Corona-Newsblog

Tourismusbeauftragter für Skiurlaub – mit Einschränkungen

Lesedauer: 71 Minuten
Corona: Arbeitnehmer in Italien müssen jetzt Gesundheitspass vorlegen

Corona: Arbeitnehmer in Italien müssen jetzt Gesundheitspass vorlegen

Italien verlangt künftig von allen Arbeitnehmern des Landes Impfungen oder negative Corona-Tests. Betroffen davon sind rund 23 Millionen Arbeitnehmer.

Beschreibung anzeigen

Skiurlaub ja, sagt Tourismusbeauftragter Thomas Bareiß. Aber ganz ohne Einschränkungen wird es nicht gehen. Mehr dazu im Blog.

  • RKI registriert den vierten Tag in Folge eine sinkende 7-Tage-Inzidenz
  • Karl Lauterbach zweifelt wegen einer hohen Ansteckungsgefahr an Après-Ski im Winter
  • Die Forderung nach einem deutschen "Freedom Day" stößt auf heftige Kritik
  • Laut Spahn soll für Corona-Infizierte ein Antikörpertest und eine Impfung als Nachweis gelten
  • Slowenien führt Corona-Impfpflicht im öffentlichen Dienst ein
  • In Italien ist die Impfbereitschaft nach einem ähnlichen Beschluss sprunghaft angestiegen

Berlin. Deutschland befindet sich in der vierten Welle der Corona-Pandemie. Weil sich vor allem Menschen ohne Impfschutz anstecken, sprechen Politik und Forschung inzwischen von einer "Pandemie der Ungeimpften". Eine Aktionswoche sollte zuletzt das Impftempo beschleunigen. Gesundheitsminister Spahn zog eine positive Bilanz zu der Impfwoche und brachte Impfprämien ins Spiel, mit denen Unternehmen ihre Beschäftigten zur Impfung animieren sollen.

Zwar sinkt derzeit die Sieben-Tage-Inzidenz, doch gegen die hochansteckende Delta-Variante sind Impfungen weiterhin der beste Schutz vor Ansteckung, Erkrankung und der Entstehung neuer Corona-Varianten, die der Immunantwort entkommen können. Damit so eine Mutation nicht entstehen kann, fordern Forschende und die Weltgesundheitsorganisation eine gerechtere weltweite Verteilung von Vakzinen wie Biontech, Moderna oder Astrazeneca.

Aus Sicht vieler Expertinnen und Experten sollte daher aktuell auf Booster-Impfungen in der Masse der Bevölkerung verzichtet werden. Es sei besser, vorhandenen Impfstoff zu Ungeimpften zu bringen, als Geimpften eine dritte Spritze zu geben. So könne verhindert werden, dass neue Corona-Varianten überhaupt erst entstehen können.

RKI meldet neue Infektionszahlen

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 70,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 72,0 gelegen, vor einer Woche bei 80,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7337 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 7345 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 38 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es acht Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 142 116 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland: Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Corona-News von Sonntag, 19. September: Fury in the Slaughterhouse treten auf - Corona-Spürhunde im Einsatz

22.50 Uhr: Corona-Spürhunde sollen Konzerte sicherer machen: Beim bundesweit ersten Praxiseinsatz der Tiere hat die Band Fury in the Slaughterhouse in Hannover gespielt. Zugelassen waren am Sonntag 500 Besucher, alle mussten vorher einen Antigen-Schnelltest und einen PCR-Test machen und eine Schweißprobe für die Hunde abgeben. Fünf bis sechs Hunde sollten im Einsatz sein, dabei sollten die Tiere nicht durch die Menschenmenge laufen, sondern davon abgesondert die Proben beschnüffeln.

Ziel des Forschungsprojekts "Back to Culture" von Tierärztlicher Hochschule Hannover, Hannover Concerts und ProEvent Hannover sei es, herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option bei Großveranstaltungen sei, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. "Es gibt weltweit Interesse an dem Projekt", betonte der CDU-Politiker. Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, sprach von weltweit 26 Studien, die alle ergeben hätten, dass Hunde Corona-Infektionen erschnüffeln könnten.

Tourismusbeauftragter Bareiß für Skiurlaub mit Einschränkungen

22.10 Uhr: Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat sich offen für den Vorstoß des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz gezeigt, Skiurlaub mit Einschränkungen zu ermöglichen und Après-Ski-Lokale nur für Geimpfte zu öffnen.

"Wir wollen wieder unbeschwert Skiurlaub machen", sagte der CDU-Politiker dieser Redaktion. "Daher ist es grundsätzlich richtig, bestimmte Veranstaltungen nur für Personengruppen zu öffnen, bei denen die Ansteckungsgefahr gering ist."

Bei einem Anstieg des Infektionsgeschehens dürfe es keine Schließungen mehr geben, gleichzeitig müssten Gäste und Gastgeber geschützt werden. "In dem Fall bleibt zu prüfen, ob ein Antigen-Schnelltest noch ausreichend ist", so Bareiß. "Die Impfung bleibt das A und O."

Krisen-Airline Lufthansa beschließt Kapitalerhöhung

19.48 Uhr: Die Lufthansa hat eine Kapitalerhöhung von rund 2,14 Milliarden Euro beschlossen. Dies teilte der Luftfahrtkonzern am Sonntagabend in Frankfurt am Main mit. Dafür sollten 597.742.822 neue Aktien ausgegeben werden. Diese sollten einen Bezugspreis von je 3,58 Euro haben.

"Die Kapitalerhöhung dient der Stärkung der Eigenkapitalbasis des Konzerns", erklärte die Airline. Der Erlös solle unter anderem zur Rückzahlung von Hilfen dienen, die die Lufthansa in der Corona-Krise vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) erhalten hatte.

Die Lufthansa hatte in der Corona-Krise mit der Bundesregierung und der EU-Kommission ein insgesamt neun Milliarden Euro schweres staatliches Rettungspaket ausgehandelt - drei Milliarden Euro als Darlehen der staatlichen Förderbank KfW und sechs Milliarden Euro aus dem WSF.

Forschende wissen jetzt, warum Rauchen vor Corona schützt

19.16 Uhr: Forschende aus Hiroshima haben ein Corona-Rätsel gelöst. Bislang war aus verschiedenen Studien bekannt, dass Raucherinnen und Raucher ein geringeres Risiko für eine Covid-19-Erkrankung haben. Warum ausgerechnet das Rauchen vor Corona schützen soll, war bislang aber unklar. Die Wissenschaftler aus Japan fanden nun heraus, dass offenbar die Inhaltstoffe im Zigarettenrauch verantwortlich sind. Bevor Sie jetzt aber zum Glimmstengel greifen – die Stoffe sind hochgiftig.

Fauci: US-Empfehlung zu Auffrischungsimpfung ist nicht endgültig

18.37 Uhr: Der US-amerikanische Immunologe Anthony Fauci sieht in der Experten-Entscheidung gegen allgemeine Corona-Auffrischungsimpfungen in den USA keinen Rückschlag für US-Präsident Joe Biden. Die Bewertung der Experten könne sich künftig auch noch ändern, sagte der Präsidenten-Berater Fauci am Sonntag. Die US-Arzneimittelbehörde FDA empfahl den dritten Piks am Freitag doch nur für bestimmte Risikogruppen, nachdem die US-Regierung zuvor trotz der noch ausstehenden FDA-Entscheidung schon einen Impfstart für alle für diesen Montag (20. September) angekündigt hatte.

"Ich glaube nicht, dass es verwirrend war, ein Datum zu nennen", sagte Fauci. Man habe einen Termin festlegen müssen, um sich vorbereiten zu können. Mit Blick auf die nun anderslautende Empfehlung der Arzneimittelbehörde FDA sagte er: "Ich denke nicht, dass sie einen Fehler gemacht haben." Es würden weiter Daten geprüft. Die Menschen müssten sich im Klaren darüber sein, dass "buchstäblich täglich und wöchentlich neue Daten" einträfen. "Es ist noch nicht vorbei. Ich denke, die Menschen müssen verstehen, dass dies nicht das Ende der Geschichte ist."

Star-Komiker Chris Rock an Covid-19 erkrankt

17.52 Uhr: Komiker Chris Rock hat sich eigenen Worten zufolge mit dem Coronavirus angesteckt. "Hey Leute, ich habe gerade rausgefunden, dass ich Covid habe, vertraut mir, das wollt Ihr nicht. Lasst Euch impfen", schrieb der 56-Jährige am Sonntag auf Twitter. Es blieb dabei zunächst unklar, ob Rock sich mit der Delta-Variante angesteckt hat, die sich in den USA stark ausbreitet. Der "Saturday Night Live"-Star hatte in den vergangenen Monaten mehrmals öffentlich gesagt, dass er geimpft sei. Im vergangenen Jahr hatte er noch zusammen mit dem New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo für das Tragen von Masken geworben.

Kein zweites Ischgl: Lauterbach hält Ansteckungsgefahr bei Après-Ski für zu hoch

15.07 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat mit Befremden auf Äußerungen des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz reagiert, der eine sichere Wintersaison versprochen und Après-Ski nur für Geimpfte in Aussicht gestellt hatte. "Wie die nächste Wintersaison aussehen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös vorhersagen - auch nicht der österreichische Bundeskanzler", sagte Lauterbach dieser Redaktion. "In Innenräumen haben wir jetzt schon viele Ansteckungen auch unter Geimpften. Diese Fälle werden noch zunehmen, wenn der Impfschutz nachlässt."

Lauterbach betonte: "Ob überhaupt an Après-Ski oder ähnliches zu denken ist, wird nicht zuletzt von Booster-Impfungen oder von weiterentwickelten Impfstoffen abhängen."

Kurz hatte dieser Redaktion und der französischen Zeitung "Ouest-France" gesagt: "Wir werden mit klaren Regeln für eine sichere Wintersaison sorgen." Bei steigender Belastung durch die Pandemie werde es "in der Nachgastronomie - also beim Après-Ski - nur noch Zugang für Geimpfte geben".

Impfbereitschaft in Italien nach Ausweitung der Corona-Pass-Pflicht steigt deutlich

14.25 Uhr: In Italien hat die Ausweitung der Anwendung des sogenannten grünen Passes für Corona-Impfungen und -Tests zu einer deutlichen Zunahme der Impfbereitschaft geführt. "Landesweit gab es einen Anstieg der Terminvereinbarungen für Erstimpfungen um 20 bis 40 Prozent im Vergleich zur Vorwoche", erklärten die Behörden am Samstagabend.

In Italien müssen ab dem 15. Oktober alle Arbeitnehmer mit dem "grünen Pass" eine Corona-Impfung oder einen negativen Test vorweisen, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen. Andernfalls drohen Sanktionen. Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorweisen kann, muss mit einer Suspendierung rechnen. Tests sind nur für Menschen kostenlos, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.

Umfrage: Jeder Dritte plant nächsten Urlaub in Deutschland

12.44 Uhr: Die Corona-Pandemie hat weiter einen hohen Einfluss auf das Reiseverhalten der Deutschen. Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag der NUMA Group gaben 34 Prozent der Befragten an, ihren nächsten Urlaub in Deutschland verbringen zu wollen.

Weitere 23 Prozent planen demnach mit einer Reise innerhalb Europas, 27 Prozent wollen gar nicht verreisen. Nur acht Prozent der Befragten planen eine Reise außerhalb Europas. Die Umfrage liegt unserer Redaktion vor. 30 Prozent rechnen demnach damit, für ihren Urlaub bis zu 1.000 Euro ausgeben zu wollen. Bis zu 2.000 Euro wollen 28 Prozent ausgeben, bis zu 5.000 Euro dagegen nur 13 Prozent. Lesen Sie auch: Umfrage: Jeder Dritte plant nächsten Urlaub in Deutschland

Spahn will Nachweis überstandener Corona-Infektion erleichtern

10.13 Uhr: Für den Nachweis einer durchgemachten Corona-Infektion vor einer Impfung sollen bald auch Antikörpertests verendet werden können. "Viele Bürgerinnen und Bürger waren infiziert, ohne es zu merken", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der "Bild"-Zeitung vom Samstag. "Mit einem qualitativ hochwertigen Antikörpertest kann man das mittlerweile sicher nachweisen."

Künftig gelte jeder als vollständig geimpft, "der mit einem Antikörpertest eine durchgemachte Infektion nachweisen kann und sich einmal hat impfen lassen", kündigte Spahn an. "So bekommen noch mehr Impfwillige ihre Freiheit zurück."

Fast jeder Dritte meidet seit Beginn der Pandemie Bus und Bahn

07.50 Uhr: Die Corona-Pandemie hat bei knapp einem Drittel der erwachsenen Deutschen bewirkt, dass sie entweder seltener oder sogar gar nicht mehr mit Bus und Bahn fahren. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur.

Danach nutzen elf Prozent der Erwachsenen seit dem Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 überhaupt keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. 19 Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage gaben an, sie seien seither seltener mit Bus und Bahn unterwegs.

Corona-News von Samstag, 18. September: Spahn zieht positive Bilanz der Impfwoche

22.01 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine positive Bilanz der bundesweiten Impfwoche gezogen: "Wir haben in der Aktionswoche insgesamt rund 500.000 der wichtigen Erstimpfungen geschafft, etwa die Hälfte dürfte auf Aktionen zurückgehen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen dieser Redaktion. Vereine, Organisationen, Privat-Initiativen und viele Freiwillige hätten die Impfwoche, die an diesem Wochenende zu Ende geht, zu einem Erfolg gemacht. "Sie haben rund 1500 Impfaktionen im gesamten Bundesgebiet auf die Beine gestellt", bilanzierte Spahn. Möglicherweise habe es sogar noch deutlich mehr gegeben.

Spahn erinnerte daran, dass es im Frühsommer Zeiten mit mehr als einer Millionen Impfungen am Tag gegeben habe, zuletzt aber seien die Zahlen von Woche zu Woche immer weiter runter gegangen. Da die Zahl der Unentschlossenen mit jeder Impfung kleiner werde, werde es auch immer mühsamer. "Keinen weiteren Rückgang zu sehen, ist schon ein Erfolg", betonte der Minister. Von einer Impfaktion mehr als 100 bis 200 Impfungen am Tag zu erwarten, sei unrealistisch.

Besorgt zeigte sich Spahn über die nach wie vor große Gruppe Ungeimpfter in der älteren Bevölkerung: "Von den 24 Millionen Menschen im Alter über 60 Jahren sind knapp vier Millionen noch ungeimpft, das ist fast jeder sechste in dieser Risikogruppe", warnte der Minister. "Würde sich mit der sehr ansteckenden Delta-Variante ein Großteil dieser Gruppe innerhalb weniger Wochen infizieren, dann würden unsere Intensivstationen sehr unter Stress kommen."

Spahn: Unternehmen sollen Impfprämien steuerlich absetzen können

22 Uhr: Um das Impftempo in Deutschland zu erhöhen, hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für steuerliche Anreize ausgesprochen: Der Staat solle Unternehmen unterstützen, die sich zum Beispiel mit Rabattaktionen fürs Impfen engagierten, sagte der CDU-Politiker dieser Redaktion. "Solche Aktionen von Unternehmen für ihre Beschäftigten oder Kunden kann der Staat steuerlich fördern. Dafür würde ich gern gemeinsam mit Olaf Scholz einen Vorschlag machen." Staatliche Prämien fürs Impfen dagegen lehnte Spahn ab. Solche Anreize seien denen gegenüber unfair, die schon geimpft seien.

In der Debatte um Impfanreize hatte sich Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger Ende der Woche für Geldprämien ausgesprochen. Auch aus den Reihen der Linken hatte es bereits Forderungen nach einer Geldprämie gegeben.

Auch Grüne widersprechen Kassenärztechef – kein "Freedom Day"

18.20 Uhr: Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat dem Vorschlag von Kassenärzteschef Andreas Gassen, alle Corona-Beschränkungen in Deutschland zeitnah aufzuheben, widersprochen: "Jetzt so zu tun, als sei die Pandemie ein Privatvergnügen und Ungeimpfte letztlich selbst dran Schuld und wir könnten uns jetzt von allen Schutzmaßnahmen verabschieden, das halte ich für zynisch", sagte Dahmen dem Sender NDR Info. Auch widerspreche die Forderung der Haltung der Mehrheit der niedergelassenen Ärzte. Für eine Lockerung der Maßnahmen bräuchte es eine Impfquote bei den über 60-Jährigen von deutlich über 90 Prozent, in der Gesamtbevölkerung bei den impffähigen Personen von über 80 Prozent. "Es wäre gut, wenn die Kassenärztliche Vereinigung sich hier auf das Impfen konzentriert, hier mehr Tempo macht", riet Dahmen.

Australien: Festnahmen und Verletzte bei Demos gegen Corona-Maßnahmen

16.20 Uhr: Bei Anti-Lockdown Protesten in der australischen Millionenstadt Melbourne sind Medienberichten zufolge 235 Menschen festgenommen worden. Zehn Polizisten wurden demnach bei den Protesten am Samstag verletzt, sechs von ihnen mussten wegen Brüchen und anderer Verletzungen vorübergehend in Kliniken behandelt werden.

Rund 700 Menschen hatten den Berichten zufolge an den Protesten teilgenommen, viele von ihnen ohne Masken. Etwa 2000 Polizisten seien im Einsatz gewesen. Die Beamten setzten laut Berichten Pfefferspray ein. Busse und Bahnen seien vorübergehend nicht in die Innenstadt gefahren, wichtige Straßen seien zeitweise gesperrt worden. Auch in anderen Städten, darunter in Sydney und Brisbane, sei am Samstag gegen strikte Corona-Maßnahmen demonstriert worden.

Klimademo statt Wiesn-Anstich - Endlich wieder echte Wiese

14.20 Uhr: Anstelle der Wiesnwirte sind am Samstag bei strahlendem Sonnenschein Klimaschützer in Tracht auf der Theresienwiese eingezogen. Rund 100 Aktivisten zogen nach Angaben der Veranstalter ein fahrbares Mini-Hochbeet in einem Bollerwagen mit. Per Lastenrad karrten sie Komposterde heran. Humus sei ein wichtiger CO2-Speicher und die Grundlage für die Erzeugung von Nahrungsmitteln, hieß es. Die Erde ernähre die Menschen.

Unter dem Titel "Wiesneinzug der Klimaheld*innen" demonstrierte das Netzwerk Klimaherbst zum zweiten Mal auf dem Festgelände, auf dem ohne die Corona-Pandemie das Oktoberfest begonnen hätte. In diesem Jahr ging es vor allem um nachhaltige Ernährung.

Lauterbach: "Freedom Day" derzeit "ethisch nicht vertretbar"

14 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Forderung von Kassenärztechef Andreas Gassen nach einem "Freedom Day" zurückgewiesen. "Jetzt zu sagen, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung, wir öffnen Ende Oktober voll, wer dann nicht geimpft ist, hat Pech gehabt, ist ethisch nicht vertretbar", twitterte Lauterbach am Samstag. Die darauf folgende Infektionswelle wäre zu groß. Statt dessen schlug Lauterbach vor, erst ab einer Impfquote von 85 Prozent zu öffnen. "Bis dahin machen wir 2G", so der Politiker.

In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" führte Lauterbach aus: "Bei einer Quote von 85 Prozent würde die Gefahr des exponentiellen Wachstums gebannt." Alles unterhalb der 85 Prozent wäre wegen der hoch ansteckenden Delta-Variante im Winter "riskant und nicht durchhaltbar". Er betonte er halte den Ansatz unvertretbar, "einfach mal auszutesten, was unser Gesundheitssystem aushält, wie viele Patienten auch intensiv behandelt werden können".

Als Epidemiologe gehe es ihm darum, "das Leid der Menschen so stark wie irgend möglich durch Vorbeugung und Impfung zu begrenzen, nicht auf der Intensivstation". Auch sei die Hoffnung "unrealistisch", durch die Ankündigung eines "Freedom Days" die Menschen zum Impfen motivieren zu wollen. #+

Münchner Oberbürgermeister: 2022 "definitiv keine Wiesn für alle"

13.44 Uhr: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kündigt schon jetzt klare Corona-Eindämmungsmaßnahmen für das Oktoberfest 2022 an. "Es wird definitiv keine Wiesn für alle geben", sagte er der "Augsburger Allgemeinen" vom Samstag. "Wenn sich jemand nicht testen oder impfen lassen will, dann wird er auch 2022 nicht aufs Oktoberfest gehen können." Nur für Kinder gebe es Ausnahmen.

Im Gegenzug solle in den Bierzelten und auf dem Festgelände Betrieb wie vor Corona herrschen, versicherte Reiter. "Eine kastrierte Wiesn kann es nicht geben."

Leichte Entspannung der Corona-Lage im Iran

11.02 Uhr: Im Iran zeichnet sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums eine leichte Entspannung der Corona-Lage ab. Die Fallzahlen seien wegen der Delta-Variante des Coronavirus zwar immer noch relativ hoch, aber weitaus niedriger als in den letzten vier Wochen, erklärte das Ministerium am Samstag auf seinem Webportal. Die Zahl der täglichen Corona-Toten sei von über 700 auf fast 350, die der Neuinfektionen von mehr als 50.000 auf weniger als 13.000 gesunken.

Lauterbach fordert staatliche Impfprämie

09.07 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fordert der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach eine staatliche Impfprämie. "Aus meiner Sicht sollten wir in der Situation, in der wir sind, kein Mittel ausschließen, um mehr Menschen zum Impfen zu bewegen", sagte der Bundestagsabgeordnete der "Passauer Neuen Presse" (Samstag).

"Das gilt auch für die Zahlung sogenannter Impfprämien, der ich bislang immer sehr skeptisch gegenüberstand", erklärte er. Deutschland brauche eine sehr viel höhere Impfquote, um in absehbarer Zeit in die Normalität zurückzukehren. Andernfalls drohe "ein schwieriger Herbst".

Corona: Kassenärztechef fordert "Freedom Day" in sechs Wochen

08.43 Uhr: Kassenärztechef Andreas Gassen hat die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen zum 30. Oktober gefordert. "Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat", sagte er der der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Also braucht es jetzt eine klare Ansage der Politik: In sechs Wochen ist auch bei uns Freedom Day! Am 30. Oktober werden alle Beschränkungen aufgehoben!" Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) betonte, das Datum gebe jedem, der wolle, genug Zeit, sich noch impfen zu lassen.

Gassen berief sich bei seinem Vorstoß auf die Erfahrungen in Großbritannien, wo Premier Boris Johnson schon Mitte Juli die Pandemie-Eindämmung weitestgehend beendet hatte. "Dort ist das Gesundheitssystem nicht kollabiert. Das muss Mut machen, zumal das deutsche Gesundheitssystem deutlich leistungsfähiger als das britische ist und deutlich mehr Schwerkranke, die wir hoffentlich auch nicht haben werden, behandeln könnte", erläuterte der KBV-Chef. Ohne die Ankündigung eines "Freiheitstages" würde sich Deutschland endlos weiter durch die Pandemie schleppen.

Augsberg: Strafen für Ungeimpfte sind Impfzwang durch die Hintertür

07.35: Die Diskussion um ein mögliches Ende der Lohnfortzahlung bei einer Quarantäne für Ungeimpfte sieht der Gießener Verfassungsrechtler Steffen Augsberg als weitere Stufe hin zu einem staatlichen Impfzwang. Zwar sei seit Start der Impfkampagne klar gewesen, dass geimpfte Personen anders zu behandeln seien als ungeimpfte. Ein staatlicher Impfzwang, sofern er zu rechtfertigen sein sollte, benötige aber bessere Argumente als sie bislang in der Diskussion genannt würden, sagte Augsberg dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Max-Planck-Physikerin Priesemann: "Inzidenzen deutlich über 500 möglich"

03.05 Uhr: Rund 75 statt 84 in der Vorwoche – die stagnierenden, teils sogar rückläufigen Zahlen bei der bundesweiten Corona-Inzidenz sind nach Einschätzung von Experten kein Grund, sich mit Blick auf die kommenden Wochen in Sicherheit zu wiegen: "Das bedeutet überhaupt nicht, dass wir nicht noch im Herbst eine große Welle bekommen können", sagte Viola Priesemann, Leiterin einer Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, unserer Redaktion.

Die aktuellen Zahlen bedeuteten auch mit Blick auf die mangelnde Impfbereitschaft noch keine Entwarnung. "Israel mit einer ähnlichen Impfquote zeigt uns, dass man trotzdem Inzidenzen deutlich über 500 erreichen kann", sagte Priesemann. Geimpfte Personen seien aber sehr gut geschützt.

GKV: Kliniken haben Hygienepersonal deutlich aufgestockt

04.00 Uhr: Die deutschen Kliniken haben ihr Hygienepersonal deutlich aufgestockt: 1.330 Krankenhäuser haben in den Jahren 2013 bis 2020 etwa 595 Millionen Euro zur Aufstockung ihres Hygienepersonals erhalten. Mit dem Geld aus dem Hygienesonderprogramm seien bislang etwa 2000 zusätzliche Vollstellen geschaffen worden, heißt es in einem Bericht des GKV-Spitzenverbandes, der unserer Redaktion vorliegt. Der GKV-Spitzenverband ist die zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland.

Corona-News von Freitag, 17. September: US-Präsident Biden veranstaltet virtuellen Corona-Gipfel

23.05 Uhr: US-Präsident Joe Biden lädt für kommenden Mittwoch am Rande der UN-Generalversammlung zu einem virtuellen Corona-Gipfel. "Bei diesem Treffen geht es darum, unsere gemeinsamen Bemühungen zur Bekämpfung von Covid-19 zu erweitern und zu verstärken", teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag in Washington mit. Ziel sei es, Staats- und Regierungschefs mit Nichtregierungsorganisationen zusammenzubringen, um sich auf eine "gemeinsame Vision zur Bekämpfung" von Corona zu einigen.

Zentrales Thema bei dem Treffen ist die Verbesserung des gerechten Zugangs zu Impfstoff. Auch Covid-19-Tests, Behandlungsmöglichkeiten und die Verfügbarkeit von Schutzausrüstung stünden auf der Agenda, hieß es weiter. Das Treffen soll dabei auf vorherige internationale Foren wie den G7-Gipfel aufbauen. Die Generaldebatte der UN-Vollversammlung findet vom 21. bis 27. September in New York statt.

US-Experten gegen generelle Corona-Auffrischungsimpfungen

23.04 Uhr: Ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hat sich mit großer Mehrheit gegen generelle Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer ausgesprochen. Die einflussreiche Gruppe von Wissenschaftlern kam am Freitag nach stundenlanger Diskussion zu dem Schluss, dass vorliegende Daten eine allgemeine Einführung einer dritten Impfdosis für Menschen älter als 16 Jahre nicht rechtfertigten. US-Präsident Joe Biden hatte sich angesichts abnehmender Immunität gegen Covid-19 für eine weitere Dosis für alle ausgesprochen, deren Zweitimpfung schon mehr als acht Monate her ist.

Zuletzt hatten aber auch Forscher im Fachmagazin "The Lancet" Zweifel an Corona-Auffrischungsimpfungen geäußert: "Die bisherige Studienlage zeigt keine Notwendigkeit, in Bevölkerungsgruppen mit wirksamer, vollständiger Impfung Booster auf breiter Front zu verabreichen", hieß es dort. Die weltweit noch immer begrenzte Anzahl an Impfdosen könne die meisten Leben retten, wenn sie Menschen zugute käme, die ein erhebliches Risiko einer schweren Erkrankung haben und noch ungeimpft sind.

Corona-Hotspot Ischgl: Hinterbliebene klagen Behörden an

22.40 Uhr: Von dem Tiroler Skiort Ischgl breitete sich das Coronavirus in alle Länder aus. Hinterbliebene von Skifahrern beschuldigen die Behörden. Lesen Sie dazu: Corona-Hotspot: Hinterbliebene von Ischgl klagen Behörden an

Studie: Moderna-Impfung schützt besser vor schwerer Corona-Erkrankung als Biontech

22.25 Uhr: Laut einer US-Studie schützt der Impfstoff des Pharmakonzerns Moderna langfristig besser gegen schwere Corona-Erkrankungen als der Impfstoff von Biontech/Pfizer. Die am Freitag von der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) veröffentlichte Studie ergab, dass der Impfschutz von Biontech nach vier Monaten deutlich abnahm, während er bei Moderna nahezu stabil blieb.

Die CDC-Forscher hatten für die Studie 3689 Fälle von Krankenhaus-Patienten zwischen März und August untersucht. In den Untersuchungszeitraum fiel der massive Anstieg an Infektionen mit der deutlich ansteckenderen Delta-Variante in den USA. Von den Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen waren 12,9 Prozent mit Moderna geimpft und 20 Prozent mit Biontech. Bei Patienten, die mit Moderna geimpft waren, machte es demnach kaum einen Unterschied, wie lange die Impfung bereits zurücklag: Der Impfschutz betrug in den ersten vier Monaten 93 Prozent und danach 92 Prozent. Bei Patienten mit Biontech-Impfung sank der Impfschutz hingegen von 91 Prozent in den ersten vier Monaten auf 77 Prozent.

Spahn: Mit Antikörpertest genügt Corona-Infizierten eine Impfung

21.26 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Bürgern nach einer unbemerkten Corona-Infektion ermöglichen, dass ein Antikörpertest und eine Impfung bereits als Nachweis für einen vollständigen Impfschutz ausreichen. "Viele Bürgerinnen und Bürger waren infiziert, ohne es zu merken", sagte der Politiker der "Bild"-Zeitung (Samstag). "Mit einem qualitativ hochwertigen Antikörpertest kann man das mittlerweile sicher nachweisen."

Die Impfverordnungen müssten dafür nicht angepasst werden, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Die neue Regel solle in Kürze auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts bekannt gegeben werden. Bezahlt werden muss der Antikörpertest (circa 20 bis 25 Euro) allerdings selbst. Für den Status "Genesen", für den keine Impfung erforderlich ist, sei nach wie vor ein positiver PCR-Test als Nachweis erforderlich. Der Status gilt für sechs Monate nach der Infektion - danach ist auch für diese Menschen eine Impfung nötig, um als geschützt zu gelten.

Löwen und Tiger im Zoo von Washington positiv auf Corona getestet

21.24 Uhr: Im Zoo der US-Hauptstadt Washington sind neun Raubkatzen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Zoo am Freitag mitteilte, werden sechs Löwen und drei Tiger wegen der Symptome behandelt. Am vergangenen Wochenende hatten Pfleger demnach beobachtet, dass die sechs afrikanischen Löwen, ein Sumatra-Tiger und zwei Sibirische Tiger unter vermindertem Appetit und Husten litten und lethargisch waren. Die infizierten Tiere wurden mit Entzündungshemmern, Antibiotika und Medikamenten gegen Übelkeit behandelt. Der Zoo betonte, dass von den Tieren keine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgehe, da sie genügend Abstand zu Besuchern haben.

Vor wenigen Tagen hatten mehrere US-Zoos - darunter auch der in Washington - eine Impfkampagne für gefährdete Tiere angekündigt. Neben Katzen sind auch Primaten von dem Virus betroffen.

Slowenien führt Corona-Impfpflicht im öffentlichen Dienst ein

21.23 Uhr: Slowenien führt eine Corona-Impfpflicht für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes ein. Die rund 31.000 Beschäftigten müssten ab 1. Oktober entweder vom Coronavirus genesen oder geimpft sein, teilte die Regierung am Freitag mit. Wer eine Impfung ablehnt und nicht im Homeoffice arbeiten kann, könnte demnach seinen Job verlieren. Die slowenische Regierung hofft, auf diese Weise das Impftempo im Land zu steigern.

In Slowenien sind bisher nur 45 Prozent der zwei Millionen Einwohner geimpft - dies ist eine der niedrigsten Impfquoten innerhalb der EU. Angesichts steigender Infektionszahlen führten die Behörden unter anderem einen Gesundheitspass für alle Arbeitnehmer ein.

Discos in Belgien dürfen wieder öffnen - Masken fallen zum Teil

21.18 Uhr: In Belgien wird bald wieder getanzt: Nach monatelanger Zwangspause in der Corona-Krise dürfen die Discos am 1. Oktober wieder öffnen. Voraussetzung sei, dass die Clubs mit dem sogenannten Covid-Ticket arbeiten, sagte Regierungschef Alexander De Croo am Freitag nach Regierungsberatungen. Die Feiernden müssen also geimpft, getestet oder genesen sein. Einzelne Regionen können je nach Gesundheitslage strengere Regeln festlegen.

De Croo zeigte sich erfreut über die hohe Impfrate im Land. Seinen Angaben zufolge sind 85 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft. Zugleich machte der liberale Politiker deutlich, dass die Quote in einigen Teilen des Landes - etwa in der Hauptstadt Brüssel - viel zu niedrig sei. "Diese Epidemie ist dabei, eine Epidemie der Ungeimpften zu werden", sagte De Croo.

Corona-Regeln bei Reisen nach England werden für Geimpfte vereinfacht

20.43 Uhr: Die britische Regierung hat die Corona-Regeln für Geimpfte bei Reisen nach England gelockert. Wer vollständig geimpft ist, muss demnach vom 4. Oktober an bei der Einreise in den größten britischen Landesteil keinen Nachweis über einen negativen Test mehr vorlegen. Auch der bislang notwendige PCR-Test am zweiten Tag nach der Ankunft soll ab Ende Oktober durch einen Antigen-Test ersetzt werden können, teilte Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag mit.

Die neue Regelung gilt allerdings nur für Reisen aus Ländern, die im bisherigen Ampelsystem der britischen Regierung nicht unter die Kategorie Rot fallen. Die Kategorien Grün und Orange, unter denen bislang alle EU-Länder geführt werden, sollen zudem zu einer einzigen zusammengefasst werden. Als geimpft gilt, wer in Großbritannien, der EU, den USA und einer Reihe von anderen Ländern eines der im Vereinigten Königreich zugelassenen Präparate gespritzt bekommen hat. Reisende auf der roten Liste müssen weiterhin auf eigene Kosten in Hotelquarantäne.

Mehr als 80 Prozent der über Zwölfjährigen in Frankreich mindestens einmal geimpft

20.28 Uhr: In Frankreich haben inzwischen mehr als 86 Prozent der Einwohner ab zwölf Jahren mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten. 50 Millionen Menschen über zwölf Jahren wurden nach Regierungsangaben vom Freitag mindestens einmal geimpft. "Der Impfstoff rettet Leben, das Virus tötet, so einfach ist das", sagte Präsident Emmanuel Macron in einem in den Online-Netzwerken veröffentlichten Video.

Die Marke von 50 Millionen Geimpften sollte nach den Plänen der Regierung eigentlich bereits Ende August erreicht werden. Die Zahl der Geimpften war sprunghaft angestiegen, nachdem die Regierung Mitte Juli die Einführung eines Gesundheitspasses beschlossen hatte, der der deutschen 3-G-Regel entspricht (geimpft, genesen, getestet) und bei vielen Gelegenheiten vorgezeigt werden muss. Allerdings hatte es in Paris und anderen Städten mehrfach massive Proteste gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung gegeben. Für Samstag werden erneut rund 180 Demonstrationen im ganzen Land erwartet.

Chef des weltgrößten Impfstoff-Herstellers verurteilt Drittimpfungen als "unethisch"

19.41 Uhr: Der Chef des weltgrößten Impfstoff-Herstellers hat angesichts der Vakzin-Knappheit in armen Ländern Corona-Auffrischungsimpfungen kritisiert. "Es ist unethisch, jemandem drei Dosen zu verabreichen, wenn andere in bestimmten Ländern und Bevölkerungsgruppen noch nicht einmal zwei Dosen erhalten haben", sagte Adar Poonawalla, Geschäftsführer des Serum Institute of India (SII) am Freitag.

Israel hatte als erstes Land damit begonnen, jedem Bürger eine Auffrischungsimpfung anzubieten, mehrere europäische Länder bieten Auffrischungsimpfungen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen. Die Versorgung ärmerer Länder mit Impfstoffen stockt hingegen immer noch, Millionen Menschen haben dort noch nicht einmal ihre erste Impfung erhalten.

Das SII stellt monatlich 160 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens Astrazeneca unter dem Namen Covishield her. Um die Produktion zu steigern, wird das Unternehmen für 4,9 Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) Anteile an dem konkurrierenden Pharmaunternehmen Biocon Biologics übernehmen, wie Poonawalla am Freitag ankündigte. Ab Oktober sollen dann monatlich 200 Millionen Impfdosen produziert werden

Nena sagt 2022-Tour ab - Kritik an Corona-Auflagen

18.30 Uhr: Popsängerin Nena hat ihre für das kommende Jahr geplante Konzert-Tour abgesagt. "Ich will nicht lange drum rumreden. Meine Tour 2022 wird nicht stattfinden. Und ich werde sie auch kein zweites Mal verschieben", postete die 61-Jährige am Freitag bei Instagram. Als Grund nannte sie die coronabedingten Einschränkungen: "Ich stehe zu meiner Aussage: Auf einem Nena-Konzert sind ALLE MENSCHEN WILLKOMMEN. Hier in unserem Land geht es derzeit in eine ganz andere Richtung, und ich mache da nicht mit." Tickets könnten dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden.

Die in Hamburg lebende Sängerin hat in der Pandemie mehrfach für Diskussionen gesorgt. Im März veröffentlichte sie bei Instagram ein Video mit dem Titel "Danke Kassel", nachdem in der Stadt Tausende Menschen gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen auf die Straße gegangen waren. Im Oktober löste sie mit einem Post auf Instagram Diskussionen über mögliche Verschwörungstheorien aus, betonte aber, dass sie nicht als Corona-Leugnerin verstanden werden wolle. Lesen Sie hier die ganze Meldung: Nena sagt Tour 2022 endgültig ab: "Ich mache da nicht mit"

Inzidenz über 1000 in Augustdorf - Kreis und Gemeinde steuern gegen

18.03 Uhr: Nach einer rechnerischen Sieben-Tage-Inzidenz in Augustdorf von über 1000 haben der Kreis Lippe und die Gemeinde Maßnahmen gegen ein weiteres Ansteigen der Infektionszahlen angekündigt. Infizierte und Kontaktpersonen sollen umfangreicher informiert werden, welche Schritte erforderlich sind, teilte der Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen am Freitag mit. Auch sollen mehrsprachige Flyer verteilt werden, die über das Thema Impfen und das Verhalten in Quarantäne informieren. Daneben würden auch Schwerpunkttestungen erwogen.

Es gebe in der Gemeinde Augustdorf ein diffuses Infektionsgeschehen gerade in Familienverbünden, erläuterte ein Sprecher des Kreises. Das Gesundheitsamt bewerte das Infektionslage noch detaillierter. Zudem solle noch stärker auf Impfangebote hingewiesen werden. Der Kreis Lippe habe darüber hinaus nach derzeitigem Stand der Verordnungen keine rechtliche Handhabe, um erweiterte Schutzmaßnahmen anzuordnen, wie es vor Monaten noch durch Allgemeinverfügungen möglich war, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises Lippe am Freitag weiter.

Hunderte abgelaufene Impfdosen von Moderna verabreicht

16.35 Uhr: Wegen eines falschen Etiketts sind in Sindelfingen, Reutlingen und Esslingen 840 abgelaufene Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna verabreicht worden. Der Impfstoff wurde vorschriftsmäßig in Kühlboxen transportiert. Auf den Paketen war eine längere Ablaufzeit notiert, wie die drei zuständigen Landkreise am Freitag mitteilten. Daher sei der Impfstoff teilweise noch gespritzt worden. Das Datum habe sich später als falsch herausgestellt. Die Verantwortlichen erwarteten wegen des Fehlers zunächst keine Folgen für die Betroffenen.

"Es gibt bisher keine Rückschlüsse, dass sich aus der längeren Aufbewahrungszeit Auswirkungen auf die Wirksamkeit ergeben hätten", sagte die ärztliche Leiterin des Sindelfinger Kreisimpfzentrums, Martina Burchert-Graeve. Einer neuen Studie des Herstellers zufolge sei der Impfstoff so stabil, dass er drei Monate lang bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden könne. In Europa gelte aber derzeit noch die Vorgabe der Europäische Arzneimittel-Agentur, nach der die Lagerung eine Dauer von 30 Tagen nicht überschreiten soll.

Studie: Kinder scheiden weniger Aerosolpartikel aus als Erwachsene

16.04 Uhr: Grundschulkinder geben einer kleinen Studie zufolge beim Atmen, Sprechen und Singen in Innenräumen deutlich weniger kleine Schwebeteilchen in die Luft ab als Erwachsene. In der Corona-Pandemie würden Gefährdungsbeurteilungen bisher allerdings auf den Werten von Erwachsenen beruhen, heißt es in einer gemeinsamen Untersuchung der Berliner Charité und der Technischen Universität Berlin.

Die Forscher verstehen ihre Studie als Anregung für eine Diskussion über das Risikomanagement bei Kindern in der Pandemie, zum Beispiel beim Präsenzunterricht in der Schule und beim Chorsingen. Denn die Masse von ausgeschiedenen kleinen Schwebeteilchen in die Luft (Aerosolpartikelemission) kann neben Tröpfcheninfektionen das Ansteckungsrisiko mit dem Sars-CoV-2-Virus beeinflussen.

Stiko rät Schwangeren und Stillenden zur Corona-Impfung

15.54 Uhr: Schwangere, Stillende und Frauen im gebärfähigen Alter sollten sich der Ständigen Impfkommission (Stiko) zufolge grundsätzlich gegen Corona impfen lassen. Nach einem sogenannten Stellungnahmeverfahren hat das Robert Koch-Institut am Freitag die endgültige Empfehlung veröffentlicht. Ungeimpften Schwangeren wird demnach eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ans Herz gelegt. Bislang war die Immunisierung nur für werdende Mütter mit besonderem Risiko empfohlen.

Auch ungeimpften Stillenden empfiehlt die Stiko eine Impfung, zudem rät sie "allen ungeimpften Personen im gebärfähigen Alter dringend die Impfung gegen Corona, so dass ein optimaler Schutz vor dieser Erkrankung bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft besteht".

Arbeitgeberpräsident fordert staatliche Impfprämie

15.15 Uhr: Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert von der Bundesregierung materielle Impfanreize für Unentschlossene. Der "Wirtschaftswoche" sagte Dulger, die Regierung solle "neue Anreize setzen, die das Impftempo beschleunigen". Diese Anreize könnten regional unterschiedlich sein, so Dulger. "In München zum Beispiel mit Tickets für den FC Bayern, da würde sich wahrscheinlich die halbe Stadt pieksen lassen." Er würde aber auch eine Geldprämie begrüßen. "Alles, was hilft, ist richtig, um in die Normalität zurückzukehren." Lesen Sie dazu: So kämpfen andere EU-Länder gegen die Impfmüdigkeit

Der Arbeitgeberpräsident forderte zudem, die pandemiebedingten Förderprogramm demnächst auslaufen zu lassen. "Die Coronahilfen sollten zum Jahreswechsel beendet werden", sagte der Verbandschef. Kurzarbeit werde allerdings noch in einigen Branchen gebraucht. Dennoch: "Ziel muss es sein, zur Normalsituation zurückzukehren."

Ischgl: Angehörige von Covid-Opfer wollen Schadenersatz spenden

13.48 Uhr: Bei dem ersten Prozess um die tödlichen Corona-Ansteckungen im Tiroler Skiort Ischgl geht es den Klägern nach eigenen Angaben nicht um Geld. Die Witwe und der Sohn eines an Corona gestorbenen Österreichers, der sich bei der chaotischen Abreise aus Ischgl angesteckt haben soll, fordern rund 100.000 Euro Schadenersatz vom Staat. "Mir geht es um Gerechtigkeit", sagte der Sohn des Verstorbenen am Freitag am Rande des Prozesses im Wiener Landgericht. "Falls es einen Schadenersatz gibt, werden wir das Geld natürlich spenden", sagte er und verwies auf karitative Organisationen.

Die Kläger werfen österreichischen Politikern und Behörden vor, zur Verbreitung von Covid-19 in Ischgl und vielen anderen Ländern beigetragen zu haben - auf erste Fälle sei zu langsam reagiert worden, und die Schließung des Skigebietes habe zur unkontrollierten Abreise von Touristen geführt. Weitere ähnliche Klagen sollen in den kommenden Wochen in Wien verhandelt werden.

70 Prozent der Franzosen vollständig geimpft

12.30 Uhr: 70 Prozent der Menschen in Frankreich sind inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft, 73,9 Prozent haben eine erste Impfdosis erhalten. In der vierten Woche in Folge schwäche sich die Infektionslage im Land ab, teilten die Gesundheitsbehörden am Freitag in Paris mit. Seit drei Wochen sei zudem die Zahl der Klinikeinweisungen von Corona-Patienten rückläufig.

Während nach einer Befragung die Zahl der Befürworter einer Impfung auch für Kinder weiter steigt, lässt die Beachtung der Hygieneregeln nach. Nur noch 58 Prozent der Befragten gaben an, bei der Begrüßung auf Handschlag oder Wangenkuss zu verzichten und sich regelmäßig die Hände zu waschen. 68 Prozent halten sich strikt an die Vorschriften zum Tragen einer Maske.

Zypern und ganz Portugal keine Corona-Hochrisikogebiete mehr

11.40 Uhr: Die Bundesregierung streicht Zypern und die Algarve ab Sonntag von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. Damit verschwindet das auch bei Urlaubern beliebte Portugal nun ganz aus dieser Kategorie, wie am Freitag aus einer Mitteilung des Robert Koch-Institutes hervorging.

Gestrichen werden außerdem die Region West in Irland, Brasilien, Indien, Nepal, Bangladesch, Botsuana, Sambia, Simbabwe, Eswatini (Swasiland), Lesotho, Malawi und Zentralafrika.

Ischgl-Prozess: Österreich lehnt einen Vergleich ab

11.35 Uhr: Beim ersten Prozess um den folgenschweren Corona-Ausbruch im Tiroler Skiort Ischgl hat der österreichische Staat eine einvernehmliche Lösung und Vergleichsverhandlungen abgelehnt. Die Republik vertritt die Auffassung, dass Regierung und Behörden mit dem damaligem Wissen über das Virus richtig handelten und die Klage deshalb grundlos ist - dies wurde zum Auftakt des Verfahrens am Freitag deutlich.

Vor dem Wiener Landgericht fordern die Witwe und der Sohn eines an Covid-19 gestorbenen Österreichers, der sich bei der chaotischen Abreise aus Ischgl angesteckt haben soll, rund 100 000 Euro Schadenersatz vom Staat. Bei dem Gericht sind bislang 15 Klagen zu Ischgl eingegangen. Der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV), der die Klagen unterstützt, rechnet jedoch damit, dass insgesamt bis zu 3000 Ansprüche an den Staat gestellt werden.

Zusehends mehr Corona-Auffrischungsimpfungen

10.41 Uhr: Bei den Corona-Impfungen in Deutschland gibt es mehr und mehr Auffrischungsimpfungen für ältere und besonders gefährdete Menschen. Am Mittwoch und Donnerstag waren es erstmals jeweils mehr als 40.000 am Tag, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitag hervorgeht. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten kürzlich vereinbart, das Angebot zu Impf-Auffrischungen zu erweitern: Neben Pflegeheimbewohnern können sich unter anderem auch Menschen ab 60 Jahre mit ärztlicher Beratung dafür entscheiden, wenn die vollständige Impfung schon mindestens sechs Monate zurückliegt.

Insgesamt sind nun 52,2 Millionen Menschen oder 62,8 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben 55,7 Millionen Menschen oder 67,0 Prozent aller Einwohner.

Offenbar gehäufte Impfdurchbrüche bei Impfstoff von Johnson-&-Johnson

10.15 Uhr: Experten und Behörden fallen vermehrte Impfdurchbrüche beim Impfstoff von Johnson-&-Johnson auf. Bislang erkrankten in 6106 Fällen Menschen trotz vollständigem Impfschutz durch das Mittel, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht. Laut RKI haben bislang gut drei Millionen Menschen eine Johnson-&-Johnson-Impfung bekommen. Auf eine Million Geimpfte kämen demnach grob überschlagen 2000 Impfdurchbrüche. Zum Vergleich: Beim am häufigsten in Deutschland verwendeten Impfstoff - Biontech/Pfizer - sind es diesen Zahlen zufolge rund 640 Durchbrüche pro eine Million vollständig Geimpfte.

Das Vakzin von Johnson-&-Johnson ist der einzige bisher in der EU zugelassene Corona-Impfstoff, bei dem es laut EU-Arzneimittelbehörde (EMA) nur eine Dosis braucht. Nach dieser Impfung dauere es länger als nach den mRNA-Impfungen, bis sich ausreichend Antikörper gebildet hätten, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, der Deutschen Presse-Agentur. "Teilweise steigen die Spiegel mehr als einen Monat nach der Impfung noch an." Da die Antikörperspiegel deutlich unterhalb derer lägen, die durch die anderen Impfstoffe erzeugt werden, scheine der Schutz vor einer Corona-Infektion nach der Janssen-Impfung also deutlich schlechter, sagte Watzl. Vor einer schweren Corona-Erkrankung schütze das Vakzin aber sehr wohl, betonte er.

Biontech-Vakzin verliert wohl alle zwei Monate sechs Prozent Wirksamkeit

9.40 Uhr: Biontech und Pfizer haben neue Daten zur Wirksamkeit ihres Corona-Impfstoffs vorgelegt. Wie die US-amerikanisch "Financial Times" berichtet, haben die Unternehmen der US-Arzneimittelbehörde FDA am Mittwoch Studiendaten des Instituts Kaiser Permanente Southern California vorgelegt, denen zufolge die Wirksamkeit der Immunisierung nach Verabreichung der zweiten Dosis kontinuierlich abnimmt. Alle zwei Monate verliere der Impfstoff wohl etwa sechs Prozent seiner Wirksamkeit.

Geht man von einer Wirksamkeit von 96,2 Prozent eine Woche nach der zweiten Impfung aus, so liegt diese der neuen Untersuchung zufolge zwei Monate später bei 90,1 Prozent. Weitere zwei Monate später beträgt die Wirksamkeit dann nur noch 83,7 Prozent. Laut Biontech und Pfizer ist dieser Rückgang der Schutzwirkung ein natürlicher Vorgang und wird nicht von der Ansteckung mit einer Virusvariante wie beispielsweise Delta beeinflusst. Biontech verwies in dem Zusammenhang auch auf Daten aus Israel, die ebenfalls eine solche Immunitätsabnahme erkennen ließen – und zeigen, dass eine dritte Booster-Impfung die Schutzwirkung quasi wiederherstellen kann.

Weniger Fälle von Kindeswohlgefährdung aus Schulen und Kitas gemeldet

9.12 Uhr: Schulen und Kitas haben im Frühjahr 2020 während der Corona-Pandemie deutlich weniger Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet. In den Schulen hätten sich insbesondere im April und Mai vergangenen Jahres die Fälle im Vergleich zu den Vorjahresmonaten mehr als halbiert, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit.

Fachleute hatten vor dem ersten Corona-Lockdown davor gewarnt, dass ein Teil der Kinderschutzfälle durch die Schul- und Kitaschließungen unentdeckt bleiben könnte. Tatsächlich sanken die Hinweise der Statistik zufolge zeitweise stark. Demnach ging die Zahl der von Schulen gemeldeten Kinderschutzfälle von März auf April 2020 von 1476 auf 674 Fälle zurück. Damit halbierte sich der Wert nicht nur gegenüber dem Vormonat, sondern auch im Vergleich zum April des Vorjahres mit 1435 Fällen. Im Mai 2020 lag die Zahl der von Schulen gemeldeten Kinderschutzfälle mit 729 weiterhin nur etwa halb so hoch wie im Mai des Vorjahres mit 1433 Fällen.

Nach möglichen Kochsalz-Injektionen Entschädigung für Betroffene

8.24 Uhr: Nach möglichen Impfungen mit Kochsalzlösungen bieten das Land Niedersachsen und der Landkreis Friesland den über 10.000 Betroffenen eine Entschädigung an. Eine Aufwandsentschädigung von 35 Euro erhielten diejenigen, die eine Impfung wiederholen müssen, 50 Euro erhalte, wer zweimal nachgeimpft werden müsse, gab der Landkreis Friesland online bekannt. Dafür müsse ein Antrag gestellt und die Nachholimpfung nachgewiesen werden. Die Kosten übernehme das Land. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Eine Krankenschwester hatte zugegeben, am Kreisimpfzentrum sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben könnte. Um die möglichen fehlenden Impfungen nachzuholen, sollten daher rund 10.000 Betroffene als Vorsichtsmaßnahme nachgeimpft werden.

Erster Prozess um Corona-Ansteckungen im Skiort Ischgl

8.13 Uhr: Die Ausbreitung des Coronavirus im Tiroler Skiort Ischgl und die teils tödlichen Folgen für Touristen werden am Freitag erstmals von einem Gericht behandelt. Die Witwe und der Sohn eines an Covid-19 gestorbenen Österreichers, der sich bei der chaotischen Abreise aus Ischgl angesteckt haben soll, fordern rund 100.000 Euro Schadenersatz. Vor dem zivilrechtlichen Prozess im Wiener Landesgericht hat die beklagte Republik Österreich jede Schuld von sich gewiesen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass schon am Freitag ein Urteil gefällt wird. Bald werden auch weitere Klagen verhandelt.

Ischgl gilt als Beispiel für eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus, seit der Ski- und Partyort im März 2020 wegen steigender Fallzahlen plötzlich geschlossen wurde und Tausende Touristen - darunter viele Deutsche - plötzlich abreisen mussten. Aus Sicht der Kläger trug die von den Behörden schlecht organisierte Evakuierung zu einem Chaos mit weiteren Infektionen bei, die dann von Rückkehrern in viele Länder weitergetragen wurden.

Arbeitgeberpräsident kann sich Impfprämie vorstellen

6.32 Uhr: Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger kann sich eine Geldprämie als Impfanreiz vorstellen. Im Gespräch mit der "Wirtschaftswoche" sagte Dulger zu neuen Anreizen für eine Corona-Impfung: "Das kann man ja auch regional unterschiedlich gestalten: In München zum Beispiel mit Tickets für den FC Bayern, da würde sich wahrscheinlich die halbe Stadt piksen lassen. Und ja: Ich würde auch eine Geldprämie begrüßen - alles, was hilft, ist richtig, um in die Normalität zurückzukehren."

Die Corona-Impfkampagne stockt bereits seit einiger Zeit, Grund ist die mangelnde Nachfrage in der Bevölkerung. Niedrigschwellige Angebote wie Impfungen auf Supermarktparkplätzen sollen die Impfquote erhöhen, zum Teil wird zum Beispiel auch mit Freifahrten oder Bratwürsten geworben. Auch Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hatte sich zuletzt für eine Impfprämie von 50 Euro ausgesprochen.

"Mutter Beimer" ruft zum Impfen auf: "Das ist umsonst!"

05.51 Uhr: Schauspielerin Marie-Luise Marjan, berühmt geworden als "Mutter Beimer" aus der Fernsehserie "Lindenstraße" (1985-2020), hat zum Impfen gegen das Coronavirus aufgerufen. Corona habe viele Pläne durcheinander gebracht, erklärte die 81-Jährige am Rande der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln. "Man kann nur bitten, dass die Leute sich impfen lassen. Damit wir nicht schon wieder irgendeine große Beschränkung bekommen", sagte sie. Sie verstehe nicht, warum man "das Angebot einer Regierung oder auch der Wissenschaftler und Ärzte, die sich Gedanken darüber" gemacht hätten, nicht annehme. "Das ist umsonst! Meine Damen, meine Herren, liebe Kinder. Nun nehmt es doch an." Sie selbst sei schon seit mehreren Monaten geimpft.

Italien verpflichtet alle Arbeitnehmer zur Vorlage von Gesundheitspass

04.21 Uhr: Italien verlangt künftig von allen Arbeitnehmern des Landes Impfungen oder negative Corona-Tests, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen. Vom 15. Oktober an sind alle Arbeitnehmer verpflichtet, dies mit dem in Italien "Grüner Pass" genannten Dokument nachzuweisen. Andernfalls drohen Sanktionen.

"Wir dehnen die Verpflichtung zum 'grünen Pass' auf die gesamte Arbeitswelt aus, sowohl auf den öffentlichen als auch auf den privaten Sektor", sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz. "Wir tun dies im Wesentlichen aus zwei Gründen: um diese Orte sicherer zu machen und um unsere Impfkampagne zu stärken", sagte Speranza.

Corona-News von Donnerstag, 16. September: Salzburg wird in Österreich zum Höchstrisikogebiet

22.40 Uhr: Das Salzburger Land ist in Österreich als Gebiet mit sehr hohem Corona-Risiko eingestuft worden. Die nationale Corona-Kommission setzte Salzburg am Donnerstag als einziges Bundesland auf die höchste Stufe der fünfstufigen nationalen Corona-Skala. Im Rest Österreichs besteht hohes oder mittleres Risiko.

Die Mitglieder der Kommission aus Medizin und Verwaltung argumentierten, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in Salzburg mit rund 180 Infizierten besonders hoch sei, während die Impfrate und die Kontaktnachverfolgung hinterherhinkten. Die österreichweite Inzidenz lag zuletzt bei 164. Die Salzburger Behörden kündigten keine unmittelbaren Maßnahmen als Reaktion auf die Einstufung an.

Italien schreibt allen Beschäftigten Impfung oder Tests vor

20.42 Uhr: Als erstes Land in Europa schreibt Italien künftig allen Beschäftigten im privaten und öffentlichen Bereich Impfungen oder negative Corona-Tests vor, um ihrer Arbeit nachzugehen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi beschloss am Donnerstag, den "Grünen Pass" umfangreich auszuweiten.

Wer kein Zertifikat vorweisen kann, darf vom 15. Oktober an nicht mehr zur Arbeit in Büros, Behörden, Geschäften oder der Gastronomie gehen. Mit der Maßnahme will Draghi Impfgegner und -zweifler umstimmen. In Italien waren bis Donnerstag 75 Prozent der Menschen über zwölf Jahren durchgeimpft.

Mehr als jeder Dritte hat privat oder im Job Impf-Streit erlebt

19.14 Uhr: Die Impfung gegen das Coronavirus ist ein Thema, das im Job und auch im privaten Umfeld manchmal zu Konflikten führt. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hat das mehr als jeder Dritte (37 Prozent) schon persönlich erlebt. Rund 15 Prozent der Befragten gaben an, in ihrer Familie sei über die Impfung gestritten worden. Zwölf Prozent der Deutschen ab 18 Jahren haben einen solchen Streit am Arbeitsplatz erlebt - allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass ein Teil der Beschäftigten derzeit ohnehin im Home Office arbeitet. 23 Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage unter Wahlberechtigten gaben an, in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis habe es schon Streit um die Impfung gegeben. Bei der Beantwortung der Frage waren Mehrfachnennungen möglich.

Eine Mehrheit von 59 Prozent gab an, in ihrem direkten Umfeld habe es bislang keinen Streit darüber gegeben, ob man sich impfen lassen sollte oder nicht. Vier Prozent der Befragten antworteten mit "weiß nicht".

Spahn: Gratis-Tests für 12- bis 17-Jährige noch bis Jahresende

18.17 Uhr: Auch wenn die Corona-Pandemie nicht nicht vorbei ist - die Fallzahlen gehen aktuell zurück, die Inzidenz sinkt. Lesen Sie hier, wie sich Experten den Rückgang erklären.

17.27 Uhr: Kinder von 12 bis 17 Jahren und Schwangere sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch "bis Ende des Jahres" kostenlose Corona-Schnelltests bekommen können. "Für beide Gruppen ist die Impf-Empfehlung erst kürzlich gekommen", sagte der CDU-Politiker der "Welt". Sie hätten daher in diesen Wochen die Chance, sich impfen zu lassen. Geregelt werden soll dies in einer neuen Testverordnung, die einen Bund-Länder-Beschluss umsetzt.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten beschlossen, dass das vom Bund finanzierte Angebot für kostenlose Bürgertests für alle enden soll. "Ab dem 11. Oktober werden für alle, die sich impfen lassen könnten, Bürgertests kostenpflichtig", sagte Spahn. Eine Impfung sei eine freie persönliche Entscheidung, es gehe aber auch um gegenseitigen Schutz. "Wer sie nicht wahrnimmt und sich nicht impfen lässt, der muss dann eben die Kosten für Tests selbst tragen." Generell möglich bleiben sollen Gratis-Tests für alle, die sich nicht impfen lassen können - darunter Kinder unter zwölf Jahren. Ein erster Entwurf für die neue Verordnung hatte zunächst vorgesehen, dass Tests für Kinder von 12 bis 17 Jahren noch bis 30. November gratis sein sollten. Lesen Sie auch: Corona im Herbst: Das dürfte auf Ungeimpfte zukommen

So häufig störte Corona den Unterricht

17.26 Uhr: Aufstehen, anziehen, frühstücken und auf zur Schule. So sahen deine Tage vor der Corona-Krise sicher auch aus. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag - immer der gleiche Ablauf. Doch zwischen Januar 2020 und Mai 2021 war das anders. An etwa 180 von rund 270 Schultagen konnte kein normaler Unterricht im Klassenzimmer stattfinden. Es handelt sich bei diesen Zahlen um einen Durchschnitt. Das bedeutet, an manchen Schulen waren es weniger Tage, an anderen sogar mehr. Die Zahlen wurden am Donnerstag in einem Bericht veröffentlicht.

Krankschreibung per Telefon bei Erkältungen bis Jahresende möglich

15.49 Uhr: Angesichts der weiter angespannten Corona-Lage bleiben Krankschreibungen wegen leichter Erkältungsbeschwerden bis Jahresende auch telefonisch und ohne Besuch einer Arztpraxis möglich. Die Sonderregelung wird nochmals um drei Monate bis 31. Dezember verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Donnerstag beschloss. Dies solle wegen der leichter übertragbaren Delta-Virusvariante und langsam voranschreitender Impfungen weiterhin helfen, Kontakte zu vermeiden und Infektionsrisiken zu minimieren.

Telefonische Krankschreibungen sind bis zu sieben Tage möglich und können ebenfalls telefonisch für weitere sieben Kalendertage verlängert werden. Ärztinnen und Ärzte müssen sich dafür durch "eingehende telefonische Befragung" persönlich vom gesundheitlichen Zustand überzeugen.

Frankreich stellt 3000 nicht geimpfte Pflegekräfte vom Dienst frei

15.06 Uhr: Einen Tag nach Inkrafttreten der Corona-Impfpflicht für Pflege- und Rettungskräfte sind in Frankreich etwa 3000 Nicht-Geimpfte vom Dienst frei gestellt worden. Mehrere Dutzend Mitarbeiter hätten zudem gekündigt, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag dem Sender RTL. "Viele wollen sich aber jetzt impfen lassen, da sie merken, dass die Impfpflicht tatsächlich besteht", erklärte er. Einschränkungen für Patienten seien nicht zu befürchten.

Insgesamt seien 2,7 Millionen Menschen von der Impfpflicht betroffen, sagte Véran. Dazu zählen etwa das Personal von Krankenhäusern, Pflegeheimen und Feuerwehrleute. Sie müssen seit Mittwoch mindestens einmal und von Mitte Oktober an doppelt gegen das Coronavirus geimpft sein. Anderenfalls wird ihr Vertrag suspendiert, die Gehaltszahlung bleibt aus. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP könnten die Zahlen tatsächlich höher liegen als von Véran genannt. Allein in etwa 15 öffentlichen Krankenhäusern seien bereits 1500 Mitarbeiter vom Dienst freigestellt worden.

Corona-Spürhunde sollen Konzertreihe für Forschungsprojekt sicher machen

14.24 Uhr: Erstmals in Deutschland sollen Corona-Spürhunde im Praxiseinsatz eine Konzertreihe für ein Forschungsprojekt in Hannover sicherer machen. Ziel sei, "Gefährdungspotenziale herunterzudampfen" - und herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option sei, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler am Donnerstag.

"Es gibt weltweit Interesse an dem Projekt", betonte der CDU-Politiker. Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, sprach von weltweit 26 Studien, die alle ergeben hätten, dass Hunde Corona-Infektionen erschnüffeln könnten.

83 Infizierte nach 2G-Party - Bisher keine Verstöße bei Impfnachweis

13.09 Uhr: Nach einer Clubparty nur für Geimpfte und Genesene in Münster ist die Zahl der mit Corona infizierten Besucher auf 83 gestiegen. Bis Donnerstag seien 59 Impfnachweise eingereicht und überprüft worden, teilte die Stadt mit. "Bisher ist kein Verstoß bei den Impfnachweisen festgestellt worden."

Insgesamt hatten am 3. September rund 380 Menschen an der Partynacht teilgenommen. Für den Zutritt galt die sogenannte 2G-Regel, das heißt, nur Geimpfte oder Genesene wurden reingelassen.

Die Betroffenen zeigten weiterhin nur milde oder gar keine Symptome, teilte die Stadt weiter mit. Bereits am Dienstag hieß es, dass die meisten infizierten Gäste aus Münster kommen, die übrigen Personen in der erweiterten Region wohnen. Auch ein Mitarbeiter des Clubs sei infiziert.

Gut 52 Millionen Menschen vollständig gegen Corona geimpft

11.33 Uhr: Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiter voran. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nun 52,1 Millionen Menschen oder 62,7 Prozent aller Einwohner, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Donnerstag hervorgeht. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben inzwischen 55,6 Millionen Menschen oder 66,9 Prozent der Bevölkerung.

Minister Jens Spahn (CDU) rief erneut dazu auf, Impfgelegenheiten wahrzunehmen. "Die Impfung verhindert schon jetzt viel Leid und Krankheit", schrieb er bei Twitter. Aber auf den Intensivstationen lägen quasi nur Ungeimpfte. "Das wäre nicht nötig. Impfen schützt jetzt!"

Lauterbach zu dritter Impfung: "Sehr guter Impfschutz wird fast perfekt"

10.14 Uhr: In der Debatte um Sinn und Nutzen einer dritten Impfung hat sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach am Donnerstag zu Wort gemeldet. Auf Twitter teilte der Politiker eine Studie aus Israel zu Booster-Impfungen mit dem Biontech-Vakzin. Der Schutz nach einer solchen Auffrischung steige "um den Faktor 15", so Lauterbach.

"Damit wird sehr guter Impfschutz fast perfekt", folgerte der Gesundheitsexperte. "Ohne Mangel wäre die dritte Impfung wahrscheinlich wie in Israel fast für jeden sinnvoll." Er gab wegen der weltweiten Impfstoffknappheit zu bedenken, dass nach wie vor "nur Ältere und Vorerkrankte" für eine dritte Impfung infrage kommen sollten.

Die am Mittwoch im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie kommt zu dem Schluss, dass unter den geimpften Teilnehmenden im Alter von über 60 Jahren die Zahl an Impfdurchbrüchen und schweren Verläufen von Covid-19 "bedeutend geringer" war, wenn sie eine Booster-Impfung erhalten hatten.

Corona grassiert in Putins Umfeld

9.49 Uhr: Im Umfeld von Russlands Präsident Wladimir Putin hat es mehr Corona-Fälle gegeben als ursprünglich bekannt. "Nicht nur ein oder zwei, sondern mehrere Dutzend Menschen" seien mit dem Virus infiziert, sagte Putin am Donnerstag per Videokonferenz auf der Tagung der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS). Der Staatschef hatte sich am Dienstag in Selbstisolation begeben, nachdem ein Infektionsfall eines engen Mitarbeiters festgestellt worden war.

Putin musste den OVKS-Gipfel in Tadschikistan wegen der Quarantäne absagen. Er entschuldigte sich bei den Partnerländern für die Absage aufgrund dutzender Fälle des Coronavirus in seinem engen Umfeld.

Der 68-jährige Staatschef ist nach eigenen Aussagen im Juni mit dem russischen Impfstoff Sputnik V geimpft worden. Putin sei "absolut gesund", sagte sein Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag.

Gesundheitsminister von Trinidad: Minaj-Tweet zu Impffolgen ist "falsch"

8.03 Uhr: Der Gesundheitsminister von Trinidad und Tobago hat einem viel diskutierten Tweet der US-Rapperin Nicki Minaj über angebliche Nebenwirkungen einer Corona-Impfung widersprochen. Die 38-Jährige hatte am Montag geschrieben, einem Freund ihres Cousins auf Trinidad sei nach der Impfung gegen das Coronavirus der Hoden angeschwollen und er sei impotent geworden. Der Minister des Karibikstaates, Terrence Deyalsingh, sagte am Mittwoch, es gebe keine Berichte über einen solchen Fall. "Leider haben wir gestern so viel Zeit damit verschwendet, dieser falschen Behauptung nachzugehen", sagte er.

Minaj, die auf Trinidad geboren wurde und in New York aufwuchs, hatte zunächst am Montag auf Twitter erklärt, sie werde sich nicht für die Met-Gala impfen lassen. Der Modeausstellung in New York am Montag, bei der ein Impfzwang galt, blieb sie fern. Kurz nach diesem Tweet folgte die Anekdote über ihren Cousin. Minaj riet dabei auch ihren mehr als 22 Millionen Followern, sich die Entscheidung zur Impfung gut zu überlegen und sich nicht einschüchtern zu lassen.

Umfrage: 20 Prozent gegen Privilegien für Geimpfte und Genesene

6.47 Uhr: 20 Prozent der Deutschen sind nach einer neuen Umfrage gegen Privilegien für Geimpfte und von Corona Genesene. Sie finden es nicht gut, wenn immunisierte Menschen von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen befreit werden und ihre alten Freiheiten in Restaurants und Hotels, Sport- und Kultureinrichtungen zurückerhalten. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Hamburger Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (OIZ).

Demnach sind besonders Jüngere und Singles gegen eine Besserstellung Geimpfter und Genesener. In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen betrug die Ablehnung 25 Prozent, bei den Singles im Alter von 25 bis 49 Jahren sogar 28 Prozent. Unter Familien mit Jugendlichen und Landbewohnern ist die Ablehnung mit 15 beziehungsweise 14 Prozent dagegen deutlich niedriger.

Nach versuchtem Brandanschlag auf Impfzentrum: Politiker warnen

6.03 Uhr: Nach einem versuchten Brandanschlag auf ein sächsisches Impfzentrum haben Innenpolitiker des Bundestags vor einer Radikalisierung der Impfgegner gewarnt. "Die zunehmende Gewalt aus der so genannten Querdenker-Szene gegen öffentliche Institutionen und Gesundheitseinrichtungen ist zutiefst besorgniserregend", sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Konstantin Kuhle, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag).

Radikale Impfgegner und Querdenker seien eine Gefahr für die Gesellschaft und trügen durch Falschinformationen und Verunsicherung dazu bei, dass sich weniger Menschen impfen ließen. Die innenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Irene Mihalic, sagte, seit Monaten beobachte man eine Radikalisierung der Szene.

Im sächsischen Vogtlandkreis hatten Unbekannte am Dienstagabend drei Flaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit gegen ein Rolltor an einem Impfzentrum geworfen. Die Brandsätze zündeten nicht, weswegen kein Feuer ausbrach. Lesen Sie auch: USA: Impfgegnerin steckt Kind mit Corona an - Tochter stirbt

Woidke verteidigt neuer Brandenburger Corona-Ampel

5.40 Uhr: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die neue Corona-Warnampel ohne automatische neue Beschränkungen verteidigt. Er wies die Kritik zurück, dass bei einer Überschreitung des Warnwertes bei neuen Krankenhauspatienten nicht von vornherein neue Schutzmaßnahmen feststehen. "Unsere Corona-Ampel zur Belastung der Krankenhäuser wird, wenn die Zahlen steigen, Konsequenzen haben", sagte Woidke der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. "Sollten wir den Wert von 7 in der sogenannten Hospitalisierungsinzidenz überschreiten, wird die Landesregierung sofort reagieren." Er hoffe, dass es dazu nicht kommt.

Seit Donnerstag gilt die neue Corona-Warnampel mit der Zahl neuer Krankenhauspatienten pro 100000 Einwohner in einer Woche als wichtigstem Richtwert. Wenn er landesweit höher als 7 ausfällt, ist ein Warnwert überschritten. Dann will das Kabinett über weitere Beschränkungen beraten, einen Automatismus gibt es jedoch nicht. Bei einer Zahl größer als 12 ist der Alarmwert erreicht.

Corona-News von Mittwoch, 15. September: Papst kritisiert Impfverweigerer unter Kardinälen

  • Papst Franziskus hat sich erneut für Corona-Impfungen stark gemacht und Impfgegner unter den Kardinälen kritisiert
  • In Frankreich gilt nun eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, etwa im Pflegebereich, bei der Feuerwehr oder im Zivilschutz. Betroffen sind rund 2,7 Millionen Beschäftigte.
  • Christian Drosten sieht einige Länder auf der Schwelle vom Übergang der Corona-Pandemie in eine Corona-Endemie, unter anderem Großbritannien. Wegen der niedrigeren Impfquote werde Corona in Deutschland wohl erst später in die endemische Phase treten, schätzt der Virologe.
  • Das RKI hat die wichtige Hospitalisierungsrate offenbar bislang deutlich zu niedrig angegeben, haben verschiedene Medien recherchiert
  • Am New Yorker Broadway sind nach 18 Monaten Corona-Pause mehrere Musicals in das Theaterviertel zurückgekehrt
  • Die WHO hat mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung von Impfstoffen angemahnt und dabei auf Versorgungslücken in Afrika hingewiesen. Lesen Sie auch: Sterilisation in Afrika? Frank Thelen bittet um Entschuldigung
  • Die Witwe eines an Covid-19 Verstorbenen verklagt im Ischgl-Prozess die Bundesrepublik Österreich auf 100.000 Euro Schadenersatz
  • Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisiert das Vorhaben vieler Bundesländer, die Lohnfortzahlung für Ungeimpfte im Quarantänefall zu beenden, als Versuch, eine "Impfpflicht durch die Hintertür einzuführen"

Corona-News von Dienstag, 14. September: Verband: Maskenproduktion in Deutschland steht weitgehend still

  • Die deutschen Hersteller von Corona-Schutzmasken haben ihre Produktion fast vollständig eingestellt
  • Die Virologin Sandra Ciesek hat im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update" Dänemark als Vorbild für Deutschland ausgelobt. Im Nachbarland sind seit kurzem so gut wie alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. Die Lockerungen der dänischen Regierung sind dank einer außergewöhnlich hohen Impfquote von zirka 86 Prozent möglich
  • In Frankreich gilt ab Mittwoch eine Corona-Impfpflicht für alle Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen, Pflegediensten sowie für Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Feuerwehr.
  • Nach rund 18 Monaten schaffen die Niederlande den Sicherheitsabstand von 1,5 Meter ab dem 25. September ab
  • Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ausgerufene Impfaktionswoche ist nur schwach angelaufen. Wie das Robert Koch-Instituts (RKI) berichtet, wurden am Montag in ganz Deutschland nur 118.048 Dosen Impfstoff verabreicht
  • Die Zahl der bekanntgewordenen Corona-Infektionen unter den Besuchern der "2G"-Clubparty in Münster ist auf 72 gestiegen
  • Eine Booster-Impfung kann Leben schützen – doch offenbar braucht gar nicht jedes Leben Schutz durch eine Auffrischung der Corona-Impfung. Lesen Sie dazu: Studie: Booster-Impfung nur für bestimmte Gruppen sinnvoll

(fmg/dpa/afp/epd)

Hier startet ein neuer Corona-Blog. Alle bisherigen Corona-News finden Sie hier.

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (13)