Warum Comedian Luke Mockridge deutsche Weihnachten liebt

Essen.  Luke Mockridge spielt in „ÜberWeihnachten“ einen Musiker auf Weihnachtsbesuch. Er selbst erinnert sich gut an sein schönstes Fest.

Luke Mockridge träumt in „ÜberWeihnachten“ als Basti von der großen Musikkarriere.

Luke Mockridge träumt in „ÜberWeihnachten“ als Basti von der großen Musikkarriere.

Foto: Frank Dicks / picture alliance/dpa

Bei Netflix wird es für Comedian Luke Mockridge jetzt besinnlich: „ÜberWeihnachten“ beleuchtet den weihnachtlichen Elternbesuch. Der 31-Jährige ist dabei als ganz normaler Schauspieler zu sehen. Da vergisst man dann endgültig den peinlichen Auftritt beim „Fernsehgarten“, bei dem der in Deutschland aufgewachsene Italo-Kanadier Affengeräusche von sich gab und sich über das Publikum lustig zu machen schien.

Seine ersten öffentliche Auftritte hatte Luke Mockridge (31) als Messdiener. Er habe das damals zehn Jahre in Bonn gemacht. Der Sohn des Kabarettisten-Ehepaars Bill Mockridge und Margie Kinsky hat fünf Geschwister – er sagt über ihre Kindheit: „Wir sind katholisch erzogen worden.“

Er habe das immer wie eine Performance wahrgenommen: „Meine Eltern meinten immer ,Du musst rüber in die Kirche, du hast Show .’ Und diese Inszenierungen, die Gewänder, der Weihrauch und die Riesenorgel, auf der Musik gespielt wird, das hatte etwas Theatralisches.“

Was war Ihr eigentlich Ihr bestes Weihnachten?

Luke Mockridge: Das Weihnachten, an dem ich die Pokémon Blaue Edition für den Gameboy bekommen habe, da war ich 12. Ich habe mich so gefreut, dass ich mich im Klo eingesperrt habe, weil ich nicht wusste, wohin mit dieser Freude.

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Und das schlechteste?

Mockridge: Wir sind einmal an Weihnachten nach Miami geflogen, weil wir weg wollten. Dann haben wir Heiligabend am Strand mit Sonne und Sonnencreme verbracht – das hat sich merkwürdig angefühlt. Weihnachten zuhause ist schon das beste. Was ein First-World-Problem.

Sie sind als Sohn einer Italienerin und eines Kanadiers in Deutschland aufgewachsen. Mögen Sie denn das deutsche Weihnachten?

Mockridge: Bei uns war es sehr undeutsch, eine Art bunt gemischte Cocktail-Schorle, bei der alle Reste zusammengekippt wurden. Die Serie beruht eher auf dem, was ich bei meinen Freunden erlebt habe. Und ich als multikultureller Mensch finde das deutsche Weihnachten total gemütlich. Daher ist es geil, dass wir das jetzt über Netflix global erzählen können. Es wird interessant, wie das weltweit ankommt.

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Ihre Serienfigur schläft beim Elternbesuch im alten Kinderzimmer. Tun Sie das auch?

Mockridge: Ich habe kein eigenes Zimmer mehr. Wenn man sechs Kinder hat wie meine Eltern, dann freute man sich, wenn das Nest leer ist. Nach meinem Abitur hat meine Mutter meine Koffer gepackt und gesagt ‚So, da war’s.’ Ich weiß gar nicht, was jetzt mit meinem Zimmer ist. Vielleicht haben meine Eltern eine Starbucks Filiale daraus gemacht.

Sie haben ja in der großen weiten Showwelt Karriere gemacht. Wie wichtig ist es für Sie, die Verbindung zu Ihren Wurzeln herzustellen?

Mockridge: Meine Eltern waren ja selbst im Showgeschäft tätig, daher ist das bei mir ein bisschen anders, wenn ich nach Hause komme. Ich hänge jedenfalls nicht mit anderen Promis ab und zeige das auf Instagram. Ich bin stolz, dass ich mit meinen Freunden von früher verbunden bin. Ich bin viel lieber der Luki als der Luke Mockridge.

Kommentieren Ihre Freunde Ihre Karriere – etwa auch den kleinen Eklat, den es letztes Jahr beim „Fernsehgarten“ gab?

Mockridge: Das ist weniger geworden, weil es selbstverständlicher geworden ist, dass ich im Fernsehen Sachen mache. Ich finde es jedenfalls herrlich, dass ein Kumpel von mir verschämt gesagt hat: „Du, wenn deine Sendung läuft, dann gucken wir ‚Grill den Henssler’. Nimm es nicht persönlich.“ Denn ich bin froh, dass ich bei meinen Freunden als Mensch dastehe.

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Ihre Figur in der Serie träumt von einer Karriere als Musiker. Sie selbst versuchten in Ihrer Show „#FameMaker“ Showstars von morgen zu finden. Was ist da eigentlich nötig, um hierzulande berühmt zu werden?

Mockridge: Der deutsche Zuschauer hat keinen Bock, jemand grundlos auf den Thron zu heben. Wenn man sich anguckt, welche Stars Deutschland hervorgebracht hat, dann sind das Leute, die über Fleiß und akribisches Arbeiten dahin gekommen sind. Deutsche Helden sind jemand wie Basti Schweinsteiger, der mit blondgefärbtem Iro anfängt und dann mit blutigem Gesicht im WM-Endspiel bis zum Ende fightet. Ein Stefan Raab kämpft auch bis zum Ende. Einer Helene Fischer, die so multitalentmäßig aufgebaut ist, merkt man die Arbeit an. Da sagt der Deutsche: ‚Jo, das finden wir geil.“ Der Deutsche liebt also seine Promis erst, wenn er sie respektiert und achtet. Deshalb werden Leute wieder fallen gelassen, wenn man das Gefühl hat, die genießen es zu sehr, Promi zu sein. Soweit meine laienhafte Analyse.

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