Marsha P. Johnson: Das ist die Aktivistin vom Google-Doodle

Berlin.  Marsha P. Johnson ziert heute die Google-Startseite. Die New Yorkerin war eine der wichtigsten Aktivistinnen der frühen LGBTQ-Bewegung.

Schwule und Lesben erinnern an Anfänge der Bürgerrechtsbewegung

Angehörige sexueller Minderheiten haben in aller Welt an die Anfänge der Schwulen-Bewegung vor 50 Jahren in New York erinnert.

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  • Google hat einer LGBTQ-Aktivistin aus den USA ein Doodle auf seiner Startseite gewidmet
  • Marscha P. Johnson, eine New Yorker Drag Queen, war eine Ikone und wichtige Figur der Szene in den 60er Jahren
  • Wer war Johnson? Warum wurde sie tot im Hudson River in den 90er Jahren aufgefunden? Wir klären auf

Am heutigen 30. Juni – dem letzten Tag des Gay-Pride-Monats – hat Google der New Yorker Drag Queen und LGBTQ-Aktivistin Marsha P. Johnson das Google-Doodle auf der Startseite der Suchmaschine gewidmet. Johnson war in den 60er Jahren eine wichtige Figur der Schwulen- und Lesben-Bewegung und 1969 maßgeblich an den Stonewall-Unruhen beteiligt, an die auch heute noch jedes Jahr erinnert wird – und die schließlich einen wichtiges Symbol der LGBTQ-ComMunity wurden.

Johnson wurde am 24. August 1945 im Bundesstaat New Jersey geboren und zog 1966 nach New York. Dort änderte sie ihren Namen auch amtlich zu Marsha P. Johnson, soll aber später hin und wieder eine männliche Identität und ihren alten Namen Malcolm Michaels genutzt haben. Wurde Johnson auf die Bedeutung des P. in ihrem Namen angesprochen, sagte sie: „Pay it no mind.“ (Beachte es nicht.)

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Johnson beschrieb sich selbst als „Drag Queen“, „Transvestitin“ oder „schwul“. Der Begriff „trans“ für Personen, deren geschlechtliche Identität nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht, wurde erst zu einem späteren Zeitpunkt in der Gesellschaft genutzt. Johnson nutze für sich selbst allerdings weibliche Pronomen.

Marsha P. Johnson: Eine der wichtigsten Personen um die Stonewall-Unruhen

Am 28. Juni 1969 war Johnson an den Unruhen am New Yorker Schwulenclub „The Stonewall Inn“ beteiligt. Die Polizei hatte dort eine gewalttätige Razzia durchgeführt und mehrere Besuchende festgenommen. Viele der anderen Gäste widersetzten sich der Kontrolle.

An die Zur-Wehr-Setzung wird bis heute jährlich am Christopher Street Day (CSD) erinnert. Zum 50. Jahrestag der Stonewall-Unruhen entschuldigte sich im vergangenen Jahr der damalige Chef der New Yorker Polizei, James O’Neill.

Marsha P. Johnson: Ihr Tod ist noch immer ungeklärt

Vor allem nach dem Aufstand war Johnson politisch aktiv. Sie gründete mit Sylvia Rivera die Gruppe „Street Transvestite Action Revolutionaries“ (STAR), um obdachlose Drag Queens und Transpersonen zu unterstützen. Später stand Johnson für Andy Warhol Modell.

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Am 6. Juli 1992 wurde Marsha P. Johnson tot im Hudson River gefunden. Obwohl die Polizei zunächst von einem Suizid ausging, wurde ihr Tod nach Zweifeln ihres Umfelds zehn Jahre später als „ungeklärt“ eingestuft. Den Fall und ihr Leben thematisiert unter anderem Netflix in der Dokumentation „The Death and Life of Marsha P. Johnson“.

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Auch mehr als 50 Jahre nach den Stonewall-Unruhen sind Schwule, Lesben, trans- oder intergeschlechtliche Personen in vielen Lebensbereichen nicht gleichberechtigt. Erst im Juni beschloss das Oberste Gericht der USA eine wichtige Entscheidung zu ihrem Schutz: Oberstes US-Gericht stärkt Homosexuelle und Transgender. In andern Ländern stammen viele diskriminierende Gesetze noch aus der Kolonialzeit: Indiens Oberster Gerichtshof legalisierte erst 2018 gleichgeschlechtlichen Sex.

(reb)

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