weiter verschlechtert.

8.10 Uhr: Während sich die USA der Marke von 100.000 Corona-Toten nähern, hat die „New York Times“ (NYT) am Sonntag auf ihrer Titelseite unter Nennung von Namen an 1000 der Verstorbenen erinnert. „Die 1000 Menschen hier spiegeln nur ein Prozent der Todesfälle wider, keiner von ihnen war nur eine Zahl“, schrieb das Blatt in einer kurzen Einführung auf der Titelseite, die ausschließlich aus Text bestand.

„Ich wollte etwas, auf das die Menschen noch in hundert Jahren zurückblicken, um das Ausmaß zu verstehen, das wir gerade durchleben“, erklärte „NYT“-Ressortleiter Marc Lacey.

0.05 Uhr: Mit seinem ersten Golfplatz-Besuch seit Anfang März unterstreicht US-Präsident Donald Trump inmitten der Corona-Krise seine Forderung nach einer Rückkehr zur Normalität. Trump fuhr am Samstag zu seinem Golfclub in Sterling im US-Bundesstaat Virginia. Ob er dort tatsächlich zum Schläger greift, blieb zunächst unklar. Vor der Corona-Pandemie hatte der Präsident die Wochenenden regelmäßig zum Golfspielen genutzt.

Das Weiße Haus kündigte am Samstag außerdem an, dass Trump zum ersten Start einer SpaceX-Rakete mit US-Astronauten an Bord kommende Woche nach Florida reisen wird. Die beiden Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley sollen am Mittwoch in einer Raumkapsel vom Typ „Crew Dragon“ zur Internationalen Raumstation ISS geschickt werden.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa und das Raumfahrtunternehmen SpaceX halten trotz der Corona-Pandemie an ihrem Plan fest, erstmals seit neun Jahren Astronauten von den USA aus zur ISS zu schicken. Seit die USA 2011 ihr Space-Shuttle-Programm eingestellt haben, waren die Vereinigten Staaten auf Russlands Sojus-Raketen angewiesen, um Astronauten zur ISS zu befördern.

Samstag, 23. Mai: Coronavirus in den USA: Erfolge nach Studie mit Remdesivir

19.10 Uhr: Im besonders heftig von der Coronavirus-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York ist die Zahl der Toten an einem Tag erstmals seit rund zwei Monaten wieder zweistellig. Am Freitag seien in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern 84 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben, sagte Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz am Samstag. „Diese Nachrichten sind gute Nachrichten“, sagte Cuomo weiter. „Das ist ein Zeichen, dass wir echte Fortschritte machen.“ Auch die Zahl der Neuinfektionen ging in dem Bundesstaat weiter zurück.

Zum Höhepunkt der Krise in New York im März und April waren bis zu 800 Menschen pro Tag gestorben. Insgesamt haben sich in dem Bundesstaat bislang mehr als 360.000 Menschen angesteckt, rund 29.000 sind gestorben.

15.45 Uhr: Die Ergebnisse einer klinischen Studie aus den USA verstärken die Hoffnungen auf eine Therapie gegen das Coronavirus: Laut einer in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlichten Studie verkürzt das antivirale Mittel Remdesivir die Genesungsdauer von Covid-19-Patienten um rund 30 Prozent. Weniger eindeutig war der Einfluss auf die Sterblichkeit.

An der Studie des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) nahmen 1063 Covid-19-Patienten in den USA sowie in neun weiteren Ländern in Europa und Asien teil. Sie erhielten zehn Tage lang entweder das vom US-Pharmakonzern Gilead hergestellte Mittel Remdesivir, das ursprünglich gegen Ebola entwickelt wurde, oder ein Placebo. Die mit Remdesivir behandelten Patienten benötigten im Mittelwert elf Tage, die anderen Patienten 15 Tage bis zur Genesung. Nach Angaben der Autoren der Studie wirkte das Mittel am besten bei Patienten, die noch nicht an Beatmungsgeräte angeschlossen werden mussten. Sie empfahlen deshalb, schon früh mit der Behandlung zu beginnen.

13.40 Uhr: NBA-Legende Patrick Ewing ist an Covid-19 erkrankt. Wie der frühere Basketball-Profi mitteilte, habe er sich mit dem Coronavirus infiziert. „Dieses Virus ist schwerwiegend und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, schrieb der 57-Jährige auf Twitter.

Der langjährige Center der New York Knicks, der auch noch für die Seattle Supersonics und Orlando Magic spielte, befindet sich derzeit in einem Krankenhaus bei Washington in Isolation, wie die Georgetown Universität mitteilte. Dort coacht der zweimalige Olympiasieger das College-Team Georgetown Hoyas. Ewing sei der Einzige im Basketballprogramm, der bisher positiv getestet wurde, teilte die Universität mit.„Mit geht es gut und wir werden das alle überstehen“, sagte Ewing. „Ich möchte alle ermutigen, in Sicherheit zu bleiben und auf sich und seine Lieben aufzupassen.“

Los Angeles wehrt sich gegen Trump-Warnung

10.16 Uhr: Der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, hat sich gegen eine Warnung der Regierung von US-Präsident Donald Trump gewehrt, wonach die in seiner Stadt verhängten Corona-Beschränkungen illegal sein könnten. „Wir lassen uns in dieser Sache nicht von der Politik leiten, sondern von der Wissenschaft“, sagte Garcetti auf einer Pressekonferenz.

Der Demokrat Garcetti betonte, seine Stadt verfolge die Strategie einer schrittweisen, sicheren Öffnung. In Los Angeles wurde zuletzt damit begonnen, Strände und Golfplätze sowie Restaurants und Läden mit Abholoptionen wieder zu öffnen. Dabei geht die Metropole allerdings langsamer vor als andere Teile Kaliforniens.

In der dicht besiedelten Stadt wurden mehr als 43.000 Corona-Infektionen und mehr als 2000 Todesfälle registriert - weit mehr als die Hälfte aller Todesfälle in dem Bundesstaat. Zuletzt hatten Äußerungen eines örtlichen Gesundheitsbeamten für Empörung in Washington gesorgt, wonach die Beschränkungen noch weitere drei Monate andauern könnten. In dem Schreiben des US-Justizministeriums an die Behörden in Los Angeles hieß es, nach der US-Verfassung sowie den Gesetzen des Bundesstaates seien „willkürliche und unangemessene Handlungen“ verboten.

7.50 Uhr: Der von der Corona-Krise schwer gebeutelte Mietwagen-Riese Hertz hat in den USA und in Kanada Insolvenz angemeldet. „Die Auswirkungen von Covid-19 auf die Nachfrage nach Reisen waren plötzlich und dramatisch, was zu einem starken Rückgang der Einnahmen des Unternehmens und künftiger Buchungen führte“, erklärte Hertz. Die internationalen Ableger von Hertz in Europa, Australien und Neuseeland sind den Angaben zufolge nicht betroffen.

Nach dem Auftreten des Coronavirus hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben umgehend gehandelt, um die Sicherheit von Angestellten und Kunden zu gewährleisten. Alle „nicht notwendigen“ Ausgaben seien gestrichen worden. Es bestehe jedoch „nach wie vor Ungewissheit über die Rückkehr der Einnahmen und die vollständige Wiedereröffnung des Marktes (...), was die heutigen Maßnahmen erforderlich machte“, hieß es in der Erklärung weiter.

Hydroxychloroquin und Chloroquin: Forscher raten von Malariamitteln ab

4.13 Uhr: Covid-19-Patienten, die mit den Malariamitteln Hydroxychloroquin und Chloroquin behandelt werden, weisen einer groß angelegten Studie zufolge eine höhere Sterblichkeitsrate auf. „Hydroxychloroquin und Chloroquin zeigen keinen Nutzen bei Covid-19-Patienten“, erklärte Studienautor Mandeep Mehra vom Brigham and Women’s Hospital der Harvard Medical School in Boston.

Vielmehr wiesen die erhobenen Daten auf ein erhöhtes Sterberisiko hin. Zudem erhöhten die Medikamente das Risiko für Herzrhythmusstörungen. US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich erklärt, er nehme Hydroxychloroquin zur Vorbeugung gegen das neuartige Coronavirus ein.

Ein Forschungsteam der Harvard Medical School in Boston und des Herzzentrums am Universitätsspital Zürich hatte für die in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichte Studie die Daten von 96.000 Patienten in hunderten Krankenhäusern weltweit ausgewertet. Dabei unterschieden die Forscher vier Gruppen: Eine Gruppe erhielt Hydroxychloroquin, eine weitere Chloroquin. Die dritte Gruppe wurde mit einem der beiden Mittel in Kombination mit Antibiotika behandelt und eine Kontrollgruppe erhielt keines der Medikamente.

0.04 Uhr: Nach seiner überstandenen Covid-19-Erkrankung hat Oscar-Preisträger Tom Hanks (63) mit einem lustigen Zeugnis den Schulabgängern des Jahres 2020 gratuliert. Ihr seid die „Erwählten!“, schrieb der Schauspieler auf Twitter zu einem verschnörkelten Abschlusszeugnis mit altmodischem Schriftzug. Trotz der Härten der Corona-Krise hätten die Highschool-Absolventen ihre Ausbildung beendet und dabei Ehre, Einsatz und gutes Bürgerverhalten gezeigt, attestiert Hanks mit dem „halb-offiziellen“ Zeugnis.

Es trägt zwei Unterschriften: die von Hanks, der sich augenzwinkernd als „amerikanische Berühmtheit“ ausgibt, und die des verstorbenen Physikers Albert Einstein. In einem weiteren Tweet postete der Schauspieler ein Foto von 1974, das ihn mit kinnlangen Locken als Highschool-Schüler im kalifornischen Oakland zeigt. Wegen der Corona-Pandemie sind in den USA in diesem Jahr die traditionellen Abschlussfeiern an den Schulen abgesagt worden. Zahlreiche Stars machen bei virtuellen Aktionen mit, um die jungen Absolventen zu ehren.

Freitag, 22. Mai: Trump widersetzt sich Maskenpflicht in Michigan

21.55 Uhr: Trump hat die Gouverneure in den Bundesstaaten aufgefordert, Gotteshäuser trotz der Corona-Pandemie sofort wieder öffnen zu lassen. Trump bezeichnete Kirchen und andere Gotteshäuser wie Synagogen und Moscheen auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus als „essenzielle Orte, die essenzielle Dienste leisten“. Die Gouverneure müssten „das Richtige tun“ und deren sofortige Öffnung zulassen. „Wenn sie das nicht tun, werde ich mich über die Gouverneure hinwegsetzen“, erklärte Trump. „In Amerika brauchen wir mehr Gebete, nicht weniger.“

Die Entscheidung, was essenzielle Einrichtungen sind, die während der Corona-Pandemie geöffnet bleiben können, war bisher den einzelnen Bundesstaaten und Verwaltungsbezirken vorbehalten. Vielerorts untersagten die Behörden Gottesdienste, um eine weitere Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verhindern.

7.59 Uhr: Donald Trump ist im US-Bundesstaat Michigan laut Michigans Justizministerin Dana Nessel nicht länger willkommen – zumindest, wenn es nach ihr ginge. Nachdem Trump sich bei einem Werksbesuch des Autobauers Ford in dem Bundesstaat geweigert hatte, eine Schutzmaske zu tragen, fand Nessel klare Worte: „Der Präsident verhält sich wie ein bockiges Kind, das sich nicht an die Regeln halten will. Ich muss sagen, das ist kein Spaß.“ Das Tragen von Schutzmasken sei geltendes Gesetz, das auch der Präsident zu beachten habe.

Trump sagte vor Journalisten, er habe auf einem früheren Teil des Fabrikrundgangs eine Maske getragen, „aber ich wollte der Presse nicht die Freude machen, das zu sehen“. Trump zeigte daraufhin eine Maske vor, die er nach seinen Angaben getragen hatte. Er betonte, er selber und alle um ihn herum seien auf das Virus getestet worden, weswegen er keine Maske anziehen müsse. Ihm sei gesagt worden, in jenem Teil der Fabrik, in dem er mit Journalisten sprach, sei eine Maske nicht notwendig. Ford-Manager, die Trump begleiteten, trugen allerdings eine Maske.

Beim Besuch der Ford-Fabrik sagte Trump, dass er selbst im Falle einer zweiten Corona-Infektionswelle keinen zweiten Lockdown für die USA in Betracht ziehe. Sollte es eine zweite Infektionswelle geben, „werden wir die Feuer löschen, wir werden das Land nicht schließen“, so Trump.

Allerdings erwähnte er auch, dass die Entscheidung darüber bei den Gouverneuren liege. Trump drängte sie erneut, die Schutzmaßnahmen in den einzelnen Bundesstaaten zu lockern, damit die US-Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt. „Um die Gesundheit unserer Bevölkerung zu schützen, brauchen wir eine funktionierende Wirtschaft“, sagte Trump. „Bestimmte Gouverneure sollten weiter sein, als sie sind.“

1.20 Uhr: Zeichen der Trauer: US-Präsident Donald Trump hat angesichts Zehntausender Corona-Toten in den USA die Flaggen auf halbmast hissen lassen.

„Ich werde die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden und Nationaldenkmälern über die kommenden drei Tage hinweg in Erinnerung an die Amerikaner, die wir wegen des Coronavirus verloren haben, auf halbmast hängen“, kündigte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) auf Twitter an.

Donnerstag, 21. Mai: Corona-Krise USA – 2,4 Millionen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe

20.30 Uhr: Die USA unterstützen das Pharmaunternehmen AstraZeneca bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus mit bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar (1,1 Milliarden Euro). Das teilten das US-Gesundheitsministerium und der britisch-schwedische Konzern am Donnerstag mit.

Die Finanzspritze soll die Entwicklung des Vakzins beschleunigen und die Lieferung von Millionen Impfdosen auch an die USA sichern. Noch ist der Impfstoff jedoch nur in der Testphase. Er ist einer von vielen Kandidaten, die weltweit in der Entwicklung sind. AstraZeneca verfügt nach eigenen Angaben über Herstellungskapazitäten für eine Milliarde Dosen und sucht hierfür Kunden.

19.29 Uhr: Donald Trump will den G7-Gipfel hauptsächlich im Weißen Haus abhalten – sollte es trotz der Corona-Pandemie nun doch ein reales Treffen geben. Es sehe so aus, als würde der Gipfel der Staats- und Regierungschefs stattfinden können, sagte Trump am Donnerstag im Garten des Weißen Hauses.

Am Mittwoch hatte der US-Präsident völlig überraschend per Twitter mitgeteilt, dass er erwäge, die Zusammenkunft am ursprünglich geplanten Termin Mitte Juni oder an einem ähnlichen Datum zu veranstalten. Ein Teil des Gipfels könnte am Landsitz des Präsidenten in Camp David stattfinden, in erster Linie aber im Weißen Haus in Washingon, sagte Trump nun.

Die US-Regierung hatte im März das für Mitte Juni in den USA geplante Gipfeltreffen der sieben großen Industrienationen wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt und stattdessen eine Videokonferenz angesetzt. Ursprünglich sollte der Gipfel vom 10. bis 12. Juni in Camp David stattfinden.

Zu der „Gruppe der Sieben“ gehören neben den USA Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada. Trump hatte am Mittwoch geschrieben, dass ein realer Gipfel ein großartiges Signal der Normalisierung sein würde und dass die anderen Länder wie die USA bereits ihr Comeback starteten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ offen, ob sie einer Einladung Trumps in die USA in wenigen Wochen folgen würde. Aus Kreisen des Pariser Élyséepalastes verlautete, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron willens sei, nach Camp David zu reisen, falls die Gesundheitsbedingungen es erlaubten. Auch Kanadas Premier Justin Trudeau zeigte sich offen für eine Diskussion über ein persönliches Treffen in den USA.

14.46 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt weiter. In der Woche bis zum 16. Mai haben mehr als 2,4 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt, wie die US-Regierung am Donnerstag mitteilte. In der Vorwoche hatte es knapp drei Millionen Neuanträge gegeben. Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben nunmehr bereits fast 39 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren – so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des US-Arbeitsmarkts.

7.07 Uhr: Der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, wird Medienberichten zufolge an diesem Donnerstag wegen der Corona-Pandemie vorzeitig aus der Haft entlassen. Das berichtete unter anderem die „New York Times“ am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf eine Sprecherin der Gefängnisbehörde.

Cohen werde den Rest seiner Strafe voraussichtlich zu Hause absitzen, meldeten verschiedene Medien mit Bezug auf eine informierte Quelle. Ob dies schon endgültig entschieden ist, war aber zunächst unklar. Der 53-Jährige sollte ursprünglich bis November 2021 in dem Gefängnis in Otisville im Bundesstaat New York eine dreijährige Haftstrafe verbüßen.

4.13 Uhr: Nach düsteren Wochen für die US-Wirtschaft stehen neue Zahlen zur Entwicklung des US-Jobmarktes aus. Das US-Arbeitsministerium veröffentlicht am Donnerstag (Ortszeit) erneut die wöchentliche Zahl neuer Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Seit Mitte März haben in den USA bereits mehr als 36 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren – so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Experten rechnen wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in der größten Volkswirtschaft der Welt.

Mittwoch, 20. Mai: Trump hält die hohe Corona-Fallzahl für Auszeichnung für gute Tests – Einreisestopp für Europäer bleibt bestehen

22.21 Uhr: Deutsche dürfen weiterhin nicht in die USA einreisen. Ein Ende des Einreisestopps für Ausländer aus Europa ist nach Angaben des Weißen Hauses derzeit nicht absehbar. „Wir haben noch keinen Zeitplan dafür“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Washington. „Das vorrangige Anliegen des Präsidenten ist die Sicherheit der Amerikaner. Diese Reisebeschränkungen haben Leben gerettet.“

Bei der Ankündigung des Einreisestopps Mitte März hatte US-Präsident Donald Trump gesagt, dass die Regelung auf 30 Tage begrenzt sei. Mitte April hatte er angekündigt, dass sie in Kraft blieben, bis es den vom Coronavirus stark betroffenen Ländern in Europa besser gehe.

Reisende aus dem Schengenraum, Großbritannien und Irland dürfen nicht in die USA einreisen, solange die Beschränkungen in Kraft sind. Ausgenommen sind nur US-Amerikaner, bestimmte Diplomaten und Europäer, die eine langfristige Arbeitsgenehmigung in den USA haben, eine sogenannte „Green Card“. Auch deren Angehörige sind ausgenommen.

17.01 Uhr: US-Präsident Donald Trump erwägt, den diesjährigen G7-Gipfel nun doch als reales Treffen und nicht per Video abzuhalten. Trump schrieb am Mittwoch auf Twitter, da sich das Land von der Corona-Krise erhole, denke er darüber nach, die Zusammenkunft am ursprünglich geplanten Termin oder an einem „ähnlichen Datum“ in Camp David, dem Landsitz des US-Präsidenten, zu veranstalten. Dies wäre ein großartiges Signal der Normalisierung, erklärte er. Die anderen Länder starteten auch bereits ihr Comeback.

Die US-Regierung hatte im März das für Mitte Juni in den USA geplante Gipfeltreffen der sieben führenden Wirtschaftsnationen wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt und stattdessen eine Videokonferenz angesetzt. Der Gipfel hätte den ursprünglichen Plänen nach vom 10. bis 12. Juni in Camp David stattfinden sollen. Was genau nun aus der Zusammenkunft wird, ist nach Trumps Tweet offen.

Der US-Präsident ist 2020 Gastgeber des G7-Gipfels und konnte damit den Ort auswählen. Zu der „Gruppe der Sieben“ gehören neben den USA Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan.

7.34 Uhr: Die Vereinten Nationen und die Weltbank haben vor einer starken Zunahme der extremen Armut rund um den Globus als Folge der Corona-Pandemie gewarnt. UN-Generalsekretär António Guterres erklärte am Mittwoch, in Afrika drohten Millionen von Menschen in die bitterste Not abzurutschen. Er rief zur „globalen Solidarität“ mit dem Kontinent auf. Nach Schätzung der Weltbank könnten weltweit bis zu 60 Millionen weitere Menschen in extreme Armut geraten.

Guterres warnte, die Pandemie bedrohe die Fortschritte bei der Armutsbekämpfung in Afrika. Sie werde die dort seit langem bestehenden Ungleichheiten sowie den Hunger, die Fehlernährung und die Anfälligkeit für Krankheiten steigern.

Der UN-Generalsekretär gratulierte den afrikanischen Staaten aber auch dazu, dass sie rasch auf die Pandemie reagiert hätten. Die verzeichneten Infektionsfälle auf dem Kontinent seien bislang „niedriger als befürchtet“. Nach den offiziellen Statistiken gibt es in Afrika bislang insgesamt rund 88.000 Ansteckungsfälle und weniger als 3000 Todesopfer.

2.20 Uhr: US-Präsident Donald Trump kann der Vielzahl an nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in den USA – mehr als 1,5 Millionen – etwas Positives abgewinnen. Er betrachte es nicht als „schlechte Sache“, dass es so viele nachgewiesene Infektionen im Land gibt. „Ich betrachte es in gewisser Hinsicht als gute Sache, weil es bedeutet, dass unsere Tests viel besser sind“, sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) im Weißen Haus. „Ich betrachte es als Auszeichnung, wirklich, es ist eine Auszeichnung.“ Wenn man wie in den USA fast 14 Millionen Menschen teste, finde man auch mehr Fälle, sagte er.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität und dem Covid Tracking Project wurden bislang rund 12,2 Millionen Tests in den USA durchgeführt. Trump stellt immer wieder heraus, dass in den USA viel mehr getestet werde als in anderen Ländern.

Dienstag, 19. Mai: Trump droht WHO mit Austritt und dauerhaftem Zahlungsstopp – und verteidigt Einnahme von Malaria-Medikament

20.36 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Einnahme des Malaria-Medikaments Hydroxychloroquin zur Corona-Prophylaxe verteidigt. „Ich denke, es gibt einem ein zusätzliches Maß an Sicherheit“, sagte Trump am Dienstag im US-Kongress vor Journalisten. „Das ist eine individuelle Entscheidung.“ Hydroxychloroquin sei ein erprobtes Medikament und schade nicht.

Trump hatte am Montag erklärt, er nehme seit etwa eineinhalb Wochen das Malaria-Präparat ein – obwohl es keine belastbaren wissenschaftlichen Belege für eine Wirksamkeit des Medikaments im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt. Das Mittel erhöht nach Angaben der US-Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) aber das Risiko lebensgefährlicher Herzrhythmus-Störungen. Eine Studie hatte bei Einnahme des Medikaments in Kombination mit einem Antibiotikum eine höhere Sterblichkeit bei Corona-Patienten festgestellt.

Nach Angaben von Trumps Leibarzt Sean Conley überwiegen mögliche Vorteile einer Behandlung mit Hydroxychloroquin die damit verbundenen Risiken. Es ist unklar, ob Trump das Mittel nimmt, um einer Infektion mit dem neuartigen Virus vorzubeugen, oder dies in der Hoffnung macht, dass damit mögliche Symptome der Erkrankung Covid-19 milder ausfallen würden. Trump unterzieht sich regelmäßig Corona-Tests, die nach Angaben des Weißen Hauses stets negativ ausfielen.

18.57 Uhr: Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus soll die Grenze zwischen den USA und Kanada für weitere 30 Tage weitgehend geschlossen bleiben. Das teilte Kanadas Premierminister Justin Trudeau am Dienstag mit, wie kanadische Medien berichteten. Kanadische Provinzen an der Grenze hätten ein „deutliches Verlangen“ nach einer Verlängerung gezeigt und die USA seien dafür „komplett offen“ gewesen.

Die zeitweise Grenzschließung aufgrund der Coronavirus-Pandemie war im März vereinbart und im April schon einmal verlängert worden. Ziel ist, den nicht notwendigen Reiseverkehr zwischen den beiden Ländern zu unterbinden und zugleich den Verkehr wichtiger Waren wie medizinische Ausrüstung und Nahrung zu gewährleisten.

18.45 Uhr: Im besonders heftig von der Coronavirus-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York sollen am Memorial Day kommende Woche Gedenkveranstaltungen mit maximal zehn Menschen oder Autokorsos erlaubt werden. „Es ist wichtig, die Kriegsveteranen zu ehren, und ich denke, dass wir das tun können und dass wir das sicher tun können“, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Dienstag bei seiner täglichen Pressekonferenz. Die Entscheidung solle letztendlich aber bei regionalen und lokalen Behörden im Bundesstaat liegen.

Am Memorial Day, der immer am letzten Montag im Mai stattfindet, wird in den USA traditionell der Kriegsveteranen und Gefallenen gedacht – normalerweise unter anderem mit großen Paraden.

Im Bundesstaat New York mit rund 19 Millionen Einwohnern sank die Zahl der Toten mit 105 am Montag unterdessen weiter, wie Cuomo sagte. Die Zahl der neu in Krankenhäusern aufgenommenen Patienten sank auf 335.

WHO reagiert zunächst nicht auf Angriff Trumps

12.51 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zunächst nicht auf den Brief von US-Präsident Donald Trump mit neuen Vorwürfen und einer Austrittsdrohung reagiert. Die Organisation sei mit der Fortführung der virtuellen Jahrestagung beschäftigt, sagte eine Sprecherin am Dienstag in Genf. Die Tagung steht ganz im Zeichen der verheerenden Coronavirus-Pandemie. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus werde zum Ende der Versammlung am Nachmittag noch einmal das Wort ergreifen.

Er macht die Organisation für die hohe Anzahl der Toten in der Coronavirus-Krise mitverantwortlich. An Tedros schrieb er: „Es ist klar, dass die wiederholten Fehltritte, die Sie und Ihre Organisation sich bei der Reaktion auf die Pandemie geleistet haben, die Welt extrem teuer zu stehen gekommen sind.“ Er warf ihr einen „alarmierenden Mangel“ an Unabhängigkeit von China vor. Die WHO habe es versäumt, glaubwürdigen Berichten nachzugehen, die in direktem Widerspruch zur Darstellung Pekings stünden. Kritiker werfen Trump vor, mit seinem Feldzug gegen die WHO von eigenen Versäumnissen abzulenken.

9.55 Uhr: Kim Kardashian hat sich dem Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zunutze gemacht und unter ihrem Unterwäsche-Modelabel Skims eine eigene Mundschutz-Kollektion veröffentlicht. „Um die Hilfsaktionen gegen Covid-19 zu unterstützen und die Menschen an der Front zu schützen, spendet Skims 10.000 nahtlose Gesichtsmasken an unsere karitativen Partner, an die ebenfalls eine Million US-Dollar verteilt wurden“, ist auf der Instagram-Seite zu lesen.

Allerdings: Die unifarbenen, schlichten Masken waren innerhalb weniger Stunden ausverkauft, wie der Reality-Star in den sozialen Netzwerken mitteilte. An der Produktion weiterer Masken werde gearbeitet.

US-Präsident Donald Trump droht WHO mit Austritt

5.50 Uhr: Im Streit um den Umgang mit der Corona-Pandemie hat US-Präsident Donald Trump mit einem dauerhaften Stopp der US-Beitragszahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und einem Austritt seines Landes aus der Organisation gedroht. Trump veröffentlichte am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter Bilder eines Briefes an WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, in dem er „größere substanzielle Verbesserungen“ in der Arbeit der Organisation fordert.

Sollte die WHO solche Änderungen nicht innerhalb der nächsten 30 Tage vornehmen, werde seine Regierung ihre Beitragszahlungen an die Organisation permanent einstellen, warnte der US-Präsident. Außerdem werde seine Regierung in diesem Fall ihre Mitgliedschaft in der WHO „überdenken“.

Trump hatte Mitte April bereits eine vorläufige Aussetzung der US-Beitragszahlungen an die WHO angekündigt. Er wirft der UN-Unterorganisation seit Wochen „Missmanagement“ in der Corona-Krise sowie Einseitigkeit zugunsten Chinas vor, das als Herkunftsland des neuartigen Virus gilt. Am Montag bezeichnete Trump die WHO als „Marionette Chinas“.

Die USA sind der größte Beitragszahler der WHO. Die US-Zahlungen an die Organisation belaufen sich laut Trump auf rund 450 Millionen Dollar (412 Millionen Euro) jährlich. Derzeit findet die Jahrestagung der WHO-Mitgliedstaaten statt, die wegen der Pandemie per digitaler Kommunikation abgehalten wird.

3.56 Uhr: Der Profisport in den USA bekommt aus der Politik weitere Signale für ein Comeback in der Corona-Krise. Die Gouverneure aus Kalifornien, New York und Texas schürten mit entsprechenden Kommentaren die Hoffnungen auf Spiele in den großen Ligen noch in diesem Sommer. „Der Staat New York ist bereit und willens, mit großen Sportteams zusammenzuarbeiten, die daran interessiert sind, Spiele ohne Fans sicher zu spielen“, schrieb New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Montag auf Twitter. „Wenn unsere professionellen Sportteams es schaffen, dass es am Ende funktioniert (und sicher ist), unterstützen wir sie.“

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom sprach am Montag nach Angaben der „Washington Post“ davon, dass Profi-Sport in der ersten Juni-Woche anfangen könnte, sich vorwärts zu bewegen. In Texas nannte Gouverneur Greg Abbot den 31. Mai als Termin, zu dem Profi-Sport ohne Zuschauer weiter machen könne. Zuvor hatte es unter anderem aus Florida und Arizona ähnliche Kommentare der Regierungschefs gegeben.

Derzeit sind alle großen Ligen wegen der Pandemie entweder unterbrochen oder haben ihren Saisonstart verschoben. Eine Ausnahme ist die NFL, die ihre Football-Saison planmäßig am 10. September beginnen möchte. US-Präsident Donald Trump hatte sich zuletzt mehrfach dafür ausgesprochen, dass der Sport seine Pause bald beendet und die Chefs der Ligen entsprechend ermuntert. Konkrete Pläne, wie die Spielzeiten unter dem Eindruck des Coronavirus aufgenommen werden sollen, hat noch keine der großen Ligen veröffentlicht.

Montag, 18. Mai: New Yorker Gouverneur lässt sich vor Kameras testen – USA kritisieren China und WHO

23.03 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie in den USA hat einen neuen tragischen Höhepunkt erreicht. Nach Berechnungen des Johns-Hopkins-Universität sind mehr als 90.000 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Insgesamt haben sich mehr als 1,5 Millionen US-Amerikaner mit dem Coronavirus infiziert.

22.51 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat am Montag Beobachter mit der Aussage überrascht, dass er bereits seit mehr als einer Woche das Arzneimittel Hydroxychloroquin als Präventiv gegen eine mögliche Coronavirus-Erkrankung einnehmen würde. Gesundheitsexperten raten seit Wochen von der Nutzung des Malaria-Mittels Hydroxychloroquin ab – es gäbe schlichtweg keine Beweise für eine Wirkung des Medikaments.

Vorläufige Ergebnisse einer US-Studie, die Ende April veröffentlicht wurden, mehrten weitere Zweifel am Einsatz von Hydroxychloroquin. Demnach weisen die Ergebnisse nicht nur darauf hin, dass das Malaria-Mittel nicht bei der Bekämpfung des Coronavirus hilft. Zudem war die Sterberate bei mit dem Mittel behandelten Patienten sogar deutlich höher als bei einer Behandlung ohne dieses Medikament.

21.02 Uhr: Der Fahrdienst-Vermittler Uber hat in der Corona-Krise rund jeden vierten Jobs gestrichen. Das oft als Taxi-Schreck bezeichnete Unternehmen kündigte am Montag den Abbau von 3000 weiteren Arbeitsplätzen ab. Vor nicht einmal zwei Wochen hatte Uber bereits 3700 Stellen abgebaut, unter anderem im Kundenservice.

Das Unternehmen wolle sein Geschäft stärker auf die Standbeine Mobilität und Lieferdienste konzentrieren, erklärte Uber-Chef Dara Khosrowshahi. Uber, das schon vor der Krise Verluste schrieb, will die Kosten insgesamt um mehr als eine Milliarde Dollar senken.

Bei Uber drückt die Corona-Krise deutlich auf das Kerngeschäft mit Fahrdiensten. Im April lag es um 80 Prozent unter dem Vorjahreswert. Uber schrieb schon lange Verluste. Zugleich verzeichnete Uber zuletzt ein deutliches Plus bei der Essenszustellung im Teildienst Uber Eats. Uber setzt deshalb laut Medienberichten zur milliardenschweren Übernahme des Essenslieferdienstes Grubhub an.

19.21 Uhr: Zwei Monate nach der Schließung wegen der Corona-Pandemie haben Autobauer in den USA die Arbeit in den Fabriken unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder aufgenommen. Die Hersteller General Motors (GM), Ford und Fiat Chrysler begannen am Montag damit, ihre Produktion schrittweise hochzufahren. GM kündigte in einem Schreiben an die Mitarbeiter an, die Entwicklung in den Fabriken genau zu überwachen und die Schutzmaßnahmen gegebenenfalls anzupassen.

Um eine Verbreitung des Coronavirus in den Fabriken zu verhindern, desinfizierten die Autobauer nach eigenen Angaben die Arbeitsplätze, entzerrten die Arbeitszeiten und verteilten Reinigungsmittel. GM-Mitarbeitern in Detroit wurde vor dem Betreten der Produktionsstätten Fieber gemessen, zudem erhielten sie Schutzmasken.

US-Präsident Donald Trump plant am Donnerstag einen Besuch in einem Ford-Werk nahe Detroit im Bundesstaat Michigan. In der Fabrik werden mittlerweile in der Corona-Pandemie dringend benötigte Beatmungsgeräte hergestellt. Die Werke von GM, Ford und Fiat Chrysler waren Mitte März wegen der massiven Ausbreitung des Virus geschlossen worden.

18.16 Uhr: Die USA haben ihre Attacken gegen China und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitten in der verheerenden Coronavirus-Pandemie fortgesetzt. Während die US-Regierung Staats- und Regierungschefs aus China, Deutschland und anderen Ländern am Montag zum Auftakt der WHO-Jahresversammlung zunächst das Feld überließ, griff Außenminister Mike Pompeo später aus Washington erneut an. Er warf Peking fortgesetzte Manipulationen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie vor. Die WHO habe versagt, legte US-Gesundheitsminister Alex Azar nach.

„Wir müssen offen sein und sagen, warum diese Pandemie außer Kontrolle geraten ist“, sagte Azar. Die WHO habe bei ihrer Aufgabe versagt, Mitgliedsländer zeitnah über das Virus zu informieren. Er forderte eine unabhängige Untersuchung über die Rolle Chinas und der WHO bei der Ausbreitung des Virus. Die USA haben ihre Zahlungen an die WHO eingefroren und untersuchen vermeintliche Fehlleistungen der WHO. Kritiker sagen, sie wollen mit der Kritik von ihrem eigenen Versagen, die Pandemie unter Kontrolle zu bekommen, ablenken.

Für eine Initiative zur Reform der WHO sprach sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn aus. „Die WHO muss unabhängiger werden vom Einfluss einzelner Staaten“, sagte er anlässlich der Jahrestagung. Sie müsse zudem in ihrer koordinierenden Funktion stärker werden und benötige auch deutlich schnellere Informationen, wenn neuartige Infektionen auftreten.

15.44 Uhr: Das US-Biotech-Unternehmen Moderna hat von „positiven Zwischenergebnissen“ in der ersten Phase von klinischen Tests eines möglichen Coronavirus-Impfstoffs berichtet. Der gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelte Impfstoff mRNA-1273 habe bei acht von 45 Studienteilnehmern eine Immunreaktion hervorgerufen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Diese ähnelte demnach der Reaktion infizierter Menschen auf das Virus.

„Obwohl sie als vorläufig zu betrachten sind, zeigen die Zwischenergebnisse der ersten Phase, dass eine Impfung mit mRNA-1273 eine Immunreaktion in der gleichen Größenordnung auslösen kann, wie sie durch eine natürlich ausgelöste Infektion hervorgerufen wird“, erklärte Tal Zaks, medizinischer Leiter von Moderna. Die vollständigen Ergebnisse der ersten Phase der klinischen Tests sind jedoch noch nicht bekannt.

Das Unternehmen realisiert die klinische Studie gemeinsam mit der Gesundheitsbehörde NIH. Die US-Regierung investierte fast eine halbe Milliarde Dollar in das Forschungsprojekt. Drei Gruppen aus jeweils 15 Teilnehmern erhielten in der ersten Phase drei verschiedene Dosen des Impfstoffs. An der zweiten Phase, die den Angaben zufolge demnächst beginnt, soll voraussichtlich eine größere Zahl von Menschen teilnehmen.

Die dritte sowie letzte und wichtigste Phase der klinischen Tests soll im Juli beginnen. Sie ist ausschlaggebend für eine mögliche Anerkennung der Wirksamkeit des Impfstoffs. Laut Moderna ergaben zusätzliche Tests an Mäusen, dass der Impfstoff eine Verbreitung des Virus in den Lungen der Mäuse verhindert. Bislang gibt es weltweit keinen zugelassenen Impfstoff gegen das Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit COVID-19 auslöst.

7.42 Uhr: Bei seiner täglichen Pressekonferenz zur Lage in der Pandemie ließ sich der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntag vor Journalisten und Journalistinnen auf das Coronavirus testen lassen. Bei Bedarf sollen sich die New Yorker und New Yorkerinnen ebenfalls testen lassen, so der Gouverneur. Man habe die Testkapazitäten ausgeweitet: An etwa 700 Stationen könnten nun täglich 40.000 Tests durchgeführt werden.

Cuomo gab zudem an, die Zahlen der Neuinfektionen und Todesfälle sei weiterhin rückläufig. Insgesamt haben sich in New York bislang mehr als 350.000 Menschen mit dem Virus infiziert, rund 28.000 sind daran gestorben.

Sonntag, 17. Mai 2020: Obama kritisiert US-Regierung scharf – Erholung der Wirtschaft könnte bis Ende 2021 dauern

21.13 Uhr: Der Handelsberater von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, hat schwere Vorwürfe gegen die Gesundheitsbehörde CDC erhoben. Zu Beginn der Pandemie habe die Behörde „das Land mit den Tests echt im Stich gelassen“, sagte Navarro am Sonntag dem Sender NBC. „Das hat uns zurückgeworfen.“

Das CDC hatte zunächst einen eigenen Test entwickelt, statt auf bereits vorhandene Tests aus anderen Ländern zurückzugreifen. Der CDC-Test stellte sich dann als fehleranfällig heraus. Trump war wegen eines Mangels an Testmöglichkeiten in der Krise in die Kritik geraten.

20.14 Uhr: Eine vollständige Erholung der US-Wirtschaft könnte nach Einschätzung des Chefs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, bis Ende nächsten Jahres dauern. „Die Wirtschaft wird sich erholen“, sagte Powell dem Sender CBS am Sonntag. Unter der Annahme, dass es keine zweite Welle des Coronavirus gebe, rechne er mit einer stetigen Erholung im zweiten Halbjahr diesen Jahres.

Der Prozess könne sich dann bis Ende nächsten Jahres hinziehen. Powell schloss nicht aus, dass eine Voraussetzung ein Impfstoff gegen das Virus sein könnte. „Damit sich die Wirtschaft vollständig erholen kann, müssen die Menschen volles Vertrauen haben.“ Dafür sei womöglich ein Impfstoff notwendig.

16.27 Uhr: Der Sohn von US-Präsident Donald Trump, Eric Trump, hat den US-Demokraten vorgeworfen, Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu Wahlkampfzwecken zu missbrauchen. Die Demokraten würden das Thema „jeden einzelnen Tag zwischen jetzt und dem 3. November ausschlachten“, sagte Eric Trump dem Sender Fox News mit Blick auf den Wahltag.

Trump weiter:„Und wissen Sie was? Nach dem 3. November wird (das) Coronavirus plötzlich wie von Zauberhand weggehen und verschwinden, und jeder wird in der Lage sein, wieder zu öffnen.“ Er schien auf demokratische Gouverneure anzuspielen, die sich Bestrebungen des Präsidenten widersetzen, ihre Bundesstaaten trotz der Pandemie möglichst schnell wieder zu öffnen.

Eric Trump unterstellte dem designierten Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten, Joe Biden, die Lage auszukosten, weil der Präsident derzeit wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus keine großen Wahlkampfveranstaltungen abhalten kann. „Biden liebt das. Biden kann auf keine Bühne gehen, ohne einen furchtbaren Patzer zu begehen.“

Die Demokraten versuchten, Donald Trump seinen größten Vorteil zu nehmen - dass er Arenen mit Zehntausenden Menschen füllen könne. „Joe Biden bekommt keine zehn Menschen in einen Raum.“

12.34 Uhr: Komiker Jim Carrey hat mit seinem eigenwilligen Kommentar zu einer Rede von Donald Trump für Lacher im Netz gesorgt. In einem Twitter-Video des 58-Jährigen ist eine Aufzeichnung einer Rede des US-Präsidenten zu sehen.

Dann erscheint Jim Carrey im Bild – scheinbar hustend und schnäuzend in Richtung des US-Präsidenten. Zum Schluss des Clips klebt er dann sein benutztes Taschentuch an den Fernsehbildschirm und verdeckt damit Trumps Gesicht.

Das Video, das offensichtlich auch auf die Corona-Pandemie anspielt, von der die USA mit am härtesten betroffen sind, wurde tausendfach auf Twitter geteilt und kommentiert. „Das ist einfach nur fantastisch“, schrieb ein User. Ein anderer meinte: „Danke, Jim. Du bist der Beste.“ Unter den Kommentaren waren aber auch Stimmen, die Carrey für das Video kritisierten.

0.24 Uhr: In einem seltenen Schritt hat der frühere US-Präsident Barack Obama die jetzige Führung des Landes wegen ihres Umgangs mit der Corona-Krise scharf kritisiert. Die Corona-Krise lege die Ahnungslosigkeit von Regierenden offen, so Obama.

Bei einem Video-Grußwort für eine Uni-Abschlussfeier sagte er am Samstag: „Diese Pandemie hat vor allem unsere Überzeugung zunichte gemacht, dass die Leute, die in der Verantwortung stehen, wissen, was sie tun.“ Obama rief die Absolventen auf, Verantwortung zu übernehmen und Initiative zu ergreifen.

„Viele von ihnen tun nicht einmal so, als seien sie verantwortlich“, setzte Obama mit Blick auf die aktuelle Führung hinzu. Dabei nannte der demokratische Ex-Präsident keine Namen. Es galt aber als sicher, dass seine Kritik seinem republikanischen Nachfolger Donald Trump galt.

Barack Obama kritisiert US-Regierung

In einem weiteren Grußwort für eine virtuelle Abschlussfeier von High-School-Schülern schlug Obama in die gleiche Kerbe. Er rief die Schüler dazu auf, dort Verantwortung zu übernehmen, wo die politische Führung versagt: „Zu tun, was sich gut anfühlt, was bequem ist, was einfach ist - so denken kleine Kinder. Leider denken auch viele sogenannte Erwachsene - darunter einige mit tollen Titeln und wichtigen Jobs - noch so. Deshalb ist die Lage auch so verkorkst.“

Samstag, 16. Mai 2020: US-Repräsentantenhaus beschließt Corona-Hilfspaket

21.55 Uhr: Donald Trump hat nach eigenen Angaben noch keine endgültige Entscheidung über die amerikanischen Beitragszahlungen für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) getroffen. Derzeit lägen alle Beiträge auf Eis, schrieb der Präsident am Samstag auf Twitter. Eines von „zahlreichen“ Konzepten, die die Regierung in Erwägung ziehe, sehe vor, künftig nur noch zehn Prozent der bisherigen US-Beiträge zu bezahlen, was den „viel niedrigeren“ Zahlungen Chinas entspreche, sagte Trump.

Der US-Präsident hatte vor einem Monat einen Zahlungsstopp an die WHO veranlasst – mitten in der Coronavirus-Pandemie. Die Maßnahme stieß international auf Kritik. Trump wirft der Sonderorganisation der Vereinten Nationen schwere Versäumnisse in der Pandemiebekämpfung und China-Hörigkeit vor und beklagt, dass die USA deutlich mehr an die Organisation zahlen als China. Die Höhe der Mitgliedsbeiträge hängt laut WHO von der Bevölkerungsgröße und dem Wohlstand des Landes ab.

Nach dem US-Zahlungsstopp hatte China angekündigt, der WHO mit zusätzlichen 30 Millionen US-Dollar unter die Arme greifen zu wollen. Seit dem Ausbruch des Coronavirus war dies die zweite Zahlung, die die Chinesen der WHO in Aussicht stellten.

19.57 Uhr: In den USA sind inzwischen fast 1,5 Millionen Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden – das ist ein Drittel der weltweit gemeldeten Fälle. Fast 88.000 Coronavirus-Tote sind zu beklagen. Das geht aus den Erhebungen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Rund ein Drittel der Covid-19-Todesfälle, rund 28.000, hatte der US-Hotspot New York gemeldet. Der Ostküsten-Bundesstaat mit der Millionenmetropole ist mit Abstand am heftigsten betroffen.

Corona-Krisenmanagement: Wissenschaftsmagazin ruft indirekt zur Trump-Abwahl auf

11.45 Uhr: Das renommierte britische Wissenschaftsmagazin „The Lancet“ hat das Vorgehen von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Krise kritisiert und indirekt zu dessen Abwahl aufgerufen. Trumps Regierung sei „besessen von Allheilmitteln – Impfstoffen, neuen Medikamenten oder einer Hoffnung, dass das Virus einfach verschwinden wird“, hieß es in einem Kommentar.

Im Kampf gegen das Virus habe die Trump-Regierung die Gesundheitsbehörde CDC an den Rand gedrängt. „Amerikaner müssen im Januar 2021 einen Präsidenten ins Weiße Haus schicken, der versteht, dass öffentliche Gesundheit nicht von Parteipolitik gesteuert werden sollte.“

In dem Meinungsbeitrag des Magazins hieß es weiter, die Pandemie verschlimmere sich in den USA. Zwar habe CDC Fehler in der Krise begangen – etwa durch fehlerhafte Coronavirus-Tests. Auch hätten die USA weiterhin bei Weitem noch nicht die notwendige Test-Infrastruktur aufgebaut, die zur Bekämpfung der Pandemie notwendig sei. Das könne aber kein Grund sein, die Gesundheitsbehörde weiter zu untergraben, die einst der internationale Maßstab gewesen sei. Kritik übte das Magazin auch an Trumps Ankündigung, mitten in der Pandemie die Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation WHO auszusetzen.

7.32 Uhr: Das von den oppositionellen Demokraten kontrollierte US-Repräsentantenhaus hat ein neues gigantisches Corona-Hilfspaket beschlossen, das aber vermutlich im Senat von den Republikanern gestoppt wird. Für das Paket in Höhe von drei Billionen Dollar (2,8 Billionen Euro) stimmten am Freitag in Washington 208 Abgeordnete, dagegen 199. Mit dem Geld sollen die sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie abgemildert werden.

Die Gesetzesvorlage war von den Demokraten eingebracht worden. Sie sieht auf 1815 Seiten unter anderem weitere direkte staatliche Zuschüsse an Millionen von Bürgern vor: Pro Haushalt sollen Schecks über 6000 Dollar ausgestellt werden.

Zudem sind Hilfen für Beschäftigte des Gesundheitswesens und der Rettungsdienste, eine Ausweitung der Lebensmittelhilfen für arme Familien und zusätzliche Finanzhilfen für kleine Firmen vorgesehen. Bundesstaaten und Regionalregierungen sollen insgesamt rund eine Billion Dollar bekommen, um den Folgen der Pandemie begegnen zu können.

Die Republikaner haben bereits angekündigt, dem Gesetz die nötige Zustimmung im Senat zu verweigern. „Das Pelosi-Paket wird im Senat niemals das Licht der Welt erblicken“, schrieb der republikanische Senator Lindsey Graham nach der Abstimmung im Onlinedienst Twitter. Trump seinerseits hatte kürzlich erklärt, er sei gegen die rasche Verabschiedung weiterer Gesetzesmaßnahmen gegen die Krise.

Der Kongress und die Regierung hatten in den vergangenen Wochen bereits vier Corona-Hilfspakete aufgelegt. Das größte von ihnen wurde Ende März beschlossen und hat einen Umfang von rund zwei Billionen Dollar - es ist das größte Rettungspaket der US-Geschichte.

Freitag, 15. Mai 2020: New York verlängert Ausgangssperre

19.31 Uhr: US-Präsident Donald Trump treibt die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus in den USA voran und spricht hier von der größten Anstrengung seit dem Zweiten Weltkrieg. „Es hat in der Geschichte noch nie so ein Impfstoffprojekt gegeben wie dieses“, sagte Trump am Freitag in Washington. „Seit dem Zweiten Weltkrieg hat niemand mehr so ​​etwas gesehen, wie wir es jetzt in unserem Land tun. Unglaublich.“ Es handele sich um eine massive wissenschaftliche und industrielle Anstrengung. Die Arbeit an einem Impfstoff laufe in „Rekord-Rekord-Rekord-Geschwindigkeit“.

Trumps Regierung hat ein Projekt mit dem Namen „Operation Warp-Geschwindigkeit“ ins Leben gerufen, um die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus voranzutreiben. Der Name geht auf den fiktiven „Warp-Antrieb“ in der Serie „Raumschiff Enterprise“ zurück, das damit im Fernsehen schneller als Lichtgeschwindigkeit fliegen kann.

Der US-Präsident sagte erneut, Ziel sei es, bis zum Jahresende einen Impfstoff zu entwickeln, vielleicht auch etwas früher oder etwas später. Sobald es ein solches Präparat gebe, werde auch das Militär eingebunden, um die schnelle Verteilung des Impfstoffes im Land zu organisieren. „Wir bereiten uns vor. Es ist riskant, es ist teuer, aber wir werden enorm viel Zeit sparen. Wir werden Jahre sparen, wenn wir es richtig machen.“ Lesen Sie mehr: Coronavirus – So weit ist die Suche nach dem Heilmittel

18.24 Uhr: New York und seine US-Nachbarstaaten wollen über das anstehende Memorial-Wochenende die Öffnung ihrer Strände wagen. Neben dem Bundesstaat New York werden auch Connecticut, New Jersey und Delaware den geregelten Zugang zum Meer in der Corona-Krise erlauben, sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Freitag. Über kontrollierte Eingänge sollen nur so viele Menschen zugelassen werden, dass die Hälfte der Kapazität ausgeschöpft ist, um ausreichenden Abstand zu gewährleisten. Picknick- oder Sportplätze am Meer dürfen nicht benutzt werden. Memorial Day ist am Montag, den 25. Mai.

Der besonders schwer von der Pandemie getroffene Bundesstaat New York hatte am Freitag mit der langsamen Öffnung einiger seiner ländlichen Regionen begonnen. Nördlich der Millionenmetropole New York City dürfen in weniger betroffenen Gebieten wieder einige Läden mit dem Straßenverkauf beginnen, auch Bauarbeiten dürfen wieder aufgenommen werden.

FDA warnt vor falschen Ergebnissen durch Corona-Schnelltests

15.12 Uhr: Der Gouverneur des US-Bundesstaates New York hat die wegen des Coronavirus verhängte Ausgangssperre bis Mitte Juni verlängert. Ein am Donnerstagabend (Ortszeit) von Gouverneur Andrew Cuomo unterzeichnetes Dekret verlängert die Beschränkungen für die Metropole New York City und die umgebenden Landkreise bis zum 13. Juni.

Ausgenommen sind lediglich fünf weniger dicht besiedelte Regionen des Bundesstaates. Dort dürfen bestimmte Wirtschaftszweige schrittweise wieder hochfahren. New York ist das am stärksten vom Coronavirus betroffene Gebiet der USA. In der Metropole wurden bereits mehr als 20.000 Tote durch die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 registriert.

9.44 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde FDA warnt vor falschen Ergebnissen durch einen Corona-Schnelltest, der unter anderem im Weißen Haus verwendet wird. Die FDA verwies auf mehrere Studien, nach denen ein vom Gesundheitskonzern Abbott hergestelltes Testsystem womöglich negative Ergebnisse liefere, obwohl die Getesteten bereits infiziert sind.

US-Präsident Donald Trump, Vizepräsident Mike Pence sowie Top-Mitarbeiter werden derzeit täglich mit Hilfe des Schnelltests auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet. Der Konzern hatte erst im März eine Notfallzulassung für den Test erhalten.

Schadensersatzklage gegen China kaum erfolgsversprechend

8.01 Uhr: Bei einem Auftritt im US-Bundesstaat Pennsylvania verkündete Trump, er wolle die USA für Epidemien in der Zukunft wappnen: „Ich bin entschlossen, dass Amerika voll und ganz auf alle künftigen Ausbrüche (von Krankheiten), von denen wir hoffen, dass es keine geben wird, vorbereitet sein wird“, sagte er am Donnerstag.

Unter anderem würde der Maskenvorrat aufgestockt werden. Zudem würde nie wieder ein Präsident leere Regale oder abgelaufene Produkte von seinem Vorgänger erben, so Trump.

Trump wirft der Vorgängerregierung unter der Barack Obama immer wieder vor, für Versäumnisse und Schwierigkeiten zu Anfang des Virus-Ausbruchs verantwortlich zu sein. So sagt er, die Obama-Regierung habe „schlechte, kaputte Tests“ hinterlassen.

Bei seinem Besuch beschwerte sich Trump zudem über die aus seiner Sicht zu strengen Eindämmungsmaßnahmen in Pennsylvania.

6.51 Uhr: Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags sind skeptisch gegenüber der Idee einer US-Schadensersatzklage gegenüber China. In einer 20-seitigen Expertise heißt es, dass die Pflichtverletzung eines Staates kaum als Ursache des eingetretenen Schadens durch das Coronavirus beweisen lasse. Es lasse sich kaum nachweisen, ob Schäden nicht auch durch „ein etwaiges Pandemie-„Missmanagement“ des klagenden Staates hervorgerufen, getriggert oder vergrößert“ hätten, so das Papier.

In den USA haben Einzelpersonen, Sammelkläger und der US-Bundesstaat Missouri bei nationalen Gerichten Schadensersatzklagen gegen China erhoben.

Donnerstag, 14. Mai: Trumps Handelsberater attackiert China – Arbeitslosigkeit steigt weiter

21.03 Uhr: Der Handelsberater von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, hat zum Rundumschlag gegen China ausgeholt. China habe das Coronavirus im November „wahrscheinlich in diesem Waffenlabor in Wuhan“ erschaffen, sagte Navarro am Donnerstag dem Sender Fox News. Anschließend habe das Land das Virus „zwei Monate lang hinter dem Schutzschild der Weltgesundheitsorganisation versteckt“, Schutzausrüstung aus aller Welt „aufgesaugt“ und „gehortet“, Menschen getötet und schließlich Profit aus der Krise geschlagen.

„Jetzt versuchen Hacker der chinesischen Regierung, Informationen über die Impfung zu stehlen, damit sie sie zuerst herstellen können.“Die Beziehung zwischen Washington und Peking ist ohnehin angespannt – Navarro verschärfte den Ton mit der geballten Ladung an Vorwürfen am Donnerstag noch. Er hatte China bereits vor einigen Tagen beschuldigt, das Virus „wahrscheinlich“ in einem Labor für Biowaffen erschaffen zu haben.

Für diese Annahme gibt es keine Beweise – genauso wenig wie für den immer wieder geäußerten Vorwurf, das Virus stamme womöglich aus einem Forschungslabor in der Stadt Wuhan, den Trump zuletzt selbst befeuert hatte. Wissenschaftler halten es für viel wahrscheinlicher, dass Sars-CoV-2 natürlichen Ursprungs ist und von Tieren auf den Menschen übertragen wurde.

Trump warf den Chinesen am Donnerstag erneut vor, sie hätten die Ausbreitung des Coronavirus nicht gleich am Ursprung gestoppt und dadurch enormen Schaden angerichtet. „Es war entweder Dummheit, Inkompetenz oder es war absichtlich.“ Zudem beklagte er Versuche Chinas, geistiges Eigentum in den USA zu stehlen. US-Behörden hatten am Mittwoch öffentlich davor gewarnt, dass chinesische Hacker Forschungsarbeit im Kampf gegen das Coronavirus ausspähen.

19.51 Uhr: US-Präsident Trump hat nach dem US-Beitragsstopp für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Ankündigung in Aussicht gestellt. „Wir werden in Kürze, bald, wahrscheinlich irgendwann nächste Woche eine Ankündigung zur Weltgesundheitsorganisation machen“, sagte Trump im Garten des Weißen Hauses.

Trump wirft der WHO schwere Versäumnisse in der Corona-Krise und China-Hörigkeit vor. Vor einem Monat hatte er verkündet, Beitragszahlungen für die in Genf ansässige Sonderorganisation der Vereinten Nationen mitten in der Corona-Pandemie auf Eis zu legen.

Seine Regierung werde prüfen, welche Rolle die WHO bei der „schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus“ gespielt habe, hatte Trump damals gesagt. Deutschland und andere Länder stellten sich in dem Streit demonstrativ hinter die WHO und gegen den US-Präsidenten.

19.35 Uhr: Ein einflussreicher US-Senator, Richard Burr, tritt wegen polizeilichen Ermittlungen gegen ihn nach verdächtigen Aktienverkäufen bis auf Weiteres als Chef des Geheimdienstausschusses zurück. Die Entscheidung sei im besten Interesse des Gremiums, erklärte der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell am Donnerstag. Burr werde den Ausschussvorsitz ab Samstag für die Dauer der Ermittlungen ruhen lassen, erklärte er. Nach Medienberichten hatte die Bundespolizei FBI diese Woche Burrs Telefon beschlagnahmt – ein höchst ungewöhnlicher Schritt bei einem amtierenden Senator.

Der Republikaner Burr hatte nach vertraulichen Unterrichtungen zur Gefahr des neuartigen Coronavirus im Februar große Mengen seiner Aktien verkauft. Zu diesem Zeitpunkt beteuerten US-Präsident Donald Trump und dessen Parteikollegen öffentlich noch, dass von dem Virus keine ernsthafte Gefahr für Amerika ausgehe. Weil sich Senator Burr bei den Verkäufen auf vertrauliche Informationen gestützt haben könnte, wird gegen ihn wegen Insider-Trading ermittelt. Der „New York Times“ zufolge verkaufte er am 12. Februar Positionen von bis zu 1,7 Millionen US-Dollar – ein Großteil seines Portfolios.

18.01 Uhr: Die Corona-Krise beherrscht den Wahlkampf in den USA. In den mischt sich jetzt auch der frühere US-Präsident Barack Obama ein. Im US-Wahlkampf trommelt er für Joe Biden, und attackiert Amtsinhaber Trump. Viele Beobachter fragen sich jetzt: Wie hart wird Obama zuschlagen?

Coronavirus-Pandemie: Beziehungen zwischen USA und China verschlechtern sich

16.48 Uhr: US-Präsident Trump sagte in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox Business, er habe zwar eine gute Beziehung zum chinesischen Präsidenten Xi Jinping, „aber im Moment will ich nicht mit ihm sprechen“.

Trump beklagte sich generell über Peking: „Ich bin sehr enttäuscht von China.“ Erneut warf er den Chinesen vor, sie hätten die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie nicht gleich an der Quelle gestoppt und dadurch enormen Schaden angerichtet. „Es war entweder Dummheit, Inkompetenz oder es war absichtlich.“Trump beklagte sich auch erneut über eine jahrelange Ungerechtigkeit beim Handel zwischen beiden Ländern.

Erst Mitte Januar hatten die USA und China nach einer zähen und erbitterten Auseinandersetzung ein vorläufiges Handelsabkommen unterzeichnet. Der US-Präsident sagte am Donnerstag erneut, er sei hier nicht zu Nachverhandlungen bereit.

Auf Nachfrage erklärte Trump außerdem, seine Regierung erwäge, dass chinesische Konzerne künftig amerikanische Bilanzregeln befolgen müssten, wenn sie an US-Börsen gehandelt würden. Trump beklagte ebenfalls Versuche Chinas, geistiges Eigentum in den USA zu stehlen. US-Behörden hatten am Mittwoch öffentlich davor gewarnt, dass chinesische Hacker Forschungsarbeit im Kampf gegen das Coronavirus ausspähen.

Die US-Bundespolizei FBI und die US-Behörde für Cybersicherheit CISA erklärten in einer gemeinsamen Mitteilung, Organisationen, die zu Impfstoffen, Tests und Behandlungen mit Blick auf das Virus arbeiteten, seien vorrangige Ziele solcher Spähversuche Chinas und sollten ihre Systeme schützen.

15.37 Uhr: In den USA ist die Arbeitslosigkeit erneut stark gestiegen. Binnen einer Woche meldeten sich rund 2,98 Millionen weitere Menschen arbeitslos, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Insgesamt verloren somit seit dem Ausbruch der Pandemie in den Vereinigten Staaten knapp 36,5 Millionen Menschen ihren Job. Allerdings verlief der Anstieg im Vergleich zur Vorwoche etwas langsamer.

Damals hatten sich rund 3,17 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Ende März waren es binnen einer Woche sogar knapp 6,9 Millionen Arbeitslose gewesen.

Coronavirus-Impfstoff: Konkurrenz zwischen Ländern nimmt zu

12.48 Uhr: Im Wettlauf um einen Impfstoff gegen das Coronavirus wird der Ton aggressiver. Frankreich reagierte am Donnerstag empört auf Ankündigungen des Pharmariesen Sanofi, zunächst den US-Markt mit einem möglichen Impfstoff zu beliefern, weil die US-Regierung ein Forschungsprojekt finanziell unterstütze. China wies unterdessen den Vorwurf der USA zurück, mit Hilfe von Hackern Forschungsergebnisse zu möglichen Corona-Impfstoffen stehlen zu wollen.

„Es wäre für uns inakzeptabel, wenn das ein oder andere Land unter einem finanziellen Vorwand einen privilegierten Zugang hätte“, kritisierte die französische Wirtschafts- und Finanzstaatsekretärin Agnès Pannier-Runacher im Sender Sud Radio. Sanofi-Generaldirektor Paul Hudson hatte zuvor gesagt, Sanofi werde „als erstes“ die USA beliefern, da diese bei der Forschung „das Risiko teilen“. Die US-Regierung habe „das Recht auf die größten Vorbestellungen“, weil diese „investiert haben, um ihre Bevölkerung zu schützen“, sagte der Brite Hudson der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Dieser Vorsprung könne mehrere Tage oder Wochen betragen.

Bei der Suche nach einem Impfstoff arbeitet der französische Konzern Sanofi seit April mit dem britischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline zusammen. Tests haben bislang aber noch nicht begonnen, und ein erfolgreiches Mittel gegen das Virus dürfte frühestens Ende des nächsten Jahres verfügbar sein.

Ihr Projekt wird teilweise von der US-Behörde für biomedizinische Forschung und Entwicklung (Barda) unterstützt. Am Mittwochabend teilte Sanofi mit, dass „die Produktion auf US-Boden vorwiegend für die Vereinigten Staaten bestimmt“ sei „und der Rest der Produktionskapazitäten Europa, Frankreich und dem Rest der Welt zugeteilt“ werde. Das Unternehmen verpflichtete sich zudem dazu, den möglichen Impfstoff „für jeden zugänglich“ zu machen.

Hudsons Äußerungen lösten in Frankreich vor allem deshalb Empörung aus, weil Sanofi in den vergangenen Jahren Forschungskredite in zweistelliger Millionenhöhe vom französischen Staat erhalten hatte.

Trump will Schulen wieder öffnen lassen

4.48 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich für ein baldiges Ende der Schulschließungen ausgesprochen. Er widersprach damit dem Ratschlag seines Chefberaters in der Corona-Krise, Anthony Fauci. Der Seuchenexperte hatte am Dienstag in einer Senatsanhörung vor einer vorschnellen Lockerung der Corona-Restriktionen und auch einer baldigen Öffnung der Schulen und Universitäten gewarnt.

Trump nannte die Warnungen des international anerkannten Epidemiologen „inakzeptabel“. „Wir öffnen unser Land, die Menschen wollen es offen, die Schulen werden geöffnet sein“, sagte der Präsident zu Reportern im Weißen Haus. Laut Vorabauszügen eines Interviews mit dem Sender Fox Business Network sagte der Präsident zudem, er sei hinsichtlich der Schulen „total anderer Meinung“ als Fauci.

US-Chefvirologe Fauci geht auf Distanz zu Trump
US-Chefvirologe Fauci geht auf Distanz zu Trump

Die wachsenden Gräben zwischen dem Präsidenten und seinem Berater waren bereits während der Videoanhörung durch Senatoren am Dienstag deutlich geworden. Fauci warnte dabei vor „wirklich schwerwiegenden“ Konsequenzen einer zu schnellen Lockerung der Corona-Maßnahmen. Es gebe das „reale Risiko“ einer neuen Infektionswelle, die sich nicht kontrollieren lasse.

Trump dringt hingegen permanent auf die Lockerung der Restriktionen. Die Entscheidung darüber liegt weitgehend nicht in seiner Zuständigkeit, sondern jener der einzelnen Bundesstaaten und Verwaltungsbezirke. Der Präsident wartet nicht zuletzt ungeduldig darauf, dass die US-Wirtschaft wieder voll hochfährt. Dabei hat er nicht zuletzt die Wahl im November im Blick, bei der er um eine zweite Amtszeit kämpft.

1.56 Uhr: Fast 27 Millionen US-Amerikaner könnten mitten in der Corona-Pandemie ihre Krankenversicherung verlieren, so das Ergebnis einer Studie der Kaiser Family Foundation. Da die meisten US-Bürger über den Arbeitgeber krankenversichert sind, endet das Versicherungsverhältnis nach dem Verlust eines Jobs oft sehr schnell – oder Arbeitnehmer können es sich nicht leisten, die Police für sich und mitversicherte Familienangehörige privat weiter zu bezahlen.

In den USA haben wegen der Corona-Krise seit März mehr als 33 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt. Die USA sind praktisch das einzige entwickelte Industrieland ohne eine allgemeine staatliche Krankenversicherung. Unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama wurde die Krankenversicherung aber deutlich ausgeweitet. Die Zahl der Menschen ohne jeglichen Versicherungsschutz fiel von rund 46 Millionen im Jahr 2010 auf rund 28 Millionen acht Jahre später. Präsident Donald Trump will die sogenannte „Obamacare“ abschaffen.

1.45 Uhr: Ein von US-Präsident Donald Trump angepriesener Schnelltest auf das Coronavirus hat möglicherweise eine sehr hohe Fehlerquote. Laut einer Studie des Forschungszentrums NYU Lagone Health in New York ist fast jedes zweite Negativergebnis unzuverlässig. Trump hat den Test des US-Pharmakonzerns Abbott Laboratories wiederholt gerühmt. Der Test wird auch im Weißen Haus selber angewendet.

Der Test liefert positive Ergebnisse in fünf Minuten und negative Ergebnisse in 13 Minuten. Laut den Forschern von NYU Lagone Health waren 48 Prozent der negativen Testresultate unzuverlässig, wenn das für den Abstrich benutzte Stäbchen trocken war – ein trockenes Stäbchen wird von Abbott empfohlen. Wurde das Stäbchen in Flüssigkeit gelagert, war demnach etwa ein Drittel der Negativergebnisse fehlerhaft. Die Studie wurde bisher nur vorläufig veröffentlicht und muss noch von anderen Forschern gegengeprüft werden.

Abbott wies die Ergebnisse der Untersuchung zurück. Das Unternehmen habe mehr als 1,8 Millionen der Tests verteilt und bei nur 0,02 Prozent Rückmeldungen über fehlerhafte Negativergebnisse erhalten, sagte ein Konzernsprecher. Nach seinen Angaben zeigte eine andere Studie durch die Universität von Detroit eine Zuverlässigkeitsrate des Tests von 98 Prozent.

0.03 Uhr: Den USA könnte wegen eines gleichzeitigen Ausbruchs der Grippe und des Coronavirus nach Ansicht eines ranghohen Gesundheitsbeamten der „dunkelste Winter der jüngeren Geschichte“ bevorstehen. Die Zeit für die Regierung, noch rechtzeitig eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Strategie zu planen und umzusetzen, laufe jetzt rasch ab, warnte Rick Bright in einer vorab verbreiteten Aussage für einen Ausschuss des Repräsentantenhauses.

Ohne koordinierte Strategie würde die Pandemie zu Erkrankungen und Todesfällen in noch nie da gewesenem Ausmaß führen, warnte er am Mittwoch. Er sollte am Donnerstag im Parlament angehört werden. Bright wurde im April nach eigenen Angaben als Direktor einer dem Gesundheitsministerium untergeordneten Behörde geschasst, weil er sich weigerte, von US-Präsident Donald Trump angepriesene Behandlungsmethoden für die Lungenerkrankung Covid-19 zu unterstützen, die nicht wissenschaftlich belegt waren. Bright wurde auf einen Posten im Nationalen Gesundheitsinstitut (NIH) versetzt. Trump wiederum erklärte damals, er kenne den Beamten gar nicht.

In seiner vorbereiteten Erklärung kritisierte Bright Trumps Corona-Politik scharf. Das Land sei wegen Trumps irreführender Kommunikation und einer fehlenden landesweiten Strategie wie gelähmt, sagte er. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssten die Strategie für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus definieren, „nicht Politik und Vetternwirtschaft“, schrieb er. „Ohne klare Planung und Umsetzung der Schritte, die ich und andere Experten erläutert haben, wird 2020 der dunkelste Winter der jüngeren Geschichte sein“, warnte er.

Mittwoch, 13. Mai: Ex-Wahlkampfchef wegen Corona-Gefahr aus Gefängnis entlassen

22.30 Uhr: Volkswagen will die wegen der Corona-Krise angehaltene Produktion in seinem US-Werk im Bundesstaat Tennessee in wenigen Tagen wieder aufnehmen. Ab dem 17. Mai solle die Fahrzeugherstellung schrittweise wieder aufgenommen werden, teilte der deutsche Autoriese am Mittwoch mit.

Ende April hatte VW den Plan für ein Wiederanfahren des Werks am 3. Mai noch fallengelassen. Der Autobauer hatte die Bänder wegen der Pandemie am 21. März angehalten. In dem Werk in Chattanooga sind insgesamt rund 3800 Mitarbeiter beschäftigt.

Zu den Sicherheitsvorkehrungen gehören nun Temperatur-Checks bei allen, die die Fabrik betreten, teilte VW mit. Niemand mit einer Temperatur ab 38 Grad dürfe rein. Jeden Tag soll es eine neue Schutzmaske für jeden Mitarbeiter geben. Handschuhe sind auch für alle verfügbar, müssen aber nicht getragen werden. Türen sollen offen bleiben, damit man sie nicht anfassen muss.

18.19 Uhr: US-Behörden warnen davor, dass chinesische Hacker Forschungsarbeit im Kampf gegen das Coronavirus ausspähen. Die US-Bundespolizei FBI und die US-Behörde für Cybersicherheit CISA erklärten in einer gemeinsamen Mitteilung, Organisationen, die zu Impfstoffen, Tests und Behandlungen mit Blick auf das Virus arbeiteten, seien vorrangige Ziele solcher Spähversuche Chinas und sollten ihre Systeme schützen.

Ausforschungsversuche dieser Art seien bereits beobachtet worden. Der potenzielle Diebstahl dieser Informationen gefährde die Bereitstellung sicherer und effizienter Behandlungsoptionen. „Chinas Bemühungen, diese Sektoren ins Visier zu nehmen, stellen eine signifikante Bedrohung für die Reaktion unserer Nation auf Covid-19 dar“, hieß es weiter.

17.30 Uhr: Der zu mehreren Jahren Haft verurteilte Ex-Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, ist wegen der Corona-Gefahr aus dem Gefängnis entlassen worden. So solle sich der 71-Jährige besser gegen das Virus schützen können, erklärten seine Anwälte. Manafort leide an Atemproblemen und Bluthochdruck, dadurch sei er besonders anfällig für das Coronavirus.

Manafort war im vergangenen Jahr zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er saß bisher in einem Gefängnis in Pennsylvania ein, seine Reststrafe soll er nun nach Angaben der Anwälte im Hausarrest verbringen. Manafort gehört damit zu den mehr als 2400 Gefangenen in US-Bundesgefängnissen, die wegen des Coronavirus in den Hausarrest entlassen wurden.

Wahl trotz Corona? Jared Kushner sorgt für Aufregung

15.54 Uhr: Mit einer Aussage zu einer möglichen Verschiebung der US-Präsidentschaftswahl wegen der Corona-Krise hat Präsidentenberater Jared Kushner für Aufregung in Washington gesorgt. Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump sagte in einem Interview mit dem Time Magazine auf die Frage, ob der Wahltermin am 3. November auch im Falle einer neuen Coronavirus-Welle gehalten werden könne: „Ich bin nicht sicher, dass ich mich in die eine oder andere Richtung festlegen kann, aber im Moment ist das der Plan.“

Kushner, der mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet ist, fügte hinzu, dass bis „September, Oktober, November hoffentlich“ genug getan worden sei, um einen zweiten großen Coronavirus-Ausbruch und dann eine erneute Beschränkung des öffentlichen Lebens zu verhindern. Obwohl Kushner nicht sagte, er sei für eine Verschiebung der Wahl und zudem hervorhob, dass er „nicht die Entscheidung zu treffen“ habe, attackierten ihn umgehend Trump-Gegner. Wenig später sagte Kushner in einem weiteren Interview mit dem Sender NBC News, dass er „nicht an Diskussionen zur Veränderung des Datums der Präsidentenwahl beteiligt“ sei und davon auch „keine Kenntnis“ habe.

3.36 Uhr: Twitter wird seinen Mitarbeitern erlauben, auch nach dem Ende der Corona-Krise uneingeschränkt im Homeoffice zu arbeiten. „Wenn unsere Beschäftigten in einer Rolle und Lage sind, die es ihnen erlauben, von Zuhause aus zu arbeiten, und sie für immer damit weitermachen wollen, werden wir das möglich machen“, erklärte der Kurznachrichtendienst.

Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass es funktioniert, wenn Menschen an verschiedenen Orten zusammenarbeiteten. Die Büros sollen nun mindestens bis September geschlossen bleiben.

„Es wird unsere Entscheidung sein, die Büros zu öffnen – und die Mitarbeiter entscheiden, wann und ob sie zurückkehren“, betonte Twitter-Personalchefin Jennifer Christie in einem Blogeintrag am Dienstag.

Die Twitter-Mitarbeiter könnten nun auch bis zu 1000 Dollar für ihre Homeoffice-Ausstattung ausgeben, berichtete die Website „Buzzfeed“.

Broadway bis Anfang September geschlossen – jede Woche Millionen-Verlust

0.23 Uhr: US-Wissenschaftler gehen in einer Modellrechnung davon aus, dass es in den Vereinigten Staaten bis Ende Juli fast 150.000 Corona-Tote geben wird. Die höhere prognostizierte Opferzahl liege unter anderem an der in vielen Landesteilen beginnenden Lockerung der Corona-Auflagen, erklärten die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle am Dienstag. Die ganzen Auswirkungen der Lockerungen würden wegen der Zeit zwischen Ansteckungen, Tests, möglichen Krankenhausaufenthalten oder Todesfällen erst in einigen Wochen klar werden, warnten sie.

Mindestens gehen die Experten von 113.000 Todesfällen aus, maximal könnten es dem Modell zufolge 227.000 werden.

0.06 Uhr: Die Theater am New Yorker Broadway werden bis mindestens 6. September geschlossen bleiben. Dies gab am Dienstag der Branchenverband Broadway League bekannt. Es werde derzeit mit den Gewerkschaften, den Gesundheitsbehörden und der Politik beraten, wie die Häuser am und rings um den weltberühmten Theater-Boulevard gerettet werden könnten.

Der finanzielle Verlust ist enorm: Jede Woche ohne Spielbetrieb verlieren sie 30 Millionen Dollar (knapp 28 Millionen Euro) an Ticket-Einnahmen.

0.02 Uhr: Los Angeles will seine Ausgangsbeschränkungen vermutlich bis Ende Juli beibehalten. Die Leiterin der Gesundheitsbehörde, Barbara Ferrer, stellte dies am Dienstag bei einer Anhörung in Aussicht, wie die „Los Angeles Times“ berichtete.

Eine frühere Öffnung des öffentlichen Lebens sei aus ihrer Sicht nur dann möglich, wenn es eine „dramatische“ Wende im Kampf gegen das Virus gäbe. Ferrer sprach von einer langsamen Lockerung von Auflagen über die nächsten Monate hinweg.

Etwa sollen im Bezirk Los Angeles die Strände nach fast zweimonatiger Schließung ab Mittwoch wieder für Besucher öffnen. Erlaubt sind aber nur sportliche Aktivitäten, wie Schwimmen oder Joggen. Dabei müssen die Menschen voneinander Abstand halten und außerhalb des Wassers eine Schutzmaske tragen. Sonnenbaden ist nicht erlaubt.

Dienstag, 12. Mai 2020: Trump attackiert chinesischstämmige Journalistin

22.06 Uhr: Wegen eines Corona-Infektionsfalls im engen Mitarbeiterumfeld von US-Vize-Präsident Mike Pence will dieser „für einige Tage“ auf Abstand zu Präsident Donald Trump gehen. Es sei die „persönliche Entscheidung“ von Pence, „einige Tage lang Abstand zu halten“, sagte die neue Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, am Dienstag. Zuvor hatte Trump angekündigt, als Schutzmaßnahme seine Kontakte zu Pence möglicherweise zu reduzieren.

Im Weißen Haus waren in der vergangenen Woche binnen zwei Tagen zwei Corona-Fälle bestätigt worden. Unter anderem wurde die Sprecherin von Pence, Katie Miller, positiv auf das Coronavirus getestet. Nach Angaben Trumps fiel ein Test bei Pence selbst jedoch negativ aus.

20.44 Uhr: Die Demokraten im Repräsentantenhaus wollen wegen der Corona-Krise ein weiteres massives Konjunkturpaket verabschieden. Mit dem Paket sollen mindestens drei Billionen US-Dollar (2,8 Billionen Euro) bereitgestellt werden, unter anderem für den Ausbau von Sozialprogrammen, die Gesundheitsversorgung sowie für Bundesstaaten und Kommunen, wie Nancy Pelosi, die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, am Dienstag erklärte.

Die Demokraten könnten das rund 1800 Seiten umfassende Gesetzespaket mit ihrer Mehrheit in der Parlamentskammer am Freitag beschließen, der von Republikanern kontrollierte Senat hat aber bereits abgewunken. Eine Verabschiedung erschien daher sehr unwahrscheinlich.

Anthony Fauci hält mehr Corona-Tote für möglich

17.51 Uhr: Der prominente Immunologe und US-Regierungsberater Anthony Fauci hält es für möglich, dass die Corona-Pandemie in den USA mehr Menschenleben gefordert hat als bislang bekannt. Laut einer Aufstellung der Johns Hopkins Universität gibt es USA-weit inzwischen mehr als 1,3 Millionen bestätigte Corona-Infektionen und mehr als 80.000 Todesfälle. Fauci sagte am Dienstag bei einer Anhörung per Video im US-Senat, die tatsächliche Todeszahl sei vermutlich noch höher. So könne es Menschen gegeben haben, die zu Hause an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben seien, ohne dass dies in einer offiziellen Statistik gelandet sei.

Trump beendet Pressekonferenz nach einem Wortgefecht abrupt

7.15 Uhr: Eine neue Leuchttafel am New Yorker Times Square zeigt die Zahl der Corona-Toten an, für die US-Präsident Donald Trump durch eine verfehlte Politik verantwortlich sein soll. Die „Trump-Todesuhr“ beruht auf der Annahme, dass 60 Prozent der Todesopfer in den USA auf das Konto des Präsidenten gehen. Bis Montag zeigte die Installation des preisgekrönten Filmemachers Eugene Jarecki 48.000 Tote an – bei insgesamt mehr als 80.000 Todesopfern in den USA.

"Trump-Todesuhr" in New York zählt Corona-Tote
Trump-Todesuhr in New York zählt Corona-Tote

Jarecki erklärte, ebenso wie die Namen an Gedenkstätten für gefallene Soldaten erfülle die „Quantifizierung“ der Menschenleben, die durch Trumps verzögerte Reaktion auf die Pandemie verloren worden seien, eine „wesentliche öffentliche Funktion“.

4.18 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat eine Pressekonferenz zur Corona-Pandemie nach einem Wortgefecht mit einer chinesischstämmigen US-Journalistin abrupt beendet. Die Reporterin Weijia Jiang vom Fernsehsender CBS News hatte Trump gefragt, warum er die Kapazitäten in den USA bei den US-Virustests positiv mit anderen Ländern vergleiche, als ob es sich um einen internationalen Wettbewerb handle. Dies sei vielleicht „eine Frage, die Sie China stellen sollten“, reagierte der Präsident.

Jiang entgegnete daraufhin wiederum mit der Frage, warum der Präsident gerade gegenüber ihr diese Anmerkung mache – sie wollte wohl andeuten, dass dies mit ihrer chinesischen Herkunft zu tun habe. Er sage dies „zu jedem, der mir eine solche fiese Frage stellen würde“, konterte wiederum der Präsident. Jiang ist in China geboren, aber in den USA aufgewachsen.

Trump versuchte einer anderen Journalistin das Wort zu geben, während Jiang weiterredete und nachhakte. Kurz darauf brach Trump die Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses ab und ging zurück ins Innere des Gebäudes.

US-Bundesstaat New York will Beschränkungen lockern

4.13 Uhr: Der besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffene US-Bundesstaat New York will ab Freitag seine Beschränkungen langsam wieder lockern – allerdings nur in den Regionen, die bestimmte Bedingungen erfüllen. Zu den insgesamt sieben Bedingungen gehörten unter anderem sinkende Infektionszahlen, ausreichend freie Krankenhauskapazitäten und genügend Test- und Nachverfolgungskapazitäten, wie Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz sagte.

Wenn eine Region diese Bedingungen alle erfüllt, darf sie in einen Öffnungsprozess mit vier Phasen eintreten, der von einem regionalen Gremium überwacht wird. In der ersten Phase dürfen beispielsweise nicht systemrelevante Bauarbeiten wieder aufgenommen werden. Wenn sich die Zahlen wieder verschlechtern, können Lockerungen auch wieder zurückgenommen werden.

Derzeit erfüllten nur drei ländliche Regionen im Norden des Bundesstaates diese Bedingungen, sagte Cuomo. Die Millionenmetropole New York, in der rund die Hälfte der etwa 19 Millionen Einwohner des Bundesstaates wohnt, erfüllt die Bedingungen noch nicht.

3.14 Uhr: US-Präsident Donald Trump sieht die jüngsten Fälle von Corona-Infektionen im Weißen Haus nicht als Problem. Gleichzeitig ordnete er aber an, dass die Mitarbeiter der Regierungszentrale nun als Vorsichtsmaßnahme Gesichtsmasken tragen müssen. Er selbst und Vizepräsident Mike Pence sollen davon jedoch ausgenommen sein. „In meinem Fall – ich komme niemandem so nahe“, sagte Trump. Es sei daher für ihn nicht nötig, eine Maske zu tragen.

CDC schätzt Temperaturmessungen an US-Flughäfen als „wirkungslos“ ein

0.15 Uhr: Die Temperaturmessungen bei Passagieren an den US-Flughäfen zu Beginn der Corona-Pandemie waren nach Einschätzung der Gesundheitsbehörde CDC wirkungslos, da Menschen das Virus weiterverbreiten können, ohne selbst Symptome wie eine erhöhte Körpertemperatur zu haben. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie der CDC hervor.

Die USA hatten am 3. Februar begonnen, bei aus China kommenden Fluggästen die Temperatur zu messen und sie nach möglichen Symptomen zu befragen. Später wurde der Schritt auf Einreisende aus dem Iran ausgeweitet.

Da die meisten der frühen Corona-Fälle in den USA an der Westküste auftraten, konzentrierten die CDC-Experten sich in ihrer Studie auf Kalifornien. Von den dort zwischen dem 3. Februar und dem 17. März kontrollierten 12.000 Passagieren tauchten lediglich drei später unter den gut 26.000 bis April registrierten Covid-19-Patienten in dem Bundesstaat auf.

Dies legt dem Bericht zufolge den Schluss nahe, dass die fast 1700 mit Temperaturchecks verbrachten Arbeitsstunden sinnlos waren. Bei einer Atemwegserkrankung, die bereits vor dem Auftreten von Symptomen und ohne Auftreten von Symptomen weiterverbreitet werden könne, seien Temperaturmessungen an Flughäfen möglicherweise von „begrenztem Nutzen“, erklärte die CDC.

Laut der Zeitung „USA Today“ plant das Weiße Haus, die Temperaturmessungen an mehreren Airports wiederaufzunehmen.

Montag, 11. Mai 2020: Vizepräsident Mike Pence geht nicht in Quarantäne

19.27 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat erneut Proteste gegen Eindämmungsmaßnahmen wegen des Coronavirus angefeuert - dieses Mal traf es den demokratischen Gouverneur des Bundesstaats Pennsylvania. „Die großartigen Menschen von Pennsylvania wollen ihre Freiheit jetzt, und sie sind sich dessen völlig bewusst, was das bedeutet“, schrieb der Republikaner Trump am Montag auf Twitter. Er warf den Demokraten vor, die Öffnung der Wirtschaft zu verzögern. „Die Demokraten bewegen sich überall in den USA langsam, aus politischen Gründen.“ Trump treibt die Öffnung der Wirtschaft voran, obwohl die USA weiterhin hohe Fallzahlen haben.

Gouverneur Tom Wolf wies Trumps Äußerungen zurück. Eine zu frühzeitige Öffnung würde Menschenleben gefährden, sagte er am Montag. Es wäre unverantwortlich, so zu tun, „als könnte man einen Zauberstab schwenken“ und die Realität des Virus damit außer Kraft setzen. „Das Virus gibt den Zeitplan vor.“ Die Epidemie hat verheerende Auswirkungen auf die US-Wirtschaft.

17.50 Uhr: Die US-Regierung wirft China versuchten Diebstahl geistigen Eigentums in Hinblick auf die Suche nach einem Corona-Impfstoff vor, wie verschiedene Medien berichten. Laut „New York Times“ und „Wall Street Journal“ planen das FBI und das US-Heimatschutzministerium, in den kommenden Tagen eine offizielle Warnung vor Cyberattacken herauszugeben.

Das FBI soll sich auf Hacker konzentrieren, die im Auftrag der chinesischen Regierung versuchen würden, Daten über Behandlungen, Impfstoffe und Tests zu erlangen. Darüber hinaus rechne die US-Bundespolizei damit, dass Wissenschaftler und Studenten den Auftrag bekommen hätten, Informationen aus wissenschaftlichen Einrichtungen und Laboren weiterzugeben

Das chinesische Außenministerium bestreitet die Vorwürfe. „Wir lehnen alle Arten von Cyberangriffen durch Hacker entschieden ab und bekämpfen sie“, betonte Außenamtssprecher Zhao Lijan am Montag. „Es ist unmoralisch, China mit Gerüchten und Verleumdungen ins Visier zu nehmen, wenn keine Beweise vorliegen.“

17.21 Uhr : Peter Navarro, wichtiger Wirtschaftsberater von Präsident Donald Trump, wünscht sich Schadenersatz von China wegen der Ausbreitung des Coronavirus. „Ich bin der festen Überzeugung - und ich denke, das amerikanische Volk ist der festen Überzeugung -, dass China diesem Land Billionen Dollar an Schaden zugefügt hat und dass es irgendeine Form von Entschädigungszahlungen geben sollte“, sagte der Handelsberater dem Sender Fox News.

15.57 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie hat auch das Weiße Haus, Trumps Schaltzentrale der Macht erfasst. Nachdem sich mehrere Mitarbeiter des Präsidenten mit dem Coronavirus infiziert haben, verschärft die Trump-Regierung die Maßnahmen an der Pennsylvania Avenue. Lesen Sie hier: Das ist die aktuelle Corona-Lage im Weißen Haus.

7.23 Uhr: US-Vizepräsident Mike Pence hat sich nicht in Quarantäne begeben – und das, obwohl seine Sprecherin Katie Miller und ein Bediensteter von Pence positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Pence selbst sei negativ und werde am Montag ins Weiße Haus zur Arbeit gehen, sagte sein Sprecher am Sonntag (Ortszeit).

Drei weitere Mitglieder der von Pence geleiteten Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses hatten sich vorsorglich in Heimisolation begeben, unter anderem der Immunologe Anthony Fauci.

Sonntag, 10. Mai 2020: Trumps Seuchen-Experte Anthony Fauci in Quarantäne

21.44 Uhr: New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat sich besorgt über Dutzende Fälle eines Syndroms bei Kindern geäußert, das mit dem neuartigen Coronavirus in Zusammenhang gebracht wird. De Blasio erklärte am Sonntag, in der Stadt New York seien bereits 38 Fälle des Syndroms festgestellt worden, bei dem verschiedene Körperteile von entzündlichen Prozessen betroffen sind. Zudem gebe es neun Verdachtsfälle.

Später erklärte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo, dass die Behörden im gesamten Bundesstaat 85 mögliche Fälle dieses Syndroms prüften. Zu den Symptomen zählen anhaltendes Fieber, Ausschlag, Bauchschmerzen und Erbrechen.

Zuvor hatte Cuomo mitgeteilt, dass in dem Bundesstaat drei Todesfälle mit diesem Syndrom in Verbindung gebracht würden. Bei den Opfern handelte es sich den Behörden zufolge um einen fünfjährigen Junge, einen Grundschüler und einen Jugendlichen. Vorerkrankungen seien bei ihnen nicht bekannt gewesen. Zwei weitere verdächtige Todesfälle werden untersucht.

Bei den von dem Syndrom betroffenen Kindern werde offenbar eine übertriebene Immunreaktion ausgelöst. „Und diese fügt dem Körper Schaden zu“, erläuterte de Blasio. Er rief alle Eltern auf, deren Kinder unter beschriebenen Beschwerden litten, sofort ärztliche Hilfe zu suchen.

Verschlimmerung der Lage auf Arbeitsmarkt erwartet

20.55 Uhr: Nach Wochen der Ausgangssperren gehen die coronabedingten Todeszahlen im besonders hart getroffen US-Bundesstaat New York weiterhin langsam zurück. 207 Menschen seien innerhalb von 24 Stunden an Covid-19 gestorben, teilte Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntag bei seiner täglichen Pressekonferenz mit. Damit fällt die Tages-Zahl der Opfer weiter, jedoch langsamer als sie im März und April angestiegen war, als bis zu 800 Menschen pro Tag an dem Virus starben. In dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern, von denen knapp die Hälfte in der Metropole New York leben, haben sich bislang fast 330 000 Menschen mit dem Virus infiziert. Mehr als 26.000 starben.

FDA erteilt Notfallgenehmigung für neuen Corona-Test

14.45 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde FDA (Food & Drug Administration) hat erstmals einem Antigentest auf das Coronavirus eine Notfallgenehmigung erteilt. Es handele sich dabei um eine neue Kategorie von Test, die innerhalb von Minuten Ergebnisse liefern könne, schreibt die FDA.

Bei dem Antigentest werden Proteinfragmente von Sars-CoV-2 aus Nasenabstrichen nachgewiesen. Damit unterscheidet sich die Untersuchung von Gentests, bei denen Viren-Erbgut in Abstrichen nachgewiesen wird, und von Antikörpertests, bei denen vom Immunsystem gebildete Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Lesen Sie hier, was man über den Coronavirus-Test wissen muss, und hier, wie Antikörpertests funktionieren und

11.59 Uhr: In den USA hat das kontaktreiche Mixed Martial Arts (MMA) mit Käfigkämpfen als eine der ersten Sportarten die Corona-Zwangspause beendet. Am Samstagabend (Ortszeit) wurden in Jacksonville/Florida die Duelle der Ultimate Fighting Championship (UFC) ohne Zuschauer ausgetragen und vom Sport-Kanal ESPN übertragen.

Zur Rückkehr des Sports nach zweimonatiger Corona-Zwangspause gratulierte US-Präsident Donald Trump dem UFC-Präsidenten Dana White. „Wir brauchen Sport“, sagte Trump in einer aufgezeichneten Videobotschaft. „Wir denken, es ist wichtig. Holen Sie sich die Sportligen zurück. Lasst uns spielen. Machen Sie die soziale Distanzierung und was Sie sonst noch zu tun haben.“

Coronavirus-Kontakt: Trump-Berater Fauci in Quarantäne

8.56 Uhr: Anthony Fauci, Virologe und Berater von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Krise, hat sich nach einem Kontakt mit einem an Covid-19 erkrankten Regierungsmitarbeiter in häusliche Isolation begeben. Wie US-Medien am Samstag (Ortszeit) berichteten, ist Fauci einer von insgesamt drei Mitgliedern der Corona-Arbeitsgruppe im Weißen Haus, die sich als Vorsichtsmaßnahme in Quarantäne begeben haben.

Fauci sagte dem Sender CNN, er habe keinen engen Kontakt zu dem positiv auf das Coronavirus getesteten Regierungsmitarbeiter gehabt. Er werde von zu Hause aus arbeiten und sich täglichen Coronavirus-Tests unterziehen, sagte Fauci weiter. Alle bisherigen Tests seien negativ ausgefallen. Unklar ist, um wen es sich bei dem Regierungsmitarbeiter handelt.

Coronavirus-Krise: Elon Musk droht mit Tesla-Rückzug aus Kalifornien

4.51 Uhr: Tesla-Chef Elon Musk hat aus Ärger über den wegen der Corona-Krise angeordneten Produktionsstopp in Kalifornien mit dem Rückzug seines Unternehmens aus dem US-Bundesstaat gedroht. Der Elektroauto-Hersteller werde seinen Firmensitz und „seine künftigen Programme“ nach Texas oder Nevada verlegen, schrieb Musk am Samstag im Online-Dienst Twitter.

Er machte in einer Reihe von Kurzbotschaften seinem Ärger über die Behörden im Bezirk Alameda Luft, die eine Wiederaufnahme der Produktion im einzigen US-Werk von Tesla in Fremont wegen der Corona-Krise untersagt hatten. Ob Tesla an dem Standort festhalte, hänge davon ab, „wie Tesla in Zukunft behandelt wird“, erklärte Musk.

Der Technologie-Unternehmer ist bekannt für seine provokanten Äußerungen. Ende April hatte er die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie als „faschistisch“ bezeichnet. Musk hatte sich in den vergangenen Wochen immer wieder zu der Pandemie geäußert – häufig mit dem Tenor, die Gefahr durch das Virus werde überschätzt.

Samstag, 9. Mai 2020: Obama kritisiert Trumps Corona-Krisenmanagement scharf

23.45 Uhr: In vertraulichen Äußerungen hat Ex-US-Präsident Barack Obama den Umgang seines Nachfolgers Donald Trump mit der Corona-Pandemie scharf kritisiert. Trumps Krisenmanagement sei „eine absolut chaotische Katastrophe“, sagte Obama laut einem Audiomitschnitt, der am Samstag bekannt wurde, in einem Gespräch mit früheren Mitgliedern seiner Regierung. Nach dem Nachrichtenportal Yahoo News berichteten am Samstag auch andere US-Medien über die Äußerungen.

Obama kritisierte, in Trumps unangemessenen Reaktionen auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie spiegele sich eine Denkweise des „,Was ist für mich drin’ und ,Zum Teufel mit allen anderen’“ wieder. Egoismus und Feinddenken sei zu einem „stärkeren Impuls im amerikanischen Leben geworden“.

18.10 Uhr: Journalisten mit chinesischem Pass sollen künftig kein unbegrenztes Visum mehr für die USA erhalten, sondern nur noch für 90 Tage. Dies geht aus einer ausgestellten Regelung des Heimatschutzministeriums hervor. Verlängerungen sind möglich.

15.50 Uhr: In New York ist ein fünfjähriger Junge gestorben – und zwar an einem seltenen Syndrom in Verbindung mit dem Coronavirus. Es soll sich dabei um ein „pädiatrisches Multisystem-Entzündungssyndrom“ handeln, wie die New York Times berichtet. New Yorks Gouverneur Cuomo berichtete demnach, dass 73 Kinder im Gebiet an der Krankheit leiden. Die Gesundheitsbehörden wollten nun weitere Todesfälle von Kindern untersuchen.

Magier Roy Horn gestorben

9.40 Uhr: Zu Tränen gerührt hat Oscar-Preisträgerin Sandra Bullock (55, „Blind Side“) einer Krankenschwester in Los Angeles für ihren Einsatz gedankt. „Danke dir, für alles was du tust. Während wir mit unseren Familien Zuhause sein können, musst du dort draußen harte, harte, harte Arbeit leisten“, sagte Bullock in einer Videoschalte in der Web-TV-Talkshow „Red Table Talk“.

Die Krankenschwester April Buencamino vom Adventist Health Hospital in Los Angeles war Live zugeschaltet. Bullock hatte dem Krankenhauspersonal im April 6000 Schutzmasken gespendet.

7.49 Uhr: Der „Siegfried & Roy“-Magier Roy Horn ist nach einer Coronavirus-Infektion im Alter von 75 Jahren in Las Vegas gestorben. Ende April war bekannt geworden, dass der in Nordenham bei Bremen geborene Dompteur an Covid-19 erkrankt war.

USA legen Einspruch gegen Covid-19-Resolution ein

1.21 Uhr: Machtkämpfe zwischen den USA und China in der Corona-Krise bringen den UN-Sicherheitsrat an den Rand eines diplomatischen Debakels. Die Vereinigten Staaten legten nach Angaben von Diplomaten Einspruch gegen einen mühsam ausgehandelten Kompromiss für eine Covid-19-Resolution ein. Der Text soll vor allem die bereits sechs Wochen alte Forderung von UN-Generalsekretär António Guterres nach einer weltweiten Waffenruhe in der Pandemie unterstützen.

Falls das mächtigste UN-Gremium sich nicht auf eine gemeinsame Haltung angesichts der größten Bedrohung der Gegenwart einigen kann, wäre das nach Ansicht von Ratsmitgliedern eine „Schande“.

Freitag, 8. Mai 2020: Arbeitslosigkeit bei 14,7 Prozent

22.26 Uhr: Der Gouverneur von Kalifornien will wegen der Corona-Pandemie die US-Wahlen im November per Briefwahl abhalten. Er habe ein entsprechendes Dekret unterzeichnet, teilte der Demokrat Gavin Newsom am Freitag mit. Danach können alle Wahlberechtigten in dem bevölkerungsreichsten US-Staat mit knapp 40 Millionen Einwohnern die notwendigen Unterlagen per Post einreichen. Dies geschehe zum Schutz der Gesundheit der Wähler, sagte Newsom.

Die Präsidentschaftswahl findet am 3. November statt. US-Präsident Donald Trump hatte sich in der Vergangenheit gegen eine Ausweitung der Briefwahl angesichts der Corona-Krise ausgesprochen.

Kalifornien hat am Freitag erste Lockerungen von strengen Auflagen während der Pandemie eingeführt. Bisher geschlossene Geschäfte, etwa für Spielzeuge, Bücher, Sportartikel, Kleidung oder Blumen, dürfen ihren Betrieb jetzt stufenweise wieder aufnehmen und Waren zum Abholen anbieten. Restaurants, Friseure, Kinos und Shopping-Malls bleiben in dem Westküstenstaat weiterhin zu.

19.34 Uhr: Nach einem Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump ist nun auch ein Mitglied aus dem Team von Vizepräsident Mike Pence mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, am Freitag in Washington mit. Sie betonte zugleich, es gebe strenge Sicherheitsvorkehrungen in der Regierungszentrale. US-Medienberichten zufolge handelte es sich bei der Infizierten um Pences Sprecherin Katie Miller, die mit Trumps engem Berater Stephen Miller verheiratet ist.

Pence besuchte am Freitag den Bundesstaat Iowa. Auf dem Trip hieß es aus dem Büro des Vizepräsidenten nach Angaben von mitreisenden Journalisten, das Mitglied aus dem Team sei am Freitagmorgen positiv getestet worden und nicht auf dem Trip dabei gewesen. Aus Vorsicht seien jene Mitarbeiter, die mit dieser Person in Kontakt gewesen seien, kurzfristig von der Reise abgezogen worden. Pence und auch Trump hätten zuletzt keinen Kontakt zu der betroffenen Person gehabt. Pence habe erst am Freitagmorgen einen Coronavirus-Test gemacht.

14.49 Uhr: Die Arbeitslosenquote in den USA ist im April aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf 14,7 Prozent angestiegen. Dabei handelt es sich um den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg, wie die US-Regierung am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosenquote hatte im Februar vor Beginn der Krise noch bei 3,5 Prozent gelegen. Im März war sie auf 4,4 Prozent gestiegen.

Seit Beginn der Krise im März haben in den USA bereits 33 Millionen Menschen erstmals Arbeitslosenhilfe beantragt. Das gesamte Ausmaß der Krise dürfte die Quote für den April aber noch nicht widerspiegeln: Wegen verzögerter Datenerhebung ist nur die Lage bis zur Mitte des Monats erfasst.

Trump stimmt Bevölkerung auf Lockerungen ein

10.00 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die US-Amerikaner am Donnerstag via Twitter auf die Wiederöffnung nach dem Corona-Lockdown eingestimmt. In einer Videobotschaft verkündete er, dass es sich bei den Lockerungsmaßnahmen um „einen großen Moment in unserer Geschichte“ handele. „Die Leute wollen, dass sich unser Land öffnet.“

Dies müsse man aber „auf sichere Weise“ machen: Händewaschen und Social Distancing seien nach wie vor wichtige Strategien. Die Wirtschaft werde „sehr, sehr stark“ zurückkommen – und das schneller, als man es überhaupt erwarte. Auf welche Art dies konkret geschehen soll, beantwortet der US-Präsident in dem Video nicht.

US-Regierung will Arbeitslosenzahlen für April nennen

05.11 Uhr: Am Freitag will die US-Regierung die Arbeitslosenquote für den Monat April bekanntgeben. Experten rechnen mit einem Stand von mindestens 15 Prozent. Ein Trump-Berater hatte sogar kürzlich geäußert, dass die Zahl der Arbeitslosen sogar 19 bis 20 Prozent betragen könne. Seit Beginn der Krise Mitte März haben in den USA mehr als 33 Millionen Menschen ihre Arbeit verloren.

Automobilindustrie nimmt Produktion wieder auf

03.52 Uhr: Ford will seine Produktion in Nordamerika am 18. Mai schrittweise wieder hochfahren. Auch General Motors will die Fertigung in den USA und Kanada an diesem Datum wieder aufnehmen. Beide Konzerne versicherten, dabei weitreichende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen und die Richtlinien der Behörden zu berücksichtigen.

Donnerstag, 7. Mai 2020: Trump macht China schwere Vorwürfe – Spannungen zwischen USA und China verschärfen sich

23.12 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat China erneut für den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie beschuldigt – und dem Land Unfähigkeit attestiert. „Es hätte direkt an der Quelle gestoppt werden können. Es wäre einfach gewesen“, sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus mit Blick auf das Virus. „Aber etwas ist passiert.“

Auf die Frage nach seinen Vorwürfen, die Pandemie sei in einem Forschungslabor in der chinesischen Stadt Wuhan losgetreten worden, erklärte Trump, möglicherweise sei ein „schrecklicher Fehler“ geschehen.„Wahrscheinlich war es Inkompetenz, jemand war dumm“, mutmaßte Trump. „Sie haben nicht den Job gemacht, den sie hätten machen sollen.“ Der bedauerliche Fehler habe die weltweite Ausbreitung des Virus zur Folge gehabt.

22.11 Uhr: Nachdem die Inhaftierung der Inhaberin eines Friseursalons in Texas wegen Verstoßes gegen Corona-Regelungen für heftige Kritik gesorgt hat, kommt die Frau nun frei. Dies verfügte der Supreme Court des Bundesstaates. Die Inhaberin war zu einer Woche in Haft verurteilt worden, nachdem sie sich geweigert hatte, ihren Laden in Dallas aufgrund der Corona-Beschränkungen zu schließen.

33 Millionen Menschen haben innerhalb von sieben Wochen Arbeit verloren

15.00 Uhr: Die Arbeitslosigkeit in den USA wächst wegen der Coronavirus-Pandemie weiter stark an. In der vergangenen Woche meldeten sich rund 3,17 Millionen Menschen neu arbeitslos, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Damit verloren im Zeitraum von sieben Wochen mehr als 33 Millionen Menschen ihren Job.

14.14 Uhr: Auch die US-Sängerin Madonna hat sich nach eigener Aussage offenbar bereits mit dem Coronavirus infiziert. Wie die 61-Jährige auf ihrem Instagram-Profil schrieb, steckte sie sich offenbar vor sieben Wochen während einer Konzerttour in Frankreich an. Sie habe die Erkrankung als „schwere Grippe“ erlebt, berichtet die Künstlerin.

30.000 Inhaftierte in den USA mit Coronavirus infiziert

14.07 Uhr: In den US-Gefängnissen haben sich nach Erkenntnissen von Forschern bislang etwa 30.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert – mehr als 300 Menschen starben. Die Universität von Kalifornien berichtet, dass unter den Infizierten 21.007 Häftlinge und 8700 Gefängnismitarbeiter seien. 295 Häftlinge und 34 Mitarbeiter starben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung.

12.34 Uhr: Die Corona-Infiziertenzahlen steigen weiter, die Chancen von US-Präsident Donald Trump auf eine zweite Amtszeit schwinden. Unser US-Korrespondent Dirk Hautkapp erklärt, wie Trumps Krisenmanagement und die Wirtschaftslage viele Anhänger des Republikaners vergraulen.

9.50 Uhr: Behörden im US-Bundesstaat Washington haben sich besorgt über Hinweise auf so genannte „Covid-19-Partys“ gezeigt, bei denen sich Menschen in der Hoffnung auf spätere Immunität absichtlich mit dem neuartigen Coronavirus anstecken. Im Landkreis Walla Walla, südöstlich von Seattle, sollen sich bis zu 25 Menschen bei „Covid-19-Partys“ mit dem Erreger infiziert haben.

Spannungen zwischen USA und China verschärfen sich

5.27 Uhr: Die Corona-Krise verschärft die Spannungen zwischen den USA und China. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte am Mittwochabend (Ortszeit): „Im Moment ist es eine Beziehung der Enttäuschung und Frustration.“ US-Präsident Donald Trump warf China erneut vor, das Coronavirus nicht an seinem Ursprung in Wuhan eingedämmt zu haben. „Es hätte in China gestoppt werden sollen. Es hätte direkt an der Quelle gestoppt werden sollen, und das wurde es nicht“, kritisierte Trump im Weißen Haus.

NFL bereitet Teams auf Rückkehr auf Clubgelände vor

4.28 Uhr: Die NFL bereitet ihre Teams auf eine Rückkehr auf die wegen der Corona-Krise gesperrten Clubgelände vor. Bis zum 15. Mai müssen die 32 Teilnehmer der nordamerikanischen Football-Liga Maßnahmen ergreifen, um dann in einem ersten Schritt eine gewisse Anzahl Mitarbeiter wieder auf die Geschäftsstellen zu lassen.

3.07 Uhr: Weil sie ihren Friseursalon nicht schließen wollte, ist die Inhaberin des Geschäfts in Dallas im US-Bundesstaat Texas zu sieben Tagen Haft verurteilt worden. Das Urteil gegen Shelley Luther sorgte für einen Aufschrei der Empörung. Der Generalstaatsanwalt von Texas, Ken Paxton, veröffentlichte am Mittwoch (Ortszeit) ein Schreiben, in dem er den zuständigen Richter Eric Moyé aufforderte, Luther umgehend wieder freizulassen. US-Senator Ted Cruz aus Texas schrieb auf Twitter: „Sieben Tage Gefängnis für Haare schneiden? Das ist verrückt.“

USA weist Kritik der Bundesregierung zurück

0.39 Uhr: Die USA haben Kritik der Bundesregierung an ihrem Zahlungsstopp für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach einem Medienbericht zurückgewiesen. „Unsere höchste Priorität gilt dem Schutz von Leben, nicht öffentlichkeitswirksamen Gesten und kleinlicher Politik“, hieß es in einem Antwortschreiben von US-Außenminister Mike Pompeo an seinen deutschen Kollegen Heiko Maas (SPD), das der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegt.

• Heiko Maas im Interview: „Europa war nicht genug vorbereitet auf die Pandemie“

Maas hatte den von US-Präsident Donald Trump im vergangenen Monat verkündeten Stopp der Zahlungen an die WHO kritisiert. „Eine der besten Investitionen im Kampf gegen die Pandemie ist es, die Vereinten Nationen, allen voran die unterfinanzierte Weltgesundheitsorganisation, zu stärken – zum Beispiel bei der Entwicklung und Verteilung von Tests und Impfstoffen“, sagte der SPD-Politiker damals der Deutschen Presse-Agentur. „Gegenseitige Schuldzuweisungen helfen in der Coronakrise nicht.“

Trump wirft China vor, das Virus nicht eingedämmt und den Rest der Welt nicht frühzeitig informiert zu haben. Die WHO beschuldigte er kürzlich, eine „PR-Agentur für China“ zu sein. Kritiker werfen Trump vor, in der Corona-Krise Sündenböcke zu suchen, um von eigenen Versäumnissen beim Kampf gegen das Virus in den USA abzulenken.

0.00 Uhr: Alle älteren Nachrichten zur Corona-Krise in den USA finden Sie in unserem alten Newsblog: US-Präsident Trump besichtigt Maskenfabrik – ohne Maske

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