Schulschließungen in Alt-Lahstedt – SPD und CDU streiten

Ilsede.  Der SPD-Ortsverein wünscht sich einen dreizügigen Neubau, der CDU-Gemeindeverband den Erhalt der drei Grundschulstandorte.

Für den Fortbestand des Adenstedter Grundschulstandorts kämpft die Bevölkerung in dem Ort.

Für den Fortbestand des Adenstedter Grundschulstandorts kämpft die Bevölkerung in dem Ort.

Foto: Archiv

Unterschiedlicher könnte das Meinungsbild zur Zukunft von drei Grundschulstandorten in Alt-Lahstedt kaum ausfallen als bei der SPD und der CDU: Während sich der Ilseder SPD-Ortsverein für die Schließung der einzügigen Grundschulstandorte in Gadenstedt, Adenstedt und Groß Lafferde und für einen dreizügigen Neubau für diese drei Ortschaften in Gadenstedt ausspricht, plädiert der CDU-Gemeindeverband genau für das Gegenteil: Erhalt der drei Grundschulstandorte mitsamt Modernisierung/Ertüchtigung der Schulgebäude, also kein Neubau.

Allerdings: Zu entscheiden hat der Ilseder Gemeinderat – und zwar am Donnerstag, 8. Oktober. Wie sieht es dort mit der SPD und CDU aus? Für Boris Lauenroth aus Adenstedt, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands und Gemeinderatsmitglied, ist die Sache klar: Bis auf den Groß Ilseder Marcus Seelis werde die „gesamte CDU-Fraktion“ für den Fortbestand der Grundschulstandorte in Gadenstedt, Adenstedt und Groß Lafferde stimmen – sich also der Meinung des Gemeindeverbands anschließen.

„Im Gemeinderat entscheiden einige Mitglieder nach ortspolitischen Gründen“

Das sieht in der SPD-Fraktion anders aus: Ein Teil ist für den Erhalt des Status Quo, ein Teil für die Schließung der drei bisherigen Schulstandorte – also für den Neubau in Gadenstedt. Für Carsten Rieck aus Bülten, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, steht fest: „Aus der sehr gut ausgearbeiteten Vorlage der Gemeindeverwaltung ergibt sich aus pädagogischen und finanziellen Gründen nur eine logische Konsequenz: der Neubau.“ Allerdings gebe es im Gemeinderat – auch in der SPD-Fraktion – Mitglieder, die aus „ortspolitischen Gründen“ anders entschieden. Nebenbei: Rieck gehört nicht dem Gemeinderat an.

„Wir als SPD favorisieren die Option, die der dauerhaften Sicherstellung eines attraktiven und pädagogisch wertvollen Ganztagsbetriebs unter Berücksichtigung des benötigten Finanzbedarfs Rechnung trägt“, macht der SPD-Ortsverein deutlich: „Bildung ist der Schlüssel für die Lebens- und Teilhabe-Chancen jedes einzelnen, für individuelle Freiheit und die Zukunft unserer Kinder.“

„Die Rede ist nur von Geld und Kosten“

Anders als Rieck kritisiert der CDU-Gemeindeverband, in der Verwaltungsvorlage werde „nur über Geld und Kosten gesprochen, aber die Kinder/Schüler werden mit keinem Wort erwähnt“. Die CDU sei der Überzeugung, dass „die Wirtschaftlichkeit erst an zweiter oder dritter Stelle zu berücksichtigen ist“. Bei einer Schließung der Schulen vor Ort verlören die Kinder wegen der Busfahrten einen „Teil ihrer Freizeit/Spielzeit“. Schulschließungen in Adenstedt und Groß Lafferde sind laut CDU „auch mit Blick auf die künftigen Schülerzahlen nicht nachvollziehbar“. Laut der Vorlage seien im Übrigen auch die jetzigen Grundschulen in Gadenstedt, Groß Lafferde und Adenstedt für die Inklusion geeignet. „Kurze Beine – kurze Wege“: Zu der Initiative stehe die CDU zum „Wohle der Kinder“.

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