Junge Union: CDU-Erfolg in NRW hat „begrenzte Aussagekraft“

Berlin/Düsseldorf.  Nach der Kommunalwahl in NRW warnt JU-Chef Tilman Kuban (33) im Interview davor, falsche Schlüsse aus dem Erfolg der CDU zu ziehen.

Tilman Kuban, Bundesvorsitzender der Jungen Union.

Tilman Kuban, Bundesvorsitzender der Jungen Union.

Foto: picture alliance/dpa

34,3 Prozent für die CDU, nur 24,3 Prozent für die SPD – Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet war sichtlich erleichtert über den Ausgang der Kommunalwahl im bevölkerungsreichsten Bundesland. Unsere Redaktion sprach am Wahlabend mit Tilman Kuban, dem Chef der Jungen Union. Und der findet: Für Laschets Kanzler-Ambitionen heißt das Ergebnis nicht viel.

Herr Kuban, sind Sie zufrieden mit dem Wahlausgang in NRW?

Als CDU erhalten wir derzeit sehr viel Zuspruch. Das freut uns natürlich. Gleichzeitig ist die SPD so weit weg vom Kanzleramt wie nie zuvor. In ihrer einstigen Herzkammer NRW ist nur noch Herzflimmern angesagt. Der ersehnte Wumms der Kandidatur von Olaf Scholz ist ausgeblieben. Das Wahlergebnis zeigt: Das Krisenmanagement der CDU wird sehr positiv wahrgenommen - im Bund wie auch in Nordrhein-Westfalen. Zum Erfolg haben aber nicht nur Bundes- und Landesregierung beigetragen, sondern auch viele Bürgermeister und Landräte vor Ort.

Tilman Kuban rechnet mit Kampfkandidatur um den CDU-Vorsitz

Wie stark ist der Rückenwind für Ministerpräsident Armin Laschet, der CDU-Chef und Kanzlerkandidat werden will?

Armin Laschet macht als Krisenmanager in NRW einen guten Job. Die Zahlen in der Pandemie sind im bevölkerungsreichsten Bundesland besser als ihr Ruf. Für die Frage, wer Vorsitzender der CDU Deutschlands oder Kanzlerkandidat der Union wird, hat diese Wahl aus meiner Sicht aber nur eine begrenze Aussagekraft. Bei Kommunalwahlen wählt man vor allem die Person, die auf dem Wahlzettel steht.

Sollten sich die Bewerber um den CDU-Vorsitz - Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen - untereinander verständigen, um eine Kampfkandidatur zu vermeiden?

Im Rennen um den Parteivorsitz sehe ich derzeit nicht, dass es noch eine einvernehmliche Lösung gibt. Die CDU muss eine Kampfkandidatur aber auch nicht scheuen. Die Kernfrage ist, wie man miteinander umgeht vor und nach einem solchen Parteitag. Das habe ich selbst sehr positiv erlebt nach meiner Kandidatur um den JU-Vorsitz.

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Der CDU-Vorsitzende hat immer ein erstes Zugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur der Union. Markus Söder reklamiert ein Vetorecht für die CSU. In der Vergangenheit haben wir immer mit großer Einigkeit einen Kanzlerkandidaten oder eine Kanzlerkandidatin ausgerufen. Das wird uns auch diesmal gelingen.

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