Schulstraße in Ilsede – keine Chance für mehr Sicherheit

Groß Ilsede.  Der Landkreis Peine kann den Wunsch der Grund- und Hauptschule nach einer Verkehrsberuhigung auf der Schulstraße nicht erfüllen.

Die Schulstraße in Groß Ilsede liegt zwischen den beiden Standorten der Grund- und Hauptschule – links die frühere Janusz-Korczak-Schule, rechts (verdeckt) der angestammte Standort der Grund- und Hauptschule.

Die Schulstraße in Groß Ilsede liegt zwischen den beiden Standorten der Grund- und Hauptschule – links die frühere Janusz-Korczak-Schule, rechts (verdeckt) der angestammte Standort der Grund- und Hauptschule.

Foto: Harald Meyer

Schön klingt das nicht: Die Groß Ilseder Grund- und Hauptschule hat sich selbst „zerlegt“ – musste sich aufteilen auf zwei Schulstandorte mit der Schulstraße dazwischen. Ihrem Wunsch nach mehr Sicherheit für die Schüler und alle anderen Beteiligten auf dieser Straße kommt der Landkreis Peine als Schulträger allerdings nicht nach.

„Beim Ortstermin mussten wir feststellen, dass aufgrund der vielen Grundstückszufahrten zur Schulstraße Baulich zur Sicherung nichts umsetzbar ist“, bedauert Kreissprecher Fabian Laaß – die Schule hat Poller vorgeschlagen. Die Grundstücke könnten dann aber nicht mehr genutzt werden. Auch eine Querungshilfe komme nicht in Frage. „Dafür weist die Straße nicht die erforderliche Fahrbahnbreite auf“, stellt Laaß fest. Eine Querungshilfe solle möglichst mindestens zwei Meter, besser 2,50 Meter breit sein. Zusätzlich werde dann noch je Fahrtrichtung eine Fahrbahnbreite von drei Metern benötigt. „Die Schulstraße ist aber keine 8,50 Meter breit“, setzt der Sprecher hinzu. Auch ein Zebrastreifen sei undenkbar. „Er könnte nur auf Höhe einer Grundstückszufahrt angelegt werden“, beschreibt Laaß: Dies sei jedoch nicht ungefährlich – „ein Autofahrer fährt rückwärts vom Grundstück und kann keine Personen sehen“ –, daher scheide das ebenfalls aus.

„In Nordrhein-Westfalen werden ,Kölner Teller’ wieder entfernt“

„Kölner Teller“, „Berliner Kissen“ und Ähnliches sollten nach Möglichkeit nicht mehr auf Fahrbahnen aufgebracht werden – so zitiert Laaß die Straßenverkehrsordnung: „Zum einen bremst der Autofahrer vor diesem ,Hindernis’ ab, überfährt es und gibt dann wieder Gas. Erfahrungsgemäß ist dabei der Geräuschpegel nicht zu verachten, und wird von Anwohnern als Lärmbelästigung empfunden.“ Zum anderen könnten zum Beispiel schwer verletzte Personen in einem Rettungswagen aufgrund solcher „Hindernisse“ nicht optimal medizinisch versorgt werden. „Beispielsweise in Nordrhein-Westfalen fordern sie dann Rettungshubschrauber an, da sich die Rettungssanitäter genau aus diesem Grund weigern, schwer verletzte Personen zu befördern“, geht der Blick von Laaß in das Nachbar-Bundesland. In Nordrhein-Westfalen würden diese „Hindernisse“ mittlerweile sogar wieder entfernt.

Zwar liegt die Schulstraße – und damit die Grund- und Hauptschule mit ihren beiden Standorten – in Groß Ilsede in einer Tempo-30-Zone. Laut Schulleitung gibt es auf dieser Straße aber viel Verkehr, der sich zudem nicht immer an die 30 Stundenkilometer halte. Weil die Grund- und Hauptschule Räume an die Realschule abgeben musste, nutzt sie außer ihrem angestammten Standort nun teilweise auch die frühere Janusz-Korczak-Schule (Förderschule Lernen) auf der anderen Seite der Schulstraße.

Weitere Infos:

www.peiner-nachrichten.de/peine/ilsede/article230508354/Gross-Ilseder-Grund-und-Hauptschule-wuenscht-mehr-Sicherheit.html

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