Peine – Lebensmittel sind in der City Mangelware

Peine.  Mehr Leerstände entlang der Bummelmeile, das Angebotssortiment wird kleiner: Gerade für Senioren bedeutet die Situation eine Erschwernis.

Das Bild zeigt eine gute gefüllte Bummelmeile in Peine. Jüngste und demnächst bevorstehende Geschäftsschließungen sorgen jedoch für spürbare Verringerung des Angebotssortiments – so geht es nun keinen Lebensmittelmarkt mehr direkt in der City.

Das Bild zeigt eine gute gefüllte Bummelmeile in Peine. Jüngste und demnächst bevorstehende Geschäftsschließungen sorgen jedoch für spürbare Verringerung des Angebotssortiments – so geht es nun keinen Lebensmittelmarkt mehr direkt in der City.

Foto: Thomas Stechert

Die Peiner Innenstadt „hungert“ aus: Mit dem Nahkauf in der City-Galerie ging auch der letzte Lebensmittelmarkt in der Peiner Fußgängerzone. Die Verwerfungen in der Peiner Einkaufsmeile sind damit einschneidend, denn das Angebot für den täglichen Bedarf wird immer kleiner.

Hinzu kommt, dass sich diese bittere Pille alsbald auch nicht mehr mit feinem Konfekt versüßen lässt, denn die beiden Confiserien Arco und Chocolata auf der Bummelmeile stehen vor der Schließung – Arco wie berichtet zum Jahresende, Chocolata im Verlauf des nächsten Jahres. Das Gesamtbild der Fußgängerzone trüben weitere großflächige Leerstände: Die Türen des Modegeschäfts Miller & Monroe (ehemals Vögele) im Rotherhaus wurden schon zu Jahresbeginn geschlossen, der große Adler-Modemarkt an der Ecke Bahnhof-/Luisenstraße wird, wie angekündigt, demnächst schließen, ebenso wohl auch der Modemarkt an der Breiten Straße.

E-Center zieht ins Lindenquartier – Termin offen

In Sachen Lebensmittelversorgung zeichnet sich indes ein Lichtstreif am Horizont ab – mit dem Bau des neuen Geschäftsviertels Lindenquartiers (bisherige Hertie-Brache) soll dort das E-Center vom Friedrich-Ebert-Platz in der Südstadt in das Herz der Fußgängerzone umziehen. Nur wann das passieren wird, das steht in den Sternen. Prognosen wagt kaum jemand, und auch die Stadt Peine hält sich bedeckt. Auf die Frage nach einem realistischen Eröffnungstermin antwortet Stadtsprecherin Petra Neumann: „Aktuell befinden sich die Stadt Peine und der Investor der THI Holding GmbH (Hannover) in intensiven Gesprächen und Abstimmungen zur Bauleitplanung.

Laut THI ist derzeit geplant im August nächsten Jahres mit dem Bau zu starten. Die Fertigstellung des Projektes soll dann in 2022 erfolgen. Einen konkreten Termin dafür, wann die Peiner durch das neue Lindenquartier flanieren und einkaufen können, gibt es indes noch nicht.

Situation vor allem für Senioren unglücklich

Unglücklich ist die gegenwärtige Situation vor allem für Senioren, die kein Auto haben, um schnell mal eben zu den großen Nahversorgern zu fahren, die sich rund um das Zentrum in der Kernstadt angesiedelt haben. Mit den Wohnungen der Gerhard-Lucas-Meyer-Stiftung, dem Philipp-Spitta-Heim und weiteren Projekten für betreutes Wohnen leben aber viele ältere und eher in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen direkt in der Innenstadt.

Und gerade die Wohnungen der Gerhard-Lucas-Meyer-Stiftung sind dort gebaut worden, um Senioren eine bessere Teilhabe am Leben in der Stadt zu ermöglichen. Dazu gehören auch kurze Wege zum Einkaufen. Die Wege zu den noch in Stadtnähe vorhandenen Nahversorgern sind aber beschwerlich.

Das weiß auch Peter Leckelt, der für den Seniorenbeirat im Peiner Stadtrat sitzt. Er bemängelt: „Vor allem für Menschen mit Behinderungen wird seitens der Stadt nicht genug getan.“ So gebe es stadtnah zwar die Option, sich mittwochs und samstags auf dem Wochenmarkt mit frischen Lebensmitteln einzudecken, doch der Weg dahin führt über den historischen Marktplatz oder die Hagenstraße. Beide Wege seien jedoch für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, beschwerlich. „Wir fordern deshalb schon lange auch für den historischen Marktplatz eine Querungshilfe mit glatten Steinen, einen Rollstuhlweg, wie er auch von der Sparkasse an der Breiten Straße in Richtung Spitta-Heim führt“, sagt Leckelt.

Bisher sei aber nichts passiert. Im Gegenteil: Die Steine auf dem bereits vorhandenen Weg sind an einigen Stellen gebrochen und bergen somit neue Stolperfallen.

Die Stadt sieht sich weitgehend machtlos

Die Stadt Peine steht der Entwicklung weitgehend machtlos gegenüber. Sprecherin Neumann sagt: „Der Stadt Peine obliegen wenig Möglichkeiten, auf das Interesse von Lebensmittelversorgern oder Immobilienbesitzern Einfluss zu nehmen.“ Handlungsoptionen böten lediglich ein Einzelhandelentwicklungskonzept oder eine Bauleitplanung. Allerdings, wer genau hinschaue, der könne sehen, dass die Innenstadt gar nicht so ganz von einer Lebensmittelversorgung abgehängt sei. Petra Neumann zählt auf: „An dieser Stelle verweise ich gern auf die Angebote zu einer möglichen Versorgung: Obst und Gemüse gibt es bei Junis in der Wallstraße oder bei Radieschen Naturkost in der Echternstraße und dem Reformhaus in der Fußgängerzone, wo es auch andere frische Lebensmittel wie Wurst und Käse gibt.

Alternativen: Wochenmarkt, Bäcker, Imbisse – und das Internet

Dazu kämen laut Neumann diverse Bäcker, es gebe den regelmäßigen Wochenmarkt und den Bauernmarkt. Auch in etlichen Imbissen könne man sich mit fertigen Speisen und auch Lebensmitteln versorgen. Das E-Center, der NP-Markt an der Sedanstraße und andere Lebensmittelläden seien nicht wirklich weit von der Innenstadt entfernt. Zudem böten Rewe und Edeka einen Lieferservice für online im Internet bestellte Ware an.

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