Peiner Klimademo: „Wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“

Peine.  Am Freitag fand die erste „Fridays for Future“-Demo in Peine statt. Die jungen Klimaschützer zogen mit vielen Botschaften durch die Innenstadt.

„Eine gelungene Veranstaltung“: Die Demonstration zog beim ersten Peiner „Friday for Future“ lautstark durch die Innenstadt.

„Eine gelungene Veranstaltung“: Die Demonstration zog beim ersten Peiner „Friday for Future“ lautstark durch die Innenstadt.

Foto: Marius Klingemann

Die „Fridays for Future“-Bewegung hat in Peine einen ersten Höhepunkt erreicht. Zwischen 800 und 1000 Schüler, so die Schätzungen der Polizei, kamen am Freitag vor dem Rathaus zusammen. Von dort aus verliehen sie ihren Forderungen nach verbesserter Klimaschutzpolitik auf einem Demonstrationsmarsch durch die Innenstadt lautstark Ausdruck.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“: Dieser Schlachtruf ertönte immer wieder auf den Straßen. „Wir treffen uns heute aus einem ernsten Grund, denn die Politik tut viel zu wenig gegen den Klimawandel“, sagte Organisatorin Klara Upadeck (14) bei der Auftaktkundgebung vor dem Peiner Rathaus. Dort waren auch Bürgermeister Klaus Saemann und der Erste Stadtrat Klaus Tarrey anwesend und standen für Gespräche über das Klimakonzept der Stadt zur Verfügung.

Schilder und Sprechchöre: Die jungen Demonstranten brachten viele Botschaften mit

Klara Upadeck und ihre Mitorganisatoren Marlene Vogelsang und Carl Gochmann, alle vom Peiner Ratsgymnasium, wurden von den zahlreich erschienenen Jungdemonstranten mit lauten Parolen und bunten Schildern unterstützt. „Ohne Klimaschutz keine gesunde Zukunft“ oder „Es gibt keine zweite Erde“ war zu lesen, dazu wurde „Kohlestopp, hopp, hopp, hopp“ und „Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“ skandiert.

Die Demonstration verlief vom Peiner Rathaus entlang der Schützenstraße, Fußgängerzone und dem Historischen Marktplatz bis hin zum Kreishaus, wo der Erste Kreisrat Henning Heiß, Christian Mews (Kreisrat für Bauen) und Landkreissprecher Fabian Laaß die Abschlusskundgebung verfolgten. Auf dem Weg dorthin hielten die Schüler eine symbolische Schweigeminute für die weltweiten Opfer des Klimawandels ab.

Die Peiner verfolgten den Demonstrationszug durch die Innenstadt mit gemischten Gefühlen: Neben anerkennenden Äußerung waren auch Kommentare wie „das sind alles nur Schulschwänzer“ zu hören. Organisator Carl Gochmann (13) war in jedem Fall „froh über die Aufmerksamkeit, die wir erzeugen konnten.“ Die 15-jährige Marlene Vogelsang sah es als positives Zeichen an, dass die „Fridays for Future“ nun auch in Peine und „nicht nur in den Großstädten“ stattfänden. Die nächste Kundgebung ist für April geplant. Auch am 24. Mai, dem Tag der Europawahlen, wollen die Peiner Klimaschützer wieder auf die Straße gehen.

Stadt und Polizei waren zufrieden mit dem Ablauf der „Fridays for Future“-Kundgebung

Beim Auftakt mit dabei waren Schüler aller Altersklassen aus verschiedenen weiterführenden Schulen in Stadt und Kreis, darunter dem Gymnasium am Silberkamp, der IGS Peine oder dem Julius-Spiegelberg-Gymnasium in Vechelde. Der Demonstrationszug endete nach knapp eineinhalb Stunden vor dem Ratsgymnasium. Neben den Organisatoren waren auch Stadt und Polizei mit dem Ablauf zufrieden. Jürgen Heuer, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, sprach von einer „friedlichen und gelungenen Veranstaltung“.

Fridays for Future in Peine
Fridays for Future in Peine

Am Freitag beteiligten sich junge Menschen in über 100 Ländern an den „Fridays for Future“-Demonstrationen. In Deutschland fanden an fast 200 Standorten Kundgebungen statt – so auch in Braunschweig, Wolfsburg und Gifhorn. In Berlin waren 25.000 Teilnehmer dabei.

Weitere Bilder und Videos vom Peiner Premieren-„Friday“ können auf Instagram unter dem Hashtag „#Fridaysforfuturepeine“ angeschaut und hochgeladen werden.

Vechelder Spiegelberg-Gymnasium veranstaltet eigene Demonstration für die unteren Jahrgänge

Eine alternative Veranstaltung stellte das Vechelder Julius-Spiegelberg-Gymnasium auf die Beine: Die Schüler der Jahrgänge 5 bis 9 richteten parallel zur Demonstration in der Stadt eine eigene Klimakundgebung auf ihrem Schulhof aus.

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