Peine – Bürgermeister Klaus Saemann (SPD) will „verlängern“

Peine.  Der 54-Jährige bewirbt sich zur Kommunalwahl 2021 erneut für das höchste Amt im Rathaus in Peine. Auch die Grünen nominieren den SPD-Mann.

Bürgermeister Klaus Saemann (SPD; vorn Mitte) bewirbt sich zur Kommunalwahl 2021 ein weiteres Mal für das höchste Amt im Peiner Rathaus. Er wird unterstützt (von links) vom SPD-Stadtverband mit dem Vorsitzenden Jörg Zimmermann und Simone Pifan, den Bündnisgrünen Elke Kentner und Udo Meyer, SPD-Ratsfraktionschef Matthias Wehrmeyer und SPD-Unterbezirkschef Matthias Möhle.

Bürgermeister Klaus Saemann (SPD; vorn Mitte) bewirbt sich zur Kommunalwahl 2021 ein weiteres Mal für das höchste Amt im Peiner Rathaus. Er wird unterstützt (von links) vom SPD-Stadtverband mit dem Vorsitzenden Jörg Zimmermann und Simone Pifan, den Bündnisgrünen Elke Kentner und Udo Meyer, SPD-Ratsfraktionschef Matthias Wehrmeyer und SPD-Unterbezirkschef Matthias Möhle.

Foto: SPD

Der amtierende Bürgermeister der Stadt Peine , Klaus Saemann (SPD; 54), will sich zur Kommunalwahl im September 2021 für ein zweite Wahlperiode für das höchste Amt im Peiner Rathaus bewerben. Er ist Bürgermeisterkandidat der SPD und der Grünen zugleich. Saemann wurde einstimmig vom SPD-Stadtverbandsvorstand sowie von allen Ortsvereinen nominiert, ebenso von den Bündnisgrünen.

„Ich will weiter für ein lebenswertes Peine arbeiten“, erklärt Saemann seine Motivation, „dazu gehören für mich gute Arbeitsplätze, ein attraktiver Wirtschaftsstandort, eine gute Infrastruktur und ein starker gesellschaftlicher Zusammenhalt.“ Er habe viele Projekte angeschoben, und einiges stehe noch auf seiner Liste. Die Fortentwicklung einer attraktiven Innenstadt mit einem pulsierenden Geschäftsleben sei in Peine ein zentrales Thema, ebenso die Integration, die für Saemann ein langer Prozess bis in die weite Zukunft hinein ist.

Was Saemann sehr bewegt und umtreibt, ist das Auseinanderdriften der Gesellschaft. Als Antreiber dafür generell macht er sogenannte Querdenker aus, ebenso die AfD . Und dazu trage auf der kommunalpolitischen Ebene auch eine „Opposition“ bei, die zwar stets mit Kritik und Schlechtrederei schnell zur Hand sei, nur nicht mit konstruktiven Engagement für eine Sache. Saemann wolle daran arbeiten, dass die Gesellschaft wieder mehr und mehr in der demokratischen Mitte zusammenfinde.

SPD-Bürgermeister fühlt sich von den Peiner Grünen geehrt

Ausdrücklich bedankt Saemann sich bei den Grünen für die Unterstützung. Darüber freue er sich außerordentlich. „Ich fühle mich geehrt.“

Und er versichert: „Klimaschutz wird eines der Kernthemen meiner Kandidatur werden. Gemeinsam schaffen wir ein nachhaltiges Peine, das seinen Beitrag zur Einhaltung der globalen Klimaziele leistet.“

Die Nominierung Saemanns haben SPD und Grüne gemeinsam in der Peiner SPD-Zentrale Egon-Bahr-Haus, Goethestraße, bekanntgegeben – coronagerecht in einer digitalen Konferenz. Die Online-Veranstaltung hatte nach SPD-Angaben rund 100 Teilnehmer.

Aus der Sicht des SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Jörg Zimmermann ist eine erneute Kandidatur Saemann mit Unterstützung der Grünen eine logische Konsequenz der bisherigen Zusammenarbeit. In der Erklärung Zimmermanns heißt es dazu:

„Die letzten Jahre haben wir, die Gruppe aus Grünen und Sozialdemokraten im Peiner Rat, eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit gepflegt. Diese zeichnete sich durch den Willen aus, sachliche Kompromisse zu finden, ohne unterschiedliche Ansichten verschleiern zu wollen, und das mit nötigem Respekt untereinander.

Die Politik so zu gestalten, nämlich zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen und Wünschen der Bürger, der Investoren und der Wirtschaft zu vermitteln, und nicht nur partielle Interessen zu berücksichtigen, ist der rote Faden, der sich durch unseren Politik nun bereits viele Jahre zieht, und der uns unterscheidbar von den anderen politischen Mitbewerbern macht. Zusammenführen und den Ausgleich suchen und dann zu Entscheidungen kommen, diese Arbeitsweise wollen wir fortsetzen.

Auch in puncto Arbeitsplätze und Ansiedlung von Unternehmen sind wir ein großes Stück vorangekommen, die Firma Action , die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) und viele weitere sind positive Zeichen für eine unternehmerfreundliche Politik im Peiner Rathaus.

Die gemeinsame Übernahme des Krankenhauses durch Stadt und Kreis Peine ist sicherlich ein Highlight des so tristen und problembehafteten Jahres 2020. Wir wollen diese erfolgreiche Zusammenarbeit auch künftig, sofern der Souverän, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, dieses wollen, fortsetzen. Dazu brauchen wir einen Bürgermeister, der fähig und willens ist, diesen Kurs auch weiterhin mitzubestimmen.

In Klaus Saemann haben wir einen Mann an der Verwaltungsspitze, der in den letzten Jahren vielfach bewiesen hat, dass er Verwaltung führen und Bürger zusammen bringen kann. Einen Mann, der trotz zum Teil auch persönlicher Angriffe nie die Hand zum Kompromiss verweigert, der durch großes und auch Detailwissen zu überzeugen weiß, der krisenfest ist, der mit Wirtschaftsvertretern genauso wie mit Bürgerinnen und Bürgern gleichermaßen den Ausgleich und Kompromiss zum Wohle der Stadt sucht.

Zielstrebiges arbeiten und die Zuversicht, sich auch von kleineren und großen Rückschlägen nicht vom Weg abbringen zu lassen, wie er bei den Problemen des Lindenquartiers und vielen weiteren unter Beweis stellte, zeichnen ihn aus.“

Die offizielle Aufstellungsversammlung der SPD ist für den 11. März 2021 geplant.

Klaus Saemann wollte schon mit 30 Bürgermeister von Peine werden

Zimmermann und Saemann kennen sich bereits seit fast fünf Jahrzehnten und zählen sich gegenseitig zu ihren ältesten Freunden. Vor diesem Hintergrund plauderte Zimmermann im Kreis der Digitalkonferenz auch über den Menschen Klaus Saemann: „Schon mit Mitte 30 hat er mir und anderen Freunden auf Geburtstagen und Feiern erklärt, dass es seine Absicht sei, Bürgermeister von Peine zu werden – damals zunächst von uns belächelt und nicht weiter beachtet, merkten wir jedoch bald, dass er das nicht aus einer Bierlaune heraus gesagt hatte, sondern dass es ihm ernst damit war.“ Die Zielstrebigkeit, mit der er dieses Ziel über all die Jahre verfolgt habe, hätten sei Freunde mit Respekt und Anerkennung bedacht. „Seine Art, niemanden zu bevorzugen, am wenigsten sich selbst, solidarisch zu sein, und das ohne jegliche Eitelkeit, und sein Respekt vor anderer Meinung sind Charaktereigenschaften, die alle an ihm schätzen.“

Auch Saemanns Verbundenheit mit seiner Heimat, der Stadt Peine und den Peiner Menschen, habe dazu beigetragen, dass der Freundeskreis nun schon Jahrzehnte halte. Zimmermann: „Was mir besonders bei seinem politischen Wirken gefällt, ist sein Arbeitsstil: ruhig, das Ziel im Auge behaltend, ohne Wichtigtuerei – und dennoch kraftvoll für die Menschen in Peine die richtigen Weichen zu stellen.“ Eine Beurteilung, die Zimmermann gewissermaßen in doppelter Befangenheit abgibt – einerseits als alter Freund, andererseits als Genosse, der durch die Parteibrille auf die bevorstehenden Kommunalwahlen blickt. Und Zimmermann setzt hinzu: „Ich bin sicher, dass nicht nur die SPD in Peine hinter ihm steht, sondern auch alle seine Freunde und auch die allermeisten Bürgerinnen und Bürger unserer schönen Stadt.“

Zu guter Letzt zitierte Zimmermann den früheren Kanzler Helmut Schmidt. Der beantwortete die Frage, wie er denn sein Arbeitspensum und den Stress bewältige, so: „Willen braucht man. Und Zigaretten!“ Das, so Zimmermann, passe auch auch Klaus Saemann.

Grüne und SPD vertrauen einander – ohne Koalitionsvertrag

Für die Grünen erklärte Elke Kentner: „Auch die Grünen aus der Stadt Peine möchten, dass Klaus Saemann seine erfolgreiche Arbeit als Bürgermeister fortsetzen kann. Aus diesem Grund sprechen wir nicht nur eine Wahlempfehlung aus, sondern nominieren ihn als Bürgermeister-Kandidaten auch für Bündnis 90/Die Grünen.“

„Wir haben in den vergangenen Jahren im Stadtrat gut mit Klaus Saemann und der SPD zusammengearbeitet“, so Kentner weiter. Dabei habe es häufig unterschiedliche Ansätze und Schwerpunkte gegeben. Für uns Grüne stünden ökologische Themen und der Klimaschutz besonders weit oben auf der Agenda. „Wir haben aber immer gute Kompromisse gefunden, die für beide Seiten akzeptabel waren.“

Kentner betont: „Bemerkenswert ist, dass wir das bis jetzt ohne einen formellen Koalitionsvertrag geschafft haben. So etwas ist nur möglich, wenn unter den handelnden Personen hohes Vertrauen besteht und eine gute Kommunikation gepflegt wird.“

An Klaus Saemann schätzen die Grünen laut Kentner „besonders seinen ruhigen, aber konsequenten Führungsstil“. „Wir erleben eine hohe Transparenz im Verwaltungshandeln, hier sind als wichtige Vorgänge besonders die Entwicklung des Lindenquartiers und die Übernahme des Klinikums zu erwähnen. Gerade im aktuellen Jahr mit den speziellen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie haben wir den Stil der Zusammenarbeit als besonders positiv empfunden.“

Die offizielle Nominierungsversammlung der Grünen wird im Frühjahr 2021 stattfinden.

2016 gab es 6 Bürgermeister-Bewerber in Peine

Zur Erinnerung: Zur Kommunalwahl 2016 in Peine kandidierten sechst Bewerber für das Bürgermeisteramt: Klaus Saemann (SPD), Andreas Meier (CDU), Friedhelm Seffer (Einzelbewerber), Elke Kentner (Grüne), Karl-Heinrich Belte (Peiner Bürgergemeinschaft) und Jürgen Eggers (Die Linke). Saemann und Meier kamen in die Stichwahl, aus der am Ende der Sozialdemokrat Saemann aus Sieger hervorging und damit Nachfolger von Michael Kessler (SPD) wurde.

Saemann und Meier sind in der Stichwahl

Klaus Saemann ist das neue Stadtoberhaupt

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