TV-Arzt Dr. Wimmer holt todkranke Tochter aus der Klinik

Berlin.  Johannes Wimmer pflegt seine kranke Tochter Maximilia zu Hause. Das 7 Monate alte Mädchen hat einen Hirntumor und wird bald sterben.

Der TV-Arzt Johannes Wimmer mit seiner todkranken Tochter Maximilia.

Der TV-Arzt Johannes Wimmer mit seiner todkranken Tochter Maximilia.

Foto: Johannes Wimmer Instagram

  • Johannes Wimmer kennen viele Fernsehzuschauer aus Wissenssendungen wie „Dr. Wimmer – Wissen ist die beste Medizin“ und „Dr. Wimmers Medizin-Quiz“
  • Ende August erzählte er in der „NDR Talk Show“, wie er von einem Hirntumor bei seiner fünf Monate alten Tochter Maximilia erfuhr
  • Die Kleine lag zeitweise im künstlichen Koma und wurde operiert. Ob Maximilia ihren ersten Geburtstag im Februar erleben wird, ist ungewiss
  • Der Arzt will jetzt anderen betroffenen Familien Mut machen

Es ist der Alptraum aller Eltern: Anfang August stellen Ärzte bei der fünf Monate alten Maximilia einen ATRT fest, ein seltener, höchst aggressiver Hirntumor. Nach Wochen auf der Kinderonkologie, steht nun fest: Das kleine Mädchen wird sterben.

Ihr Vater, der TV-Arzt Johannes Wimmer, spricht offen über die Krankheit seiner jüngsten Tochter. Ende August erzählte er in der „NDR Talk Show“, wie er von Maximilias Hirntumor erfuhr: Das Mädchen spuckte extrem häufig und den Mediziner beschlich ein ungutes Gefühl: „Ich spürte, mit diesem Kind stimmt etwas nicht.“

Erste Untersuchungen ergaben keine Auffälligkeiten, doch als der Blick des Mädchens starr wurde, machten die Ärzte ein MRT. Das Ergebnis: In Maximilias Kopf wuchs ein Tumor. 85 Prozent der Kinder mit dieser Art von Tumor sterben daran.

TV-Arzt holt seine Tochter aus der Klinik: „Es ist bald vorbei“

Wimmer und seine Frau verbrachten den Sommer 2020 mit Maximilia auf der Intensivstation und der Onkologie. Die Kleine lag zeitweise im künstlichen Koma und wurde operiert. Sie versuchten alles, um das junge Leben zu retten. Klammerten sich an jede Hoffnung im Kampf gegen den Tumor. Doch nun steht fest, dass Maximilia sterben wird.

„Wir wissen: Es ist bald vorbei. Nach all den Gesprächen mit Medizinern und Therapeuten, werden wir jetzt auch mit Bestattern sprechen müssen“, sagt Johannes Wimmer im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung. Familie Wimmer hat entschieden, die verbleibende Zeit mit Maximilia zu Hause zu verbringen. Hier versuchen sie, ein letztes Stück gemeinsame Normalität zu erleben, begleitet von einem Palliativ-Team und Krankengymnasten. Ob Maximilia ihren ersten Geburtstag im Februar erleben wird, ist ungewiss.

Johannes Wimmer will sich für Kinder auf der ganzen Welt einsetzen

„Die Krankheit ist wie ein riesiges Schiff und im Kielwasser dieser Krankheit kommt alles zum Stillstand. Es ist Totenstille und es geht eigentlich nichts mehr“, erklärte Johannes Wilmer in der „NDR Talk Show“. Um seinem Leben wieder eine Struktur zu geben und die Geschehnisse zu verarbeiten, will Wimmer sich nun für Kinder in Not engagieren.

„Die Diagnose hat uns damals den Boden unter den Füßen weggerissen. Nun möchten wir anderen Familien Mut machen – Mut, dass es für jede Art des Trauerns und Angst kleine Kniffe gibt, die einem wieder Halt geben“, sagte der 37-Jährige zu „Bild.“ Gemeinsam mit der Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ wolle er Kindern und Familien auf der ganzen Welt als Arzt und Botschafter helfen. In Slums, in Krankenhäusern, in Hospizen: „Ich will dort hingehen, wo es wehtut.“

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Der gläubige Arzt gibt sich überzeugt: „Unser Kind wird voller Liebe und mit schönen Bildern im Herzen gehen. Der Krebs wird ihr das Leben nehmen – aber er hat nicht gesiegt.“ Johannes Wimmer ist ein deutscher Mediziner und Fernsehmoderator. Er arbeitete als Stabsarzt der Marine beim Psychotraumazentrum der Bundeswehr in Berlin und ist unter anderem in den Wissenssendungen „Dr. Wimmer – Wissen ist die beste Medizin“ und „Dr. Wimmers Medizin-Quiz“ zu sehen.

(amw)

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