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Was bringen die harten Corona-Regeln in Griechenland?

Lesedauer: 3 Minuten
Corona: So storniert man den Urlaub

Corona: So storniert man den Urlaub

Die Infektionszahlen steigen wieder rasant in die Höhe. Damit sind viele Sommerurlaube gefährdet. Was im Fall einer Stornierung berücksichtigt werden sollte, sehen Sie hier.

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Athen.  Die Corona-Lage in Griechenland spitzte sich massiv zu – dann steuerte die Regierung gegen. Zeigen die strengen Regeln erste Erfolge?

  • Die Corona-Pandemie hat die Tourismus-Branche in Griechenland hart getroffen
  • Nach dem Krisenjahr 2020 hoffte man auf eine bessere Saison 2021
  • Doch mit dem Beginn der Urlaubszeit waren die Corona-Zahlen wieder stark angestiegen
  • Auf Mykonos wurden deshalb harte Corona-Maßnahmen erlassen – mit Erfolg

Der vergangene Sommer war für die griechische Tourismusindustrie ein Desaster: Die Gästezahlen brachen von 31,4 auf 7,4 Millionen ein. 2021 hofften Hoteliers, Tavernenwirte und Autovermieter auf ein Comeback. Aber jetzt verhagelt die aggressive Delta-Variante des Coronavirus das Geschäft mit dem Urlaub.

In ganz Griechenland sind die Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Zuletzt wurden über 2800 neue Fälle an einem Tag gemeldet, die Inzidenz lag nach Zahlen unserer Redaktion bei über 180.

„Insel der Winde“ heißt Mykonos im griechischen Volksmund, wegen des Meltemis, eines stürmischen Nordwindes, der im Sommer häufig über das felsige Eiland fegt. Das Pfeifen des Meltemis war in den vergangenen Tagen die einzige Musik auf Mykonos. Lesen Sie hier: Urlaub in Griechenland: So ist die Corona-Lage vor Ort

Corona in Griechenland: Strenge Regeln auf Mykonos

Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz auf der Insel vergangene Woche fast den Wert 400 erreichte, zog die Regierung die Notbremse. Zwischen 1.00 Uhr und 6.00 Uhr gilt auf der Party-Insel eine nächtliche Ausgangssperre. Tanzen und Musik waren verboten. Bei Verstößen drohen den Gastwirten Geldstrafen von 50.000 Euro, im Wiederholungsfall 200.000 Euro.

Ausgangssperre und Musikverbot zeigen offenbar Wirkung. Die epidemiologische Lage auf Mykonos habe sich „stabilisiert“, sagte am Donnerstag die griechische Regierungssprecherin. Die Corona-Expertenkommission beriet über eine vorzeitige Aufhebung der Beschränkungen. Die Maßnahmen waren wohl auch als Warnschuss für andere Ferieninseln gedacht. Denn nicht nur auf Mykonos breitet sich das Virus wieder aus. Auch auf Paros, Ios, Santorin sowie in Heraklion und Rethymnon auf Kreta steigen die Neuinfektionen stark an. Auch interessant: Risiko- und Hochinzidenzgebiete - so unterscheiden sie sich

RKI: Griechenland gilt wieder als Corona-Risikogebiet

Das Robert Koch-Institut führt Griechenland seit knapp einer Woche wieder als Risikogebiet. Für die griechische Reisebranche ist das ein Alarmsignal. Die Regierung versucht gegenzusteuern. Impfmuffel werden mit Anreizen an die Nadel gelockt. Junge Leute zwischen 18 und 25 bekommen vom Staat eine vorbezahlte Guthabenkarte mit 150 Euro, wenn sie sich jetzt impfen lassen.

Die Prämie kann man für Reisen und Kulturveranstaltungen ausgeben. Über 130.000 Berechtigte haben den „Freedom Pass“ bereits beantragt. Privatunternehmen ziehen mit: Aegean Airlines legt bei Flugbuchungen noch einmal 150 Euro drauf. Die Fährschiff-Reedereien Blue Star Ferries und Hellenic Seaways gewähren auf den „Freedom Pass“ 50 Prozent Rabatt.

Griechenland: Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen

Menschen, die nicht mobil sind oder weitab der Impfzentren wohnen, können sich seit Donnerstag zu Hause impfen lassen. In den nächsten Tagen plant die Regierung auch, Zwölf- bis 15-Jährige zu impfen. Ab August gilt außerdem eine Impfflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen und der Pflege. Wer sich nicht impfen lässt, wird in unbezahlten Urlaub geschickt.

Parallel zur Impfkampagne setzt die Regierung auf Beschränkungen. Reisen vom Festland zu den Inseln sind nur noch mit einer abgeschlossenen Impfung oder einem aktuellen, negativen Test möglich. Die Kontrollen sind strikt. In Piräus weisen die Beamten der Hafenpolizei Tag für Tag Hunderte Reisende ab, weil sie keinen Impf- oder Testnachweis haben.

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