Viele Hinweise, aber keine heiße Spur zu RAF-Terroristen

Hannover/Verden  Anfang Mai hat das LKA Niedersachsen einen europaweiten Fahndungsaufruf nach früheren RAF-Terroristen gestartet, die wegen einer Überfallserie gesucht werden. Die Behörden vermuten dabei kein politisches Motiv mehr. Das Geld brauchen sie vermutlich, um zu überleben.

Der Tatort des Überfalls auf einen Geldtransporter auf dem Parkplatz vor einer Filiale des Dänischen Bettenlagers in Cremlingen.

Der Tatort des Überfalls auf einen Geldtransporter auf dem Parkplatz vor einer Filiale des Dänischen Bettenlagers in Cremlingen.

Foto: dpa

Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat nach einer europaweiten Fahndung im vergangenen Jahr 206 Hinweise auf drei untergetauchte Ex-Terroristen der Rote Armee Fraktion (RAF) erhalten.

"Die Hinweise zu den Gesuchten kommen aus vielen europäischen Staaten und teilweise auch aus Ländern außerhalb der EU", sagte eine LKA-Sprecherin in Hannover. Gefahndet wird nach Ernst-Volker Staub (66), Burkhard Garweg (52) und Daniela Klette (62).

Sie sollen der linksterroristischen RAF angehört haben, werden aber auch wegen einer Serie von zwölf Raubüberfällen von 1999 bis 2016 gesucht. Vor fünf Jahren am 18. Januar 2016 wurde bekannt, dass ihre DNA-Spuren bei einem versuchten Überfall auf einen Geldtransport in Stuhr bei Bremen 2015 gefunden worden waren.

Die Behörden vermuten dabei kein politisches Motiv mehr. Sie gehen davon aus, dass das Trio sich mit Raub Geld für das Leben in der Illegalität verschaffen wollte. Die bislang letzte Tat der Serie ereignete sich im Juni 2016 in Cremlingen bei Braunschweig.

"Nach dem Raubüberfall in Cremlingen verliert sich die Spur der Gesuchten", sagte LKA-Sprecherin Katrin Gladitz. Die Hinweise nach dem europaweiten Fahndungsaufruf vom Mai 2020 würden geprüft, ein abschließendes Ergebnis gebe es nicht. Auch nach Angaben der Staatsanwaltschaft Verden gibt es keinen neuen Sachstand bei der Fahndung. Bis zur Selbstauflösung 1998 war die RAF fast drei Jahrzehnte lang Inbegriff von linksgerichtetem Terror in Deutschland, mehr als 30 Menschen wurden ermordet.

© dpa-infocom, dpa:210113-99-05294/2

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