Bundesregierung

Das neue Kabinett: Das sind alle Ministerinnen und Minister

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SPD-Postenvergabe: Lauterbach wird Gesundheitsminister, Faeser Innenministerin

SPD-Postenvergabe: Lauterbach wird Gesundheitsminister, Faeser Innenministerin

Die Pläne für das neue Bundeskabinett stehen fest: Als letzte der drei Ampel-Parteien nominierte die SPD am die sieben von ihr gestellten Ministerinnen und Minister - darunter vier Frauen.

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Berlin  Der Ampel-Koalitionsvertrag steht – und auch die SPD hat zuletzt ihre Ministerposten vergeben. Damit ist Scholz' Kabinett vollständig.

  • Die Ampel-Koalition steht: Am Mittwoch sollen Olaf Scholz und seine Ministerinnen und Minister im Bundestag vereidigt werden
  • Wer kriegt welchen Posten? Wie sieht das Kabinett der zukünftigen Bundesregierung aus?
  • Hier finden Sie alle Ministerposten von SPD, Grünen und FDP im Überblick

Etwas mehr als zwei Monate nach der Bundestagswahl kann die neue Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP die Regierungsgeschäfte übernehmen. Der Koalitionsvertrag ist unterzeichnet, am Mittwoch soll Olaf Scholz als neuer Bundeskanzler gewählt werden. Dann wird auch das Bundeskabinett vereidigt.

Mittlerweile stehen alle Personalien fest. Die SPD verkündete als letzte der drei Ampel-Parteien an diesem Montag, wer die SPD-geführten Ressorts leiten wird. Sehen Sie hier die Köpfe des zukünftigen Bundeskabinetts im Überblick.

Bundeskanzler: Olaf Scholz (SPD)

Für ihn ist es die Krönung einer Politkarriere mit vielen Aufs und einigen Abs. Abgeordneter, Innensenator, SPD-Generalsekretär, Arbeitsminister, Regierungschef in Hamburg, Finanzminister und Vizekanzler. Mehr Politikerfahrung passt kaum in 63 Lebensjahre.

Olaf Scholz ist verlässlich, stand sogar treu zur SPD, als die ihn als Chef nicht mehr wollte. Über das Etikett "Scholzomat" kann er nur noch schlumpfig grinsen. Sein Lebensmotto "An die Arbeit!" wird ihm im anstrengendsten politischen Amt helfen. Scholz kennt als Merkels langjähriger Vize die Wichtigen der Welt und hat in Ehefrau Britta Ernst (Brandenburgs Bildungsministerin) die verschwiegenste persönliche Beraterin.

Eine mögliche Verstrickung in einen Steuernachlass für die Warburg-Bank noch als Bürgermeister von Hamburg wird derzeit in einem Untersuchungsausschuss geklärt. Scholz will nur zwei Dinge mit ins Kanzleramt nehmen: seine geliebte alte Leder-Aktentasche und die Lesebrille.

Ampel-Posten in der Übersicht: Diese Minister stellt die SPD

Die SPD wurde stärkste Kraft bei der Bundestagswahl. Das spiegelt sich auch im geplanten Ampel-Kabinett wider. Unter dem künftigen Bundeskanzler erhält die Partei gemäß der Einigung mit Grünen und FDP sechs Ministerien sowie den Posten des Kanzleramtschefs – und damit die meisten Ressorts unter den Ampel-Partnern.

Dem Koalitionsvertrag nach erhält die SPD folgende Ministerien:

  • Arbeit und Soziales
  • Gesundheit
  • Inneres
  • Verteidigung
  • Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Bau- und Wohnministerium
  • Leitung des Kanzleramts/Ministerin oder einem Minister für besondere Aufgaben

Bauen und Wohnen: Klara Geywitz (SPD)

Einer breiten Öffentlichkeit wurde die 45-jährige Klara Geywitz bekannt als Olaf Scholz vergeblich mit ihr die Doppelspitze der SPD bilden wollte. Die 45-jährige Mutter dreier Kinder hat das hundertprozentige Vertrauen des Chefs und wohnt wie Scholz in Brandenburgs Hauptstadt Potsdam.

Die Politikwissenschaftlerin ist pragmatisch, überzeugte Feministin und vertritt in der SPD auch unbequeme Positionen. Ihr Partner ist der Journalist Ulrich Deupmann, der schon Redenschreiber für den damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier war.

Arbeit und Soziales: Hubertus Heil (SPD)

Wer fleißig ist, darf bleiben – nach diesem Motto ist "Hubi", wie ihn alte Freund nennen, weiter das soziale Gewissen der Regierung. Politikwissenschaftler Heil weiß, was Arbeit heißt. Schon als Schüler wusch er Teller bei Mövenpick und half beim Abladen von Lkw. Auch sozialen Abstieg kennt der 49-Jährige, der in Hildesheim geboren wurde. Als sein Vater die Familie plötzlich verließ, fand sich der Sechsjährige als Schlüsselkind in einer Hochhaussiedlung wieder.

Für Scholz ist Heil, der mit Vornamen eigentlich Wolfgang-Hubertus heißt, eine extrem wichtige Säule im Kabinett. Im Arbeitsressort muss er die Parteibasis mit arbeitnehmerfreundlicher Politik bei Laune zu halten. Beim neuen Mindestlohn in Höhe von zwölf Euro war Heil die treibende Kraft. Dabei hilft dem zweifachen Familienvater lange SPD-Erfahrung seit Juso-Jahren. Heil ist mit der Rechtsanwältin Solveig Orlowski verheiratet.

Verteidigung: Christine Lambrecht (SPD)

Die Anwältin und gebürtige Mannheimerin ist eine Generalistin, leitete seit dem Rücktritt von Franziska Giffey neben dem Justiz- auch das Familienministerium mit. Christine Lambrecht wurde lange für das Innenressort gehandelt, bekommt mit Verteidigung jetzt das heikelste Ressort übertragen. Lambrecht ist zwar keine Verteidigungsspezialistin, bringt aber große politische Erfahrung mit. Die Juristin kämpft für mehr Gleichberechtigung von Frauen sowie gegen Rechtsextreme.

Dabei hält sie sogar Post mit Morddrohungen und Patronenhülsen nicht davon ab, mutig Position zu beziehen. Lambrecht, die ihr Baby einst auf dem Abgeordnetenschreibtisch wickeln musste, erlaubt auch Blicke auf das Private. Der "Bunten" verriet die 56-Jährige, dass sie nach ihrer gescheiterten Ehe wieder offen für eine neue Beziehung ist: "Ich bin gespannt, welche schönen Überraschungen das Leben noch für mich bereithält"

Gesundheit: Karl Lauterbach (SPD)

Er hat es auf den letzten Drücker geschafft: Der Epidemiologe mit Harvard-Abschluss darf sich doch noch um sein größtes Kompetenzfeld kümmern: Die Gesundheitspolitik. Mit Karl Lauterbach kommt einer der bekanntesten politischen Köpfe ins Kabinett. Der Kölner mit dem rheinischen Singsang ist Dauergast in den Talkshows und hat es gegen ursprünglichen Widerstand von Scholz ins Kabinett geschafft.

Lauterbach war nicht gesetzt, weil er als schwer steuerbar gilt. Am Ende war die Forderung nach maximaler Kompetenz im Amt aber zu laut. Der 58-Jährige hat viele Fans aber auch militante Gegner - weshalb er als Abgeordneter häufig Personenschutz brauchte. Lauterbach ist geschieden und Vater von fünf Kindern aus zwei Beziehungen.

Innen: Nancy Faeser (SPD)

Ihren Namen mussten selbst erfahrene Politik-Kenner googeln. Dabei ist die 51-Jährige Nancy Faeser schon lange zumindest in der hessischen Landespolitik bekannt, seit 2019 auch als Landesvorsitzende der SPD. Der Rechtsanwältin und Mutter eines Sohnes wird mit der inneren Sicherheit das sensibelste Feld übertragen: Sie muss u.a. mit Bundespolizei, Grenzschutz und THW für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen.

Ähnlich wie Verteidigung gilt der Chefsessel im Innenressort als Schleudersitz. Erfahrung mit Themen der inneren Sicherheit hat Faeser u.a. als Vorsitzende der Parlamentarischen Kontrollkommission in Hessen gesammelt. Wie Politik funktioniert bekam sie schon als Kind mit. Faesers Vater war Bürgermeister ihrer Heimatgemeinde Schwalbach.

Entwicklung: Svenja Schulze (SPD)

Die bisherige Umweltministerin sattelt um und kümmert sich für die SPD nun um das Thema Entwicklungshilfe. Die 53-Jährige ist eigentlich Umweltpolitikerin, kann in diesem Amt nun den weltweiten Kampf gegen Klimawandel unterstützen. Sie ist ehrgeizig, Durchsetzungskraft hat sie als Schülerin beim Unterwasserrugby gelernt ("Ist auch nicht brutaler als Politik"). In NRW hat die gebürtige Neusserin als Wissenschaftsministerin die Hochschulgebühren abgeschafft. Mit ihrem Mann lebt Schulze im Radfahrerparadies Münster.

Kanzleramt: Wolfgang Schmidt (SPD)

Der Hamburger Wolfgang Schmidt ist der engste Vertraute des Kanzlers, daher ist diese Berufung keine Überraschung. Schmidt ist seit 2002 ununterbrochen an der Seite von Olaf Scholz – vom Referenten bis zum Staatssekretär. Der Jurist hat seine Karriere konsequent mit dem Aufstieg des Chefs verbunden und ist jetzt am Ziel.

Schmidt hat eine dreifache Mission: 1. Die reibungslose Organisation der Macht. 2. Wie ein politischer Bodyguard alle Pfeile vom Chef ablenken. 3. Die Abstoßungskräfte der Ampelpartner unter Kontrolle bringen. Was Schmidt hilft, sind die exzellente Vernetzung in den Medien und das bedingungslose Vertrauen des Chefs. Der 51-Jährige ist mit einer Mexikanerin verheiratet und hat zwei Kinder.

Ampel-Minister der FDP im Überblick: Lindner wird Finanzminister

Vier Ministerien bekommt die FDP in der neuen Regierung:

  • Finanzen
  • Justiz
  • Bildung
  • Verkehr und Digitales

Die Freien Demokraten können damit ihre Kernthemen aus dem Wahlkampf besetzen – die liberale Steuerpolitik, die digitale Modernisierung des Landes, die Durchsetzung von Bürgerrechten und mehr bundesstaatliches Engagement in der Bildungspolitik. Anders als SPD und Grüne legten sich die Liberalen bereits früh auf Namen fest.

Finanzen: Christian Lindner (FDP)

Der 42-Jährige gebürtige Wuppertaler ist mit dem Posten des Finanzministers auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Christian Lindner ist machtbewusst, ein gewiefter Taktiker und guter Redner. Politisch hat sich der studierte Politikwissenschaftler regelmäßig neu erfunden. Mit 18 Jahren verweigerte er den Wehrdienst, war als "Zivi" Hausmeister. Später bewarb er sich als Reserveoffizier bei der Bundeswehr.

Vor vier Jahren lehnte er die Bildung einer schwarz-gelb-grünen Regierung noch ab ("Lieber nicht regieren als falsch regieren") jetzt regiert er in der Ampel-Koalition mit. Seine schwerste politische Krise war die umstrittene Wahl des FDP-Abgeordneten Thomas Kemmerich mit AfD-Stimmen zum Regierungschef von Thüringen.

Lindner ist mit der RTL-Korrespondentin Franca Lehfeldt verlobt. Er ist katholisch getauft, aber nach seinem 18. Geburtstag aus der Kirche ausgetreten. Seine privaten Leidenschaften sind die Jagd, Borussia Dortmund und die Handwäsche seines luftgekühlten Porsche 911.

Justiz: Marco Buschmann (FDP)

Wenn Christian Lindner das Gesicht der FDP ist, dann ist Marco Buschmann das Gehirn. Der Jugendfreund des FDP-Chefs ist in Gelsenkirchen geboren, lebte dort als Kind auf 70 Quadratmetern in einer fünfköpfigen Familie plus kranker Großmutter. Als Gymnasiast schaffte er ein Einser-Abi und promovierte nach dem zweiten juristischen Staatsexamen mit "summa cum laude". Das FDP-Wahlprogramm, mit dem die Liberalen überzeugten, stammt zu großen Teilen aus seiner Feder.

Der 44-Jährige kämpfte politisch u.a. gegen Netzsperren und die sogenannte Vorratsdatenspeicherung. Wenn die Termine es zulassen, liest er jede Woche beim Gang ins Büro ein Buch. Zur Zerstreuung komponiert Buschmann Synthesizer-Hymnen. Eigene Tracks veröffentlicht er als "MBsounds", verfremdet mit verspiegelter Pilotenbrille auf soundcloud.

Verkehr und Digitales: Volker Wissing (FDP)

Sein Ticket in das Kabinett war die erfolgreiche Rolle als Generalsekretär der FDP. Der in Landau (Pfalz) geborene Jurist Volker Wissing hat als Ex-Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz gleichzeitig Erfahrung mit dem Regieren und der SPD. Politisch steht er als liberaler Finanz-Experte für weniger Staat beim Griff in die Taschen der Bürger.

Wissing ist Weinliebhaber und kennt sich exzellent in den Weinbergen und Kellern des Familienweingutes aus. Jahrelang spielte der 51-Jährige bei Gottesdiensten als Organist die Kirchenorgel. Wissing ist verheiratet und hat eine Tochter.

Bildung: Bettina Stark-Watzinger (FDP)

Die Volkswirtin muss in diesem Ressort die unzähligen Bildungsversprechen der FDP einlösen. Daher wird Christian Lindner ein besonderes Auge auf Bettina Stark-Watzinger haben. Die 53-Jährige will nicht weniger als eine "Bildungsrevolution" starten, die die Lehrerinnen und Lehrer von Verwaltungsvorgaben befreit und konsequente Digitalisierung in die Klassenzimmer bringt. Dabei sagt die FDP-Frau dem Bildungsföderalismus den Kampf an, der ihrer Meinung nach für bildungspolitischen Stillstand steht.

Die 53-Jährige – selbst Mutter von zwei erwachsenen Töchtern - stammt aus einer Handwerker-Familie im Taunus und ist beim Thema Bildung auch durch ihre Mutter geprägt. Ihr hatte die Familie als junge Frau den Wunschberuf Architektin versagt.

Grüne Ministerien: Habeck bekommt Super-Ministerium

Die Grünen werden fünf Ministerien führen. Diese Ressorts werden von Politikern und Politikerinnen der Partei geführt werden:

  • Außenministerium
  • Wirtschaft und Klimaschutz
  • Ernährung und Landwirtschaft
  • Umweltministerium
  • Familienministerium
  • sowie das Staatsministeramt für Kultur und Medien.

Familie und Frauen: Anne Spiegel (Grüne)

Die Nominierung der Politologin und Sprachtrainerin war eine große Überraschung. Die gebürtige Leimenerin machte politisch Karriere in Rheinland-Pfalz, war zuletzt als Umweltministerin Vize-Ministerpräsidentin im Kabinett von Malu Dreyer. Daher bringt sie Ampel-Erfahrung mit, auch bei Familienthemen kennt sie sich nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch aus.

Die 40-Jährige war bereits fünf Jahre lang Landesfamilienministerin und hat mit ihrem Mann – einem Schotten – vier Kinder. Ins neue Amt nimmt sie auch eine Spielzeugkiste der Kinder und ein Schaukelschaf mit.

Auswärtiges Amt: Annalena Baerbock (Grüne)

Sie träumte zwar vom Kanzleramt, ist dann aber im Außenministerium sehr weich gelandet. Jetzt kommt die Bewährungsprobe für die Parteivorsitzende Annalena Baerbock: Das Auswärtige Amt ist berüchtigt für das elitäre Standesdünkel der beamteten Topdiplomaten. Hier braucht die Doktorandin des Völkerrechts und zweifache Mutter das große Selbstbewusstsein und die Kampfeslust, mit der sie an die Parteispitze der Grünen kam.

Baerbock will die "Friedensrolle" Europas in der Welt stärken, ist für einen Abzug der US-amerikanischen Atomwaffen von deutschem Boden und spricht sich für mehr Härte gegen China – beispielsweise durch gezielte Importverbote – aus.

Die Hannoveranerin ist die erste Frau im Amt und mit 40 Jahren auch die Jüngste. Jetzt kann sie auf internationalem Parkett und in Krisensituationen zeigen, ob sie wirklich das Zeug zur Kanzlerin hat. Der oft kritisierte Lebenslauf ist jedenfalls um eine maximal repräsentative Station reicher.

Wirtschaft & Klimaschutz: Robert Habeck (Grüne)

Er ließ Parteifreundin "Annalena" schweren Herzens den Vortritt ("Nichts wollte ich mehr, als dieser Republik als Kanzler zu dienen") und ist jetzt "Mister Klima" im Kabinett. Zudem übernimmt er den Posten des Vizekanzlers. Eigentlich wäre Robert Habeck lieber im Bundesfinanzministerium Herr des Geldes geworden. Der 52-jährige Lübecker hat echte Regierungserfahrung, war schon Kieler Vize-Ministerpräsident unter Torsten Albig (SPD) und Daniel Günther (CDU).

Der promovierte Philosoph provozierte noch 2010 in seinem Buch "Patriotismus – Ein linkes Plädoyer" mit dem Satz: "Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen. Ich wusste mit Deutschland nichts anzufangen und weiß es bis heute nicht". Das hat sich offensichtlich geändert. 2019 bekannte er in einem Interview: "Heute würde ich das so nicht mehr schreiben".

Im Grünen-Duo Baerbock/Habeck gilt er seit dem missglückten Wahlkampf als der Stärkere. Habeck ist überzeugter Vegetarier und erregte Aufsehen als er Veröffentlichungen über sein Äußeres beklagte: "Das hat genervt und war irritierend. Bei Frauen würde man das sexistische Zuschreibungen nennen". Habeck, der fließend dänisch spricht, ist mit der Schriftstellerin Andrea Paluch verheiratet und hat mit ihr vier erwachsene Söhne.

Landwirtschaft: Cem Özdemir (Grüne)

Ausgerechnet ein Vegetarier wird sich nun um Themen wie Schweinemast und Kükenschreddern kümmern. Özdemir, gelernter Erzieher und Sozialpädagoge, ist ein erfahrener Außenpolitiker und träumte immer vom Auswärtigen Amt. Er steht für die Realo-Grünen und wurde von diesen mit der Brechstange ins Kabinett gedrückt. Seine Erfahrung sowohl in Deutschland als auch auf internationaler Ebene im Europaparlament wird ihm auf ungewohntem Terrain helfen.

Der 55-Jährige ist ein Paradebeispiel für geglückte Integration. Er wuchs als Kind türkischer Gastarbeiter in Urach bei Stuttgart auf, ist VfB-Fan und kann besser schwäbeln als Günter Oettinger. Özdemir sieht sich als "säkularen Muslim", ist mit einer aus Argentinien stammenden Journalistin verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder.

Umwelt: Steffi Lemke (Grüne)

Die 53-Jährige ist Gründungsmitglied der Grünen im Osten und kam u.a. wegen der verheerenden Umweltzerstörung der DDR in die Politik. Als gelernte Melkerin und studierte Diplom-Agraringenieurin ist sie wirklich vom Fach. Lemke ist mit fünf Legislaturperioden eine erfahrene Parlamentarierin mit dem Schwerpunkt Verbraucher- und Umweltschutz. Als leidenschaftliche Paddlerin kämpft sie für besseren Gewässerschutz. Die Grünenpolitikerin findet Entspannung in der Meditation, lebt in der Bauhausstadt Dessau und hat ein Kind.

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