Endlich: Ortsdurchfahrt Sierße ab 30. Juni frei

Sierße.  Die Grundsanierung des 1100 Meter langen Abschnitts kostet 3,5 Millionen Euro - viel mehr als geplant. Die Bauarbeiten verzögerten sich.

Ein Bagger schiebt Erdreich zurecht an der Einmündung der Straßen Ahornallee/An der Burg. Dieser zuvor für Autofahrer schwer einsehbare Bereich wurde durch eine neue Verschwenkung entschärft. 

Ein Bagger schiebt Erdreich zurecht an der Einmündung der Straßen Ahornallee/An der Burg. Dieser zuvor für Autofahrer schwer einsehbare Bereich wurde durch eine neue Verschwenkung entschärft. 

Foto: Jörg Kleinert

15 Monate Vollsperrung – über einen Monat länger als gedacht. Der Unmut in Sierße war groß. Bei der Grunderneuerung der Bundesstraße 65 (Ahornallee) war es zu Verzögerungen gekommen. Unvorhergesehene Kanal- und Erdbauarbeiten auf dem 1100 Meter langen Abschnitt waren schuld, sagte am Mittwoch Michael Peuke, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel, bei einem Ortstermin. Am Dienstag, 30. Juni, endet das Geduldspiel für Anwohner und Verkehrsteilnehmer. Im Laufe des Tages verschwinden sämtliche Absperrschranken und Warnbaken. Die vielbefahrene Ortsdurchfahrt, wichtige Verbindungstrasse für Pendler zwischen Peine und Braunschweig, wird für den Durchgangsverkehr wieder freigegeben.

Es kamen unvorhergesehene Kanalarbeiten hinzu

Die Endabrechnung der Straßenbaubehörde fällt üppig aus: Bund, Gemeinde Vechelde, Stromversorger Avacon und Wasserverband Peine – Letzterer erneuerte vor dem Straßenbau in der Ahornallee die Abwasserkanalisation – investierten rund 3,5 Millionen Euro in die runderneuerte Ortsdurchfahrt. Der ursprüngliche Finanzplan wurde gesprengt, denn, so Fabian Linde, Bauleiter der Straßenbaubehörde, „der Wasserverband musste unvorhergesehen 450 Meter Wasserkanal erneuern.“ Auch 100 Meter mehr Schmutzwasserkanal als geplant waren ein Sanierungsfall, sagte Linde.

Die Anwohner der Bundesstraße 65 sind nicht beitragspflichtig

Insgesamt habe der Wasserverband 660.000 Euro investiert, die Avacon 100.000 Euro. 200.000 Euro steuerte die Gemeinde Vechelde bei. Das seien anteilig 50 Prozent der Kosten für den kombinierten Fuß- und Radweg, der sich durch den Ort zieht, sagte Vecheldes Bürgermeister Ralf Werner. Die andere Hälfte der Rad- und Fußwegkosten übernimmt das Land. „Durch diese geteilte Baulast sind Anwohner nicht beitragspflichtig“, betonte der Vechelder Verwaltungschef.

Einige wenige Anwohner im Ort hätten die Baustelle wohl gerne noch eine Weile behalten. Es war so schön ruhig in Teilen von Sierße. Andere, die Schleichwege zu ihren Grundstücken suchen mussten und bei denen buddelnde Bagger und lärmende Rüttelplatten direkt vor den Haustüren wummerten, aber auch Inhaber der schwer zu erreichenden Gastronomie- und Hotelleriebetriebe im Ort, dürften durchatmen.

Die Sierßer atmen auf und die Pendler auch

Ortsbürgermeister Martin Timpe drückt die Gemütslage der meisten Sierßer in einem Wort aus: „Endlich!“ Der Ausbau habe an den Nerven vieler Sierßer gezerrt. „Im Grunde sind alle dankbar, dass die Baustelle endlich ein Ende nimmt.“

Sämtliche Straßen sowie kombinierte Fuß- und Radwege sind inzwischen asphaltiert und gepflastert.

Die Schaufelbagger und die Bauarbeiter rücken aber nicht so schnell ab. Laut Michael Peuke sind in den nächsten Wochen Restarbeiten zu erledigen, die sich allerdings auf Fahrbahnrand- und Einmündungsbereiche beschränken. Unter anderem werde ein 300 Meter langes Teilstück des Radweges nach Vechelde fertiggestellt. Auch der baulich entschärfte und somit besser einsehbare Einmündungsbereich Ahornallee/An der Burg werde noch begradigt und bepflanzt.

Die einmonatige Verzögerung des Gesamtausbaus nahm Peuke gelassen hin. „Wir hatten sogar Glück“, sagte der Behördenchef. Kampfmittel- und Archäologie-Funde oder die Freilegung unbekannter Leitungen gab es in Sierße nämlich nicht. „Dann wären wir jetzt noch nicht fertig.“

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