Rote Schuhe in Peine als Protest gegen Gewalt gegen Frauen

Peine.  Auf Initiative der „Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen“ ist die Aktion in der Peiner Fußgängerzone zustande gekommen.

Mit Frauenschuhen haben die Organisatorinnen gegen Femizid (Tötung von Frauen und Mädchen wegen ihres Geschlechts) protestiert.

Mit Frauenschuhen haben die Organisatorinnen gegen Femizid (Tötung von Frauen und Mädchen wegen ihres Geschlechts) protestiert.

Foto: SPD

Rot glänzend stehen 122 Paar Frauenschuhe in der Sonne der Peiner Fußgängerzone. Bedrückend ist, dass diese Schuhe symbolisch für tote Frauen stehen – getötet von ihren (Ex-) Partnern oder Ehemännern. Jeden dritten Tag eine Frau in Deutschland – so besagt es die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2018.

Nein, es geht hier nicht um Täter mit Migrationsbiografie. Es geht um Gewalt gegen Frauen in der höchsten Form – eine Frau wird getötet, weil sie eine Frau ist: Femizid. „Die ersten drei Monate nach einer Trennung sind für die Frauen am gefährlichsten, an diesem Punkt wirkt das Frauenhaus,“ weiß Nicole Reinert, stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Peiner Frauenhaus“: „Zudem sind Frauen zu dem Zeitpunkt gefährdet, an dem Tätern die Endgültigkeit der Trennung tatsächlich bewusst wird. Dies kann auch erst zu einem viel späteren Zeitpunkt sein.“

Frauenhaus bietet Schutz und ein umfassendes Beratungsangebot

Das Peiner Frauenhaus bietet von Gewalt betroffenen Frauen nicht nur Schutz, sondern auch ein umfassendes Beratungsangebot zur Risikoeinschätzung und weiteren Entwicklung zwischen Täter und Opfer. Der Verein Peiner Frauenhaus ist ebenfalls Träger der BISS-Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt und der Kontakt- und Beratungsstelle Heckenrose bei sexualisierter Gewalt gegen Frauen, Jungen und Mädchen.

Petra Karger, Diplom Sozialpädagogin der Beratungsstellen, macht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass sich „die Angebote auch an Jungen und Männer richten und auch für Angehörige oder Betreuungspersonen die Möglichkeit angeboten wird, Verdachtsmomente anonym zu besprechen und Hilfestellungen im Umgang mit der Situation zu bieten“. Die Initiative, mit dieser gemeinsamen Aktion mit den Beratungsstellen zu Femizid und Gewalt gegen Frauen zu sensibilisieren und das Thema auch zu visualisieren, ging von der „Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen“ (AsF) im SPD-Unterbezirk Peine aus. Bereits Anfang des Jahres wuchs die Idee mit den roten Schuhen.

„Gewalt gegen Frauen passiert und manchmal auch nebenan“

Zwischen den Schuh-Paaren haben die Frauen weiße Tafeln verteilt: Diese Tafeln geben dreißig Tathergänge wieder, manche aus Nachbarstädten. Wibke Schlimme, Vorsitzende der ASF Peine sagt: „Es ist wichtig, das Bewusstsein zu wecken, dass Gewalt gegen Frauen in allen Gesellschaftsschichten passiert und manchmal eben auch nebenan.“ Schlimme sieht es daher als gesamtgesellschaftliche Aufgabe das Thema kontinuierlich aufzugreifen und auch auf Beratungs- und Hilfsangebote für Betroffene hinzuweisen. Das Peiner Frauenhaus ist rund um die Uhr unter (05171) 55557 zu erreichen – weitere Infos unter www.frauenhaus-peine.de im Internet.

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