Quarantäne und Test: Was Reiserückkehrer wissen müssen

Berlin.  Auch 2021 gilt: Wer aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland reist, muss in Quarantäne oder sich testen lassen – außer in NRW.

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An der deutsch-tschechischen Grenze weist ein Schild auf die Pflicht zur Quarantäne hin. Wer sich in einem ausländischen Risikogebiet aufgehalten hat, muss sich seit dem 8. November für zehn Tage in häusliche Selbstisolation begeben.

An der deutsch-tschechischen Grenze weist ein Schild auf die Pflicht zur Quarantäne hin. Wer sich in einem ausländischen Risikogebiet aufgehalten hat, muss sich seit dem 8. November für zehn Tage in häusliche Selbstisolation begeben.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

  • Wer derzeit in ein Corona-Risikogebiet reist, muss anschließend mit einer Quarantäne rechnen
  • Das gilt auch für Reisende, die aus einem Risikogebiet im europäischen Ausland zurück nach Deutschland kommen
  • Die neue Quarantänepflicht gilt seit dem November – nach den neuen Beschlüssen von Bund und Ländern soll auch eine Testpflicht folgen
  • Eine Ausnahme gibt es allerdings für Einwohner von Nordrhein-Westfalen
  • Wir erklären, was Reiserückkehrer jetzt beachten müssen

Die Corona-Zahlen in ganz Europa stagnieren auf hohem Niveau. Die meisten europäischen Länder sind laut dem Robert-Koch-Institut Risikogebiete. Seit dem 8. November müssen Reisende, die aus einem solchen Gebiet zurück nach Deutschland kommen, in eine zehntägige Quarantäne. So will es die Musterquarantäneverordnung, des Bundes.

Um eine Ausbreitung der neuen Corona-Mutationen zu verhindern, hat das Bundesgesundheitsministerium mit einer Rechtsverordnung ab dem 22. Dezember zudem ein generelles Beförderungsverbot für Reisende aus Großbritannien, Nordirland und Südafrika verhängt. Ausnahmen gibt es für Personen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland, allerdings mit strengen Auflagen.

Alle Fragen zur Quarantäne- und geplanten Testpflicht beantwortet der Überblick.

Für wen gilt die Quarantänepflicht?

Die Pflicht zur Quarantäne gilt für Personen, die sich in den zehn Tagen vor ihrer Einreise nach Deutschland in einem vom Robert Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet eingestuften Land oder einer solchen Region aufgehalten hat.

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Wie lange muss man sich in Isolation begeben?

Seit dem 8. November 2020 müssen sich Ein- bzw. Rückreisende aus ausländischen Risikogebieten unverzüglich nach Einreise in eine zehntägige Quarantäne begeben.

Zudem müssen Reisende eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen, wenn sie sich bis zu zehn Tage vorher in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

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Kann man die Quarantäne mit einem negativen Coronatest umgehen?

Jeder Einreisende aus ausländischen Risikogebieten muss sich zunächst in Quarantäne begeben. Wer die Selbstisolation vorzeitig beenden möchte, kann das frühestens am fünften Tag nach der Einreise durch einen Coronavirus-Test. Wenn das Ergebnis negativ ist, endet die Pflicht zur Quarantäne.

Nordrhein-Westfalen ist derzeit das einzige Bundesland, in dem Reiserückkehrer aus Risikogebieten nicht in Quarantäne müssen. Ausgenommen sind Rückkehrer aus Großbritannien und Südafrika. Sie dürfen sich laut der aktuellen Verordnung auch nicht „frei-testen“, sondern müssen mindestens fünf Tage in Quarantäne bleiben.

Wer zahlt meinen Corona-Test?
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Übrigens: Fallen trotz eines negativen Ergebnisses innerhalb von zehn Tagen Symptome einer Covid-19-Erkrankung auf, müssen Betroffene einen weiteren Test machen.

Muss das Gesundheitsamt informiert werden?

Ja, Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten müssen das örtliche Gesundheitsamt informieren. Die Behörden müssen auch über die Testergebnisse in Kenntnis gesetzt werden.

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Gilt die neue Quarantänepflicht auch für innerdeutsche Risikogebiete?

Nein, die Quarantänepflicht gilt nur für Risikogebiete im Ausland.

Gilt die Regelung zur neuen Quarantänepflicht bundesweit?

Grundsätzlich gelten die Vorgaben des Bundes in allen Ländern. Nordrhein-Westfalen bildet allerdings die Ausnahme, denn hier kassierte das Landgericht Münster die Verordnung des Bundeskabinetts. Seit dem 30. November müssen Rückkehrer aus Nordrhein-Westfalen nicht mehr automatisch in die häusliche Quarantäne. In NRW bleiben Test- und Meldepflicht beim Gesundheitsamt für Einreisende aus Risikogebieten allerdings Pflicht.

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Gibt es Ausnahmefälle, die Reisende von der Quarantänepflicht befreien?

Ja, die Musterverordnung sieht auch Ausnahmen von der Test- und Quarantänepflicht vor. Wer sich lediglich auf einer Transitreise durch das Risikogebiet befindet, muss nicht in Quarantäne. Auch für Reisen in Nachbarländer von weniger als 24 Stunden Dauer oder für Besuche aus familiären Gründen von bis zu 72 Stunden gelten Ausnahmen.

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Berufs- und Studienpendler sowie für Beschäftigte im Waren- und Personenverkehr, für Beschäftigte im Gesundheitswesen und für „hochrangige Repräsentanten staatlicher Organe“ sind ebenfalls von der Quarantänepflicht entbunden – in diesen Fällen ist aber jeweils das Vorliegen eines Schutz- und Hygienekonzepts erforderlich.

Gibt es eine Testpflicht bei der Einreise aus einem Corona-Risikogebiet?

Bei der Bund-Länder-Runde zu den bis Ende Januar geltenden Anti-Corona-Maßnahmen am vergangenen Dienstag war eine neue Regelung für Einreisende aus Risikogebieten angekündigt worden.

Reiserückkehrer sollen künftig zu einem Test in den 48 Stunden vor der Einreise oder direkt bei der Einreise verpflichtet werden. Allerdings gibt es nicht an allen Grenzübergängen die Möglichkeit, einen Test durchzuführen. Außerdem stellt sich die Frage nach der Kontrolle an den EU-Binnengrenzen.

Die neue Testpflicht bei der Einreise aus Corona-Risikogebieten wird deshalb wohl noch einige Tage auf sich warten lassen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag nach Beratungen zwischen dem Kanzleramt und fünf Ministerien erfuhr, soll sich das Bundeskabinett erst mit der geplanten Verordnung befassen. Dies sei aber „zeitnah“ geplant, hieß es.

(bml/raer/heg/dpa/afp)

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