Denstorfer Umleitungsverkehr weiterhin über Mölderweg

Denstorf.  Die Vechelder Gemeindeverwaltung sieht keine Alternative – zum Unwillen der Anlieger am Mölderweg. Immerhin gilt dort künftig Tempo 30.

Diese Pfählen sollten laut Susanna Kummer und Hans-Jürgen Rautmann entfernt werden, um den Umleitungsverkehr ganz oder zumindest teilweise über den Wasserkamp (hinten) zu leiten.

Diese Pfählen sollten laut Susanna Kummer und Hans-Jürgen Rautmann entfernt werden, um den Umleitungsverkehr ganz oder zumindest teilweise über den Wasserkamp (hinten) zu leiten.

Foto: Harald Meyer

Von „Solidarität“ und „Fairness“ ist bei Susanna Kummer und Hans-Jürgen Rautmann die Rede, wenn es um die aktuelle Verkehrssituation in Denstorf geht: Den beiden Anliegern des Mölderwegs geht es um „ihre“ Straße – sie dient den Bewohnern des Wohngebiets „Zum Denstorfer Holz“ und eines Teils der Hindenburgstraße als Umleitungsstrecke. „Für diesen Verkehr ist der Mölderweg aber gar nicht ausgelegt“, sind die beiden Denstorfer überzeugt.

Auslöser sind die Bauarbeiten auf der Hindenburgstraße in Denstorf, die zur vorübergehenden Vollsperrung dieser Kreisstraße führen: Rund 500 Meter Trinkwassernetz sowie 220 Meter Regen- und Schmutzwasserkanal lässt der Wasserverband Peine derzeit dort erneuern – die Fertigstellung verzögert sich und soll nunmehr im Februar erfolgen. Anschließend lässt der Landkreis Peine die Kreisstraße ausbauen: Baubeginn soll frühestens April – ebenfalls mit monatelanger Vollsperrung.

„Wasserkamp wäre die Alternative“

Mit Folgen für den Möderweg: Denn solange die Hindenburgstraße nicht befahrbar ist, müssen die Einwohner aus dem Gebiet „Zum Denstorfer Holz“ (rund 80 Bauplätze) und teilweise Anlieger der Hindenburgstraße über den Mölderweg fahren. Ein riesiger Umweg für die Bewohner von „Zum Denstorfer Holz“ – darauf weisen Susanna Kummer und Hans-Jürgen Rautmann hin. Dabei gäbe es aus ihrer Sicht eine buchstäblich nahe liegende Lösung: Denn vom Wohngebiet „Zum Denstorfer Holz“ führt ein asphaltierter schmaler Weg zur Straße Wasserkamp, über die sich die Heerstraße (Bundesstraße 1) erreichen ließ. Dazu müssten lediglich die sechs herausziehbaren Pfähle auf dem besagten Weg entfernt werden – das sagen Susanna Kummer und Hans-Jürgen Rautmann „stellvertretend für die Anlieger des Mölderwegs“. Der Landwirt im Ruhestand rechnet vor: „Vom Gebiet ,Zum Denstorfer Holz’ über den Möderweg und durch Klein Gleidingen bis zur Bundesstraße 1 in Höhe Wasserkamp dürften es rund 2,5 Kilometer sein.“ Vom „Denstorfer Holz“ über den Wasserkamp bis zur Bundesstraße 1 seien es dagegen nur etwa 500 Meter. Susanna Kummer ist überzeugt: Wenn zumindest ein Teil des Umleitungsverkehrs über den Wasserkamp und nicht über den Mölderweg laufe, sei das „fair“ und „solidarisch“.

Enrico Jahn (CDU), Ortsbürgermeister in Denstorf/Klein Gleidingen, hebt hervor: „Wir als Ortsrat nehmen die Anlieger des Mölderwegs ernst.“ Daher habe das Dorfgremium die Vechelder Gemeindeverwaltung gebeten zu prüfen, ob sich der Wasserkamp-Vorschlag mit den Pfählen verwirklichen lasse – sollte das nicht der Fall sein, möge die Rathausverwaltung andere Lösungen erarbeiten. Allerdings: Dieser asphaltierte Verbindungsweg zwischen „Zum Denstorfer Holz“ und Wasserkamp, an dem auch ein Düker liegt, befindet sich nicht im Gemeindebesitz. Vecheldes Bürgermeister Ralf Werner erklärt: „Es gibt also keine Verbindung zwischen ,Zum Denstorfer Holz’ und Wasserkamp.“ Denn das besagte (private) Grundstück könne nicht für den Umleitungsverkehr verwendet werden. Und weiter: „Es gibt auch keine andere Möglichkeit, um den Mölderweg zu entlasten“, ist der Verwaltungschef überzeugt. Susanna Kummer, die bis zu ihrer Pensionierung als Lehrerin gearbeitet hat, und Hans-Jürgen Rautmann stellen sich die Frage: „Wer hat für den Ausbau des Mölderwegs zu zahlen, wenn er notwendig wird?“ Schließlich gebe es durch den Umleitungsverkehr Schäden an der Straße.

Gemeinde kündigt Tempo 30 für den Mölderweg an

Immerhin – in einem anderen Punkt gibt es Hoffnung für Susanna Kummer und Hans-Jürgen Rautmann: Sobald die Kindertagesstätte (Kita) am Mölderweg fertiggestellt ist, wird die Höchstgeschwindigkeit auf der gesamten Straßenlänge auf 30 Stundenkilometer reduziert – das verspricht Werner. Die beiden Anlieger verweisen auf die „Raserei“ auf dieser Straße, die mit Blick auf die Kita und die rechtwinklige Kurve (dort befindet sich auch die Zuwegung zum Bolzplatz) gefährlich sei. Die Eröffnung der Kita ist Werner zufolge im Januar vorgesehen.

Weitere Infos:

www.peiner-nachrichten.de/peine/vechelde/article230295022/Hindenburgstrasse-in-Denstorf-das-sagen-Anlieger.html

www.peiner-nachrichten.de/peine/vechelde/article230308688/Hindenburgstrasse-in-Denstorf-Fahrbahn-wird-schmaler.html

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