Gemeindebrandmeister in Vechelde – „sehr arbeitsaufwendig“

Vechelde.  Alfred Goldbeck zieht eine Halbjahresbilanz und spricht dabei auch die Tagesalarmsicherheit und die Ausstattung an.

Jugendarbeit ist wichtig: Vecheldes Gemeindebrandmeister Alfred Goldbeck im Bettmarer Feuerwehrhaus.

Jugendarbeit ist wichtig: Vecheldes Gemeindebrandmeister Alfred Goldbeck im Bettmarer Feuerwehrhaus.

Foto: Harald Meyer

Bis kurz vor dem Pressegespräch hat Alfred Goldbeck mit dem Handy telefoniert – in einer Feuerwehrangelegenheit. „Meine Aufgabe ist sehr zeitintensiv und arbeitsaufwendig“, sagt der 59-Jährige über seine Aufgaben als Vechelder Gemeindebrandmeister – ein Ehrenamt, das er vor rund einem halben Jahr als Nachfolger von Peter Splitt (Vallstedt) übernommen hat.

Nach zwölf Jahren Peter Splitt nun also der bisherige stellvertretende Gemeindebrandmeister Goldbeck an der Spitze – das mag als eine fast schon logische Abfolge erscheinen. Zumal Goldbeck die Feuerwehrarbeit von der Pike an kennt. Geboren – ausgerechnet – in Hannover, ist er in Evern bei Sehnde (Region Hannover) aufgewachsen. „Ich hatte die Wahl zwischen Schützenverein, Sportverein und Feuerwehr“, erinnert sich Goldbeck. Bis 16 Jahre habe er zwar Fußball gespielt – „doch das hat sich dann erledigt“. Denn entschieden hat er sich – „wie mein Bruder“ – für die Feuerwehr. Offenbar eine gute Entscheidung – zumal sich Goldbeck später auch zum Feuerwehrtaucher hat ausbilden lassen.

Die Tauchertätigkeit ist auch der Grund gewesen, warum Goldbeck der Ortswehr Evern die Treue gehalten hat, obwohl er bereits 1993 über Braunschweig nach Bettmar gezogen ist. Schließlich arbeitet der Gemeindebrandmeister bei VW in Salzgitter – wie sein Vorgänger Splitt. Und Goldbecks Ehefrau stammt aus Vallstedt – „kennengelernt haben wir uns beim Baden im Eixer See.“

Gelernt hat er einst bei der Bahn Energieanlagenelektroniker, es folgen acht Jahre bei der Bundeswehr, bei der er auch seinen Fahrlehrer gemacht hat. 2003 ist Goldbeck zur Bettmar Feuerwehr gewechselt – war Gruppenführer, Atemschutzbeauftragter, stellvertretender Ortsbrandmeister dieser Stützpunktwehr, dann stellvertretender Gemeindebrandmeister und nun also Chef der Feuerwehren (mit alles in allem knapp 500 Mitgliedern). Insgesamt haben die Feuerwehren in der Ostkreiskommune im vergangenen Jahr 117 Einsätze gehabt – das zeigt, wie arbeitsintensiv diese ehrenamtliche Aufgabe für die Brandschützer ist. Als „absolutes No-go“ und als „Respektlosigkeit unseren Leuten gegenüber“ bezeichnet es daher Goldbeck, dass Feuerwehrleute und auch Polizisten bei ihren Einsätzen von der Bevölkerung angefeindet und in ihrer Arbeit behindert werden. „Zum Glück sind uns solche schlimmen Sachen in der Gemeinde Vechelde noch nicht passiert“, ist er beruhigt.

Als Herausforderung sieht es aber Goldbeck an, genügend (aktive) Mitglieder in den Feuerwehren zu haben: „Bei den Kindern und Jugendlichen stehen wir in der Konkurrenz zu Sportvereinen und anderen Angeboten.“ Mit Löscheimer-Aktionen und „Tagen der offene Tür“ ließen sich zwar auch Mitstreiter gewinnen, aber „ein Zaubermittel gibt es leider nicht“. Goldbeck: „Neubürger treten nicht unbedingt auch der Feuerwehr bei.“ Längst vorbei sind die Zeiten, in denen es sich für jeden Hauseigentümer gehört hat, auch Mitglied der örtlichen Wehr zu sein.

Immerhin: Die Tagesalarmsicherheit – also auch tagsüber während der Arbeitszeiten genügend Feuerwehrleute bereitstehen zu haben – ist zwar in der Gemeinde gegeben. Grund sind die Löschverbünde – dabei werden bei Einsätzen mehrere Ortswehren alarmiert, um wirklich ausreichend Mitglieder zusammenzubekommen. Zur Ausstattung der Wehren in der Gemeinde sagt Goldbeck: „Es funktioniert, es läuft.“ Wenn Fahrzeuge oder Geräte kaputt gingen, ersetze die Kommune sie – so erhalte Vechelade in 2021 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W).

Was sind die Hobbys? „Zwei Pferde und zwei Hunde, dazu noch Pflegehunde“, antwortet Goldbeck und outet sich als Tierliebhaber. Und für sechs Jahre ist er ja noch als Gemeindebrandmeister gewählt – bis Ende Mai 2025. Es wird allerdings seine erste und letzte Amtszeit – aus Altersgründen.

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