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Corona: RKI meldet gestiegene Inzidenz und fast 43.000 Fälle

| Lesedauer: 46 Minuten
Corona in den USA: Steigende Infektionszahlen

Corona in den USA: Steigende Infektionszahlen

In den USA steigen die Corona-Infektionszahlen wieder an. Täglich gibt es über 100.000 Neuerkrankungen.

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Das RKI hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 261,3 angegeben. Am Vortag lag der Wert noch bei 221,4. Der Blog.

  • Das RKI meldet knapp 43.000 Corona-Neuinfektionen
  • Die Sorgen vor einer neuen Corona-Welle wachsen
  • MPK: Bund und Länder kündigen eine Impfkampagne für den Herbst an
  • Kanzler Scholz schließt flächendeckende Schließungen von Schulen und Kitas aus
  • Ein Online-Angebot mit Informationen zu Long Covid ist gestartet
  • Dieser Newsblog wird nicht mehr aktualisiert. Neuere Meldungen finden Sie hier

Berlin. Die Zahl der Corona-Infektionen verharrt auf niedrigem Niveau, die Inzidenz ist allerdings wieder etwas gestiegen. Am Freitag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 42.693 Corona-Neuinfektionen, die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 261,3 (Vortag; 221,4; Vormonat: 632,2).

In Anbetracht der "Verbesserung der epidemiologischen Lage" in Spanien und anderen europäischen Ländern entfallen künftig Corona-Auflagen für Reisen aus der EU nach Spanien.

Für Lauterbach ist die allerdings Pandemie nicht vorbei. Er will ihnen mit einem neuen Informationsportal helfen. Ferner kündigte er für den Herbst eine neue Impfkampagne an. Denn: Experten befürchten dann eine neue Corona-Welle.

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Corona-News von Freitag, 3. Juni: Ende des Newsblogs

14.00 Uhr: Dieser Newsblog wird nicht mehr aktualisiert. Neuere Entwicklungen finden Sie in diesem Liveticker.

Patientenschützer fordert Test- und Maskenkonzept für Pflegeheime im Herbst

8.05 Uhr: Patientenschützer Eugen Brysch hat nach der Bund-Länder-Runde ein Test- und Maskenkonzept für Pflegeheime im Herbst gefordert. "Gerade stehen vor allem in Pflegeheimen die Zeichen auf Lockerungen. Alle Maßnahmen werden hier über Bord geworfen, selbst Masken und Testpflichten fallen", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Freitagsausgaben). "Doch spätestens im Herbst muss dieser Grundschutz sicher organisiert werden, gerade für Personal und Besucher. Ebenso brauchen Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Kranken Anspruch auf PCR-Testung bei einer roten Risikomeldung in der Corona-Warn-App."

Zudem verlangte Brysch: "Bürgertests müssen ebenso weiterhin ohne Gebühr möglich sein." Schon heute würden regelmäßig mehr als 100 Corona-Tote täglich gezählt. "Dennoch läuft die kostenlose Testmöglichkeit am 30. Juni aus. Es ist ein Irrglaube, dass nur die Impfung das Leben mit Corona möglich macht", mahnte der Patientenschützer. "Ein dritter unvorbereiteter Corona-Herbst wäre unverantwortlich."

Milliardenschwere Energie-Zuschüsse für Firmen sollen bald kommen

7.57 Uhr: Ein milliardenschweres Hilfsprogramm der Bundesregierung mit Energiekosten-Zuschüssen für Firmen soll bald starten. Es befinde sich auf der Zielgeraden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums. Dafür eingeplant seien fünf Milliarden Euro an Mitteln. Ziel sei, dass die Antragstellung in den nächsten Wochen starte - die EU-Kommission muss das Programm noch beihilferechtlich genehmigen. Das Notifizierungsverfahren laufe. Die Bundesregierung will mit dem Kostenzuschuss für besonders betroffene Firmen den starken Anstieg von Erdgas- und Strompreisen temporär dämpfen.

Durch eine "strikte Bonusverzichtsregel" für die Geschäftsleitung solle sichergestellt werden, dass nur die Firmen ihre Kosten "vergemeinschaften", die sich in einer wirklichen Notlage befinden. Einen Verzicht auf Bonuszahlungen gab es ab bestimmten Voraussetzungen auch bei den Überbrückungshilfen in der Corona-Pandemie, wie auch beim Wirtschaftsstabilisierungsfonds.

Grünen-Experte begrüßt Signal zu Corona-Vorbereitungen für Herbst

7.34 Uhr: Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat die gemeinsame Absicht von Bund und Ländern zu Vorbereitungen für die Corona-Lage im Herbst begrüßt. "Es ist deshalb auch richtig, dass der Bund nun weiterentwickelte Corona-Impfstoffe bestellt hat", sagte der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. Neben einer zielgerichteten Impfkampagne und Teststrategie sei besonders eine bessere Datenlage wichtig. Der Fokus müsse in den Ländern endlich auf einer raschen Digitalisierung im öffentlichen Gesundheitsdienst und auf tagesaktuellen Daten liegen - etwa zur Verfügbarkeit betreibbarer Klinikbetten und zu Kapazitäten von Notaufnahmen und Rettungsdienst.

Dahmen wies auf konstant hohe Neuinfektionen in Deutschland und eine aktuelle Welle mit der Variante BA.5 in Ländern wie Portugal hin. "Besondere Bedeutung kommt der Intensivierung der Aufklärungsarbeit und der andauernden Impfkampagne zu."

Lauterbach zuversichtlich für Corona-Instrumentarium im Herbst

7.25 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich zuversichtlich gezeigt, den Koalitionspartner FDP von einer Verlängerung des Infektionsschutzgesetzes und der Maskenpflicht überzeugen zu können. Mit Blick auf eine möglicherweise wieder kritischere Corona-Situation im Herbst sagte der SPD-Politiker im ZDF-"heute journal", Deutschland werde "auf jeden Fall über den 23.9. hinweg ein Infektschutzgesetz haben, was uns die Vorbereitungen gibt, die wir brauchen". Am 23. September läuft die bisherige Rechtsgrundlage für die Schutzmaßnahmen aus. Mit Blick auf die Maskenpflicht und die FDP fügte Lauterbach hinzu: "Ich glaube, dass wir da übereinkommen."

Die FDP, die so wenig Corona-Schutzmaßnahmen wie möglich will, pocht darauf, zunächst mehrere Expertenberichte dazu abzuwarten.

Keine Corona-Auflagen mehr für Reisen aus EU nach Spanien

7.01 Uhr: Reisende aus der EU und dem Schengenraum müssen bei der Einreise in das beliebte Urlaubsland Spanien künftig keinen Corona-Gesundheitsnachweis mehr vorlegen. Damit entfällt die Pflicht, einen Nachweis über eine Impfung, eine Genesung von einer Corona-Erkrankung oder ein negatives Testergebnis vorzulegen. Das ging aus einer am Donnerstag im Amtsblatt veröffentlichten Entscheidung der Regierung hervor. Für Reisende aus allen anderen Ländern bleiben die bisherigen Auflagen jedoch bestehen. Das Gesundheitsministerium in Madrid begründete die Lockerung mit der "Verbesserung der epidemiologischen Lage" in Spanien und anderen europäischen Ländern.

Corona-News von Donnerstag, 2. Juni: US-Regierung rechnet mit Impfung für Unter-Fünfjährige ab 21. Juni

22.21 Uhr: Die US-Regierung rechnet mit ersten Impfungen gegen das Coronavirus für Kinder im Alter unter fünf Jahren ab dem 21. Juni. Voraussetzung seien die erwartete Genehmigung der Arzneimittelbehörde FDA und eine entsprechende Empfehlung der Gesundheitsbehörde CDC, sagte der Coronavirus-Koordinator des Weißen Hauses, Ashish Jha, am Donnerstag im Weißen Haus.

Danach werde es noch einige Zeit dauern, bis das Programm anlaufe und die Impfstoffe in größerem Umfang zur Verfügung stünden. „Wir gehen davon aus, dass innerhalb weniger Wochen alle Eltern, die ihr Kind impfen lassen wollen, einen Termin bekommen können.“

Messewirtschaft mit scharfer Kritik an Ministerpräsidentenkonferenz

21.35 Uhr: Mit scharfer Kritik hat die Messewirtschaft auf die Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz reagiert. "Das schlichte Vorbereiten einer umfassenden Impfkampagne im Jahr drei der Pandemie ist ein Armutszeugnis", sagte Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Messewirtschaft AUMA, unserer Redaktion.

Die Konzepte der Länder, um das öffentliche Leben auch im Winter stabil zu halten, hätten bereits in der Umsetzung sein, kritisierte Holtmeier. Die Messewirtschaft erwarte "vorausschauendes Handeln anstatt Stillhalten und vager Absichtserklärungen". Eine erneute Schließung im Herbst würden die Messen nicht mehr mittragen.

"Kaum ein Wirtschaftszweig ist derart hart von den politischen Entscheidungen in der Corona-Pandemie betroffen gewesen. 55 der rund 350 Milliarden Euro an gesamtwirtschaftlichen Schaden seit Beginn dieser Pandemie hängen an den Schließungen, Verboten und Verschiebungen von Messen", sagte Holtmeier. Man brauche nun Klarheit und Planungssicherheit.

Bund und Länder wollen Impfkampagne für den Herbst vorbereiten

20.09 Uhr: Bund und Länder wollen eine umfassende Corona-Impfkampagne gegen eine mögliche neue Corona-Welle im Herbst und Winter vorbereiten. Das vereinbarten die Ministerpräsidenten und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag bei ihren Beratungen im Kanzleramt. Laut dem der dpa vorliegenden Beschlussvorschlag gehören dazu niedrigschwellige Impfangebote und Impfzentren vor Ort. Der Bund werde für ein ausreichendes Angebot an Impfstoffen sorgen. Er schaffe auch die Voraussetzungen dafür, dass die Impfzentren und mobilen Impfteams weiterhin zu 50 Prozent finanziell unterstützt würden.

Es solle auch "keine erneuten flächendeckenden Schließungen" von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen mehr geben, sagte Scholz vor Journalisten. Konkret baten die Länder den Bund, die Finanzierung der kostenlosen Bürgertests über den 30. Juni hinaus sicherzustellen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte: "Es ist gut, dass wir zurückkommen zu einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern."

RKI: Omikron-Sublinie auf dem Vormarsch

20.02 Uhr: Die Omikron-Sublinie BA.5 spielt laut Robert-Koch-Institut (RKI) eine wachsende Rolle. In Deutschland wird bei stichprobenartigen Untersuchungen seit etwa Ende April eine ungefähre Verdopplung des Anteils von Woche zu Woche erfasst. Dies spiele sich auf noch niedrigem Niveau ab: Nach den aktuellsten RKI-Daten sind es nun 5,2 Prozent BA.5. Wie aus dem RKI-Wochenbeericht hervorgeht, ist die Zahl der PCR-Tests auf Sars-CoV-2 erstmals seit Monaten auf weniger als 500.000 pro Woche gesunken. Vermutlich spielt dabei der Feiertag Himmelfahrt eine Rolle.

Stöhr folgt auf Drosten in Gremium zu Corona-Maßnahmen

18.52 Uhr: Der Virologe Klaus Stöhr soll auf Vorschlag der Union in eine Kommission zur wissenschaftlichen Beurteilung der staatlichen Corona-Beschränkungen nachrücken. Das teilte der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge (CDU), am Donnerstag mit. Stöhr soll auf den Berliner Virologen Christian Drosten folgen, der sich Ende April aus dem Gremium zurückgezogen hatte.

Der Bundestag hatte im Infektionsschutzgesetz festgelegt, dass eine externe Evaluation der Vorgaben im Rahmen der mehrere Monate lang geltenden „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ kommen soll. Der dafür eingesetzte Sachverständigenausschuss soll laut Gesetz bis zum 30. Juni einen Bericht vorlegen.

Lauterbach trifft Vorkehrungen für den befürchteten Corona-Herbst

16.31 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) plant umfassende Vorkehrungen für eine voraussichtlich wieder angespanntere Corona-Lage nach dem Sommer. "Wir dürfen nicht erneut unvorbereitet wie im letzten Herbst in die Krise gehen. Wir müssen gut vorbereitet sein“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in der Haushaltsdebatte im Bundestag. Dazu gehörten Konzepte zu Impfungen und Tests, genauere Daten zur Belastung von Kliniken, ein besserer Schutz von Risikogruppen etwa in Pflegeheimen sowie Änderungen des Infektionsschutzgesetzes.

Das Impfkonzept werde vorsehen, dass es für alle Virus-Varianten, die kommen könnten, den richtigen Impfstoff gebe, sagte Lauterbach. "Wir wissen, dass im Herbst alle den besten Impfstoff haben wollen. Es wird niemanden geben, der dann sagt, ich nehme den zweitbesten."

Tests sollten nicht nur zur Beobachtung der Pandemie eingesetzt werden, sondern auch Bestandteil der Eindämmung sein, machte der Minister deutlich. Geplant sei zudem eine Behandlungsstrategie für Covid-19-Erkrankte. „Wir haben diese Medikamente derzeit, wir nutzen sie aber nicht so, wie sie genutzt werden könnten.“ Deutlich besser geschützt werden sollten vulnerable Gruppen in Pflegeeinrichtungen, aber auch Menschen mit Immunschwächen. Unter anderem zu freien Betten auf Intensivstationen sollten tagesgenaue und damit präzisere Daten erfasst und an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet werden.

Lesen Sie auch: Corona: So soll eine dritte Welle im Herbst verhindert werden

Oberlandesgericht: Kein Schmerzensgeld für Quarantäne

16.21 Uhr: Wer als Kontaktperson ohne Krankheitssymptome von den Behörden in die Corona-Quarantäne geschickt wird, hat einem Oldenburger Gerichtsurteil zufolge keinen Anspruch auf Schmerzensgeld. Das Oberlandesgericht Oldenburg bestätigte zwei entsprechende Entscheidungen des Landgerichts, wie es am Donnerstag mitteilte.

Eine vierköpfige Familie aus dem Landkreis Vechta hatte den Angaben zufolge auf ein Schmerzensgeld geklagt. Der Landkreis hatte zunächst für die Mutter eine Quarantäne angeordnet, weil ihre unmittelbare Arbeitskollegin ein positives PCR-Testergebnis erhalten hatte. Nachdem auch bei der Mutter ein PCR-Test positiv ausfiel, wurde die Quarantäne auf den Vater und die beiden Kinder ausgeweitet.

In beiden Fällen betonte das Oberlandesgericht, dass es sich bei einer Quarantäne-Anordnung nicht um eine Freiheitsentziehung, sondern nur um eine Freiheitsbeschränkung handele. Diese mute den Betroffenen ein zwar spürbares Opfer zu. Doch sei es angesichts der schwerwiegenden Gefahren für die Gesellschaft insgesamt als geringfügig zu bewerten. Ein Anspruch auf ein Schmerzensgeld sei nicht zu rechtfertigen.

Erstmals seit 2020 keine neuen Corona-Toten im Iran

15.10 Uhr: Erstmals seit Februar 2020 wurden im Iran an einem Tag keine neuen Corona-Toten registriert. "Nach zwei Jahren und 100 Tagen hatte der Iran am Donnerstag kein einziges neues Corona-Opfer. Und wir nehmen uns die Gelegenheit, für diesen großen Erfolg zu gratulieren“, sagte Gesundheitsminister Bahram Ejnollahi. Dennoch sollten alle Iraner bis zum endgültigen Ende der Pandemie die Corona-Regeln weiterhin befolgen, sagte Ejnollahi laut dem Online-Portal des Gesundheitsministeriums. Die Zahl der Neuinfizierten im Iran lag am Donnerstag bei 175.

Der Iran war bis Mitte vergangenen Jahres stark von der Corona-Pandemie betroffen. Die täglichen Opferzahlen stiegen im vergangenen August auf mehr als 700, die der Infizierten über die Marke von 50 000. Nach einer Beschleunigung der Impfkampagne entspannte sich die Lage.

Neues Online-Angebot informiert über Long Covid

12.41 Uhr: Über Long Covid, also die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion, können sich Betroffene jetzt über ein neues Online-Angebot informieren. Das Informationsportal www.longcovid-info.de wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Zusammenarbeit mit dem Bundesgesundheitsministerium erstellt. Hier finden Betroffene und Angehörige, Arbeitnehmende und Arbeitgebende sowie alle Interessierten "verlässliche Informationen rund um die Langzeitfolgen einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2", wie das Ministerium am Donnerstag mitteilte.

Noch Wochen und Monate nach einer Corona-Erkrankung könnten gesundheitliche Langzeitfolgen bestehen. Welche Symptome bei Long Covid auftreten, wer betroffen sein kann und wie sich Spätfolgen vermeiden lassen – zu diesen und anderen Fragen gebe das neue Portal Antworten.

"Patientinnen und Patienten brauchen wissenschaftlich fundierte Auskünfte", erklärte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Gerade bei neuen Krankheitsbildern seien die Verunsicherung und der Informationsbedarf enorm. "Die Pandemie ist noch nicht vorüber, und die Zahl der Long-Covid-Betroffenen steigt", mahnte Lauterbach. "Politik und Wissenschaft müssen Hand in Hand arbeiten, damit eine bestmögliche Versorgung sichergestellt ist." Das werde mit dem neuen Informationsangebot "in verständlich aufbereiteter Form" getan.

Zahl der Kurzarbeitenden im Mai weiter zurückgegangen

10.27 Uhr: Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit ist im Mai weiter zurückgegangen. Im vergangenen Monat gab es noch 277.000 Kurzarbeitende, nach 399.000 im April, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mitteilte. Damit waren noch 0,8 Prozent der Beschäftigten von der Maßnahme betroffen, nach 1,2 Prozent im April. Der Rückgang der Zahlen zieht sich laut Ifo "durch alle Wirtschaftszweige".

Schon im April und auch im März war die Kurzarbeit angesichts der fortschreitenden Erholung von den Corona-Maßnahmen gesunken. Nun gab es weitere Rückgänge vor allem im Handel, wo Kurzarbeit mit 0,5 Prozent der Beschäftigten "kaum noch eine Rolle spielt", sowie im Gastgewerbe. "Ausreißer nach oben" waren zuletzt die Autoindustrie mit 4,1 Prozent, die Textilhersteller mit 3,9 Prozent und die Drucker mit 4,2 Prozent der Beschäftigten.

Vor der Corona-Pandemie hatte die Zahl der Kurzarbeitenden im Februar 2020 bei 134.000 gelegen, im März 2020 war sie auf 2,6 Millionen gesprungen und im April 2020 hatte sie den Rekordwert von sechs Millionen erreicht. Wegen des Rückgangs der Kurzarbeit erhebt das Ifo-Institut die Lage künftig nicht mehr monats-, sondern quartalsweise. Die nächste Befragung und Erhebung bei der Arbeitsagentur erfolgt im August.

WHO geht von Verschlechterung der Corona-Lage in Nordkorea aus

6.52 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass sich die Corona-Situation in Nordkorea entgegen anderslautender Beteuerungen der dortigen Führung verschärft. "Wir gehen davon aus, dass sich die Situation eher verschlechtert als verbessert", sagte WHO-Notfalldirektor Michael Ryan am Mittwoch. Er räumte aber ein, dass er "keinen Zugang zu den notwendigen Daten" für eine "angemessene Risikobewertung" habe.

Nordkorea, das am 12. Mai die ersten Coronavirus-Fälle vermeldete hatte, erklärte vergangene Woche, den Covid-Ausbruch unter Kontrolle gebracht zu haben. Die staatlichen Medien berichteten von sinkenden Fallzahlen.

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete am Donnerstagmorgen 96.600 "Fieberfälle". Dies war der dritte Tag in Folge, an dem weniger als 100.000 Fälle gezählt wurden. Höchststand waren 390.000 Fälle pro Tag Mitte Mai, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Insgesamt spricht KCNA von 3,8 Millionen Fällen seit Ende April. Bis Ende vergangener Woche habe es zudem 69 Todesfälle gegeben.

Ryan zufolge hat Nordkorea mehrere Hilfsangebote der WHO zurückgewiesen. "Wir haben bei drei verschiedenen Gelegenheiten Impfstoffe angeboten. Das tun wir auch weiterhin", sagte er. Die WHO mahnte Nordkorea, den Ausbruch tatsächlich unter Kontrolle zu bekommen. "Wir wollen nicht, dass sich diese Krankheit in einer hauptsächlich anfälligen Bevölkerung und in einem bereits geschwächten Gesundheitssystem weiter ausbreitet", sagte Ryan.

RKI meldet Zahlen – bundesweite Inzidenz bei 221,4

6.05 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 221,4 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 207,0 gelegen (Vorwoche: 262,6, Vormonat: 639,5).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 48.502 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 39.705 registrierte Ansteckungen) und 131 Todesfälle (Vorwoche: 136) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

US-Regierung hält an Tests für Flugreisende aus dem Ausland fest

0.21 Uhr: Die US-Regierung hält an verpflichtenden Coronavirus-Tests für Reisende aus dem Ausland in die Vereinigten Staaten unabhängig von deren Impfstatus fest. "Wir bewerten ständig unsere Politik, aber die Erfordernis, sich vor der Abreise testen zu lassen, bleibt in ihrer heutigen Form bestehen", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, am Mittwoch.

Die US-Reisebranche fordert ein Ende der Testpflicht für vollständig geimpfte Flugreisende. In einem Schreiben von Fluggesellschaften, Flughäfen, Hotelketten sowie Vereinigungen und Unternehmen aus der Branche an den Coronavirus-Koordinator des Weißen Hauses hatte es im vergangenen Monat geheißen, die wirtschaftlichen Einbußen wegen der Maßnahme seien erheblich. Zudem wurde darauf verwiesen, dass es an den Landgrenzen zu Kanada und Mexiko keine Testpflicht gibt.

Reisende mit Zielen in den USA müssen sich am Tag vor ihrem internationalen Flug testen lassen und dürfen nur mit einem negativen Ergebnis an Bord. Die Testpflicht gilt unabhängig vom Impfstatus und sowohl für Ausländer als auch für Amerikaner. Ausgenommen sind Menschen, die frisch von Covid-19 genesen sind und ein Schreiben eines Arztes oder einer Gesundheitsbehörde vorweisen können. Für Flüge innerhalb der USA gilt dagegen keine Testpflicht und nach einem Urteil eines Bundesgerichts auch keine Maskenpflicht mehr.

Corona-News von Mittwoch, 1. Juni: Pflegebevollmächtigte fordert Vorbereitungen für mögliche Corona-Welle im Herbst

22.34 Uhr: Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Claudia Moll (SPD), und die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordern vorbeugende Maßnahmen für eine mögliche weitere Pandemie-Welle nach dem Sommer. "Die Erfahrungen zeigen, dass zum Herbst vermutlich die Corona-Fallzahlen steigen oder es auch neue Varianten geben könnte. Hiergegen müssen wir uns alle rechtzeitig wappnen", sagte Moll unserer Redaktion kurz vor den Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag.

Moll betonte: "Es gilt nun alles vorzubereiten, damit genügend Schutzausrüstungen, Impfstoffe und Testmöglichkeiten vorhanden sind." Auf keinen Fall dürfe sich wiederholen, dass es Besuchsverbote gebe und Pflegebedürftige wochenlang in stationären Pflegeeinrichtungen oder zuhause isoliert würden. Auch alle Angebote und Therapien sowie Tages-, und Kurzzeitpflege müssten auf jeden Fall weiterhin stattfinden.

Stark-Watzinger fordert gezielte Impfkampagne für Schulkinder

22.15 Uhr: Zur Vorbereitung auf den Pandemieherbst fordert Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger eine gezielte Impfkampagne für Schulkinder: "Schon jetzt ist absehbar, dass wir die Impfangebote rechtzeitig hochfahren müssen, möglichst niedrigschwellig und nach der Empfehlung der Stiko gerade auch für Kinder und Jugendliche an den Schulen", sagte die FDP-Politikerin unserer Redaktion.

"Das ist der beste Schutz gerade auch vor den neuen Varianten, die auf uns zukommen." Kinder und Jugendliche dürften nicht noch einmal die Hauptlast der Pandemie tragen. Mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz der Länder an diesem Donnerstag verlangte Stark-Watzinger eine klare Absage an flächendeckende Schulschließungen: "Es ist dringend notwendig, dass die Ministerpräsidentenkonferenz einen entsprechenden Beschluss fasst", so die Ministerin.

Lesen Sie dazu auch: Corona: So soll eine dritte Welle im Herbst bekämpft werden

Wüst fordert rasche Verständigung auf Pandemie-Schutzmaßnahmen für Herbst und Winter

22.09 Uhr: Vor dem Bund-Länder-Treffen an diesem Donnerstag fordert der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst, eine rasche Verständigung auf Pandemiemaßnahmen für den Herbst: "So sehr wir es uns alle wünschen – die Pandemie ist noch nicht vorbei", sagte der CDU-Politiker dieser Redaktion.

"Ein erneutes Hin und Her zwischen Lockdown und Öffnung wollen wir unbedingt vermeiden. Dafür müssen wir schon jetzt den Herbst und Winter vorbereiten." Es sei wichtig, dass der Bund in Abstimmung mit den Ländern rechtzeitig vor dem Herbst die gesetzlichen Grundlagen für die Pandemiebekämpfung anpasse. Mehr als zwei Jahre Pandemie hätten gezeigt, dass die Krisenfestigkeit des Landes weiter gestärkt werden müsse. Es gelte deswegen jetzt, die richtigen Lehren aus den Pandemie-Jahren zu ziehen und auf erprobte Schutzmaßnahmen zu setzen.

EU-Kommission billigt Plan für Auszahlung von Corona-Hilfen an Polen

18.31 Uhr: Die EU-Kommission hat sich nach monatelangem Streit mit der polnischen Regierung auf einen Plan für die Auszahlung milliardenschwerer Corona-Hilfen verständigt. Das teilte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni am Mittwoch mit.

Bund und Länder beraten am Donnerstag über die Pandemie

17.38 Uhr: Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer beraten am Donnerstag in Berlin unter anderem über die Corona-Pandemie. und die Vorbereitung auf den Herbst und Winter. Dabei sollen auch Lehren aus der Pandemie erörtert werden. Die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP ringt um erneute staatliche Corona-Schutzvorgaben wie Maskenpflichten für den Herbst. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereitet eine Strategie für einen erwarteten Anstieg der Infektionen in der kälteren Jahreszeit vor.

Messi über Corona-Spätfolgen: Lunge wurde in Mitleidenschaft gezogen

16.01 Uhr: Superstar Lionel Messi hatte nach seiner Corona-Infektion mit Spätfolgen zu kämpfen. "Die Wahrheit ist, dass es mich sehr hart getroffen hat. Und es hat bei mir Spuren hinterlassen, es gab Nachwirkungen vor allem in der Lunge", sagte der Kapitän der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft in einem Interview des argentinischen Fernsehsenders TyC Sports.

Messi war Anfang Januar positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Ich konnte nicht trainieren. Ich kam zurück und konnte ungefähr anderthalb Monate nicht mal richtig laufen, weil meine Lunge in Mitleidenschaft gezogen wurde", sagte der Mittelfeldspieler des französischen Meisters Paris Saint-Germain.

Bundesarbeitsgericht: Arbeitgeber können Corona-Tests anordnen

14.55 Uhr: Im Streit um Corona-Testpflichten in privaten und öffentlichen Unternehmen hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) ein Grundsatzurteil gefällt. Deutschlands höchste Arbeitsrichter entschieden am Mittwoch in Erfurt im Fall einer Orchestermusikerin aus München, dass Arbeitgeber ihren Angestellten Corona-Tests vorschreiben können (5 AZR 28/22). Die Testpflicht müsse jedoch verhältnismäßig sein und die Interessen beider Seiten abwägen.

Die Klage der Flötistin gegen die ihrer Meinung nach unzulässigen Tests, die das Hygienekonzept der Bayerischen Staatsoper vorsah, hatte damit wie in den Vorinstanzen keinen Erfolg. Arbeitgeber hätten eine Fürsorgepflicht und könnten im Interesse des Arbeitsschutzes Weisungen erteilen, um Leben und Gesundheit zu schützen, erklärte das Bundesarbeitsgericht. Das Urteil kann Auswirkungen auf Tausende Arbeitnehmer haben, wenn die Corona-Infektionen erneut drastisch steigen sollten.